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Ökoenergie treibt Preise an!?

veröffentlicht am 21.05.2008 um 10:21 von Peter Engert (Raiffeisen-Leasing) icon 4 Kommentare

Wenn man meint, dass die derzeitigen Preissteigerungen tatsächlich nur durch die Ökoenergie gepusht werden, dann ist das eine kurzfristige Sichtweise. Denn tatsächlich kommen derzeit mehrere Gründe zusammen: Einerseits die schlechten Ernten, die gleichzeitig mit der verstärkten Nachfrage durch die vielen neuen Ökoanlagen zusammengefallen sind, Spekulationen sowie der erhöhte Konsumbedarf in Ländern wie China oder Indien, wo sich allein der Fleischverbrauch verdoppelt hat u.v.m.Wir wollen uns dadurch aber nicht abbringen lassen, sondern wir sehen die europäische Dimension bei diesem Thema, da es ein großes Flächenpotenzial gibt, das noch genützt werden könnte. Auch wachsen die Anbauzonen durch die Klimaveränderung immer weiter in den Norden - so gibt es z.B. Flächenzuwächse in Südsibirien, die nun als Agrarflächen genutzt werden können.

Derzeit sind wir bei der Bioenergiegewinnung sicher noch nicht am Effizienzoptimum angelangt und Steigerungen sind sicher möglich. Wichtig ist es aber nicht nur im Labor, sondern in der Realität zu forschen. Die Raiffeisen-Leasing wird den Ausbau der Ökoenergie weiterhin unterstützen und wir investieren in Forschung & Entwicklung.

4 Kommentare

Gerhard Strasser, 21.05.2008 um 19:12

ad Lebensmittel-Preise:
Folgende Faktoren werden oft ausser Acht gelassen: die Nachfrage nach Getreide steigt kontinuierlich an (konstantes Wachstum seit Jahrzehnten). Das Angebot schwankt sehr stark und daher ergeben sich je nach Marktsituation sehr starke Preisschwankungen (nach oben, bzw. nach unten). Reaktionen in Hinblick auf die Anbaumengen werden erst verzögert wirksam. Zum Beispiel werden brachliegende Flächen wieder genutzt, die Ernte folgt aber erst frühestens in einem Jahr. Auch witterungsbedingte Ausfälle tragen dazu bei. Die Interventionsstände (Lagerstände der Getreidespeicher) der EU sind fast leer und verstärken somit noch weiters die Marktschwankungen, weil diese nicht regulativ eingesetzt werden können. Der Kontrakthandel mit Getreide nahm sehr stark zu (Spekulationsgeschäfte an den Rohstoffbörsen) und trieb die Treibstoffpreise noch weiter in die Höhe.

Das ist ein Hauptgrund warum die Kosten von agrarischen Rohstoffen zur Zeit sehr hoch sind. Und nicht der steigende Anteil von Ethanol als Treibstoff, der in Summe nur ca. 4,5% der Weltproduktion ausmacht. Details dazu sind auch unter der Dokumentation der heutigen, vom ÖAMTC organisierten, Veranstaltung an der TU Wien zu finden: http://www.oeamtc.at/index.php?type=article&id=1130411&menu_active=

Andreas Fellinger, 25.05.2008 um 18:36

Auch ich verspüre in letzter Zeit leider immer öfter das Gefühl, dass Biosprit als Sündenbock (vor allem in den Medien) herhalten muss…Stichwort steigende Nahrungsmittelpreise…Ich glaube jedoch, dass man es sich zu einfach macht, wenn man nur vordergründig einen “Schuldigen” sucht und nicht auch die Hintergründe detaillierter betrachtet. (siehe die oben genannten oft vergessenen Faktoren). Eine sachliche Diskussion ohne allzuviel Emotionen hat sich diese Angelegenheit allemal verdient. Das wäre meines Erachtens nach auch wesentlich zielführender. Denn dass (ökologische) Alternativen zu konventionellem Sprit immer wichtiger werden, zeigt nicht zuletzt der aktuelle Spritpreis der gen 1,50 pro Liter tendiert.

Anita Wiesenfellner, 03.06.2008 um 09:38

Mir gibt auch zu denken, dass selbst die sehr engagierte Biologielehrerin meiner Tochter (2. Klasse Gymnasium) ihren Schülern erklärt, dass Biosprit ein wesentlicher Faktor für die steigenden Nahrungsmittelpreise ist. Die anderen Faktoren - wie im Beitrag angeführt - wurden von ihr zwar auch erwähnt, aber bei meiner Tochter ist der Faktor Biosprit als Preistreiber am nachhaltigsten hängengeblieben ….

Sebastian, 08.07.2008 um 07:26

Das ist natürlich heftig zu sehen, im welchen Zusammenhang Biosprit in der Schule vermittelt wird, aber anscheinen wissen die es nicht besser.

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