Blogparade: Gesellschaftsfreundliche Produkte als Innovationsmotor
Dies ist ein Artikel im Rahmen der Blogparade zum Thema Zukunft-Innovation! Danke an die 3M-Plattform und Blögger für den Denkanstoss!
Was zeichnet ein innovatives Unternehmen nun aus?
Diese Frage wurde vor wenigen Jahren bei meinem Studium an der WU noch mit folgendem Satz beantwortet:
“Sie müssen die Bedürfnisse der Kunden erkennen und diese Produkte dann auf den Markt bringen.”
Eben diese Lehre rechtfertigt zahlreiche Marktstudien, welche “erstaunliche” Ergebnisse liefern wie zB. dass der Kunde anscheinend ein noch schnelleres Auto, billigere Produkte und weißere Zähne haben möchte” Das Resultat dieser Vorgehensweise ist seit vielen Jahren ein grauenhaftes “Mehr vom Selben“. Zahnpasta für weissere Zähne, grössere und flachere Fernseher, Autos mit minimal weniger Spritverbrauch… usw. Allesamt lediglich inkrementelle Innovationen.
Die Massenprodukte sind dadurch objektiv nicht mehr unterscheidbar und so kann nur teures Marketing das eine Waschmittel. vom anderen unterscheidbar machen. Dass die Versprechungen in der Werbung nicht mehr der Wahrheit entsprechen, ist sowieso egal. Hauptsache die richtige “Message” kommt beim Kunden an und bewegt ihn zum Kauf.
Dem möchte ich folgendes Zitat von Henry Ford entgegenstellen:
“Wenn ich die Menschen gefragt hätte, was sie wollen, hätten sie gesagt schnellere Pferde.“
Der “gemeine Kunde” weiß einfach nicht mehr, was er übermorgen kaufen wird. Die Meinung von heute, muss nicht unbedingt die von morgen sein. Dies ist heute noch wichtiger als vor wenigen Jahren, da wir uns gerade in einem Wertewandel befinden und unlauteres Handeln der Unternehmen nicht mehr so leichtfertig hingenommen wird. Darauf müssen sich die Unternehmen vorbereiten und gesellschaftsfreundliche Produktionsmaßnahmen im Unternehmen implementieren.
Diese Aufgabe sollte jedoch nicht als Pflicht gesehen werden, sondern als echte Chance. Ich finde, dass es Innovationsabteilungen derzeit ziemlich einfach haben. Der Markt von morgen schreit nach
- Ungiftigen
- Ressourcenschonenden
- Unausbeuterischen
und vor allem
- Ehrlichen
Produkten. Dazu hier ein Artikeltipp aus einer Brand Eins Ausgabe: Ehrlichkeit ist auch eine Strategie.
In jedem einzelnen Teil der Wertschöpfungskette steckt durch die Anwendung oben genannter Attribute ein unglaubliches Innovationspotential. Ich habe zum Beispiel die Möglichkeit bei meinen Produkten zu prüfen, ob ich die enthaltenden Giftstoffe eliminieren kann. Dabei meine ich nicht das Einhalten von EU-Normen, sondern den ehrlichen Versuch (es wird nicht immer möglich sein) nur natürliche Stoffe zu verwenden.
Außerdem kann ich die Transportkette verkürzen, erneuerbare Energien zur Produktion verwenden und den Recyclingzyklus schon bei der Produktplanung mitdenken. Letzeres kann sogar zum gewinnbringendes Kundenbindungsprogramm werden. Hier ein Beispiel wo genau dieser Punkt erfolgreich umgesetzt wurde: Bei Backhausen und ihrem cradle2cradle Stoff Returnity.
Ich finde auch, dass Open Innovation bei diesem Ansatz nicht sehr viel Platz hat. Um diese Punkte umzusetzen brauche ich keine Crowd, die mir Ideen liefert. Eigentlich brauche ich mir nur jene Menschen suchen, die ihr Produkt bereits erfolgreich gesellschaftsfreundlich produzieren, bzw. einfach die Beispiele erfolgreicher ökosozialer Innovationen studieren. Es gibt auf diesem Bereich nur wenige Betriebsgeheimnisse. Das Geheimnis ist, es einfach zu tun.
Abschließend bleibt zu sagen:
“Nie gab es so viele Chancen – weil zuvor so viel falsch gemacht worden ist.” (Simonetta Carbonaro)
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