Wie man einen Markt erfolgreich ausschaltet… ja genau…

Eigentlich sollte hier eine Replik auf den offensichtlich vom Spiegel geprägten Presse Artikel von Herrn Urschik entstehen, da ich von Lesern darum gebeten wurde. Nachdem ich jetzt schon eine halbe Seite mit Für- und Gegenargumenten geschrieben hatte und mich auch zu viel geärgert habe, habe ich aber beschlossen, ihm diesen Gefallen nicht zu tun. Wer noch nicht erkannt hat, dass der Solarmarkt sowohl thermisch also auch elektrisch erst am Anfang einer unfassbaren Entwicklung steht, dem kann und ich will ich eigentlich auch gar nicht helfen.

Alle die sich selbst eine Meinung machen wollen, rate ich sich mit den Themen “Netzparität“,  ”Stromgestehungskosten“, “Regionale Wertschöpfung” und “Förderung für fossile Energieträger” auseinanderzusetzen. Ich habe erkannt, dass es leider nichts nützt, Menschen die Informationen vorzukauen. Es hört jeder sowieso nur das, was er hören möchte oder eben, abhängig vom aktuellen Wissensstand, geistig fähig ist zu verarbeiten.

Handwerker sind die Gewinner der Energiewende

Eines sei noch gesagt: Die Handwerker dieser Welt werden Deutschland noch jahrezehntelang die Füsse küssen. Ohne dem EEG wäre diese rasante Entwicklung nie im Leben möglich gewesen und auch wenn wir die Module global sourcen werden müssen, wird es in jedem einzelnen Land noch massive Werschöpfungmöglichkeiten geben. Im Gegensatz zu Handys und Kleidung, steht nämlich nach der Lieferung nach Europa noch ein Haufen Arbeit an.

Einspeisetarife haben zur  Kostensenkung massiv beigetragen

Wer sich doch noch weiter einlesen will, kann die Serie Einspeisetarife nochmal durchgehen, darin hab ich die Vor- und Nachteile des Systems schon ausführlichst erklärt. Man muss einfach die richtigen Fragen stellen. Führen Investitionszuschüsse zu sinkenden Kosten? Nein – im Gegenteil. Führen kontinuierliche sinkende Einspeisetarife zu sinkenden Kosten. Ja – definitiv. Sind überhitzte Märkte schlecht? Ja – definitiv. Natürlich würden viele Probleme gelöst werden, wenn der Energiemarkt tatsächlich ein funktionierender Markt ohne Subventionen, internalisierten externen Kosten und vollkommener Information wäre. Dem ist leider nicht so, bis dahin, können wir nur versuchen uns schnellstmöglich eine eigene Energieversorgung aufzubauen und die Energiemilliarden im Land zu behalten.

It has only just begun!

Abschließend eine Grafik, die vielleicht auch manche interessieren könnte, von wegen Ausschaltung eines Marktes. Da sich viele unter den Größenordnungen nichts vorstellen können. 6 GWp zugebaute Leistung entsprechen ungefähr dem Output eines 1 GWel Atomkraftwerks. Bis 2030 werden also bis zu 750 “solare AKWs” gebaut werden. Vermutlich sogar mehr, weil die Realität die PV bei den Prognosen schon immer weit überholt hat.

Aus "Photovoltaikstudie Österreich/Deutschland (c) Dachgold/VEND

Hmm, jetzt hab ich doch wieder mehr geschrieben als ich wollte, aber zumindest keinen bösartigen Kommentar, sondern einen schönen Ausblick in die Zukunft!