Das Beste aus 100 Artikeln ÖkoEnergie-Blog

Die besten Beiträge aus 100 Artikeln im ÖkoEnergieblog

Den ÖkoEnergieblog gibt es seit 2008. Im Jänner 2010 hab ich meinen ersten Artikel dort verfasst. Dieser Artikel ist nun der 100. Beitrag! Da es in all den Jahren noch keinen einzigen Best of Artikel gab, ist das Grund genug um mal einen Rückblick auf die Artikel mit den meisten Zugriffen zu wagen

Best of 2010

1. Die besten grünen I-Phone Apps

Auch wenn die Liste vielleicht nicht mehr topaktuell ist, lohnt sich ein Blick nach wie vor. Ich freue mich übrigens über weitere Kommentare über die derzeit grünsten Applikationen. Dann gibts vielleicht einen Nachfolgebeitrag

2. Grüne Flecken in Europa – Eine Liste

Die grünsten Orte Europas wurden in diesem Beitrag vorgestellt. Auch hier könnte ein Update interessant sein, kennt ihr die derzeitigen Hot-Spots?

3. Blogserie Einspeisetarife für Anfänger

Stellvertretend für alle Artikel dieser Serie, sei dieser Artikel erwähnt. Ingesamt wurden 7 Artikel, die das Thema Einspeisetarife erklärt, erstellt. Dieses Thema ist derzeit aktueller denn je.

4. Amortisationszeit von Erneuerbaren – Ein Aufräumen mit Mythen

Auch dieser Artikel hat nicht an Aktualität verloren, weil noch immer zu viel Halbwissen diesbezüglich im Umlauf ist.

Best of 2011

1. Blogparade Urbane Mobilität

2011 war die erfolgreichste Aktion unsere erste Blogparade. Vielen Dank nochmal für die unglaublich vielen Beiträge.

2. Wie wir von Energiezahlen manipuliert werden können

Der Artikel wie uns die Politik und die Medien manchmal manipulieren wollen und wie das gemacht wird, wurde in diesem Beitrag erklärt und stieß auf tolles Feedback.

3. Derzeit erhältliche E-Autos

Auch diese Liste müsste vermutlich upgedated werden, da die Zahl der erhältlichen E-Autos stetig wächst. Hinweise werden jederzeit gerne angenommen.

4. Die Top 7 Energieblogs

Ende des letzen Jahres hat die Vernetzung der Energie-Blog Szene begonnen und so hat es dieser relativ junge Artikel auch in die Bestenliste geschafft.

Best of 2012

1. Was bedeutet Peak Oil?

Evergreen Artikel sind hoch im Kurs. So auch der Erklärungsartikel zum Thema Peak Oil. Er wurde übrigens erst kürzlich auch auf Cleanthinking gefeatured.

2. Houston wir haben ein Netzproblem

Obwohl wir noch am Beginn der Photovoltaikentwicklung in Österreich stehen, gibt es dort und da Netzproblemchen. Einen Aufrauf sich zu melden wurde hier gestartet.

3. Die erste vertikale Windturbine in Pittsburgh

Der Bericht über die erste vertikale Windturbine in Pittsburgh stieß überraschenderweise auf ungewöhnlich großes Interesse. Dieses Thema ist noch relaitv jung und anscheinend mangelt es an aktuellen Infos dazu.

4. Förderung fossiler Energieformen und die alles entscheidende Frage der Kostenwahrheit

Mein Lieblingsthema Förderung fossiler Energieformen hat es ebenfalls in die Top 4 des Jahres geschafft. Das freut mich, da es zeigt, dass es auch euch interessiert!

 

Das waren also meine besten Artikel aus den letzten Jahren. Wir sind auch gerade dabei an der Ausrichtung und zukünftigen Strategie des Blogs zu arbeiten. Was fehlt euch? Was wünscht ihr euch für die zukünftigen Beiträge?

An dieser Stelle auch vielen Dank an die vielen konstrukiven Kommentare der letzten Jahre.

Energieblogger auf Twitter

Quelle: flickr (c) DaniloRamos

Schon lange wollte ich eine Twitterliste für Energie, ähnlich jener von Hannes Offenbacher für Nachhaltigkeit machen. Mit unseren Energieblogger Dokument ist dies nun möglich und ich habe alle Energieblogger, die sich sowohl mit Link, als auch mit Twitteraccount eingetragen haben, hier in die Liste genommen und nach Followerzahlen gereiht. Ich finde es immer interessant sich im Vergleich zum Umfeld zu sehen.

Mein größtes AHA-Erlebnis war, dass es im deutschsprachigen Raum bereits Energieaccounts gibt, die die 4-stellige Schallmauer auf Twitter durchbrochen haben. Man sieht anhand dieser Liste aber auch wieder, wie winzig die Szene derzeit noch ist. Ich hoffe, dass die Zahl der Menschen, die sich mit dem Thema beschäftigen so schnell wächst, dass ich mit dem Updaten nicht mehr nachkomme.  Apropos updaten: Wer auch in diese Liste will, braucht sich nur im Google Doc eintragen und hier einen Kommentar mit dem Link zum Twitteraccount und dem Blog hinterlassen.

Neben dieser in Schwerstarbeit erstellten Tabelle (dieses Links hin und herkopieren kann ganz  schön anstrengend sein…), habe ich auch eine eigene Liste für all diese Accounts erstellt. Wem es also zu mühsam ist, alle anzuklicken und zu folgen, kann auch einfach dieser Liste folgen.

Energieblogger Twitter Charts

(Stand 27. April 2012)

Nr Name Blog Twitter Account Land Follower
1 LichtBlickBlog Link  @LichtBlick_de D 10625
2 Markus Gailfuss Link  @bhkwinfozentrum  D 6062
3 Christoph Chorherr Link  @chorherr A 4796
4 Martin Jendrischik Link  @cleanthinking D 3987
5 Thorsten Zoerner Link  @zoernert D 3714
6 SMA Sunny Link  @SMAsolar D 3476
7 Kar-Heinz Klug Link  @energieblogger D 2438
8 Andreas Kühl Link  @energynet D 2238
9 Karsten Wiedemann Link  @100erneuerbar D 2170
10 100% erneuerbar Link  @100prozentEE D 2122
11 Ron Kirchner Link  @BiomassMuse D 2093
12 Multiautorenblog Link  @wirklimaretter D 2063
13 Dachgold Link  @CorneliaDaniel A 1430
14 Sandra Henning Link  @energieexperten D 1417
15 Ecowizz fr Link  @ecowizz_net CH 1256
16 Multiautorenblog Link  @gr_news D 1238
17 Georg Guensberg Link  @georguensberg A 1111
18 Enbausa Link  @enbausa D 1107
19 Christian Reinboth Link  @reinboth D 1071
20 Andreas Lindinger Link  @lindinger A 1053
21 Daniel Böninghausen Link  @Saving_Volt D 844
22 Wien Energie-Blog Link  @WienEnergie A 839
23 IBC SOLAR Blog Link  @IBCSOLAR D 809
24 Polarstern GmbH Link  @polarstern_nrgi D 702
25 Enertrag Link  @enertrag D 679
26 Time Enderle Link  @algaeobserver D 505
27 Hans Schneider Link  @_Energieberater D 480
28 Hermann Betken Link  @windkraftblog D 476
29 Karl Urban Link  @pikarl D 451
30 Doris Holler Link  @dorisoekonews A 444
31 ÖkoEnergie-Blog Link  @oekoenergieblog Ö 346
32 PV Büro Blog Link  @pvbuero D 342
33 Roger Hackstock Link  @austriasolar A 340
34 0strom-Blog Link  @0strom D 302
35 Robert Doelling Link  @heizungsfinder D 264
36 Jochen Mai Link  @yellostrom D 230
37 Jürgen Haar Link  @pv_forum D 212
38 Erhard Rend Link  @erhardrenz D 191
39 Patrick Jüttemann Link  @kleinwindkraft D 189
40 Data Solar Link  @DataSolar D 179
41 Detlef Mueller Link  @MuellerDetlef D 167
42 Rober Doelling Link  @solarticker D 99
43 Fritz Feger Link  @agroblogger_de D 88
44 Rainer Brosy Link  @energieblog24 D 72
45 H&H Solartec OHG Link  @HHSolartec D 66
46 Multiautorenblog Link  @EWRuesselsheim D 58
47 Nikoluas Hulatsch Link  @KlausHulatsch A 50
48 Antje Radcke Link  @EhochK D 46
49 Stefan Prosch Link  @enyvo I 42
50 Ecowizz Link  @ecowizz_de CH 26
51 Rolf Kersten Link  @wattrechner D 14
52 Christian Münch Link  @christianmuench D 13
53 Christina Marchand Link  @chrifuna CH, D 13
54 Tommy Wohlfahrt Link  @greeenup D 4
55 Photovoltaicboard Link  @pv_board E 4


Ich hoffe, dass diese Liste auch dazu beiträgt, dass der eine oder andere einen Follower oder Leser dazubekommt und die Szene so insgesamt an Gewicht gewinnt. Mir ist auch bewusst, dass hier auch einige Magazine und Unternehmen dabei sind, aber da sich all diese in die Liste für Energieblogger eingetragen haben – und dies das Hauptkriterium war, bin ich diesmal nicht so streng wie bei den Top 7 Energieblogs ;-
)

Energiespeicherung mit Unterwasser-Ballons

Seit fünf Jahren forscht Prof. Seamus Garvey von der University of Nottingham an luftgefüllten Unterwasser-Ballonen, die überschüssige Energie von Windfarmen zwischenspeichern sollen. Vor kurzem starteten die ersten Outdoor-Versuche im Meer vor den Orkney-Islands (Nordschottland).

Druckluftspeicherkraftwerke

Je weiter sich die PV-, Wind- und Wellenkraftwerks-Technik entwickelt, desto wichtiger wird die Speicherung der erzeugten Energie. Eine Möglichkeit der Energiespeicherung sind Druckluftspeicherkraftwerke. Sie dienen momentan dem Abdecken von Spitzenlasten. Luft wird üblicherweise in Kavernen gepumpt und bei Bedarf über eine Turbine, die an einem Generator hängt wieder abgelassen. Der Vorteil von einem Druckluftspeicherkraftwerk ist, dass es sehr schnell hochgefahren werden kann und “schwarzstartfähig” ist. “Schwarzstartfähig” bedeutet, das Kraftwerk braucht beim Starten keine externe Stromzufuhr (Wärmekraftwerke brauchen diese schon zum Hochfahren). Das ist besonders nach Netz-Blackouts/flächendeckenden Stromausfällen wichtig.

Nachteile von Druckluftspeicherkraftwerken sind, dass sie relativ hohe Effizienzverluste haben (Luft, die komprimiert wird, erhitzt sich. Diese Wärme wird an das Kavernengestein ungenützt abgegeben. Umgekehrt, bei der Ausdehnung kühlt sich Luft ab. Daher muß die Luft vor der Turbine entweder vorgewärmt werden [ = adiapatisches Druckluftspeicherkraftwerk], oder es wird ein Luft-Gas-Gemisch in der Turbine verbrannt, damit die Turbine nicht vereist. [ = Druckluft-Gas-Kombikraftwerk]). Deshalb erreichen Druckluftspeicherkraftwerke den Effizienzgrad von Pumpspeicherkraftwerken ( ~ 80%) nicht und der erzeugte Strom ist relativ teuer. Zur Zeit sind weltweit nur zwei Druckluftspeicherkraftwerke aktiv.

Submarine Druckluftspeicherkraftwerke

Wegen der erwähnten Schwierigkeiten in Kavernen kam die Idee auf, Druckluftspeicherkraftwerke am Meeresboden zu bauen und den Wasserdruck zu nützen. Es gibt zwei Formen davon: die Kraftwerke mit fester Hülle (Luft wird in die Tankbehälten von ausgedienten und versenkten Tankschiffen gepumpt und gespeichert) und die mit flexibler Hülle (Luft wird in Ballone gepumpt). Vor zwei Jahren begannen die ersten Labortests an der University of Nottingham, um den von ihnen entwickelten Ballon zu testen. 5000 Mal wurden zwei Ballone in einem Wasserbecken mit Luft be- und entfüllt und das Material optimiert.

Nach den jetzigen, ersten Erfahrungen im Meer sollen Ballone laut Plan in 600 Meter Tiefe, also bei ca. 60 bar Druck verankert werden. Prof Garvey will 70 MW Leistung pro Ballon erreichen. Das Projekt wird übrigens von E.ON mit rund € 1,4 Mio gefördert.

In nachfolgendem Video wird das Projekt und der spannende Beginn des Outdoor-Versuches beschrieben:

 

Was hinter unseren Kyoto Zahlen steckt

Das Thema der Millionenzahlungen, die Österreich wegen der Verfehlung von Kyoto zahlen muss, geistert schon eine Weile in diversen Medien herum. Ich habe mir nun mal die Mühe gemacht und überschlagsmäßig ausgerechnet was hinter den mal wieder viel zu abstrakten Zahlen steckt.

Gut gemeint ist leider oft nicht gut gemacht

Der Zertifikatehandel mit dem man die Strafzahlungen für eine Verfehlung nach Kyoto bemisst, ist leider derzeit das einzige Instrument, welches versucht die externen Kosten von fossilen Energieträgern in ein Produkt oder System einzurechnen um soetwas wie Marktgleichgewicht herzustellen. Was ursprünglich wie eine gute Idee klang, ist in der Praxis vorerst mal gescheitert. Die Preise für die Zertifikate sind so niedrig, dass es wieder günstig ist zu emmitieren, aber mit dem bisschen Geld was rauskommt, fast keine Projekte finanziert werden können. Auch eine internationale Investorengruppe hat das Problem erkannt und ruft zu Verbesserungen auf.

Der wirtschaftliche Abschwung, Verbesserungen bei der Energieeffizienz und ein zu großes Angebot an Zertifikaten aus Minderungsprojekten haben nach Ansicht der Investorengruppe IIGCC zu einem Überangebot im CO2-Markt geführt. Der derzeitige niedrige CO2-Preis sei für Unternehmen kein Anreiz, mehr, auf umweltfreundlichere Energiequellen umzusteigen. “Das Europäische Emissionshandelssystem produziert nicht länger die anfangs angestrebten Ergebnisse und muss deshalb repariert werden”, schreibt IIGCC-Chefin Stephanie Pfeifer in ihrem Brief. Bei einem Preis von weniger als 7 Euro je Tonne CO2 sei der CO2-Preis nicht einmal hoch genug, um einen Wechsel von Kohle zu Gas auszulösen. (Quelle)

Um das System zu verbessern, muss man aber erstmal verstehen was schief gelaufen ist. Dieser Artikel ist ein erster Vorstoß in dieses furchtbar komplizierte Feld. Ich freue mich über Anregungen und entschuldige mich falls ich in dem Zahlendschungel etwas übersehen habe. In dem Fall bitte ebenfalls um einen Hinweis.

Die Schwächen des Systems am Beispiel Österreich

Insgesamt rechnet man in Österreich mit einer Verfehlung von 32 Mio. Tonnen CO2. Die Kosten für jede Tonne kann man auf der rechten Achse ablesen. 2011 waren noch bis zu 18 €/Tonne möglich, dieses Jahr gab es schon Zeiten in den nur 5 €/Tonne bezahlt wurden. Interessant ist dabei auch die blaue Kurve. Sie zeigt den Großhandelsstrompreis, der im letzten Jahr stark gesunken ist. Jetzt kann man sich mal ausrechnen wie rentable es heuer ist, auch nur irgendwelche Effizienzmaßnahmen einzuleiten.

Wie können 32 Mio. Tonnen eingespart werden?

Mich hat nun interessiert, was Österreich hätte machen können, um diese Unmengen einsparen zu können. Hier meine ersten Ergebnisse. Es würde mich freuen, wenn diese Liste weitergeführt wird und zB. um Wind, Solarthermie oder andere Effizienzmaßnahmen erweitert wird.

32 Mio. Tonnen Einsparung durch PV-Zubau

Um 32 Mio Tonnen CO2 einzusparen müssten 45 GWp PV Anlagen gebaut werden. Das ist mehr als bis 2050 in der Energieautarkiestudie vorgesehen ist. Derzeit haben wir übrigens ca. 0,2 GWp installiert. (Ich bin von 700kg/installiertem kWp ausgegangen.) Diese Lösung fällt daher CO2 technisch weg, wenn auch langfristig auch dies ein Teil der Lösung sein wird, als Kurzfristmaßnahme ist hier jedoch wenig zu holen.

32 Mio. Tonnen im Verkehr sparen

Eine relativ einfache, wenn auch radikale und unrealistische Lösung, wäre den Verkehr für 1,5 Jahre stillzulegen. Der emmitierte 2010 22,5 Mio Tonnen.

32. Mio Tonnen in der Industrie sparen

Auch wenn man hört, dass die Industrie einen zielmlich hohen CO2 Ausstoss hat, hat mich die Zahl doch auch überrascht. 24,7 Mio. Tonnen werden über die Industrie ausgestoßen. Diese Zahl kann und soll natürlich nicht auf 0 gefahren werden, gibt aber zumindest ein Gefühl für die Größenordnungen von denen wir reden.

Was kann mit dem Geld nun gemacht werden?

Nun gut, wir freuen uns, dass wir aufgrund der gesunkenen CO2 Preise nun 160 Mio. € statt 600-1000 Mio. € bezahlen müssen. Auch wenn sich die Finanzministerin  und kurzfristig auch der Steuerzahler freuen kann, dass so viele Millionen gespart werden, frage ich mich, welche Projekte das emmitierte CO2 wieder reinarbeiten sollen. In meiner naiven Vorstellung, sollten doch die Gelder dazu dienen, jede gekaufte CO2 Tonne zu sparen. Ich frage mich aber, wo das überhaupt möglich ist? Mit zum Zubau von Erneuerbaren wird das schwierig. Wenn wir wieder das Beispiel PV hernehmen, würde der Bau von 45 GWp etwa 60-80 Mrd. kosten. Ups… wir haben aber nur 160 Mio…

Natürlich sind das fiktive Kosten, aber sie zeigen die Größenordnung und auch die Hebel, an denen es zu schrauben gilt. Die weltweite Industrie ist ein wichtiger Schlüssel. Wir sind hier aber in einem furchtbarem Dilemma. Wir müssen endlich einsehen, dass sich bei billigen Gewerbestrompreisen auch Effizienzmaßnahmen nicht rentieren. Man braucht sich nur ausrechen, wie lange die Amortisation des Ersatzes einer Glühbirne mit LED  bei 7ct/kWh dauert. Im Haushalt rentierts sich mindestens doppelt so schnell.

Ein sehr kluger Vorschlag aus einem Vortrag eines ehemaligen IEA Mitarbeiters war es, die “Strafzahlungen” der Industrie, ohne Umwege über das Finanzministerium, ausschließlich in Effizienzprojekte in den einzelnen Industrien zu reinvestieren. Nur in geschlossenen Systemen können Lenkungseffekte wirken, das gilt natürlich auch für alle anderen Segmente.

So, und jetzt interessieren mich eure Ideen um die 32 Mio. zu schaffen!

Mit Windenergie Wasser aus Luft generieren

Im kleinen südfranzösischen Ort “Sainte Tulle” hat der Franzose Marc Parent eine Windturbine entwickelt, mit der er Wasser aus Luft gewinnt. Die Idee dazu kam ihm 1997 als er eine Zeit lang in der Karibik lebte und regelmäßig den Wasserbehälter seiner Klimaanlage leeren mußte. Es vergingen aber 7 Jahre bis er 2004 die Firma „Ecolewater“ gründete und weitere vier, bis er einen funktionsfähigen Prototypen vorweisen konnte. Mithilfe eines Venture Capital Investors wurde aus dem ersten ein zweiter Prototyp entwickelt.

Funktionsweise

Das „WMS 1000“ (Water maker system) besteht aus einer Windkraftanlage und einer Turbinenkomponente. Mit dem Strom aus der Windkraftanlage wird Luft in die Turbine gesaugt und erhitzt. Der heiße Wasserdampf kondensiert danach in einem Kühlkompressor und wird gereinigt in einem Tank am Fuß der Anlage gesammelt.

Das WMS 1000 (Wind water maker 1000) liefert pro Tag 1000 Liter Wasser und 30 kW. Diese Werte beziehen sich auf eine durchschnittliche Mindestwindgeschwindigkeit von 24 km/h. Die Anlage ist 34 Meter hoch, der Rotordurchmesser beträgt 13 Meter.  Die gesamte Anlage arbeitet autonom.

 

Tests

Zur Zeit laufen weitere Tests in der Wüste von Abu Dhabi um Erfahrungen mit den harschen Wüstenbedingungen zu sammeln (Sandstürme, große Temperaturschwankungen).

Außerdem wird ein solares Pendant zum Windrad entwickelt, also ein Wassererzeugungssystem, dass auf Photovoltaik-Basis betrieben wird. Die Turbine und der Wassertank sind dabei in einem Container untergebracht. Ein Solarpanel, das 30 kW liefert, wird daneben aufgestellt. Diese Solarversion erzeugt je nach Klimazone, in der sie eingesetzt wird zwischen 250 und 500l am Tag. (Nicht ganz klar ist mir, warum die Solarvariante deutlich weniger Wasser erzeugt.)

Anwendung

Gedachte ist das „Water maker system“ in erster Linie für Wüstengebiete, für die Wasserversorgung im ökologischen Landbau, für den Einsatz in Katastrophengebieten und Regionen ohne Infrastruktur. Wasser aus Quellen und Bohrlöcher kann oft nicht rasch erschlossen werden oder – wenn vorhanden – irgendwann versiegen. Die Feuchtigkeit in der Luft wird immer vorhanden sein. Laut Hersteller kann die Anlage in den gängigen TEUs (Twenty Foot-Unit = standardisierte 20 Fuß Container) verpackt und verschifft werden. Interessant wäre noch, wie aufwendig der Aufbau einer Wind-basierten Anlage ist und wielange er dauert (speziell für den Einsatz in Katastrophengebieten). Ansonsten hat das System sicher großes Potential!

Chinesischer Sonnengott in Wien

Vergangenen Montag hielt Huang Ming, einer der größten chinesischen Solar-Unternehmer, auf Einladung von der Uni Wien, der TU und Eco World Styria einen Vortrag über seinen Werdegang und seine Firma Himin Solar.

Huang Ming begann seine Karriere in der Erdölforschung. Die Geburt seiner Tochter regten ihn zum Nachdenken an: die Umweltverschmutzungen der Erdölindustrie und die Auswirkungen auf seine Tochter und deren Generation beunruhigten ihn. 1987 begann er, heimlich mit der Erforschung von Solarenergie, behielt aber weiterhin die Stelle an seinem Erdölforschungsinstitut. Anfangs verbrachte Ming fast seine ganze freie Zeit mit und steckte fast sein ganzes Geld in Solarforschung, erkannte aber bald, dass auch das nicht „nachhaltig“ in Bezug auf seine Familie war. 1995 kehrte er deswegen der Erdölforschung den Rücken und machte sich selbständig, um von seiner Solar-Passion leben zu können. Er begann die Firma „Himin Solar“ aufzubauen, die heute über 9000 MitarbeiterInnen beschäftigt und weltbekannt ist. Um die erneuerbaren Energien noch weiter voran zu treiben, ging Ming in die Politik, seit 2002 ist er Mitglied im „Nationalen Volkskongreß“ (das chinesische Pendant zu unserem Parlament) und setzte 2005 das chinesische „Erneuerbare Energie-Gesetz“ durch.

In diesem Werbevideo bekommen Sie einen ersten Eindruck über die Firma “Himin”:

 

Beeindruckend habe ich gefunden, dass die Vizerektorin ihre einleitenden Worte auf chinesisch sprach. Sie wies darauf hin, dass China in den Medien – meist plakativ – nur als Entwicklungsland dargestellt wird. Andererseits ist China aber auch der weltgrößte Produzent und Nutzer erneuerbarer Energie. Es sei von großer Bedeutung, dass wir (Österreicher, Europäer) in diesem Bereich so viel wie möglich von den Chinesen lernen.

Huang Ming, der vor seinem Vortrag auf der Uni ein Treffen mit Umweltminister Berlakovic hatte, das hoffentlich unseren Minister inspiriert hat, stellte einige sehr interessante Fragen („In vielen Entwicklungsländern und aufstrebenden Nationen will jeder ein Auto. Warum will nicht jeder eine Solaranlage?“) und hatte auch ein paar Anregungen für Österreich parat. Zwei davon greife ich nun für diesen Artikel heraus:

Huang Ming meinte, China ist wie Österreich – arm an Ressourcen. Deswegen sollten wir Österreicher das gleiche, das wir über Jahrhunderte auf dem Sektor der Musik und Kunst erreicht haben, jetzt im Bereich der erneuerbaren Energien tun.

Und seine – aus meiner Sicht – wichtigste Botschaft lautete: Wir reden, reden und reden. Wir reden über Förderungen, Hilfen, Unterstützungen, über Politiker, Unternehmer, darüber, was andere tun sollen. Und wir tun selber zu wenig. Ohne Anstrengung unseres eigenen Herzens, wird es keine Änderung geben. Jeder einzelne sollte sich als Leader verhalten, weil unsere Leader es nicht tun.

Übrigens: Der alternative Nobelpreis heißt offiziell „Right Livelihood Award“. Er wurde vom schwedischen Schriftsteller Jakob von Uexküll 1980 ins Leben gerufen, nachdem die Nobel-Stiftung Uexkülls Vorschlag die Nobelpreise um die zwei Kategorien „Ökologie“ und „Armutsbekämpfung“ zu erweitern, abgelehnt hatte. Der „Right Livelihood Award“ wird für die „Gestaltung einer besseren Welt“ verliehen.

Deutscher Photovoltaik-Rechner mit aktueller EEG-Einspeisevergütung online

Da ein durchaus relevanter Teil unserer Leser mittlererweile auch aus Deutschland reinschaut, hier ein Hinweis auf ein Tool für die Berechnung von Erträgen bei PV-Anlagen vom Solaranlagen-Portal nach dem neuen Einspeisegesetz. Durch das neue EEG, welches seit 1.4. gilt ist es nun deutlich komplizierter, da auch ein Teil des Eigenverbrauchs selbst vermarktet werden muss.

Was mir echt gut gefällt ist, dass es supereinfach zu bedienen ist und man nach drei Klicks eine erste Einschätzung hat und nicht erst wissen muss, wie die Einstrahlung am Standort ist. Für die Österreicher unter den Lesern, die etwas herumklicken und mal deutsche Verhältnisse schnuppern möchten, ist es am einfachsten die Münchner PLZ 80995 und die eigenen Dachdaten einzugeben.

Die Einstrahlung ist dort ein guter Durchschnittswert für Österreich. Ich finde es recht mutig, dass der Preis quasi schon vorgegeben ist (wird von dem Magazin Photon übernommen), aber da ist der deutsche Markt einfach gnadenloser als der österreichische. Entweder du kannst mit dem Preisdruck und der Transparenz umgehen, oder eben nicht.

Der Rechner im Detail

Mit Hilfe des Photovoltaik-Rechners haben Interessenten die Möglichkeit in nur wenigen Schritten herauszufinden, ob die Investition in eine Photovoltaikanlage auch finanziell sinnvoll ist. Mit nur wenigen Angaben, wie der eigenen PLZ, dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme der Anlage, Art der Fläche (Dachart oder Freifläche) und der nutzbaren Fläche sowie gegebenenfalls der Dachausrichtung und der Dachneigung, berechnet der Photovoltaik-Rechner den Stromertrag, die Investitionskosten und die Gesamtvergütung.

Grundlage des Photovoltaik-Rechners bilden verschiedenen Datenbanken

Für die Berechnung der individuellen Solarstrahlung wird dabei auf PV GIS 4 zurückgegriffen. Die neueste Datenversion hat dabei den Vorteil, dass neben der direkten Solarstrahlung auch die diffuse Sonneneinstrahlung berücksichtigt werden. Die Solarertragsberechnung unter Berücksichtigung der Dachart, Dachausrichtung, Dachneigung und Dachfläche folgt u. a. den Prinzipien der RETScreen tiltmethod, umso realistisch wie möglich die individuellen Dachgegebenheiten zu berücksichtigen. Die geschätzten Installationskosten basieren auf den Photon-Daten und deutschen Herstellern. Die letztliche Renditeberechnung erfolgt dann nach Steuern und Abschreibungen und natürlich auf Grundlage des aktuellen EEG 2012 mit Stand vom 1. April 2012.

Wo sind die besten Rechner zu finden?

Da nun auch der Markt in Österreich anzieht, bin ich mir sicher, dass auch hier bald die Tools aus dem Boden sprießen werden. Mich würde interessieren, welche Rechner ihr in Deutschland am Liebsten verwendet oder welche österreichischen Rechner ihr kennt. Einfach im Kommentarfeld posten.

Wie man einen Markt erfolgreich ausschaltet… ja genau…

Eigentlich sollte hier eine Replik auf den offensichtlich vom Spiegel geprägten Presse Artikel von Herrn Urschik entstehen, da ich von Lesern darum gebeten wurde. Nachdem ich jetzt schon eine halbe Seite mit Für- und Gegenargumenten geschrieben hatte und mich auch zu viel geärgert habe, habe ich aber beschlossen, ihm diesen Gefallen nicht zu tun. Wer noch nicht erkannt hat, dass der Solarmarkt sowohl thermisch also auch elektrisch erst am Anfang einer unfassbaren Entwicklung steht, dem kann und ich will ich eigentlich auch gar nicht helfen.

Alle die sich selbst eine Meinung machen wollen, rate ich sich mit den Themen “Netzparität“,  ”Stromgestehungskosten“, “Regionale Wertschöpfung” und “Förderung für fossile Energieträger” auseinanderzusetzen. Ich habe erkannt, dass es leider nichts nützt, Menschen die Informationen vorzukauen. Es hört jeder sowieso nur das, was er hören möchte oder eben, abhängig vom aktuellen Wissensstand, geistig fähig ist zu verarbeiten.

Handwerker sind die Gewinner der Energiewende

Eines sei noch gesagt: Die Handwerker dieser Welt werden Deutschland noch jahrezehntelang die Füsse küssen. Ohne dem EEG wäre diese rasante Entwicklung nie im Leben möglich gewesen und auch wenn wir die Module global sourcen werden müssen, wird es in jedem einzelnen Land noch massive Werschöpfungmöglichkeiten geben. Im Gegensatz zu Handys und Kleidung, steht nämlich nach der Lieferung nach Europa noch ein Haufen Arbeit an.

Einspeisetarife haben zur  Kostensenkung massiv beigetragen

Wer sich doch noch weiter einlesen will, kann die Serie Einspeisetarife nochmal durchgehen, darin hab ich die Vor- und Nachteile des Systems schon ausführlichst erklärt. Man muss einfach die richtigen Fragen stellen. Führen Investitionszuschüsse zu sinkenden Kosten? Nein – im Gegenteil. Führen kontinuierliche sinkende Einspeisetarife zu sinkenden Kosten. Ja – definitiv. Sind überhitzte Märkte schlecht? Ja – definitiv. Natürlich würden viele Probleme gelöst werden, wenn der Energiemarkt tatsächlich ein funktionierender Markt ohne Subventionen, internalisierten externen Kosten und vollkommener Information wäre. Dem ist leider nicht so, bis dahin, können wir nur versuchen uns schnellstmöglich eine eigene Energieversorgung aufzubauen und die Energiemilliarden im Land zu behalten.

It has only just begun!

Abschließend eine Grafik, die vielleicht auch manche interessieren könnte, von wegen Ausschaltung eines Marktes. Da sich viele unter den Größenordnungen nichts vorstellen können. 6 GWp zugebaute Leistung entsprechen ungefähr dem Output eines 1 GWel Atomkraftwerks. Bis 2030 werden also bis zu 750 “solare AKWs” gebaut werden. Vermutlich sogar mehr, weil die Realität die PV bei den Prognosen schon immer weit überholt hat.

Aus "Photovoltaikstudie Österreich/Deutschland (c) Dachgold/VEND

Hmm, jetzt hab ich doch wieder mehr geschrieben als ich wollte, aber zumindest keinen bösartigen Kommentar, sondern einen schönen Ausblick in die Zukunft!

Blogparade der Top Energieblogs

(c) Sanja Gjenero | sxc.hu

Seit meinem empörten Artikel über die mangelnde Vernetzung der Energieblogs sind einige Monate vergangen, aber seither habe ich das Gefühl, dass hier etwas im Gange ist. Immer mehr gewinnt die Szene die Erkenntnis, dass gemeinsame Aktivitäten der ganzen Energiemedienszene helfen können und fast 70 Energieblogs aus D-A-CH haben sich bereits in unsere Liste eingetragen. So freut es mich auch sehr, dass Andreas vom kWh-Preis Blog zur Blogparade der Lieblings-Energieblogs aufgerufen hat. Ich hatte ja bereits im Dezember die Top 7 Blogs nach Google Page Rank und Alexa vorgestellt. Heute wird es im Sinne der Blogparade eine ganz subjektive Liste der Blogs, die ich gerne lese. Die Liste ist in alphabetischer Reihenfolge erstellt.

BiomassMuse (Link)

Es gibt ja viele Meinungen über Biomasse. Viele davon nicht unbedingt positiv. Ron Kirchner von BiomassMuse ist deshalb so wertvoll für mich, weil ich weiß, dass hinter den Berichten keine Partikularinteressen von Betrieben stehen, sondern er sich nicht mehr als der Aufklärung zum Thema Biomasse verpflichtet hat. Sein Blog ist der reichweitenstärkste unter den Biomasseblogs.

chorherr (Link)

Christoph Chorherr von den österreichischen Grünen schreibt zwar nicht ausschließlich über Energie, aber sehr oft über Energiepolitik. Alles in sehr frischer Form und er lässt sich auch von mühsehligen Kommentartrollen nicht vom Weg abbringen.

energie-bau.at (Blog Link)

Das Energie-Bau Magazin lese ich schon länger. Seit einiger Zeit gibt’s dort auch einen Blog, wo auch ein paar Frauen (Redakteurinnen des Magazins) teils scharfe, teils witzige Artikel im richtigen Blogstil bringen . Schade ist, dass es keinen Twitteraccount gibt, sonst könnte man mit den Bloggern und Bloggerinnen vielleicht noch etwas besser kommunizieren.

energynet (Link)

Andreas Kühl von energynet ist wohl einer der meistbesuchtesten Energieblogs des deutschsprachigen Raums derzeit. Mit täglich aktuellen Artikeln und seiner Meinung kämpft er für die Energiewende und mehr Energieeffizienz in Deutschland.

ibc-blog (Link)

Man kann über Corporate Blogs denken wie man will, im Fall des IBC Blogs kommen immer wieder tolle Artikel online. Kürzlich eine tolle Serie mit Interviews von Abgeordneten zum Thema Solarkürzung.

100% erneuerbar (Link)

Die Stiftung 100% erneuerbar  betreibt auch einen Blog, aus dem immer wieder spannende Artikel entspringen. Es ist zwar auf den ersten Blick nicht ganz klar, ob es nun ein Magazin oder ein Blog sein will, aber die Art der Artikel spricht dann doch öfter die Sprache von Blogs und das gefällt!

Solarwärmeblog (Link)

Austria Solar, die Interessensvertretung für Solarwärme/Solarthermie ist auch in den Social Media Ring gestiegen und betreibt nun den ersten reinen Solarwärmeblog im deutschsprachigen Raum. Interessant sind vor allem einige Basiswissenartikel, die den Menschen das Thema Solarwärme näher bringt.

Sonnenflüsterer (Link)

Ein Urgestein der Energieblogs ist Erhard Renz mit dem Blog “Sonnenflüsterer”. Seit Juli 2008 schreibt er über die Energiewende, die größten PV-Anlagen und vielem mehr.

Sunny – SMA (Blog Link)

Ein zweiter guter Corporate-Energy-Blog ist jener von SMA. Der Weltmarkführer für Wechselrichter veröffentlicht dort regelmäßig sonnige oder weniger sonnige Artikel zum Thema Solar und Energiewende.

Energie Blogger auf Facebook

Ich habe übrigens gemeinsam mit anderen Bloggern eine Facebookseite Energie-Blogger gestartet. Alle Energieblogs sind eingeladen sich als Admin zu registrieren und dort immer die besten Artikel zu posten. Natürlich kann man auch posten ohne Admin zu sein, aber so entsteht auch gleichzeitig eine Liste der Energie-Blogger auf Facebook.

Samsø – das Güssing Dänemarks

Überfahrt zur Energieinsel Samsø

Im März war es wieder soweit.  Ich war auf einer ELEEP-Study Tour. Diesmal gings nach Deutschland und Dänemark. Den absoluten Hot-Spots der derzeitig weltweit ablaufenden Energiewende. Es gibt so viel zu erzählen, deshalb werde ich es auf mehrere Artikel aufteilen. Diesmal geht’s um den Trip nach Samsø – die erste energieexportierende Insel Dänemarks und sowas wie unser Güssing. Anscheinend stehen auch Kooperationsprojekte der beiden Orte auf EU-Ebene an. Find ich toll! –  Gebündeltes Wissen ist einfach kraftvoller.

Mit der Fähre gings also vom Festland zur Insel. Auf dem Programm waren die Besichtigung der Energieakademie, die ein tolles Gebäudekonzept aufweisen kann und von natürlichen Dämmstoffen über erneuerbare Energieerzeugung bis hin zu Regenabwasserkonzepten alle Stückerl spielt, sowie eine Tour zu den einzelnen Energieerzeugungsanlagen mit Biomasse, Wind und Sonne. Besonders spannend waren aber die Geschichten auf dem Weg dorthin.

Storytelling als Strategie

Ähnlich wie in Güssing entstand das Projekt aus einer finanziellen Not heraus, ein Schlachtbetrieb wurde abgesiedelt und ein großer Teil der Arbeitsplätze war vernichtet. Vor 10 Jahren gab es dann eine Aussschreibung der dänischen Regierung, für die Bewerbung zur Entwicklung einer energieautarken Insel. Samsø bekam den Zuschlag. Trotz aller Unterstützungen gab es aber auch eine Unmenge an Hürden zu überwinden und tausende Liter Kaffee wurden vernichtet, so erzählten uns das Peter Christensen und Søren Hermansen. Letzterer ist sowas wie das Brain hinter diesem unglaublichen Projekt. Er kann irrsinnig gut Vorträge halten und es ist zu erkennen, dass Sie das Prinzip des Storytellings wirklich sinnvoll einsetzen um die Message in die Welt zu bringen. Søren Hermansen war sogar mal Time Magazin Hero of the environment. Seitdem rennen die Amis ihnen anscheinend die Bude ein. Viele der Geschichten sind übrigens auch auf der Website nachzulesen.

Weisheiten aus Griechenland

Søren hat wirklich einiges zu erzählen. Er ist nun involviert in viele andere Projekte die Ähnliches vorhaben. So auch mit griechischen Inseln die sich energietechnisch weiterentwickeln möchten.   So hat er uns einen volkswirtschaftlichen Zusammenhang in Griechenland erklärt, der mir so noch nie bewusst war. Die Energie auf Griechenlands Inseln ist subventioniert, weil die Hotels ja billige Energie brauchen um ihre Touristen zu beherbergen. Ein dummer Nebeneffekt war nur, dass der Staat immer ärmer wurde, je mehr Touristen kamen und eben mehr Energie brauchten. Da wohl nur ein kleiner Teil der Steuern aus dem Tourismus zurückgeflossen ist, waren diese Energiesubventionen mit ein Grund für die Misere. Was dort im kleinen gilt, kann man wohl auf viele Bereiche ,wo fossile Energiesubventionen (egal ob direkt oder indirekt) fließen, umlegen.

Voll ausgebautes Nahwärmenetz

Strom aus Erneuerbaren herzustellen ist ja mittlerweile kein Problem mehr. Wind und PV werden einfach ins Netz eingespeist und bis auf etwaige Netzprobleme, die alle lösbar sind, ist hier weltweit der Weg frei für erneuerbaren Strom. Anders siehts bei der Wärme aus. Da quasi jeder Haushalt sein eigener Energieversorger ist, gibt es noch nicht viele Wärmenetze. Auch dieses Problem hat die Insel gelöst und mehrere Nahwärmenetze aufgebaut. Jeder der sich zum Zeitpunkt des Baus anschließen hatte lassen, bekam einen Zuschuss für die Grabungsarbeiten. Entschließt man sich erst später für das Netz, musste man den vollen Preis bezahlen. Hier auf dieser Übersicht sieht man die einzelnen Heizkraftwerke die entweder mit Stroh, Hackschnitzel oder Solarthermie “befeuert” werden. Generell ist Dänemark sehr stark mit Nahwärmenetzen, ein riesiger Vorteil beim Umbau der Energieversorgung. Ich frage mich ob noch mehr Nahwärmenetze bei uns noch möglich wären und wie man sie beschleunigen könnte. Steiermark und Obereösterreich sind diesbezüglich ja Vorreiter, warum eigentlich nur dort? Es braucht dazu eben ganzheitliche Konzepte, die mit Partikularinteressen nur schwer vereinbar sind. Aber ich bin zuversichtlich sobald sich die wahren Best Practice Beispiele durchsetzen, werden auch auf politischer Ebene die richtigen Entscheidungen getroffen.

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