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Monatsarchiv für Juli 2010

Yes we can: Professionelle Politik

veröffentlicht am 13.12.2008 um 00:29 von Günter Strobl (Raiffeisen-Leasing) icon 1 Kommentar, keine Trackbacks

In der Nacht von gestern auf heute hat die EU ein Konjunktur- und ein Klimapaket verabschiedet. Eine endgültige Beurteilung wird wohl noch dauern, aber wie Hans Bürger in der Zeit im Bild am 12.12.2008 gesagt hat, ist es “das größte Klimapaket der Welt”, was die EU da gestern Nacht beschlossen hat. Das ist erfreulich, weil es mir zeigt, dass Professionalität möglich ist.

WikipediaEin Profi als US-Energieminister

Ein weiteres Beispiel für mehr Professionalität in der Politik ist, wie der “President Elect” Barack Obama in den letzten Wochen sein Regierungsteam zusammenstellt: Hillary Clinton als Außenministerin ist die weltweit medial bekannteste Person in Obama’s Team. Weniger bekannt war bisher -zumindest außerhalb der Öko- oder Nobelpreisszene - der zukünftige Energieminister: Dr. Steven Chu. Er hat 1997 den Nobelpreis für Physik erhalten und wird nun politisch für - mittlerweile auch in den USA - das wichtigste Zukunftsthema verantwortlich sein.

Es ist erfrischend zu sehen, dass sich was tut auf diesem Planeten. There ist change! Und das wichtigste aus meiner Sicht ist, dass es sich nun abzuzeichnen scheint, dass Profis endlich die Schlüsselpositionen einnehmen und die Blender, Dampfplauderer und Lobbyisten, die vor allem ihre Eigeninteressen im Fokus hatten, zurückgedrängt werden.

Einen Eindruck vom zukünftigen US-Energieminister kann man in diesem Video auf Youtube gewinnen (Dank an Christoph Chorherr!)

ecogg.at: Energiesparend googlen

veröffentlicht am 08.12.2008 um 09:30 von Günter Strobl (Raiffeisen-Leasing) icon 10 Kommentare, keine Trackbacks

ecogg.jpgMan mag es vielleicht nicht glauben, aber auch die Suche im Internet kann energiesparend erfolgen. Der auf den Google Suchservern basierende Internet Dienst “ecoGG” bietet jetzt eine “schwarze” Google Suche an.

Weltweites Einsparpotenzial: ein Atomkraftwerk

Der Internetinfodienst “Treehugger” berichtete bereits vor einigen Monaten über die möglichen Energieeinsparungen schwarzer Webseiten und rechnete vor: Eine durchgängig weiße Internetseite benötigt rd. 74 Watt zur Darstellung auf einem LCD Display, während eine schwarze Seite auf rd. 54 Watt kommt. Google, die rd. 200 Millionen Suchanfragen pro Tag aufweisen, könnte durch eine einfache Umstellung seine Suchseite von weißem auf schwarzen Hintergrund den globalen Energieverbrauch um 750 MWh reduzieren. Dies entspräche nahezu dem Einsparpotenzial eines Atomkraftwerks.

Alternative Suchmaschine auf Google Basis

Mittlerweile haben sich bereits zwei Anbieter mit schwarzem Hintergrund entwickelt. Blackle.com und eben ecogg.at. Das nenne ich doch eine einfache Art Energie zu sparen. Nach ein paar Tagen hat man sich ecogg.at genauso gemerkt wie google. Wenn ich mich recht erinnere, war es in den Anfangszeiten der Internetsuchmaschine auch nicht so einfach, sich “google” zu merken - ich zumindest tat mir mit altavista damals noch leichter …

Stehen wir am Beginn der nächsten, globalen Umweltkatastrophe?

veröffentlicht am 05.12.2008 um 22:23 von Günter Strobl (Raiffeisen-Leasing) icon 1 Kommentar, keine Trackbacks

Manganknolle (Quelle: Wikipedia)Auf ARTE lief heute eine Dokumentation unter dem Titel “Goldrausch in der Tiefe“. Vor allem der französische Erdölkonzern TOTAL schürft seit einigen Jahren vor der Küste von Angola nach Erdöl. Bereits heute sind riesige Flächen am Meeresboden von Tiefsee-Erdölförderanlagen bedeckt. Wie es in der Dokumentation hieß: “Dort schaut kein Umweltschützer vorbei”. Schließlich liegen die Anlagen auch in der Tiefsee, also 500 Meter unter dem Meeresspiegel. Ohne aufwändige technische Ausrüstung unerreichbar und diese können sich nur Ölkonzerne leisten.

Schon begonnen: der weltweite Abbau der Bodenschätze in den Ozeanen

Die Bilder, als Russland seine Flagge im August 2007 medienwirksam auf dem Meeresgrund am Nordpol platziert hat, gingen um die Welt. Tatsächlich fehlen verbindliche Regeln über die Rechtsverhältnisse jener Meeresbodenflächen, die außerhalb der 200-Meilen-Zonen liegen, und das sind fast 2/3 der Erdoberfläche!

Neuseeland ist Vorreiter im Erteilen von Schürfrechten auf ihrem Meeresboden an internationale Konzerne. Im Pazifischen Ozean haben aber z.B. auch deutsche Unternehmen bereits Schürfrechte in der Tiefsee. Besonders begehrt ist ein neuer Rohstoff: Manganknollen, die in 1 Million (!) Jahre ca. 5 mm wachsen, ein fossiler Rohstoff also. Der Bericht hat gezeigt, dass 1976 durchgeführte Abbautests von Manganknollen am Meeresboden heute noch so sichtbar sind, als wäre es gestern geschehen. Der Tiefseemeeresboden ist offensichtlich noch empfindlicher als die Landoberfläche des Planeten.

Mich beunruhigt diese Entwicklung außerordentlich. Ich habe heute erstmals über dieses Thema überhaupt gehört. Der Bericht endet übrigens mit der Hoffnung, “die Fehler die am Land gemacht wurden, in der Tiefsee zu vermeiden”. Dieser Hoffnung schließe ich mich an, allein mir fehlt der Glaube …

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