Ein Green-Building das alle Stückerl spielt

Bei meinem USA Trip nach Detroit und Pittburgh, bin ich neben der Autoshow, von der ich bereits berichtet habe, zu vielen Projekten gekommen, über die es Wert wäre einen ganzen Beitrag zu schreiben. Leider ist das zeitlich fast unmöglich. Hier gibt es eine Kurzübersicht zum Nachlesen.

Ein Projekt finde ich für den ÖkoEnergieBlog hier aber besonders interessant. In Pittsburgh entsteht gerade ein Gebäude, das seinesgleichen sucht. Hier wurde wirklich versucht, alles nur mögliche richtig anzupacken. Natürlich wäre ein nicht gebautes Haus noch immer besser als ein Neubau, aber wenn schon, denn schon. Das Center of Sustainable Landscape ist der Zubau zum ersten LEED zertifizierten Gewächshaus dem Phipps Conservatory, das ebenfalls alle Möglichen Arten der Energieerzeugung und vor allem Energieeffizenz aunutzt. In dem Video ist alles anschaulich erklärt und hier noch einmal zusamengefasst alle Featrues des neuen Center of Sustainable Landscape.

  • Energieeffizienz höher als für LEED Platin notwendig
  • Design ganzheitlich auf die “User” abgestimmt
  • Passives Solar-Design für optimale Ausnutzung des Tageslichtes und automatische Beschattungselemente
  • Gebäudehülle auf lange Lebensdauer und höchste Dämmstandards ausgelegt
  • Energieversorgung mit 100 % erneuerbarer Energie
    • Geothermie für Heizen und Kühlen für 70% Versorgung
    • Solarthermie als Zusatz zur Geothermie
    • Photovoltaik aufgeständert und nachgeführt
    • vertikale Windturbine
  •  Intelligentes Energiemanagementsystem für den optimalen Betrieb der Anlage
  •  Natürliche Belüftungssysteme für optimalen Luftaustausch
  • 100% passive Kühlung
  • Nachhaltige Baumaterialien inkl. Recyclingmaterial
  • Bewässerung der Anlage mit Regenwasser
  • Begrüntes Dach
  • Hauseigenes Abwassersystem mit eigenem Kreislauf
  • und noch so viel mehr…
Es ist in diesem Gebäude wirklich so unglaublich viel Know-How drin, dass es sich lohnt in jeden einzelnen Baustein reinzuschauen. Am besten aber einfach einen Punkt der Sie besonders interessiert auf deren Website nachlesen.  Auf ein kleines Detail werde ich hier im nächsten Beitrag noch eingehen. Auf die vertikale Windturbine, die alle sehr interessiert hat und auch hier im Blog auch immer wieder nachgefragt wird.

Houston, wir haben ein Netzproblem!!

(c) Kiril Havezov

Man hat es schon lange befürchtet und auch ich habe schon immer gesagt: Ein Zählpunkt wird einmal viel wert sein, also schnell beantragen! (Anm: Ein Zählpunkt ist soetwas wie das Recht in ein öffentliches Netz einspeisen zu dürfen und wird bei der Installation von Photovoltaikanlagen vergeben). Dass schon bei einem Anteil von 0,13% an Photovoltaikanlagen Netzprobleme auftauchen, hätte sogar ich nie im Leben gedacht.

Das Problem – Nach 2-3 Anlagen im Dorf ist Schluss

Schon länger höre ich von Vorfällen wo in kleinen Ortschaften nach der Installation von wenigen 5-10 kWp Anlagen der Energieversorger dicht macht und keine Zählpunkte mehr vergibt. Ich habe nun rausgefunden, dass das Problem angeblich bei den bestehenden 4,6  kWp Anlagen liegt, die mit einem einphasigen Wechselrichter gebaut wurden. Wären diese 3-phasig gemacht worden, wäre es kein Problem. So ist aber nach wenigen Anlagen in diesen Ortschaften Schluss. Ich finde das sehr dramatisch und bin mir sicher, dass es irgendwo da draussen eine Lösung gibt. Schließlich wollen wir die nächsten Jahrzehnte 34.000 MWp ans Netz bringen und da sollen wir nach 120 MWp schon von Netzproblemen reden?

Wie machen das die Deutschen?

Ich bin bei Gott kein Netzexperte und bitte um Verzeihung wenn hier technisch nicht alles richtig ist, aber ich schreibe diesen Beitrag um es besser zu verstehen und hoffe, dass sich andere in die Diskussion miteinklinken um gemeinsam Lösungen zu finden. Ich nehme an, die Netze in Deutschland und Österreich sind jetzt nicht von Grund auf verschieden. In Bayern wurden von 12 Mio Einwohnern  2010 2.400 MWp installiert in Österreich 40 MWp – nur um mal wieder den Vergleich herzustellen. Die meisten wohl mit Volleinspeisung. Wie haben sich die Energieversorger darauf eingestellt? Mich würde interessieren ob EVN, Wien Energie und Co. mit 50 Hertz, Tennet, Amprion  und Co. diesbezüglich kommunizieren. Ich habe hierzulande schon ein paar Netzleute gefragt ob sie denn wissen, wie das die Deutschen machen. Bis jetzt konnte mir noch niemand eine zufriedenstellende Antwort darauf geben. Eher ein: Nein, ich verstehe wirklich nicht wie die das machen. (Es sind über eine Million Anlagen installiert!!)

Deshalb macht sich in mir der Verdacht breit, dass es noch nicht viel Erfahrungsaustausch zwischen österreichischen und deutschen Netzexperten gibt bzw. gar kein Interesse daran sich damit zu beschäftigen. Nachdem also die Deutschen offenbar von offizieller Seite noch niemand um Hilfe gebeten hat: Mein persönlicher Hilferuf nach Deutschland: WIE MACHT IHR DAS??

Deutsche Stromversorger per Gesetz zur Abnahme verpflichtet

Bei meiner eigenen Analyse warum es in Deutschland funktioniert und hier nicht ist ein kleines aber alles entscheidendes Detail. Der grösste Unterschied zwischen den beiden Ländern ist, dass die Energieversorger PER GESETZ verpflichtet sind, jeglichen Strom aus Erneuerbaren abzunehmen. Sie konnten deshalb nicht einfach sagen: Sorry, kein Platz mehr im Netz, sondern mussten Lösungen suchen und finden. Welche Lösungen sie gefunden haben, weiß ich aber nicht, also nochmal – wie macht ihr das? Mir ist auch bewusst, dass es mittlerweile tatsächlich Netzprobleme gibt und man an Lösungen arbeitet, aber von diesem Niveau sind wir ohnehin noch meilenweit entfernt.

Sehen wir es als Herausforderung und nicht als Problem

Ich bin mir sicher, dass in in all den EVU’ tolle Mitarbeiter gibt, die sich dieser Herausforderung stellen und Lösungen für ein dezentrales Energiesystem finden und mit deutscher Unterstützung können wir vielleicht einige Fehler vermeiden.

Entschuldigung aber wir haben es geschafft zum Mond zu fliegen, da werden wir doch in der Lage sein ein intelligentes Stromnetz aufzubauen und das nicht in 10 Jahren wenn der Ölpreis durch die Decke gegangen ist, sondern JETZT!

Ich freue mich über Infos aus Deutschland, wie euer System funktioniert, sowie den Beginn einer öffentlichen Diskussion in Österreich wie wir uns dieser Herausforderung stellen. Natürlich können sich auch “Betroffene” im Kommentarfeld melden, falls  ein Zählpunkt nicht gewährt wurde, oder nicht die gesamte Leistung anerkannt wurde.

Nachtrag: 23.1.2012

Mittlerweile haben sich im Netz bereits einige Diskussionen rund um das Thema entwickelt. Hier ein Überblick:

Bild: Kiril Havezov | stock.xchng

Olaf Achilles: Solarstaat

2012 wird das Jahr der Gastbeiträge im Blog. Heute mit einem deutschen Beitrag von Olaf Achilles, dem Autor des brandneuen Solarbuches Solarstaat. Energiekehre statt Energiewende, welches ich dankenswerterweise im Sommer “Probelesen” durfte. Er beschreibt dort wie ein Solarstaat aussehen könnte und dass wir eben nicht mehr 40 Jahre auf einen hohen Anteil im Energiemix warten müssen. Im folgenden Artikel gibt es weitere aktuelle Fakten, die diese Aussage unterstützen. Vielen Dank für das Aufzeigen wie die neue Energieversorgung aussehen wird. Es wurde im letzten Jahr tatsächlich mehr als deutlich, dass 2011 der Beginn einer weltweiten solaren Zeitrechnung war.

2011 geschah der Durchbruch für Solarstrom

Es gibt immer mehrere Perspektiven und aus der Perspektive der Solarstromindustrie ist 2011 sicherlich gerade auch in Hinblick auf 2012 kein gutes Jahr gewesen. Doch historisch betrachtet ist seit 2011 der weltweite Ausbau von Solarstrom nicht mehr aufzuhalten. „Die Solaranlagen in Deutschland produzierten 2011 mehr als 18 Milliarden Kilowattstunden Strom“, so der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar). „Das sind 60 Prozent mehr als noch im Vorjahr und entspricht in etwa dem Stromverbrauch von Thüringen – einer Strommenge, mit der rechnerisch 5,1 Millionen Haushalte ein Jahr lang versorgt werden können“. Solarstrom wurde so in 2011 bereits zum „Strompreiskiller“ wie der Journalist Philippe Welter in der Novemberausgabe der Zeitschrift PHOTON berichtet: Am 16.07.2011 und am 22.10.2011 sank dank der Solarstrominstallationen der Spitzenstrompreis für mehrere Stunden auf das Niveau von Nachtstrom.

Unser EVU – die Energiewende von unten!

Dies sind die technischen Potentiale. Die gesellschaftlichen Vorteile von Solarstrom rücken nun zunehmend in die Aufmerksamkeit der Umweltverbände. Bereits im November rief der IPPNW zu einer Volksbewegung für Solarstrom in Bürgerhand auf: „Interessierte Kreise in Politik und Wirtschaft verschleiern sittenwidrige Extrem-Renditen der Atomindustrie von 280 Prozent – Renditen von wenigen Prozenten einfacher Bürger, kleiner Unternehmen und der Kommunen werden hingegen skandalisiert“, so IPPNW-Energieexperte Henrik Paulitz. „Das Jahr 2011 war nach Einschätzung der IPPNW nicht der Einstieg in die Energiewende, sondern vielmehr ein Frontalangriff auf die Stromerzeugungs-Technik, von der die breite Bevölkerung finanziell am meisten profitiert: auf die Photovoltaik… Die IPPNW ruft in diesem Zusammenhang zu einer breiten „Volksbewegung für den Solarstrom“ und Speicher-Ausbau in Bürgerhand“ auf.

Alles wird gut

2011 treten immer weitere Informationen zu Tage, die die Thesen zu einer möglichen Beschleunigung der Energiewende bestätigen. So gibt es eine Studie mit der Prognose, dass Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung im Jahr 2016 bereits deutlich über 30% ausmachen werde. (Das IE Leipzig erstellte im Auftrag der deutschen Übertragungsnetzbetreiber eine Prognose zur Entwicklung der Stromeinspeisung aus Erneuerbaren Energien bis 2016.) Und der SPIEGEL meldet am 20.12.2011 („Energieverbrauch Deutschlands sinkt kräftig“) dass die Erneuerbaren Energien 2011 um vier Prozent ansteigen und der Stromverbrauch um 5 Prozent sinkt.

Bereits zum Ende dieser Dekade werden weltweit jährlich mehr Solarstrom-Anlagen gebaut, um damit z. B. ganz Deutschland mit Strom versorgen zu können. In 2030 wird dreimal mehr Solarstrom auf diesem Planeten installiert sein als wir benötigen, um den jährlichen Gesamtstromverbrauch von Europa bereitzustellen.

 

Detroit Auto Show mit elektrischem Touch

 

SUVs sind bei der Auto Show nach wie vor präsent

Im Rahmen des Study Trips mit dem ELEEP-Programm hatte ich heute die Möglichkeit bei der Pressevorstellung der Detroit Auto Show dabei zu sein. Natürlich haben mich die Entwicklungen auf den E-Auto Sektor auch interessiert und deshalb werde ich hier die Modelle posten, die mir untergekommen sind. Generell ist zu sagen, dass das Thema E-Mobility hier in den USA noch nicht so richtig angekommen ist, aber die Großen haben zumindest mittlerweile etwas nachgezogen mit E-Modellen. Trotzdem sind die Stahlkolosse wie oben gefühlt wichtiger als Eco-Cars. Man sieht welchen Einfluss der günstige Energiepreis auch auf diesen Sektor hat.

BMW i8 + i3 Concept

BMW schickt gleich neue E-Cars in den Ring. Den kleinen flitzigen i3 der etwas an einen Mini erinnert und ein paar Sympathiepunkte bei mir sammeln konnte und der i8, welcher in der Sportwagen Liga spielen möchte und auch einen Verbrennungsmotor noch mit an Board hat.

BMW i-Serie

CODA – Der neue im Ring

Überraschenderweise ist mir bei der Auto Show eine neue Marke unter gekommen. Privat finanziert steigt CODA Electric Vehicles mit in den E-Mobility-Ring. Das in Kalifornien zusammengebaute E-Car soll eine neue Batterietechnologie mit an Board haben. Leider ist das Design – wie so oft bei den Newcomern – noch etwas verbessserungswürdig.

CODA

2012 Focus Electric von Ford – Recycled Plastic Bottles inside

Den größten Stand auf der Show hatte natürlich der Platzhirsch Ford. Aber auch Ford hat sich mittlerweile dem Trend nicht entziehen können und das Elektroauto 2012 Focus Electric vorgestellt. In der Füllung der Sitze sind auch ein paar Recycling-Plastikflaschen mit verarbeitet.

2012 Focus Electric

Audi A3 e-tron – Deutsche Eleganz

Der Audi A3 e-tron, der letztes Jahr auch schon einmal in Wien war, wurde ebenfalls in Detroit ausgestellt. Die alten Hasen wissen einfach wie ein Auto auszusehen hat.

A3 e-tron

VW E-Bugster – Weltpremiere in Detroit

Ganz neu ist das Modell von Volkswagen.  Der E-Bugster macht in Detroit von sich sprechen. Dieser ist so neu, dass es noch nicht einmal eine Website dazu gibt.

E-Bugster

smart – electric drive

Von der Größe wohl das sinnvollste Stadtauto ist der smart fortwo electric drive. Mitte 2012 soll er erhältlich sein.

smart electric drive

Tesla Model S – Die lang erwartete Familienlimousine

Der der Auto Show in Nordamerika darf Tesla natürlich nicht fehlen. Hier setzt man auf Einfachheit und hat nur das neue Model S präsentiert. Das Cockpit sieht übrigens aus wie ein großes iPad.

Tesla Model S

Ich bin gespannt wie sich die Elektromobilität in den USA weiterentwickeln wird. Hier ist das Pflaster dafür sicher noch ungemütlicher als in Europa aber Obama will bis 2020 angeblich eine Million Elektrofahrzeuge auf die Strasse bringen. Bei ca. 12 Millionen verkauften Autos pro Jahr (!!!) ist das vielleicht sogar möglich, ändert aber wohl wenig an der katastrophalen Verkehrssituation in den USA.

 

2012: Auf zur nächsten Runde Glücksrad

Ing. Dietmar Stotter, Leitung LS-Sonnenstrom (LEIT-SCHUTZ GmbH)

Pünktlich zum Jahreswechsel geht ein brandaktueller Gastartikel zum Thema PV-Förderung 2012 online. Ich habe bereits auf Dachgold eine Anleitung zum Berechnen der Einspeisevergütung vorgestellt und Ing. Dietmar Stotter, Leiter des Geschäftsfeldes Photovoltaik bei LS-Sonnenstrom, beschreibt hier die aktuelle, etwas verzwickte Situation aus der Sicht eines Anlagenerrichters der das Geschäft seit Jahren kennt. Vielen Dank dafür Dietmar und an alle Leser einen guten Rutsch und viel Glück für das nächste PV-Jahr.

Die Sicht eines Errichters

Kürzlich im Photovoltaik-Forum habe ich die Diskussion „Heiteres Tariferaten“ entdeckt  und mir gedacht, dass ich etwas Licht ins Dunkel bringen möchte. Cornelia hat mich dann gebeten das als Gastbeitrag auch in den Öko-Energie-Blog reinzuschreiben; der Aufforderung komme ich im Sinne einer breiteren Aufklärungsarbeit sehr gerne nach.

Aus meiner Sicht eines PV-Anlagen Planers und Errichters ist es in Österreich schon außerordentlich mühsam mich mit ständig ändernden und schwer durchschaubaren Förderbestimmungen beschäftigen zu müssen. Gerne würde ich mich doch der eigentlich wertschöpfenden Tätigkeit selbst widmen, PV-Anlagen zu planen und zu errichten. Die Gesetzgebung hat es aber wieder einmal geschafft, eine halbfertige Regelung aufs Volk loszulassen, welche auch für Experten kaum durchschaubar, geschweige denn kalkulierbar ist.

Ich erinnere daran, dass die bestehenden Töpfe 2011 bereits leer geräumt sind, sowohl der reguläre Fördertopf als auch der „großzügig“ bemessene Sondertopf zum Abbau der Förderantrags-Warteliste. Das neue Ökostromgesetz 2012 ist daher in aller Munde, zumindest bei jenen welche sich für eine Investition in eine Photovoltaik-Anlage interessieren. Und davon gibt es jede Menge. Viele dieser Interessenten warten bereits sehnsüchtig auf die Neujahrs-Klänge der Pummerin, weil es ab 1.1.2012 um Schlag 0.00 Uhr wieder die Möglichkeit gibt aus dem nächstjährigen Fördertopf ein Stück abzubekommen. Also auf zur nächsten Runde Glücksrad! Allerdings gibt es zum neuen Ökostromgesetz 2012 in der Öffentlichkeit viele Fragen, wir so genannten Experten wissen einiges aber auch nicht alles. Etwas Licht ins Dunkel zu bringen ist mit diesem Beitrag meine erklärte Absicht.

 Die Tarife sind bei Einreichung nicht klar

WAS ich weiß: Am 1.1.2012 gilt definitiv noch das alte Ökostromgesetz (ÖSG) und es werden jährlich die Fördertarife neu festgelegt. Was ich allerdings NICHT weiß, welcher Tarif für Förderanträge ab Morgen dem 1.1. gelten wird. Ich weiß also nicht, mit welchen Einnahmen ein PV-Investor die nächsten 13 Jahre zu rechnen hat. Ich weiß auch, dass der Fördertopf für 2012 wieder mit 2,1 Mio. Euro gefüllt ist, aber nur etwa 400.000 Euro „frei“ verfügbar sind. Wie kommt so etwas zustande? Der Einfachheit halber erkläre ich Ihnen lieber Leser die Situation anhand der Fördertarife für Dachanlagen bis 20 kWp.

Aktuell gelten noch immer die 38 Ct/kWh Einspeisetarif, wenngleich man keine Chance mehr hat diese auch zu bekommen. Das wäre in Anbetracht der gesunkenen Anlagenpreise ein recht attraktiver Tarif. In den Genuss dieses Tarifes kommen aber nur jene, welche bereits im Laufe des Jahres 2010 eingereicht hatten und aufgrund der Erschöpfung des 2010er Fördertopfes in den Jahren 2011, 2012 und 2013 drangekommen wären. Laut altem ÖSG werden Anträge bis max. 3 Jahre weiter gereiht, danach fallen diese raus. Es lautet im alten ÖSG folgendermaßen “… es gilt der Fördertarif zum Zeitpunkt der Antragstellung (also 38 Ct aus 2010)”. Da aber ein Streichen der Anträge, welche über 2013 hinausgingen politisch nicht machbar gewesen wäre (die Warteliste hatte aufgrund der Antragsflut letztlich bis 2024 gereicht), hatte man die Idee des Wartelistenabbaues mit reduzierten Tarifen erfunden. Für alle Anträge, welche auf der Liste ab 2014 gestanden sind, eine durchaus interessante Lösung, weil ja zuletzt die Anlagenpreise massiv nach unten gepurzelt sind und somit die Möglichkeit bestand rasch und sogar mit einer kleinen Rendite zu bauen. Für jene Antragsteller, welche auf der Warteliste für 2012 und 2013 gestanden haben gab es 2 Entscheidungsmöglichkeiten: Tarifabschlag annehmen UND gleich bauen ODER den 1.1.2012 (bzw. den 1.1.2013) abzuwarten. Für mich wäre der Fall SONNEN-klar: warten! Ich bekomme schließlich die vollen 38 Ct Einspeisetarif und es ist zu erwarten dass die Anlagenpreise weiter fallen werden = garantierte Renditeentwicklung, wie es sie in dieser Form bei keiner anderen, sicheren Anlageform gibt (sorry für die rein ökonomische Betrachtungsweise). Es war also zu erwarten, dass die für 2012 vorgesehenen 2,1 Mio Euro bereits vergeben sind. Warum trotzdem ca. 20% des Fördervolumens, also etwa 400.000 Euro Anfang 2012 überhaupt noch frei sind, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Da haben offenbar einige Antragsteller nichts durchschaut oder geschlafen, schade eigentlich …

Ich gehe davon aus, dass auch am 1.1.2013 bereits der größte Teil der 2,1 Mio Euro vergeben sein wird, ohne dass irgendjemand anderer eine Chance auf diese Fördergelder hat. Eigentlich eine traurige Geschichte sondergleichen “Made in Austria”.

 Wartelisten, Unsicherheit, weiter drehen…

Jetzt wäre es ja nicht das österreichische ÖSG, wenn es das schon wäre! Das neue ÖSG 2012 sieht einen höheren Fördertopf von jährlich 8 Mio. Euro vor, das Gesetz wird aber vermutlich erst am 1.7.2012 in Kraft treten . Daher wäre es logisch, dass man bereits am 1.1.2012 schnell einreichen muss um aus dem zusätzlichen Fördertopf ab (wahrscheinlich) 1.7.2012 bedient zu werden. Wenn ich morgen kurz nach Mitternacht schnell einreiche, dann bin ich sehr wahrscheinlich wieder auf einer 2012er Warteliste und hoffentlich klappt es diesmal. Da aber das ÖSG eh nicht mehr zu durchschauen ist und auch keine Logik mehr hat, habe ich (m)eine persönliche Erwartungshaltung, dass bis Mitte 2012 nochmal etwas passieren wird, womit keiner gerechnet hat … z.B. die ab Anfang 2012 neu entstehende Warteliste nicht anzuerkennen? Es tritt ja (wahrscheinlich) am 1.7.2012 dann das neue ÖSG 2012 in Kraft, und da gibt es keine Warteliste mehr. Dann bliebe mir nix anderes übrig, als wieder das Glücksrad zu drehen!

Übrigens, auch etwas Positives sei erwähnt. Das neue ÖSG gilt für die kommenden 10 Jahre, es gibt jedes Jahr einen zusätzlichen Fördertopf mit 8 Mio. Euro dotiert. Das Interesse an PV-Anlagen wird stetig steigen, dieser Trend ist unumkehrbar. Es wird daher auch die nächsten Jahre deutlich mehr Nachfrage geben, als der Fördertopf bedienen kann. Ich sage deshalb voraus: Das Glücksrad wird jedes Jahr aufs Neue gedreht werden müssen!

Keine Klarheit über das tatsächliche Volumen im Markt

Erwähnen muss ich im Zusammenhang mit den Förderanträgen auch folgende diskussionswürdige Praxis. Es wurden bzw. werden auch weiterhin viele Anträge eingebracht, obwohl die obligatorischen Genehmigungsbescheide nicht vorliegen. Laut ÖSG hat man 6 Wochen Zeit den notwendigen “Anerkennungsbescheid für Ökostromanlage” nachzureichen. Speziell bei größeren PV-Anlagen übersehen bzw. ignorieren die Antragsteller die erforderliche Laufzeit für die Behördenbescheide, diese können im Einzelfall schon mal bis zu 6 Monaten dauern! Dadurch fallen ständig Anträge raus, speziell solche für größere Anlagen, Fördervolumen wird wieder frei, Anträge rücken nach, Neue werden eingereicht … es entsteht ein “Spielchen” welches Niemandem dienlich ist. Ich ärgere mich sehr über die dadurch entstehenden Bearbeitungs- und Prozesskosten. Aus diesem Grund kennt sich am Markt niemand mehr aus, ob das Fördervolumen tatsächlich schon verbraucht ist oder nicht.

Das Wichtigste: Trotzdem EINREICHEN

Trotzdem rate ich allen PV-Interessierten: Bitte einreichen, damit weiterhin großer politischer Druck ausgeübt wird!

Autsch! Von der 2000-Watt-Gesellschaft weit entfernt…

Schon mal von der 2000-Watt Gesellschaft gehört? Ich will schon ewig über dieses vorwiegend in der Schweiz bekannte Modell schreiben und mache das heute indem ich einen Selbsttest durchführe um zu sehen, wie weit ich persönlich von diesem Ziel entfernt bin.

Die Definition

Die 2000-Watt-Gesellschaft ist ein  Modell, das an der ETH Zürich entwickelt wurde. Gemäß dieser Vision sollte der Energiebedarf jedes Erdenbewohners einer durchschnittlichen Leistung von 2000 Watt entsprechen. Die  2000 Watt entsprechen dem Wert von 1990 mit einem Weltjahresverbrauch von 17.500 kWh pro Person. (Quelle: Wikipedia)

In industrialisierten Ländern liegt dieser Wert eher zwischen 5000-6000 Watt bzw. 45-55.000 kWh/Jahr. Also fast das dreifache des Zielwertes. Wichtig ist auch noch zu erwähnen, dass in der Theorie dieser Wert erreicht werden soll, ohne starke persönliche Einschränkungen. Bei Ecospeed kann man auf sehr anschauliche Weise seine “Leistung” ausrechnen. Das habe auch ich gemacht und bin zu erstaunlichen Ergebnissen gekommen.

Ich funktioniere mit 4739 Watt

Ich verbrauche 4.739 Watt oder 40.000 kWh/Jahr.  Obwohl ich gedacht hatte, dass ich bereits energiesparend lebe, war ich sehr überrascht wie weit ich von der 2000 Watt Gesellschaft entfernt bin. Gleichzeitig wird sehr deutlich sichtbar, wo die entscheidenden Hebel sind und deshalb ist es mir wichtig dieses Ergebnis zu teilen.

Wattverbrauch laut ECO2 Rechner Quelle: Ecospeed

Flüge, Ernährung und “Schnickschnack” sind die Hebel

Das schon erwähnte Tool spuckt am Ende der sehr detaillierten Abfrage untenstehendes Bild aus. Es wird der schweizer Durchschnitt mit dem persönlichen Ergebnis verglichen und gleichzeitig auf Verbesserungspotential hingewiesen. Komischerweise kann man nicht angeben weniger fliegen zu wollen; das würde mein Potential noch stark heben. Was mein Ergebnis betrifft wird deutlich, dass ich bei Ernährung und Privatfahrzeuge schon weltmeisterlich unterwegs bin, bei Flugreisen aber jegliche Erfolge vernichte. Ein einziger Langstreckenflug erhöht die Jahreswattzahl um 1000 W. Mit nur zwei Langstreckenflügen hat man das “Soll” also schon erreicht. Für 2012 wo ich  mindestens zwei mal fliegen muss/will siehts daher etwas schlecht aus mit meiner Bilanz. Mir war schon immer bewusst, dass Fliegen furchtbar energieintensiv ist, aber erst durch diesen Kontext wirds nochmal deutlich klarer.

Wattverbrauch laut ECO2 Rechner Quelle: Ecospeed

Ich für mich kann durch dieses Tool jedoch noch besser einschätzen was zu tun ist. Energiesparlampen sind unter diesem Aspekt also wie schon oft zitiert das kleinste Puzzleteil in der zukünftigen Energiechallenge und prinzipiell wäre es nur fair wenn jeder in der Welt diese 2000 Watt zur Verfügung hätte. Hermann Scheer hat dieses Modell sogar einmal als Alternative zu Klimaverträgen die auf Jahresemissionzahlen an CO2 abzielen, vorgeschlagen.  Das würde auch die Diskussion mit den Entwicklungsländern vereinfachen.

Was haltet ihr davon? Wer traut sich noch seine Energiebilanz zur veröffentlichen. Gerne auch im Kommentarfeld!

PS: Ich werde mich für keine der oben genannten Zahlen rechtfertigen. Es sollte nur das Modell etwas anschaulicher machen.

 

Die Top 7 Energie Blogs

Top 7 Energie Blogs (c) sxc.hu | Jose Bernalte

Ausgelöst durch den Ärger über die inexistente Blogkategorisierung im Bereich der Energie Blogs habe ich ein kleines Crowdsourcing Projekt gestartet und ein Google Dokument eröffnet in das sich alle Energie Blogs selbst eintragen können. Dank Twitter zählt die Liste bereits 36 Einträge, was vermutlich die Hälfte aller Energie Blogs darstellt.  (Anm. Ich lasse mich gern eines besseren belehren, also weiter fleißig eintragen.)

Das 1. Blog Ranking im Energiebereich

Nachdem es in anderen Blogszenen so üblich ist, dass es untereinander auch Rankings gibt, versuche ich mich heute aufbauend auf die Daten in der Liste mit dem allerersten Ranking der Energie Blogs im deutschsprachigen Raum. Es soll der Startschuss für eine bessere Verlinkung der Szene und vor allem die Grundlage für ein professionelles Ranking (welches sicher nicht ich machen werde) darstellen.

Rankings sind immer subjektiv, je nachdem welche Kriterien man wählt. Ich erkläre deshalb meine Vorgehensweise genau und dadurch, dass die Liste öffentlich ist, ist jeder eingeladen seine eigenen Schlüsse daraus zu ziehen und eigene Rankings zu bauen. Dazu einfach das Sheet nutzen und weitere Kategorien einführen. Wir haben einiges nachzuholen, also keine falsche Scheu! Außerdem ist es wichtig, dass diese Liste noch länger wird, damit möglichst alle Blogs enthalten sind.

Ich-Form als Hauptkriterium

Das wichtigste Kriterium für mich war, ob der Blog zu einem Großteil in der ICH-Form geschrieben wird. Blogs waren schließlich ursprünglich Online-Tagebücher und Persönlichkeit ist einfach das Salz in der Informationssuppe. Newsportale  sind deshalb nicht im Ranking enthalten.

Ranking nach Google Page Rank und Alexa

Nachdem die “echten” Blogs identifiziert waren, habe ich die Links nach Google Page Rank sortiert. Hier kann man seine eigene Seite checken. Das Ranking geht von 0-10 mit 10 als Höchstpunkteanzahl. In meinem Ranking sind nur jene mit PR 4+5 enthalten.  Um dann auf eine genaue Reihung zu kommen, hab ich das Online Tool Alexa befragt, welches den sogenannten “Alexa Rank” abbildet.

Die Gewinner

1.Platz: Frischer Wind

Hier schreibt der Wirtschaftsinformatiker Christian Reinboth über die Energiewende.  Die Anzahl der Kommentare lässt  jeden anderen Energie Blog vor Neid erblassen und die Alexa Zahlen zeigen, dass es sich hier um den mit Abstand erfolgreichsten Energie Blog handelt. Zumindest unter denen, die sich im Google Doc eingetragen haben.

PR: 5/10
Alexa: 4116

2. Platz: energynet.de

Andras Kühl schreibt hier über Energiesparendes Bauen, Energieeffizienz und erneuerbare Energien und hat es gerade noch ins Blogranking geschafft, da neben einigen Nachrichten auch viele ICH-Artikel erscheinen.

PR: 5/10
Alexa: 25109

3. Platz: Öko-Energie-Blog

Hier gehts wie ihr wisst um Erneuerbare Energie, Photovoltaik und Elektromobilität wo ich und einige andere Blogger ihre Meinung Kund tun. Dass es auch der ÖkoEnergie-Blog hat in diese Liste geschafft hat, freut mich natürlich besonders und der gute PR hat mich ehrlich gesagt selbst überrascht. Am Alexa Ranking  müssen wir aber noch arbeiten.

PR: 5/10
Alexa: 124573

4. Platz: 100% erneuerbar

Die 100 % erneuerbar Stiftung, welche von den juwi Gründern ins Leben gerufen wurde, betreibt diesen Blog und unterstützt die Energiewende, indem sie aufklärt, anregt und aufdeckt.

PR: 4/10
Alexa: 221.628

5. Platz: SOLARMEDIA

Der Autor Guntram Rehsche ist Ökonom und Journalist und widmet sich  mit diesem Blog der Solarenergie und der neuen solaren Weltwirtschaft. Ein deutsches Alexa Ranking war bei den Plätzen 5-7 nicht mehr vorhanden, deshalb wurde das internationale für die Reihung herangezogen.

PR: 4/10
Alexa: NA

6. Platz: Wir Klimaretter

Hierbei handelt es sich um das Blogportal des Magazins “Klimaretter.info” wo die Autoren über ihre persönlichen Erfahrungen im Kampf gegen den Klimawandelt berichten. Es handelt sich um einen Multiautorenblog.

PR: 4/10
Alexa: NA

7. Platz: guensblog

Ein zweiter österreichischer Blog hat es mit einem PR von 4 in die Liste geschafft. Georg Guensberg schreibt dort über Erneuerbare Energien und vor allem Energiepolitik.

PR: 4/10
Al
exa: NA

Das wars mit dem allerersten Ranking der Energie Blog Szene. Alle Blogger im Google Doc sind nun aufgerufen über die Liste zu schreiben oder eigene Rankings zu erstellen damit wir es vielleicht schaffen eine komplette Liste aller DACH Blogs zu bekommen. Vergesst auch nicht, Blogs die euch gefallen in eure Blogroll aufzunehmen.

Die Wachauer Stromboje

Seit kurzem wird in der Wachau, etwas unterhalb von Spitz, die „Stromboje 3“ von der Firma „Aqualibre“ getestet. Die Stromboje ist ein schwimmendes Strömungskraftwerk – sie wandelt den Strom in Strom um. Begonnen hat das Projekt 2005 mit Fritz Mondl, einem Indurstriedesigner und zwei Partnerunternehmen aus der Windbranche. 2006 war der erste Prototyp „Stromboje 1“ fertig. Er hatte 150 cm Durchmesser und wurde 18 Monate lang getestet. Mit Hilfe der Länder Niederösterreich, Oberösterreich, der EU und der Forschungsförderungsgesellschaft entwickelte Aqualibre den Prototypen weiter, verbesserte den Strömungskanal, Rotor, Generator und die Verankerung. 2009 wurde die „Stromboje 2“ gebaut und mit deren Testbetrieb begonnen. Seit Mitte November läuft die einjährige Testphase der „Stromboje 3“. Ab dem nächste Jahr soll es die erste Kleinserie geben.

Die “Stromboje 2“ wurde übrigens von einer Privatperson gekauft und soll bald ein Restaurant und einen Kellerbetrieb versorgen.

 

Was sind die Vorteile der Stromboje?

Die Stromboje produziert Ökostrom, sie greift nicht in die Natur eines Flusses ein – sie beeinflußt weder die Flussökologie, noch ist keine Gefahr für Fische – sie ist kein Hindernis für die Schiffahrt, sie braucht keine Wehre oder Dämme, keine Flussabdichtungen am Rand (wegen des Grundwassers), sie verändert das Landschaftsbild und die Wasserqualität nicht. Die Errichtung und der Betrieb haben keine negativen Auswirkungen auf die Umwelt. Gefertigt wird die Stromboje hauptsächlich aus wiederverwertbaren Kunststoffen. Die Stromboje liefert auch bei Hochwässern, bei denen Laufkraftwerke abgeschaltet werden müssen, Strom. Und das alles „Made in Austria“!

Letztes Jahr war das Projekt sowohl Preisträger beim österreichischen Klimaschutzpreis, als auch beim „Energy Globe Award“ einem der renommiertesten Umweltpreise weltweit.

 

Welchen Markt gibt es für die Stromboje?

Zunächste einmal ist das Projekt „Stromboje“ in das Regionalkonzept „Wachau 2010 plus“ eingebettet. Eine Säule dieses Konzeptes ist die Energieautarkie der Region. Mit 500 Strombojen kann erreicht werden, dass die Wachau, inklusive Krems, energieautark wird (das enspricht ca. 35.000 Haushalten).

Bis jetzt gibt es die Stromboje in den drei Größen 150cm, 200cm, und 250cm (Durchmesser). Das bedeutet, das sie in Flüssen mit einer Mindesttiefe von 200cm, 250cm und 300cm bei Niedrigwasser eingesetzt werden kann. Eine Strömungsgeschwindigkeit ab ca. 2m/s und eine Durchschnittswasserführung ab 50m3/s ist notwendig, damit die Boje wirtschaftlichhaftlich rentabel arbeitet.

In Österreich eignen sich dafür einige größere Flüsse wie zum Beispiel der Rhein, der Inn, die Enns, die Mur und die Drau und kleinere Flüsse wie etwa die Saalach, Salza und die Gail.

Mit Strombojen könnte man in Österreich bis zu 2 TWh erzeugen, (das entspricht ca. 500.000 Haushalten) und würde sich dadurch den Bau von Laufwasserkraftwerken, die einen unvergleichlich größeren Eingriff in die Umwelt bedeuten, ersparen.

Auch in Deutschland und der Schweiz finden sich natürlich ettlich Flüsse als Strombojen-Kandidaten. Aber auch Südamerika wird als zukünftiges Exportmarkt angedacht.

 

Sehr spannend, wieviel Innovationskraft in unserem kleinen Land vorhanden ist!

 

Wo ist die Kategorie Energie ver… noch mal??

Echt jetzt, sorry für die harten Worte, aber es nervt total. In keinem einzigen Blogverzeichnis gibt es die Kategorie Energie!! Ist das nicht bezeichnend? Das Thema ist so nonexistent, dass es nicht einmal als Kategorie unter 20 anderen Themen in Frage kommt.

Ich weiß jetzt auch wieder, warum ich es ständig vor mir hergeschoben habe, den Blog in sämtliche Verzeichnisse einzubauen. Weil ich jedes Mal vor dem Problem stand, dass es keine Kategorie dafür gab. Ist es nun Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft oder Technik?? Dabei gibt es doch mittlerweile viele Energieblogs, die vermutlich vor dem selben Problem stehen wie ich, oder etwa nicht?

Ich rufe nun: Blogverzeichnis.at, Blog-eintragen.de, Blogvz.eu, Blog-webkatalog.de, Blog.liste24.at, Bloggeralarm.com, Bloggerei.de auf, die Kategorie Energie oder Energie & Nachhaltigkeit aufzunehmen. Bei allen anderen Bloglisten, die ich jetzt nicht gefunden habe, würde ich mich natürlich auch freuen. Vielleicht könnte sich die neue Gruppierung um Blögger.at diesem Thema als erste offizielle Amtshandlung annehmen? Viele wären glaub ich sehr dankbar! Auch auf Xing stört mich das schon lange bei den Gruppen. Es gibt keine Kategorie dafür. Hat hier jemand einen Draht dorthin?

Da leider auch die Verlinkungen zwischen den Energieblogs so gar nicht funktionieren, was vielleicht daran liegt, dass sie einander nicht finden können, habe ich durch Anregungen aus Twitter spontan eine Energieblogliste auf GoogleDocs online gestellt. In unglaublich schneller Zeit haben sich Blogs aus Österreich und Deutschland eingetragen. Damit das auch weitergeht, möchte ich alle Leser bitten, die Liste zu teilen und wir vielleicht endlich auch gemeinsam an Themen arbeiten können und auch die Blogverzeichnisbetreiber sehen, dass es Sinn machen könnte, diese Kategorie einzuführen.

Facebook goes Solar Cogeneration

Solar Cogeneration Anlage, Quelle: Cogenra

In letzter Zeit häufen sich bei mir die Nachfragen, nach kombinierten Solarthermie und Photovoltaikanlagen und was ich davon hielte. Obwohl ich bisher der Meinung war, dass diese Anlagen einfach zu komplex und dadurch zu teuer wären, ist das Grund genug sich das Thema nochmal näher anzuschauen. Vor allem deshalb, weil ich letzte Woche innerhalb von 24 h von unabhängigen Quellen auf das Unternehmen “Cogenra”  aufmerksam gemacht wurde. Als sich dann herausstellte, dass Facebook gerade eine solche Anlage installiert, war klar, dass hier gerade etwas Neues im Gange ist. In Californien werden mit der Anlage 10 kW Elektrizität und 50 kW Wärme produziert. Angeblich soll sich das Investement in 5 Jahren rechnen. Wenn dem tatsächlich so ist, wäre es eine Revolution am Markt. Diese Info würde ich aber mit Vorsicht genießen.

Was ist Solar Cogeneration?

Wie wir wissen, braucht Photovoltaik nur Licht für die Stromerzeugung und die anfallende Wärme ist eher lästig als nützlich.  Eine Solar Cogeneration Anlage produziert sowohl Strom als auch Wärme indem das Licht mit Spiegeln eingefangen und auf hocheffiziente Solarzellen projiziert wird. Die überschüssige Wärme wird vereinfacht gesagt mit dahintergelagerten Rohren “abtransportiert” und dient als Warmwasseranlage. Da es zu einem bestimmten Zeitpunkt kein kaltes Wasser mehr gibt, dass die Hitze mitnehmen könnte,  braucht es auch noch eine Kühleinheit, die einen Teil des heissen Wassers wieder runterkühlt und zurück in die PV-Anlage schickt wo die Hinterkühlung der Zellen notwendig ist.  Hier gibt es noch ein Video dazu.


Für das Verstehen der Technologie dahinter und die Techies unter Ihnen sind vor allem die Sequenzen ab 00:47 und 01:53 relevant.

In diesem Video wird der Einsatz dieser Technologie für ein Weingut vorgestellt. Dort macht es wirklich Sinn, weil sehr viel heisses Wasser gebraucht wird und das ist der entscheidende Punkt. Diese Technologie ist geeignet für Anwendungen, wo vor Ort wirklich viel warmes Wasser benötigt wird (Schwimmbäder, Hotels, Prozesswärme). Der dabei anfallende Strom ist ein Add-on aber nicht das Herz der Anlage. Mein Bruder hat beim Diskutieren über das System einen sehr guten Vergleich gebracht. Eine solche Anlage für ein Einfamilienhaus wäre so, als wenn ein 4-Personenhaushalt einen Stockautobus mit 80 Sitzen kauft.

Wie man sieht ist das zwar nicht die eierlegende Wollmilchsau, aber zumindest ein weiterer Schritt in der Entwicklung neuer Solartechnologien. Der Wirkungsgrad der Anlage klingt ebenfalls toll. 65-75% sind besser als 20%. Ich nehme jedoch an, dass hier Wärme und Strom einfach zusammengezählt wurden. Aus den Unterlagen ist auch nicht klar ersichtlich, wie viel Strom durch die Kühlung verloren geht. Wenn hier jemand weitere Ein- und Ansichten hat, freue ich mich über Kommentare dazu.