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Monatsarchiv für Juli 2010

Geht uns das Öl aus?

veröffentlicht am 28.04.2008 um 15:57 von Reinhard Würger (Raiffeisen-Leasing) icon 3 Kommentare, keine Trackbacks

Die Internationale Energieagentur (IEA) schlägt Alarm. Energiehunger trifft auf Energieknappheit. Die globale Nachfrage nach Öl steigt , die Förderung sinkt und das bedeutet Lieferengpässe und massive Preissteigerungen. Lt Presse vom 28.April erwartet der kanadische Finanzdienstleister CIBC Ölpreise von bis zu 225 Dollar bis 2012.

Was ist der Grund für das sinkende Angebot? Ein steiles Absinken der Fördermengen aus den existierenden Ölfeldern. Es müssten enorme Summen investiert werden, um zumindest das Sinken zu verlangsamen. Auch ist die Förderkapazität der neuen bereits finanzierten Projekte zu gering, um die Nachfrage zu stillen. Es fehlen ca 12,5 Mio Barrel pro Tag, das sind 15% des Weltölbedarfs.

Der Chefökonom der IEA, Fatih Birol meint:Wir sollten das Öl verlassen, bevor es uns verlässt. Wie schaut aber dann der Energiemix der Zukunft aus? Oder stirbt der Individualverkehr?

Lesen Sie mehr im beiliegenden PDF-Text (siehe link)

ip.pdf

Wie BIO kann Sprit sein

Frustrierend: Rohölgewinnung durch Ölsande in Kanada

veröffentlicht am 23.04.2008 um 22:05 von Günter Strobl (Raiffeisen-Leasing) icon keine Kommentare, keine Trackbacks

Nun hat mein heutiger Fernsehabend eine sehr unerfreuliche Entwicklung genommen: Im ORF Weltjournal sehe ich die unglaublichen Aktivitäten in der kanadischen Provinz Alberta. Dort befindet sich eines der größten Ölsandvorkommen. Der hohe Ölpreis macht nun einmal mehr eine bisher relativ unwirtschaftliche Energiegewinnung “wirtschaftlich”. Der dort - aber nicht nur dort - betriebene Ökowahnsinn ist wirklich kaum noch zu überbieten. Die Ausmaße sind gigantisch, das sieht man bereits mit einem Blick auf dieses Gebiet durch Google Maps.

Es erinnert mich an die Zeiten von Seveso oder Contergan. Ein massiver Eingriff in ein System, das nicht beherrschbar ist und dessen Auswirkungen auf das Ökosystem und damit auch auf kommende Generationen kaum abschätzbar sind. Einmal mehr sind es die USA, die - diesmal in Kanada - ihre Energieinteresse im Ausland befriedigen. Ich muss gestehen, dazu fällt mir jetzt mal nichts mehr ein - so sprachlos bin ich. Kanada auch: die haben sich von ihren Klimaschutzzielen auch schon verabschiedet, weil die Ölsandausbeute dermaßen unökologisch ist.

Ökoreifen sparen bis zu 5 % Treibstoff

veröffentlicht am 23.04.2008 um 20:52 von Günter Strobl (Raiffeisen-Leasing) icon 3 Kommentare, keine Trackbacks

In der Sendung n-tv Wissen kam heute abend ein Beitrag über Ökoreifen. Angeblich sind bereits 90 % der Fahrzeuge mit diesen “grünen Autoreifen” ausgestattet. Das kommt mir nun etwas viel vor. Dennoch: Merkmale dieser Reifen sind vor allem neuartige chemische Füllstoffe, welche die Rolleigenschaften eines Autoreifens deutlich verbessern:

Silika und Silan sind die beiden Stoffe, die vor allem dazu führen, dass die Abriebbeständigkeit, Rollwiderstand und Bodenhaftung gegenüber herkömmlichen Russreifen verbessern. Der grüne Reifen hält genauso lange wie ein herkömmlicher Autoreifen. Tests zeigen, dass bis zu 5 % Treibstoffersparnis oder 150 EUR pro Jahr erreichbar sind.

Wieder ein kleiner Beitrag zur Reduktion von CO2.

aus der Mottenkiste

veröffentlicht am 15.04.2008 um 21:18 von Stefan Reininger (Raiffeisen-Leasing) icon keine Kommentare, keine Trackbacks

Klimaschutz hat es wieder in die Schlagzeilen gebracht. Dazu habe ich mir mal zwei Zitate rausgesucht.

„Der entscheidende Grund, aus dem der gesellschaftliche Lernpro­zeß und die politische Mobilisierung für Umweltfragen so schwierig sind, liegt im Charakter der ökologischen Krise selbst. Sie kommt nicht als plötzliche Sintflut über die Menschheit. Die milliardenfachen kleinen Umweltsünden des Alltags übertreffen in ihren Auswirkungen die großen Skandale bei weitem, aber die immer nur graduelle und schleichende Zerstörung des Planeten erschwert die persönliche wie allgemeine Aufmerksamkeit und Handlungsbereitschaft. (…) Mit anderen Worten: das eigentliche Perfide an der ökologischen Krise ist, daß sie uns unzählige Verdrängungs- und Illusionsmöglichkeiten bietet.“ [1]

oder

„Das Wissen von den durch menschliche Aktivitäten verursachten Klimaänderungen hat einen so hohen Grad an Gewißheit erreicht, daß politische Maßnahmen zur Vor­sorge nicht mehr aufgrund von Wissens­lücken unterlassen werden dürfen. Wo Regierungen nachhaltige Verminderungen der Emissionen klimarelevanter Substanzen hinausschieben, ist dies nicht aufgrund von Wissenslücken zu rechtfertigen. Die wissen­schaftlichen Er­kenntnisse lassen keinen anderen Schluß mehr zu: Anthropogene Emissionen verursa­chen die zunehmende Erwärmung der Erdatmosphäre. Wissenschaft­ler warnen bereits seit zwei Jahrzehnten eindringlich vor den katastrophalen Folgen der Temperaturerhö­hung. Inzwischen ist diese Sorge wissenschaftlich bestätigt.“  [2]

Das Ernüchternde daran ist, dass ich mir die Zitate vor zirka 15 Jahren für einen Vortrag zusammengesucht habe und die Zitate damals schon nicht die Jüngsten waren. Sie stammen von [1] Die Zeit Nr.8, 15.2.1991, Seite 10: „Umweltpolitik im Schneckentempo“ und [2] Enquete-Komission „Schutz der Erdatmosphäre“, Klimaänderung gefährdet globale Entwicklung, Deutscher Bundestag 1992.

P.S. Wer voreilig meine vermeintlichen Rechtschreibfehler korrigieren wollte (und normalerweise wird man bei mir leicht fündig) – dass, daß oder das liegt am Alter der Zitate – in der Zwischenzeit haben wir bereits die eine oder andere Rechtschreib- jedoch noch immer keine Umwelt/Energiereform hinter uns.

Biotreibstoffe als Preistreiber für Lebensmittel

veröffentlicht am 15.04.2008 um 14:19 von Günter Strobl (Raiffeisen-Leasing) icon keine Kommentare, keine Trackbacks

Im ORF Wirtschaftsmagazin €CO am 10. April 2008 war unter dem Titel “Bio”-Sprit: erst Top, jetzt Flop ein kritischer Beitrag zum Einsatz von Biotreibstoffen. Die Schlüsselaussage des Beitrages: Die zunehmende Nachfrage nach Biotreibstoffen steigert die Lebensmittelpreise - und das weltweit. Internationaler Währungsfonds und Weltbank warnen vor dramatischen Entwicklungen bis hin zu Kriegsgefahren aufgrund der Preissteigerungen.  

Ich merke auch in meinem Umfeld, dass die Diskussion um das Thema Biotreibstoff zunehmend kontroverser geführt wird. Einmal mehr stehen wir etwas ratlos da. Löst unsere hierzuland gut gemeinte Umweltorientierung in anderen Teilen der Welt Leid und Elend aus? Auf drastische Weise zeigt sich, dass “think global, act local” keine leichte Aufgabe ist. Was mich noch mehr wundert: Es scheint geradezu so, dass kaum jemand derartige Entwicklungen vorhergesehen hat. Dabei klingt es doch logisch, dass die steigende Nachfrage nach Bioressourcen zu Preissteigerungen bei Lebensmittel führt.

Manche in meinem Umfeld vermuten hingegen “übliche Termingeschäfte bei commodities wie Weizen und Reis” als Ursache für die starken Preissteigerungen.

Das beunruhigt mich jetzt aber eigentlich noch mehr …

Zukunft Heizung

veröffentlicht am 14.04.2008 um 08:39 von Reinhard Würger (Raiffeisen-Leasing) icon 8 Kommentare, keine Trackbacks

Ich habe in den letzten 2 Jahren unser privates Einfamilienhaus thermisch auf den letzten Stand gebracht. Dabei wurde sowohl eine Wärmeschutzfassade als auch die Wärmeisolierung der obersten Geschossdecke durchgeführt.
Man glaubt es kaum, aber die Heizkosten gingen in den 2 Jahren um rd 40% zurück. Also statt ca 3500 lt Heizöl nur mehr rd 2000 Liter. Bei den hohen Ölpreisen tut das gut.

Jetzt möchte ich den nächsten Schritt gehen. Unsere Ölheizung ist 16 Jahre alt, zwar laufend gewartet und noch ganz gut im Schuss, aber eigentlich möchte ich noch etwas mehr für die Umwelt tun.
Eine Pelletsheizung erschien mir bis vor Kurzem die einzig sinnvolle Alternative, da ich Radiatoren zum Heizen habe und leider keine Fußbodenheizung. Einen nachträglichen Umbau der Heizanlage auf Fußbodenheizung möchte ich uns nicht antun.
Daher brauche ich ca 60-65 Grad Vorlauftemperatur.

Jetzt hat mir unser Installateur geraten, eine Wärmepumpe zu nehmen. Da ist nicht einmal eine Tiefenbohrung oder Flächenverlegung mehr notwendig, sondern die 65 Grad Vorlauftemperatur lassen sich auch in unseren Breitengraden mit einer Luft-Wärmepumpe erreichen. Der Verdampfer wird dabei irgendwo im Garten unauffällig aufgestellt und es sind keine großen Bohrungen bzw Grabungen notwendig.

Jetzt bin ich mir unsicher, welches System mehr Zukunft hat und ob so ein Wärmepumpensystem mit Luft überhaupt langfristig kostengünstig ist.

Klimaschutz - eine globale Notwendigkeit?

veröffentlicht am 13.04.2008 um 22:09 von Gottfried Heneis (Raiffeisen-Leasing) icon keine Kommentare, keine Trackbacks

Als Betriebswirt hört man zu diesem Thema sehr oft das Argument, die Kosten sind für die Industrie, den Konsumenten, den Staat …….. zu hoch. Die meisten diskutierten Maßnahmen sind zu teuer und bringen einen Nachteil am Markt. Produktionsstandorte müssen verlegt werden, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Die Ökostromkosten sind die Preistreiber beim Strompreis und erneuerbare Energie insgesamt ist im Vergleich zum Nutzen nur ein Teuerungsfaktor.

Diese Argumentation könnte endlos fortgesetzt werden, wenn man den Vertretern der großen österreichischen Interessensvertretungen (Industriellenvereinigung, Wirtschaftskammer, Arbeiterkammer und Gewerkschaftsbund) zuhört.

Auf Regierungsebene wird sogar argumentiert, dass es gar keiner besonderen Maßnahmen bedarf um die Klimaschutz-Ziele der EU zu erreichen.

Bei dieser Ignoranz hilft aus meiner Sicht nur ein tatsächlicher Wertewandel, d.h. zunächst muss in den Köpfen ein Umdenken passieren, damit nicht die Kosten einer nachhaltigen Klimaveränderung ein Vielfaches der jetzt angeprangerten Kosten für Ökoenergie und Effizienzprogramme betragen.

Passiert dieser Wertewandel oder müssen wir auch hiefür auf eine Regelung der EU warten? 

Ökotreibstoffe im Umfragetief ?

veröffentlicht am 13.04.2008 um 20:22 von Reinhard Würger (Raiffeisen-Leasing) icon keine Kommentare, keine Trackbacks

Derzeit sind die Ökotreibstoffe , so möchte man meinen , im Umfragetief. Da werden einerseits durchaus berechtigte Sorgen und Gefahren in der Diskussion aufgezeigt, aber auch undifferenziert verteufelt. Dabei sollten wir eigentlich darüber diskutieren wie wir Okotreibstoffe sinnvoll produzieren, einsetzen und weiterentwickeln können.

Produktion durch Abholzung von Regenwäldern ist wohl übereinstimmend strikt abzulehnen. Nachhaltige regionale bzw europäische Produktion gibt es und kann sinnvoll forciert werden.

Biosprit treibt die Nahrungsmittelpreise ist ein oft gehörtes und geschriebenes Argument. Das wird von einer großen österreichischen Tageszeitung sogar für den Anstieg des Reispreises um 50% behauptet. Kennt wer Biosprit aus Reis?
Fakt ist, nur 1,5% der Getreideernte der EU geht in Biosprit. Das sind maximal 10% der weltweiten Ernteausfälle. Was treibt mehr ?
Die Reihenfolge aber muss klar sein: Zuerst Produktion von Lebensmittel, dann Futtermittel und mit den Restflächen Bioenergie.

Die weltweiten Flächen reichen für den Ersatz von fossilen Treibstoffen durch Biosprit nicht aus. Stimmt wahrscheinlich. Es gibt eine Studie, die untersucht hat, wie viel Biosprit wir 2028 wahrscheinlich fahren werden.
Es würde mich mal Ihre Meinung dazu interessieren.

Denke, wir werden gemeinsam noch einige Themen anschneiden.

Wo bleibt eine Ökosteuerreform?

veröffentlicht am 02.04.2008 um 12:29 von Günter Strobl (Raiffeisen-Leasing) icon 1 Kommentar, keine Trackbacks

In Zeiten, in denen wieder einmal eine neue Steuer (Stichwort: Vermögenszuwachsteuer) politisch diskutiert wird, stellt sich mir wieder einmal die Frage: Können wir in dieser Republik noch mit einer echten, bereitangelegt, innovativen und zukunftsweisenden ökosozialen Steuerreform rechnen? Wäre es angesichts der Umweltentwicklungen der letzten Jahre nicht höchste Zeit z.B. den Faktor Arbeit zu entlasten und die nicht erneuerbare Energien (noch) stärker zu besteuern?

Eine große Steuerreform müsste doch eigentlich alle relevanten Steuereinnahmen des Staates hinterfragen: Lohn- und Einkommenssteuer, Umsatzsteuer wären da auch mal diskussionswürdig. Mir kam dieser Gedanke wieder einmal als mein Bruder, der seit über 20 Jahren in der Schweiz lebt, in Wien zu Besuch war und mir sagte, dass dort der USt-Satz 7 % beträgt - in manchen Kantonen sogar weniger.

Ich frage mich, wie machen das die Schweizer?

Die viel zentralere Frage für unser Land wird aber sein: Welchen Spielraum hat die Regierung bei der heutigen Struktur unseres Steuersystems eine Reform umzusetzen, die auf die ökologischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts Bezug nimmt? Und: Wieviel Mut hat sie?

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