Gratisenergie im Ausmaß von 200 Billiarden EUR
veröffentlicht am 20.04.2009 um 15:16 von
Seit einigen Monaten wird im Zuge diverser nationaler Wirtschaftsrettungspakete mit sehr, sehr großen Beträgen hantiert. Das Profil hat in seiner aktuellen Ausgabe eine weitere beeindruckende Zahl ins Spiel gebracht. 200 Billiarden EUR ist jener rechnerische Marktwert, den die Sonne in Form von Energie jährlich auf Mitteleuropa strahlt. Dieses ungeheure Potenzial von 1,1 Trillionen Kilowattstunden verpufft derzeit so gut wie ungenutzt auf diesem Teil des Planeten. Analoges gilt für den Rest der Welt.
Weitere beeindruckende Zahlen aus dem profil-Artikel
- Der gesamte Jahresverbrauch an Energie strahlt in gerade mal 40 Minuten auf die Erde ein.
- Die Energieprobleme der Erde - und damit auch die CO2-Problematik - wäre mit einem Schlag gelöst, wenn es der Menschheit gelänge nur 0,0007 Prozent (!) der Sonnenenergie zur Stromerzeugung nutzbar zu machen.
- Die 2008 aus dem österreichischen Klimafonds vergebenen Mittel (8 Mio. EUR) waren innerhalb von 17 Minuten (!) vergeben.
- Der Freistaat Bayern deckt mittlerweile zwei Prozent des Strombedarfs aus Fotovoltaik, in Österreich sind es 0,003 Prozent (!).
- Das Potenzial für Solarenergie in Österreich liegt bei 20 % des Stromverbrauchs.
- Damit könnten in den nächsten 20 - 30 Jahren 30.000 Arbeitsplätze geschaffen werden
- Mit der Rapsernte von einem Hektar kann ein Biodiesel-PKW 21.500 km weit fahren, bestückt man die gleiche Fläche mit Fotovoltaikzellen (bei einem Wirkungsgrad von 15 %) könnte ein E-Mobil 3,25 Millionen (!) Kilometer weit fahren.
Ein Auszug dieser Zahlen aus dem Artikel zeigt die ganz große Schieflage der aktuellen Energiesituation. Die Sonne scheint noch 5 Mrd. Jahre, die aktuellen Öl- und Gasreserven halten bestenfalls noch 100 Jahre. Welche Daten benötigen wir noch um endlich in ein nachhaltiges, sicheres, umweltfreundliches, langfristiges Investment in die Sonnenenergie auf breiter Front einzusteigen? Ich werde das Gefühl nicht los, dass wir hier in die nächste große Krise hineinlaufen. Warum ist es so wenig reizvoll, dieses ungeheure Potenzial von täglicher Gratisenergie zu nutzen. Mut und Unabhängigkeit muss einem doch auch was Wert sein, oder?








5 Kommentare
Solange die Energiepreise so niedrig sind und Energieverschwendung quasi nicht Unmengen an Geld kostet bzw. sanktioniert wird, wird sich auch nichts ändern.
Ich habe letztes Jahr meine Pensionsvorsorge aufgelöst und mir eine 5 kWp-Photovoltaikanlage auf unser ökologisches Passivhaus montiert, wir erzeugen unser Warmwasser fast ausschließlich solar, heizen mit Erdwärme und ein bisserl Holz. Mit der PV-Anlage erzeugen wir sogar 50 % mehr Strom als wir derzeit verbrauchen - ich bin auch schon auf der Suche nach einem halbwegs familienfreundlichen und auch leistbaren E-Mobil, um dieses dann mit unserem Sonnenstrom zu betreiben. Wenn ich mir die (Behörden-)Wege (Land NÖ, OeMAG, Gemeinde, EVN) ansehe, die wir gangen sind und die ganze vermurkste Geschichte mit dem Ökostromgesetz, dann wundert’s mich nicht, dass sich so wenige Leute dies antun.
Es liegt aber immer am Einzelnen, sich Gedanken zum Thema Energie (aber nicht nur darüber!) zu machen und daraus seine persönlichen Konsequenzen abzuleiten. Wir haben daraus unsere Schlüsse gezogen und beschlossen, möglichst nachhaltig und unabhängig zu leben - sei es jetzt zum Thema Energie, Mobilität, Ernährung, Permakultur(start-)selbstversorgergarten mit Saatgutgewinnung etc.
Ich hab’s schon aufgegeben, in Österreich als Privater auch eine entsprechende (finanzielle) Unterstützung zu bekommen. Sobald man irgendwo nachfragt, bekommt man entweder gar keine Rückantwort oder es heißt quasi “Mit ihren Ideen sind sie zu innovativ”.
Man belächelt uns noch von vielen Seiten, doch - so wie sie schreiben - habe auch ich das Gefühl, dass die nächste Krise sich ums Thema Energie drehen wird.
Spätestens dann beginnt wieder das große Jammern und (Steuer-)Geld verteilen à la Bankenhilfe etc. ….
@ Dietmar Zimmel: ich muss sagen, ich halte das für eine gute Zukunftsvorsorge, seine Pensionsvorsorge in eine autarke Energielösung zu investieren. Menschen wie Sie, wenn ich mir diese Äußerung erlauben darf, sind das Rückgrat einer zukunftgerichteten Bewegung. Danke für Ihren Kommentar!
Danke für diesen komprimierten Artikel! Pensionsvorsorge am eigenen Dach ist für mich schon lange beschlossene Sache, vor allem wenn in in paar Jahren hoffentlich Netzparität herrscht. Das Haus dafür muss noch her, aber es freut mich, dass auch andere so denken!
Endlich klare Ansagen was Photovoltaik volkswirtschaftlich an Vorteilen bietet!
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