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	<title>ÖkoEnergie-Blog &#187; Axel Beer</title>
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		<title>Die Datenkrake kommt aus der Steckdose</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Oct 2012 14:16:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Beer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Energiemanagement & Smart Grids]]></category>

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		<description><![CDATA[Nicht nur der Strom kommt aus der Steckdose: auch Googles Datenkrake streckt ihre Tentakel nach dem Stromnetz aus. Wer dem Untier nicht auf die Saugnäpfe klopft wird zum gläsernen (Strom-)Verbraucher. So smart wie ihr Name glauben lässt sind „Smart Grids“ auch wieder nicht. Haben Sie ein Android Phone, das mit Ihrem Google Konto synchronisiert ist? [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-decoration: italic">Nicht nur der Strom kommt aus der Steckdose: auch Googles Datenkrake streckt ihre Tentakel nach dem Stromnetz aus. Wer dem Untier nicht auf die Saugnäpfe klopft wird zum gläsernen (Strom-)Verbraucher. So smart wie ihr Name glauben lässt sind „Smart Grids“ auch wieder nicht.</p>
<p>Haben Sie ein Android Phone, das mit Ihrem Google Konto synchronisiert ist? Oder zumindest Freunde, die ein synchronisiertes Andriod Phone haben? Dann kennt Google Ihre Nummer bereits. Es ist gar nicht mehr notwendig der Kalifornischen Datenkrake die persönlichen Daten ins Maul zu stopfen, Ihre Freunde machen es für Sie. Und wenn man schon einmal dabei ist, das Leben mit Google zu synchronisieren weil die superpraktischen gratis Services so superpraktisch sind, so synchronisiert man gleich auch den Kalender, die Dokumente, die Familienfotos, den aktuellen Aufenthaltsort, den Freundeskreis undsoweiter. Wenn man fertig ist, versieht man auch noch alles mit Metadaten, es wäre doch schade wenn die elektronischen Spione aus dem Googleversum lange suchen müssten, das muten wir ihnen nicht tu. Und dann soll sich noch eineR über die Vorratsdatenspeicherung beklagen.</p>
<p style="font-size: large;margin-top: 1em">Superpraktisch</p>
<p>Den Wettbewerbsvorteil, den sich Microsoft durch ein quasi-Monopol bei Betriebssystemen schafft, erarbeitet sich Google mit Verführung. Denn eines muss ich zugeben: die gratis Services die Google da anbietet sind ja wirklich superpraktisch. Da fällt mir kein Stein aus der Krone, das gebe ich, der „Freetard“, der Nörgler ohne Facebook Account , euch gerne schriftlich. Hier, bittesehr: superpraktisch. Nur eben nicht gratis. Die superpraktischen Dienste, die Facebook,. Google und Co anbieten, werden für den Preis der Privatsphäre geliefert. Da ist geschenkt noch zu teuer!</p>
<p style="font-size: large;margin-top: 1em">Feuchte Träume</p>
<p>Jetzt wo unser onlineleben, Surferhalten, unsere sozialen Netze und alles was unser Mobiltelefon über uns weiß bereits von Google verdaut werden hat die Krake immer noch Hunger. Google überlege, so lese ich in der <a href="http://derstandard.at/1347493144195/Gratisstrom-von-der-Suchmaschine">Zeitung</a>, in den Strombereich einzusteigen. Das Geschäftsmodell scheint dabei das gewohnte zu sein, denn: der Strom soll gratis aus der Dose kommen. „Nur“ zum Preis der persönlichen Daten, die damit verknüpft sind. Gemeinsam mit den Google Analtytics bits, die in jede zweite Webseite eingebaut sind, dem Protokoll über unsere Suchanfragen und der Realname Politik (also dem Verbot von Aliasnamen) bei Google Plus, kann die Datenkrake nun alle diese Daten mit unserem Namen und unserer Adresse (von der Stromanmeldung) und dem sekundengenau abrufbaren Energieverbrauch verknüpfen. Eine solche Sammlung ist der feuchte Traum jedes Voyours, Despoten oder Marketingleiters. Die Architekten des iranischesn oder Burmesischen Überwachsungsstaates, sowie die Geheimdienste dieser Welt erblassen vor Neid: über solche Datansammlungen verfügen nicht einmal die, vor denen uns Orwell, Badburry und Yatin gewarnt haben. Vergiss big brother: Tante Goole is watching you.</p>
<p style="font-size: large;margin-top: 1em">Gebetene und Ungebetene Zähler-Gäste</p>
<p>Nicht nur, dass wir den Elektronenspionen bereitwillig die Türe öffnen, in ihrem Schlepptau kommen die ungebetenen Gäste. In einer <a href="http://www.wired.com/threatlevel/2012/09/scada-vendor-telvent-hacked/">anderen Zeitung</a> lese ich, dass Smart Grid Softwarehersteller Telvent Ziel eines Hackerangriffs wurde. Dabei ist nicht das Problem, dass etwas gestohlen worden sein könnte – im Gegenteil! Wäre ich ein böser Bube mit dem erklärten Ziel den Scheibenkleister aus dem Stromnetz rauszuhacken, ich täte es indem ich Schadsoftware im Quellcode eines Smart Grids verstecke, gewissermaßen eine persönliche Hintertür ins Stromnetz. Sie halten mich für einen paranoiden Orwellianer? Dann erinnern sie sich offenbar nicht an Stuxnet. Das maßgeschneiderte Computervirus, das die Iranischen atomanlagen lahmlegte, wurde genau auf diese Weise eingeschleust. Gestern noch im Giftschrank wildgewordener Geheimdienstler, morgen schon in in ihrem Zählerkasten! Wer sich so ein superpraktisches „gratis“-Service-Teil aufhängt hat nicht alle kilowattstunden im Zähler, ich meine natürlich nicht alle Valenzelektronen in der äußeren Schale, beziehungsweise Tassen im Schrank.</p>
<p style="font-size: large;margin-top: 1em">Superpraktisch in der Tat</p>
<p>Bevor jetzt noch der/die letzte LeserIn aufgibt und diesen Blogger als frustrierten Modernisierungsverweigerer abschreibt, versuche ich mich ein Bissal zu beruhigen. Hand aufs Herz – ich wäre ja der Erste, der sich ein Smartmeter für den Stromverbrauch in der eigenen Wohnung aufhängt. Allein schon wegen des Coolness- und Kudosfaktors. Auf die Sekunde genau wissen, wohin mein Strom geht, wieviel ich wann verbauche, wo ich sparen kann, ist nicht nur cool sondern sogar nützlich (und warum soll eine neue Technologie nicht zur Abwechslung mal nützlich sein). Tagelang laufen allerlei Geräte auf Standby und tun derweil nichts (außer vielleicht im Hintergrund Daten sammeln&#8230;)&#8230; es wäre preaching-to-the-converted den LeserInnen des Öko-Energie Blogs den elfhundertsiebensten Stromspartipp zu geben. Jedenfalls: ein Spiel dessen Regeln man begriffen hat, kann man gar nicht mehr mitspielen, hat der große Paul Watzlawick gesagt. Selbsterkenntnis ist und bleibt der erste Schritt zur Besserung. Die Betonung liegt dabei allerdings auf <span style="font-weight: bold">selbst</span>. Schließlich heißt es ja nicht, dass Googeerkenntnis zur Besserung führe. Den erst zu erfindenden smarten Stromzähler auf Open Source Basis, mit vertrauenswürdigen Sicherheitsmaßnahmen und Datenschnittstellen, die genau mir und niemandem sonst (der Netzbetreiber muss nur den Gesamtverbrauch kennen um eine Rechnung zu schreiben) zur Verfügung stehen, hänge ich mir sofort auf. Wann ich Dusche und wie lange ich mein Frühstücksei koche, geht die Leserinnen und Leser nix an. Und dich, Tante Google schon überhaupt nicht!</p>
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		<title>Die Große Fairness-Umverteilung</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Aug 2012 09:20:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Beer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Plädoyer für Fairness gegen uns selbst. Axel macht sich darüber Gedanken wohin sein Geld gehen soll&#8230; &#8220;Das Leben ist hart, aber dafür ist es ungerecht,&#8221; witzelte mein Großvater stets. Als Mitglied der Wiederaufbau-Generation, Geschäftsmann und Familienvater wusste er über Härten und Ungerechtigkeiten des Lebens bestens Bescheid. Die Sätze &#8220;Mir hat keiner was geschenkt,&#8221; und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Ein Plädoyer für Fairness gegen uns selbst. Axel macht sich darüber Gedanken wohin sein Geld gehen soll&#8230;<br />
</em></p>
<p>&#8220;Das Leben ist hart, aber dafür ist es ungerecht,&#8221; witzelte mein Großvater stets. Als Mitglied der Wiederaufbau-Generation, Geschäftsmann und Familienvater wusste er über Härten und Ungerechtigkeiten des Lebens bestens Bescheid. Die Sätze &#8220;Mir hat keiner was geschenkt,&#8221; und &#8220;mich fragt ja niemand,&#8221; gehörten &#8211; vor allem im Alter &#8211; zu seinem ständigen Repertoire. Der Großvater hatte ein Geschäft in der Wiener Neubaugasse. Die Spulen der Heizlüfter, die er Montag bis Samstag verkaufe, wickelte er am Wochenende. Zog zwei Kinder groß und ließ keine Gelegenheit aus, seinen Enkerln einen Geldschein zuzustecken. Natürlich nicht ohne vorher einen seiner Merksätze aufzusagen. &#8220;Bub, denk dran, dir schenkt keiner was,&#8221; sagte er jedes Mal, wenn er mir etwas schenkte. &#8220;Man soll sich nur nicht zu viel für die Allgemeinheit engagieren,&#8221; war seine fixe Überzeugung; &#8220;Gerechtigkeit&#8221; war für ihn ein Schimpfwort bei dessen Erwähnung er mild lächelte. Mein Großvater war ein Experte für das harte, ungerechte Nachkriegsleben wie sie heute nicht mehr gebaut werden. Gottseidank. Einerseits&#8230;</p>
<h2>Generationenfrage</h2>
<p>Meine Generation bezieht ihre Politisierung, ihr Wertegebäude aus anderen Quellen. Hainburg, Tschernobyl, Ozonloch, saurer Regen, Waldsterben und Mülltrennung sind die Stichwörter der Bobo-Generation die heute um die 30 ist und vor Kaufkraft nur so strotzt. Wir wollen zwar konsumieren, uns was leisten können, wie es uns die Wirtschaftswunder-Generation vorgelebt hat. Nur: wenn wir denn die Chance bekommen beim Einkaufen &#8211; sozusagen als Nebenwirkung &#8211; die Welt zu verbessern, so tun wir das gerne. Wer&#8217;s nicht glaubt soll sich die Werbung ansehen! Fairtrade, Nachhaltigkeit, umweltbewusstes Prosumententum und lokale Bio-Bergbauern-Idylle lächeln von jeder Plakatwand auf uns herab, berieseln uns auf allen Kanälen. Das Bedürfnis nach Fairness ist ein Riesengeschäft, die Einstellung unserer Großeltern wird als Hemd-näher-als-Rock-Mentalität auf der Schutthalde gestriger Ideologien entsorgt. Gottseidank. Einerseits&#8230;</p>
<p>Die schlechte Nachricht ist: nicht alle denken nachhaltig, ökoloisch. Denn so zu denken ist teuer. Und teuer können sich nicht alle &#8211; mit Blick auf die Wirtschaftskrise bin ich geneigt zu sagen: immer wenigere leisten. Es ist eine Minderheit der es ernst ist mit der Fairness, die nicht hier und dort ein wenig Altruismus kaufen, sondern die (unterstellte?) Marktmacht der Konsumenten als Hebel einsetzen will. Solange der Mensch ein Homo Oeconomicus, zu Deutsch ein wirtschaftlich denkender Affe ist und neben der neuen Nachhaltigkeit auch preiswerte hinter-mit-die-Sintflut Produkte im Regal stehen bleibt zu bedenken: faires Konsumverhalten bewirkt Umverteilung von bewusst auf scheiß-mich-nix. Allzuoft denken gerade jene an Gerechtigkeit, die selbst wenig haben. Ein ganzes bürgerliches Leben mit fair gehandelten Produkten, erneuerbarer Energie und kurzen Wegzeiten zu bestreiten ist nicht einfach nur sauteuer: solange nicht alle so denken ist es schlicht und einfach Selbstausbeutung.</p>
<h2>Nix scheißen?</h2>
<p>Uns nachhaltig denkenden Mitmenschen muss klar sein, dass der Hummerfahrer in seinem preiswerten bengalischen Anzug auf unsere Kosten lebt. Wo bleibt die Fairness gegen uns selbst? Beim Einkauf im Supermakrt muss ich an den Großvater denken, der der Meinung war, seinetwegen hätte man das Gemüse zwar nicht aus Südamerika importieren müssen&#8230; &#8220;aber jetzt wos scho da is, kann ichs genausogut kaufen&#8221;. Sonst kaufts eben ein Anderer. Weil wir uns aber einig sind, dass sich nix scheißen auch keine Lösung ist, wird Fairness zur Abwägungssache und sollte uns öfter mal zum Nachdenken anregen. Was ist in diesem Moment gerechtes Handeln? Ist es gerechter einen Euro mehr für die Tasse Fairtrade-Kaffee auszugeben, oder soll lieber der Kellner, die Kellnerin einen Euro Trinkgeld mehr bekommen? Kaufe ich mir neue, fair gehandelte Leinenschuhe aus dem Weltladen oder soll ich meine alten Lederlatschen lieber doch reparieren lassen? Nicht nur der Bauwollfarmer am anderen Ende der Welt will gerecht behandelt werden, der freundliche Schuster am anderen Ende des Bezirks kämpft doch auch ums Überleben!</p>
<p>Wohin also mit unserem sauer verdienten Geld? Nachhaltiges, faires und umweltbewusstes geldausgeben ist nur dann gerecht wenn es Grundeinstellung ist, nicht Lifestyle. Unser Geld denen in die Tasche zu stecken, die mit unserem Bedürfnis nach Gerechtigkeit Profite machen ist unfair: unfair gegen uns selbst.</p>
<pre style="font-size: small"><span style="color: #808080">Dieser Text ist Teil der <a href="http://www.oekoenergie-blog.at/2012/08/blogparade-und-wohin-soll-dein-geld-gehen/"><span style="color: #808080">Blogparade: Und wohin soll dein Geld gehen?</span></a>.</span></pre>
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		<title>Akademische Verkehrsbehinderung</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Jun 2012 14:14:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Beer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Alle Räder stehen still, weil die TU Wien es will. Gibt es eine schönere Gelegenheit über Verkehrspolitik zu reden als mitten auf der Straße am Vormittag eines Wochentages? Diese Blogger findet nein. So ist es gut. Weil hier nämlich zwei Anliegen zusammen kommen, die trefflich zusammen passen, hier auf der Operngasse, vor der TU Wien. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify">Alle Räder stehen still, weil die TU Wien es will. Gibt es eine schönere Gelegenheit über Verkehrspolitik zu reden als mitten auf der Straße am Vormittag eines Wochentages? Diese Blogger findet nein. So ist es gut. Weil hier nämlich zwei Anliegen zusammen kommen, die trefflich zusammen passen, hier auf der Operngasse, vor der TU Wien.</p>
<p style="text-align: center"><img class="size-medium wp-image-2629 aligncenter" src="http://www.oekoenergie-blog.at/wp-content/uploads/2012/06/sreet4-top-468x234.jpg" alt="" width="468" height="234" /></p>
<p style="text-align: justify">Die größte technische Uni Österreichs hat ein Problem, das noch schlimmer ist, als an anderen Unis. Während alle Institute in Österreich jammern und von der Politik allein gelassen mit autonomen Maßnahmen wie Studiengebühren und Knockout Prüfungen um sich schlagen, hat die TU ein lustigeres Mittel des Protestes gefunden, an dem sich sogar – und oben drein in großer Zahl die Studenten beteiligen. Es werden „Streetlectures“, Vorlesungen auf der Gasse abgehalten um auf die finanzielle Situation der TU aufmerksam zu machen. Während alle Unis jammern, dass ihnen soundsoviel Geld im laufenden Budget fehlt, geht’s der TU noch schlechter. Ihr fehlen 18 Millionen Euro noch aus dem letzten Jahr. Die TU steht bei der Bank in der Kreide. Pessimisten rechnen mit der Zahlungsunfähigkeit noch in diesem Jahr.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Professor auf der Gasse </strong></p>
<p style="text-align: justify"><img class=" wp-image-2628 alignleft" src="http://www.oekoenergie-blog.at/wp-content/uploads/2012/06/sreet4-03-468x624.jpg" alt="" width="328" height="437" />In der aktuellen Streetlecture geht es um Verkehtspolitik. Ganz vorne steht der streitbare Zivilingenieur und Professor für Verkehrsplanung Hermann Knoflacher, sieht sich auf der Operngasse um, auf der keine Autos, sondern nur Studenten zu sehen sind. „Man sieht, was passiert, wenn man den Verkehr sperrt,“ sagt er und gibt sich prompt selbst die Antwort: „gar nix.“ Knoflacher beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit Verkehrspolitik und der Vision von der Autofreien Stadt. Er ist überzeugt, dass die Autofahrer intelligenter sind, als es die Verkehrsplaner ihnen zutrauen. „Die Autofahrer sind klüger als die Verkehrsexperten, sie begreifen: wo gesperrt ist, kann ich nicht fahren.“ Sie suchen sich eben einen anderen Weg. Denn: die Menschen sind intelligent und eigennützig. Bei Verkehrsbehinderungen, ist Knoflacher überzeugt wache ein Organ im Autofahrerkörper auf: „das Großhirn,“ polemisiert er.</p>
<p style="text-align: justify">Star der Veranstaltung ist aber weniger der Professor, als seine „Gehzeuge“. Das sind Holzrahmen, die den Abmessungen eines Autos entsprechen. Ein Fußgänger kann sich in die Mitte stellen und das Gehzeug tragen um zu demonstrieren wieviel Platz – Knoflacher spricht vom „öffentlichen Raum“, er oder sie als Autofahrer in Anspruch nehmen würde. Knoflacher will seinen Hörern ein Gefühl für Verhältnismäßigkeit vermitteln.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify"><strong>Absurd großer Körper</strong></p>
<p style="text-align: justify">Denn, in dieser Sache bleibt Knoflacher hart: das Auto mache uns total verrückt. Das sagte er einst der „Zeit“ und er bleibt dabei. Der Autofahrer wie ihn der Verkehrsprofessor wahrnimmt hat einen „absurd großen Körper“ und ebenso absurde Vorstellungen von Raum und Zeit. Auch mit der Marktwirtschaft gehe das Autofahren nicht zusammen. Ein Parkpickerl müsste 200 Euro im Monat kosten, würde er nach der selben Logik wie Mietwohnungen vermarktet. Analog könnte man doch für zwei Wochen Urlaub die Wohnung untervermieten und versuchen derweil sein Zeug auf der Straße zu „parken“. Da käme wohl die Polizei. Ein Auto hingegen darf unbehelligt Platz im öffentlichen Raum einnehmen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img class="wp-image-2627 alignleft" src="http://www.oekoenergie-blog.at/wp-content/uploads/2012/06/sreet4-02-468x624.jpg" alt="" width="224" height="299" /></p>
<p style="text-align: justify">Außerdem muss die Geschwindigkeit aus dem System. Je langsamer der Mensch unterwegs ist, desto besser für die Wirtschaft (an langsam bewegendes Geld ist leichter rankommen), die Gesundheit (Abgasem Unfälle) und den öffentlichen Raum. Auch dieser Blogger tritt für Grillplätze und Guerilla-Gärten ein wo einst Parkplätze gewesen sind.</p>
<p style="text-align: justify">Statt alle Hindernisse abzubauen, müssen wieder Hindernisse her, sind sich auf der abgesperrten Operngasse alle einig. Den TU-Prof würde es freuen, bliebe die Operngasse abgesperrt. Dieser Blogger, selbst ein Operngassenbewohner teilt diese Vision. Ein Grillplatz und ein Rasenstück wo jetzt die 59A Haltestelle ist, Bänke auf der Wiese vor dem Hendlgrill, TU Studis, die einen Spritzer trinken, während die kleine Boutique ihre neue Kollektion vor der Türe präsentiert. Man stelle sich vor: keiner müsste mehr ins Einkaufszentrum fahren, asiatische Touristen nähmen voller Verwunderung die Stuabmasken ab und Wien würde ein bisschen wie ein Griechisches Dorf. Ein Klappsessel vor der Haustür, ein Glas Wein und ein Gespräch oder ein Spiel Backgammon&#8230; Gerade als Blogger wird man doch träumen dürfen.</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Schönes neue LED Licht</title>
		<link>http://www.oekoenergie-blog.at/2012/05/schones-neue-led-licht/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=schones-neue-led-licht</link>
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		<pubDate>Sat, 26 May 2012 12:41:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Beer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Energiesparen]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>

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		<description><![CDATA[Neue Technologien bei der LED-Herstellung verheißen eine schöne neue Welt der Beleuchtung. Ist die Zeit gekommen die Lampen zuhause durch LEDs zu ersetzen? Zuerst war ich begeistert. Mein Bruder, ein Mann mit Stil und stabilen Finanzen, hat eine Wohnung im Grünen bezogen. Niedrigenergie-Neubau mit Solar-Wärmeanlage auf dem Dach, Blick aufs Wiener Becken&#8230; bis zum Leithagebrige [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left"><em>Neue Technologien bei der LED-Herstellung verheißen eine schöne neue Welt der Beleuchtung. Ist die Zeit gekommen die Lampen zuhause durch LEDs zu ersetzen?</em></p>
<p style="text-align: left">Zuerst war ich begeistert. Mein Bruder, ein Mann mit Stil und stabilen Finanzen, hat eine Wohnung im Grünen bezogen. Niedrigenergie-Neubau mit Solar-Wärmeanlage auf dem Dach, Blick aufs Wiener Becken&#8230; bis zum Leithagebrige sieht man von der Terrasse. Wirklich schön. Bei so einer stilechten, energieeffizienten neuen Behausung müssen auch die Leuchtkörper ins Bild passen, sprachs und mein Bruderherz schaffte LED-Lichter an. In der Küche, an der Unterseite der Küchenkästen montiert strahlen winzige LED-Leisten auf der vollen Länge auf die Arbeitsfläche. Auch das Schlafzimmer ist LED-beleuchtet. Passiv, von unter dem Bett. An allen drei freistehenden Seiten. Ro-man-tisch, muss man schon sagen. Da fällt mir, der selbst bloß eine Energiesparlampe, die in einem billigen Papierkiugel-Lampenschrim von der Decke baumelt kein Stein aus der Krone.</p>
<p style="text-align: left">Wir tragen also die letzten Umzugaskartons aus dem Auto in die Wohnung, nehmen uns ein Bier (wer arbeitet schon gern auf einer trockenen Baustelle), setzen uns auf die Terrasse und langsam wird es dunkel. Als ich hineingehe um eine zweite Flasche Bio-Zwickel zu holen habe ich quasi einen Moment der Erleuchtung. Die nagelneue, weiße Arbeitsfläche glänzt bläulich im Dämmerlicht, mein Bruder, der in der Zwischenzeit hereingekommen ist sieht blass aus im Gesicht, blaustichig als wäre es nicht er der, vor mit steht, sondern eine alte Polaroidfotografie.</p>
<p style="text-align: left"><strong>Das Problem mit dem Tageslicht</strong></p>
<p style="text-align: left">Mein Bruder ist aber kerngesund und hat sich auch nicht spontan in einen Sofofortbild-Schnappschuss seiner selbst verwandelt. Auch meine Arme und Hände haben die selbe blaue Blässe. Es muss wohl an den LEDs liegen, deren Licht an der blankpolierten unbekochten Arbeitsfläche reflektiert. Wir schalten schnell das große Licht ein und fühlen und wohler, gesünder. Es ist das gute alte Problem mit LED-Lichtern, das auch bei neuen, sauteuren Panelen nicht gelöst ist: die Schwierigkeit mit LEDs ein dem Tageslicht ähnliches Spektrum zu erzeugen. Denn in LEDs steckt Halbleitertechnologie. Fließt Strom durch winzige Schichten Halbmetall entsteht ein elektrisches Feld, das – je nachdem welches Halbmetall verwendet wird &#8211; Licht einer ganz bestimmten Wellenlänge abgibt. Unser Auge ist allerdings an Tageslicht gewöhnt. Eine komplizierte Mischung aus Lichtfarben die von etwa 400 bis 700 Nanometer Wellenlänge reichen. Unser Gehrin nimmt bereits die kleinsten Abweichungen wahr.</p>
<p style="text-align: left">Um ein tageslichtähnliches Spektrum zu erzeugen, müssen in einem LED Panel verschiedene LEDs aus verschiedenen Halbmetelallen verbaut werden um die richtige Mischung zu erreichen. Der Grün- und Blauanteil ist dabei besonders tricky, denn er basiert auf Galliumnitrat (Ga(NO<sub>3</sub>)<sub>3</sub>) Dioden. Man kann sich eine Leuchtdiode wie ein winziges elektronisches Sandwich vorstellen. Eine Halbleiterschicht steckt zwischen zwei Elektroden. Legt man eine Spannung an, so bewegen sich die halbleiter-typischen Elektronenlöcher und Elektronen aufeinander zu. Wenn die beiden Antagonisten in der Mitte des Sandwich aufeinandertreffen, wird Licht abgegeben. Dieser „Photoelektrische Effekt“ funktioniert ähnlich wie im Chip einer Digitalkamera. Nur eben umgekehrt. Die Wellenlänge und damit die Farbe des Lichts hängt dabei von Muster und Gitterabständen im Halbleiter-Kristall ab.</p>
<p style="text-align: left"><strong>LED-droop</strong></p>
<p style="text-align: left">Genau darin liegt das Problem mit dem Galliumnitrat: erhöht man die Spannung, zum Beispiel um eine ganze Küche auszuleuchten, so entwickelt der Galliumnitratkristall ein eigenes elektrisches Feld, das – der/die LeserIn hat es wahrscheinlich schon erraten – Elektronen- und Löcher voneinander trennt. Die Blau- und Grünanteile im LED-Licht sind verdammt ineffizient, das Lichtspektrum gerät aus dem Gleichgewicht und der oben beschriebene Polraoid-Effekt tritt auf. Die Wissenschft spricht vom „LED-droop“.</p>
<p style="text-align: left"><strong>Neue Kristalle</strong></p>
<p style="text-align: left">Wissenschaftler aus Kalifornien haben sich nun des Problems angenommen. Es ist ein Fall für Chemiker, denn eine effiziente Galliumnitratschicht steht und fällt mit der Kristallstruktur. Statt den Halbleiterkristall auf einem Untergrund aus Silizium oder Saphir zu züchten – dabei ordnen sich die Moleküle so gleichmäßig an, dass der LED-droop maximiert wird – haben die Forscher nun eine neue Methode gefunden, die denkbar simpel klingt: sie zückten Galliumnitrat auf einem Sockel aus Galliumnitrat.</p>
<p style="text-align: left">Die Forscher aus Kalifornien glauben mit dieser neuen Technologie zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen zu können. Nicht nur dem Tageslicht ähnlicher, sondern gleichzeitig viel billiger sollen die neuen Galliumnitratkristalle das LED-Licht machen. Umweltschonender wird die Leucht-Industrie durch die neuen LEDs aber nicht unbedingt. Gallium, das als Rohstoff immer wichtiger wird, wird als Nebenprodukt bei der Aluminiumherstellung gewonnen. Und das macht Schmutz, verschlingt Energie in unvorstellbaren Mengen und kostet riesigen Flächen Regenwald das Leben.</p>
<p style="text-align: left"><strong>Wartet noch&#8230;</strong></p>
<p style="text-align: left">Das ganze Haus mit LEDs ausstatten, dabei jede Menge Geld für eine Technologie ausgeben, die sich bald grundlegend ändern wird? Wartet noch damit! Obwohl es schon jetzt LED-Spots für unter zehn Euro das Stück zu Kaufen gibt, ist es noch nicht an der Zeit im ganzen Haus auf Dioden-Beleuchtungskörper umzustellen. Wer Spotleuchten zu Hause hat kann ja die Probe aufs Exempel wagen. Eins ist allerdings klar: der gute alte Wolframdraht hat aus den gleichen Gründen ausgedient. Ebenso energieverschlingend, ebenso ungesund und mit deutlich geringerer Lebensdauer hat die Glühbirne jedenfalls ausgedient.</p>
<p style="text-align: left">
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