veröffentlicht am 29.05.2008 um 13:25 von Günter Strobl (Raiffeisen-Leasing)
Auf ORF On wird heute berichtet, dass verschiedenste Studien auf eine Trendwende bei der Autonutzung hinweisen. Vom VCÖ über die ÖBB bis zu Berichten aus den USA zeigt sich ein Trend: Die hohen Spritpreise führen zu vermehrter Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel.
Dazu habe ich eine sehr persönliche Erinnerung: Mein Geographieprofessor am Horner Gymnasium hat im Jahr 1980 (!) anlässlich des Themas Verkehr im Unterricht einen Spritpreis von 20,- Schillingen (EUR 1,45) propagiert. Man könne doch öfters mit dem Fahrrad oder der Bahn fahren, das wäre gesund und noch dazu billiger, meinte da etwa unser Hr. Professor. Man kann sich vorstellen, welche Wirkung eine derartige Lehreraussage - angesichts ihrer Radikalität - auf die allermeisten Schüler hatte. Ich kann mich an lebhafte Diskussionen in der Klasse erinnern. Und: Ich habe diese Forderung von ihm bis heute nicht vergessen. 28 Jahre später - und zufällig genau bei dem Spritpreis, den er damals gefordert hatte - stehen wir dort, wo wir es nicht mehr selbst in der Hand haben:
Heute diktieren andere - weit von uns weg liegende - Entwicklungen den Spritpreis. Hätte man doch schon damals diesen visionären Menschen - und davon gab es sicherlich genug - zugehört! Wir hätten ein Viertel Jahrhundert Zeit gehabt, uns mit nachhaltigen Mobilitätskonzepten auseinander zu setzen.
Ich war damals ein Kind und habe viele Zusammenhänge nicht verstanden. Schon gar nicht die Forderung nach hohen Spritpreisen. Aber Sinn machen derartige visionäre Forderungen schon, auch wenn sie selten gehört und noch seltener umgesetzt werden! Denn offensichtlich sind es nicht Vernunft und Wissen oder eine aktive Umweltpolitik, die uns zu einer anderen Umgangsweise mit dem Pkw gebracht haben, sondern schlicht und einfach die Tatsache, dass es im Geldbörsel weh tut. Soviel ist uns die Bequemlichkeit für unsere Mobilität wohl dann auch nicht wert. Ab einer gewissen Reizschwelle können wir unser Verhalten auch radikal ändern und aufs Auto verzichten.
Aber schön ist es trotzdem zu wissen, dass es auch schon früher kluge und visionäre Menschen gegeben hat. Und die waren noch dazu gar nicht so weit weg von mir! Ein spätes Danke, Herr Professor!
veröffentlicht am 28.05.2008 um 13:07 von Günter Strobl (Raiffeisen-Leasing)
Ich wohne seit einem Jahr im 3. Wiener Gemeindebezirk. Nebenbei: eine wirklich schöne Wohnung, wir haben aber auch lange genug gesucht … Nun schweift mein Blick allmorgendlich über eines der größten Wiener Stadtentwicklungsgebiete dem Areal eines ehemaligen Bahnhofs, auch bekannt als Aspanggründe (nicht zu verwechseln mit einem anderen großen Stadtentwicklungsprojekt in Wien, den Asperngründen). Neuerdings heißt dieses Stadtentwicklungsgebiet im 3. Bezirk “Eurogate”.
Ich finde, das ist ein ähnlich skurriler Name wie seinerzeit der “Bahnhof Wien - Europa Mitte”. Der ist übrigens auch gleich um die Ecke meiner Wohnung und er wird wohl doch als “Hauptbahnhof Wien” sein Entstehen in den nächsten Jahren erleben. Irgendwie haben’s die Wiener Stadtentwickler mit den “Euro”-Bezeichnungen … Doch das ist eine andere Geschichte … - zurück zum eigentlichen Thema:
Auf diesen 20 ha umfassenden Aspanggründen also soll nun Europas größte Passivhaussiedlung entstehen. Ab Sommer 2008 wird es laut Presseaussendung der Stadt Wien losgehen. Ich kann quasi aus nächster Nähe als Anrainer (klick nach bei Google-maps) hier auf oekoenergie-blog.at berichten. Wird vielleicht spannend! Es gibt auch schon News, die kennt man im Wiener Rathaus vielleicht noch gar nicht: Man hat schon begonnen! Auf dem gesamten Areal liegen die Ergebnisse von Kernbohrungen herum. Wohl der erste notwendige Schritt dieses größten europäischen Passivhausprojekts, damit nicht auf Sand gebaut wird.
veröffentlicht am 21.05.2008 um 10:21 von Peter Engert (Raiffeisen-Leasing)
Wenn man meint, dass die derzeitigen Preissteigerungen tatsächlich nur durch die Ökoenergie gepusht werden, dann ist das eine kurzfristige Sichtweise. Denn tatsächlich kommen derzeit mehrere Gründe zusammen: Einerseits die schlechten Ernten, die gleichzeitig mit der verstärkten Nachfrage durch die vielen neuen Ökoanlagen zusammengefallen sind, Spekulationen sowie der erhöhte Konsumbedarf in Ländern wie China oder Indien, wo sich allein der Fleischverbrauch verdoppelt hat u.v.m.Wir wollen uns dadurch aber nicht abbringen lassen, sondern wir sehen die europäische Dimension bei diesem Thema, da es ein großes Flächenpotenzial gibt, das noch genützt werden könnte. Auch wachsen die Anbauzonen durch die Klimaveränderung immer weiter in den Norden - so gibt es z.B. Flächenzuwächse in Südsibirien, die nun als Agrarflächen genutzt werden können.
Derzeit sind wir bei der Bioenergiegewinnung sicher noch nicht am Effizienzoptimum angelangt und Steigerungen sind sicher möglich. Wichtig ist es aber nicht nur im Labor, sondern in der Realität zu forschen. Die Raiffeisen-Leasing wird den Ausbau der Ökoenergie weiterhin unterstützen und wir investieren in Forschung & Entwicklung.
veröffentlicht am 15.05.2008 um 08:49 von Peter Engert (Raiffeisen-Leasing)
Die am 7. Mai 2008 im Ministerrat beschlossene 2. Ökostromnovelle ist aus unserer Sicht noch immer nicht befriedigend. So soll zwar die Deckelung von 17 auf 21 Millionen Euro angehoben werden, aber die angestrebte Planungssicherheit wird damit wieder nicht erreicht. Denn, einerseits muss vorab Geld in die Projektierung gesteckt werden, andererseits gibt es dann aber keine Sicherheit, wann man ans Netz kommt, falls man aufgrund erschöpfter Mittel nicht mehr ins Kontingent fällt. Das bedeutet, dass man nach einem Jahr komplett aus der Reihung fällt und erst recht einen neuerlichen Antrag stellen muss. Diese Regelung wird Investoren weiterhin abschrecken. Und es bleibt genau genommen bei einem Stillstand, was den Ausbau der klimaverträglichen Stromerzeugung betrifft! Daneben gibt es auch noch einige andere Negativpunkte wie z.B. die jährlich notwendige Verordnung der Preise für rohstoffabhängige Energieerzeuger.
Der Versuch dieses „Zwischenschritts” in Sachen Ökostromnovelle geht in manchen Bereichen prinzipiell in die richtige Richtung, bei entscheidenen Punkten aber viel zu wenig weit. Mit dieser Novelle bleibt Österreich Schlusslicht in der Ökostromentwicklung in Europa. Impulse für die Weiterentwicklung einer inländischen Ökoindustrie, die ihr Know-how nach Osteuropa exportieren kann und damit österreichische Wertschöpfung generiert, bleiben sicher aus.
Ich denke, man sollte nicht all zu viel Zeit für die Analyse dieser Novelle verschwenden. Denn ich bin überzeugt davon, dass auch unsere Bundesregierung in absehbarer Zukunft erkennen wird, dass der vorliegende Entwurf renovierungsbedürftig ist. Und ich bin überzeugt davon, dass die Bundesregierung erkennen wird, dass ein Ökostromgesetz nicht mehr recht als schlecht die verschiedensten Interessensgruppen in Österreich befriedigen, sondern ein wichtiger Puzzlestein für die notwendige Umgestaltung unserer Energieversorgung sein sollte.
veröffentlicht am 11.05.2008 um 14:16 von Reinhard Würger (Raiffeisen-Leasing)
„……. Dazu kommt noch Kritik an der CO² - Bilanz von Bioethanol: Addiert man die CO²-Emmissionen beim Import des Getreides und die schädliche Wirkung beim Düngen mit Lachgas, schneidet Biodiesel in punkto Klimawirkung schlechter ab als Normalbenzin.“
Dieser Satz war allen Ernstes am 28.April 2008! in einem sogenannten Qualitätsmedium zu lesen. 1.April wäre noch verständlich gewesen. Mehrfaches Unverständnis - und das als Botschaft für die Leserschaft kann nur verantwortungsloses Umgehen mit durchaus kontroversell diskutierbaren Treibstoffthemen bedeuten.
In diesem Zusammenhang ist mir ein Vortrag von Mariann Fischer Boel, EU - Kommissarin untergekommen, den Sie im Europäischen Zentrum für Politik gehalten hat.
Ich denke, das ist durchaus lesenswert und zeigt doch fundierte Überlegungen auf, jenseits des politischen Tageskleingeldes bzw Hysterie.
Mariann Fischer Boel, Mitglied der Europäischen Kommission für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung:
Biokraftstoffe: Ein Kraftstoff, der viel zu wertvoll ist, um als Sündenbock abgestempelt zu werden
veröffentlicht am 07.05.2008 um 17:33 von Peter Engert (Raiffeisen-Leasing)
Die Raiffeisen-Leasing hat endlich einen Blog! Wir wollen nämlich mit der Zeit gehen und die vielen spannenden Themen rund um die Ökoenergie auch über dieses immer beliebtere Medium kommunizieren. Warum wir das machen? Ganz einfach, die Raiffeisen-Leasing hat sich bereits seit dem Jahr 2000 - als eines der ersten Leasingunternehmen im deutschsprachigen Raum - um die Entwicklung und Finanzierung von Ökoenergieprojekten bemüht und zählt in diesem Segment zu den größten Investoren in Österreich. Aber Ökologie hat für uns nicht nur eine, sondern viele Perspektiven und der Spannungsbogen reicht von der Produktion über die Verwendung, den Einsatz von Sanierungen bis hin zur Mobilität. Die Palette, die wir anbieten, reicht von Projekten im Bereich der Windkraft über Bioöl-, Biogas-, Biomasse- sowie Photovoltaikanlagen bis hin zur Wasserkraft und Geothermie. Darüber hinaus engagiert sich die Raiffeisen-Leasing im Inland aber auch für den verstärkten Einsatz ökologischer Antriebe bei Fahrzeugen. Hier bieten wir unseren Kunden ein tolles Angebot: Nämlich die Gewährung eines Direktzuschusses von EUR 300,- bei Abschluss eines Leasingvertrages für ein Öko-Auto.
Aus all diesen Aktivitäten heraus beschäftigen wir uns auch seit längerer Zeit mit dem Thema Nachhaltigkeit, weil wir von unserer Verantwortung für die Entwicklung von Gesellschaft und Umwelt überzeugt sind. Aber selbstverständlich machen wir all dies nicht uneigennützig - wir sind schließlich kein NGO. Sondern wir wollen natürlich Geld verdienen, um letztlich damit den Erfolg des Unternehmens, sowohl für die Mitarbeiter als auch für die Eigentümer, aufrechtzuerhalten. Und wir sind überzeugt davon, dass das eine das andere nicht ausschließen muss! Gelebtes nachhaltiges Wirtschaften ist heute unumgänglich.
Die Ökologie als Teil der Nachhaltigkeit - dieses Megathema wird uns noch lange beschäftigen! Um dauerhaft erfolgreich zu sein, ist es wichtig, schon heute die richtigen Entscheidungen für die Zukunft zu treffen!