Houston, wir haben ein Netzproblem!!

(c) Kiril Havezov

Man hat es schon lange befürchtet und auch ich habe schon immer gesagt: Ein Zählpunkt wird einmal viel wert sein, also schnell beantragen! (Anm: Ein Zählpunkt ist soetwas wie das Recht in ein öffentliches Netz einspeisen zu dürfen und wird bei der Installation von Photovoltaikanlagen vergeben). Dass schon bei einem Anteil von 0,13% an Photovoltaikanlagen Netzprobleme auftauchen, hätte sogar ich nie im Leben gedacht.

Das Problem – Nach 2-3 Anlagen im Dorf ist Schluss

Schon länger höre ich von Vorfällen wo in kleinen Ortschaften nach der Installation von wenigen 5-10 kWp Anlagen der Energieversorger dicht macht und keine Zählpunkte mehr vergibt. Ich habe nun rausgefunden, dass das Problem angeblich bei den bestehenden 4,6  kWp Anlagen liegt, die mit einem einphasigen Wechselrichter gebaut wurden. Wären diese 3-phasig gemacht worden, wäre es kein Problem. So ist aber nach wenigen Anlagen in diesen Ortschaften Schluss. Ich finde das sehr dramatisch und bin mir sicher, dass es irgendwo da draussen eine Lösung gibt. Schließlich wollen wir die nächsten Jahrzehnte 34.000 MWp ans Netz bringen und da sollen wir nach 120 MWp schon von Netzproblemen reden?

Wie machen das die Deutschen?

Ich bin bei Gott kein Netzexperte und bitte um Verzeihung wenn hier technisch nicht alles richtig ist, aber ich schreibe diesen Beitrag um es besser zu verstehen und hoffe, dass sich andere in die Diskussion miteinklinken um gemeinsam Lösungen zu finden. Ich nehme an, die Netze in Deutschland und Österreich sind jetzt nicht von Grund auf verschieden. In Bayern wurden von 12 Mio Einwohnern  2010 2.400 MWp installiert in Österreich 40 MWp – nur um mal wieder den Vergleich herzustellen. Die meisten wohl mit Volleinspeisung. Wie haben sich die Energieversorger darauf eingestellt? Mich würde interessieren ob EVN, Wien Energie und Co. mit 50 Hertz, Tennet, Amprion  und Co. diesbezüglich kommunizieren. Ich habe hierzulande schon ein paar Netzleute gefragt ob sie denn wissen, wie das die Deutschen machen. Bis jetzt konnte mir noch niemand eine zufriedenstellende Antwort darauf geben. Eher ein: Nein, ich verstehe wirklich nicht wie die das machen. (Es sind über eine Million Anlagen installiert!!)

Deshalb macht sich in mir der Verdacht breit, dass es noch nicht viel Erfahrungsaustausch zwischen österreichischen und deutschen Netzexperten gibt bzw. gar kein Interesse daran sich damit zu beschäftigen. Nachdem also die Deutschen offenbar von offizieller Seite noch niemand um Hilfe gebeten hat: Mein persönlicher Hilferuf nach Deutschland: WIE MACHT IHR DAS??

Deutsche Stromversorger per Gesetz zur Abnahme verpflichtet

Bei meiner eigenen Analyse warum es in Deutschland funktioniert und hier nicht ist ein kleines aber alles entscheidendes Detail. Der grösste Unterschied zwischen den beiden Ländern ist, dass die Energieversorger PER GESETZ verpflichtet sind, jeglichen Strom aus Erneuerbaren abzunehmen. Sie konnten deshalb nicht einfach sagen: Sorry, kein Platz mehr im Netz, sondern mussten Lösungen suchen und finden. Welche Lösungen sie gefunden haben, weiß ich aber nicht, also nochmal – wie macht ihr das? Mir ist auch bewusst, dass es mittlerweile tatsächlich Netzprobleme gibt und man an Lösungen arbeitet, aber von diesem Niveau sind wir ohnehin noch meilenweit entfernt.

Sehen wir es als Herausforderung und nicht als Problem

Ich bin mir sicher, dass in in all den EVU’ tolle Mitarbeiter gibt, die sich dieser Herausforderung stellen und Lösungen für ein dezentrales Energiesystem finden und mit deutscher Unterstützung können wir vielleicht einige Fehler vermeiden.

Entschuldigung aber wir haben es geschafft zum Mond zu fliegen, da werden wir doch in der Lage sein ein intelligentes Stromnetz aufzubauen und das nicht in 10 Jahren wenn der Ölpreis durch die Decke gegangen ist, sondern JETZT!

Ich freue mich über Infos aus Deutschland, wie euer System funktioniert, sowie den Beginn einer öffentlichen Diskussion in Österreich wie wir uns dieser Herausforderung stellen. Natürlich können sich auch “Betroffene” im Kommentarfeld melden, falls  ein Zählpunkt nicht gewährt wurde, oder nicht die gesamte Leistung anerkannt wurde.

Nachtrag: 23.1.2012

Mittlerweile haben sich im Netz bereits einige Diskussionen rund um das Thema entwickelt. Hier ein Überblick:

Bild: Kiril Havezov | stock.xchng

Strom III) Smart Grids – Super Grids

„Unsere Stromnetze sind das größte erhaltene Artefakt des Industriezeitalters und sie sind überfällig für ein intelligentes Nachfolgemodell“, meinte letztes Jahr IBM Ex-Präsident Samuel Palmisano im Wall Street Journal.

Häufig tauchen die zwei Begriffe „Supergrid und Smartgrid“ in den Medien auf, wenn es um erneuerbare Energien und Elektromobilität geht. Was bedeuten sie?

 

Super Grids sind Übertragungsnetzwerke, die große Energiemengen über weite Distanzen transportieren können. Sie arbeiten im Höchstspannungs-Bereich von 800kV.

Super Grid wird auch häufig als Synonym für ein neues, EU-weites Übertragungsnetzwerk eventuell unter der Einbindung von Nord-Afrika zum Zweck des effizienteren Energieaustausches aufgrund des steigenden Strombedarfs und -angebotes und deren Speicherung.

Smart Grids sind Stromnetze, die durch eine ausgeklügelte Kommunikation zwischen den Netzteilnehmern – also Erzeugern, Speichern und Verbrauchern – einen energie- und kostengünstigen Betrieb unterstützen. Smart Grids arbeiten im Mittel- und Niedrigspannungsbereich.

Durch die zunehmende Auflösung zwischen Energieerzeugern und -verbrauchern: die Integration von erneuerbaren Energien, die Verbreitung von Elektromobilität, usw. steigt die Komplexität unserer Netze rasant.

Diese steigende Komplexität können wir nur durch eine vermehrte Steuerung und Feinabstimmung der einzelnen Komponenten untereinander bewältigen.

 

Was ist steuerbar?

Die drei Komponenten Erzeuger, Speicher und Verbraucher.

Die Schwankungen bei der Stromerzeugung von Wind- und Photovoltaikanlagen sind deutlich größer als zum Beispiel bei Kohle- und Wasserkraftwerken. Diese Schwankungen benötigen mehr Steuerungstechnik.

 

Zugleich steigt durch diese Schwankungen auch der Bedarf an Speichermöglichkeiten. Aus aktueller Sicht werden die wahrscheinlichsten Speicherformen der Zukunft die schon gängigen Pumpspeicherkraftwerke (Wirkungsgrad ca. 80%%), die Akkus – unter anderem von Elektrofahrzeugen – (Wirkungsgrad 60-90%), Druckluftspeicher (Speicherung von verdichteter Luft in Kavernen, die bei Bedarfsspitzen über Gasturbinen und Generatoren zur Stromversorgung herangezogen werden. Wirkungsgrad liegt bei bis zu 80%) und eventuell Wasserstoffspeicher (unausgereift) sein.

Und schließlich kann der Verbrauch gesteuert werden. Etliche Haushaltsgeräte können dann laufen, wenn der Strom am günstigsten ist (in der Nacht). Das Elektro-Auto kann als Stromspeicher oder -reserve genutzt werden, sofern es in der Früh wieder voll aufgeladen ist. (Autos werden im Durchschnitt nur zwei Stunden pro Tag benutzt!)

Smart Grids sind also einer DER Schlüssel um die Effizienz der Stromnutzung zu erhöhen, Verbrauchsspitzen zu reduzieren und die Schwankungen zwischen Angebot und Nachfrage zu regeln.

Eine besondere Herausforderung für die Netzbetreiber stellt die Implementierung all dieser Steuerungstechniken dar, ohne Gefährdung der Netzstabilität und Versorgungssicherheit. Bedeutet, ohne dass wir Konsumenten etwas davon bemerken. Eine Operation am offenen Herzen also. Wir werden sehen, wie es uns damit gehen wird.

Ist Gas die Speicherlösung der Zukunft?

Gasdieb in China (National Geographic News)

 

Der letzte Beitrag zur Blogserie Speichertechnologien ist bereits eine Weile her. Nachdem nun das Thema Methanspeicherung wieder etwas in die Öffentlichkeit gerückt wurde (Artikel im Wirtschaftsblatt), ist das ein guter Zeitpunkt um auf dieses Thema einzugehen. Ich finde es übrigens sehr interessant, dass sich die Rohöl-Aufsuchungs AG (RAG) mit diesem Thema beschäftigt. Eindeutiger kann man wohl nicht sagen, dass die Ölära zu Ende geht. Das Bild sagt überdies auch einiges über die Energiezukunft aus.

Gas als Überbleibsel der fossilen Ära

Gas wird  bereits seit einiger Zeit als die einzig komplementäre (noch) fossile Energieform zu Erneuerbaren gehandelt. Auch der Energieexperte Claude Turmes vom Europäischen Parlament hat dies bei seiner Rede in Wien bei Konfliktfeld Energiepolitik zugeben müssen. Die Argumente sind einleuchtend: Kohle- und Atomkraftwerke haben schlichtweg eine zu lange Anlaufzeit, um die Fluktuationen im zukünftigen Energiemarkt ausgleichen zu können. Gaskraftwerke können einfach ein- und wieder ausgeschalten werden. Diese News sind nicht erfreulich, wenn das Gas aus Russland oder sonstwo herkommt, jedoch durchaus sinnvoll, wenn das Gas aus Überschüssen von Wind und Sonne hergestellt wird.

Natur speichert Energie auf diese Weise

Das Fraunhofer Institut forscht bereits seit einigen Jahren an dieser Technologie. Es ist bekannt, dass aus überschüssigem Strom Wasserstoff hergestellt werden kann. Um jedoch vorhandene Infrastruktur für die Verteilung nutzen zu können, muss dieser Wasserstoff in Methan umgewandelt werden.  Michael Sternler vom Kasseler Fraunhofer Institut erklärt das Verfahren in diesem Artikel folgendermaßen:

“Das Ganze ist ein chemischer Prozess, ein chemisches Verfahren, der Sabatier Prozess heißt. Man nimmt Wasserstoff und CO2. Die reagieren zusammen zu Kohlenstoffmonoxid und Wasser. Das Kohlenstoffmonoxid reagiert weiter mit einem anderen Teil vom Wasserstoff zu Methan, zu CH4 und dabei entsteht auch wieder Wasser. Das ist der gleiche Prozess, wie die Natur für lange Zeit Energie speichert.”

Natürlich geht in diesem Prozess ein nicht unbeachtlicher Teil der Energie verloren. Wenn aber in Zukunft zur Mittagszeit ein enormer Energieüberschuss im Netz ist, muss diese Energie entweder in überdimesionalen Glühbirnen verbrannt, oder damit eben Methan erzeugt, bzw. in anderen Speichern gelagert werden.

Speicherlösung für Industrie und Fernverkehr

Für mich klingt die Lösung sehr einleuchtend. Sie steht in meinen Augen auch in keinem Gegensatz zum Einsatz von Batterien und Elektroautos. Die kleinteiligen Strukturen (Häuser, Stadtverkehr) können mit der Kombination aus Elektrofahrzeugen als Speicher und kleinen Stromerzeugungsanlagen bedient werden (PV, Kleinstwasser und Windkraft). Die noch ungelöste Energielücke bei Industrie und Fernverkehr kann mit Methan, also künstlichem Erdgas gelöst werden. Erdgas-LKWs sind bereits Realität und die Unmengen an Strom, die die Industrie zu jeder Tageszeit benötigt, kann aus den Methanspeichern und Pumpspeicherkraftwerken bereitgestellt werden. Nicht zu vergessen, die Energiedichte, also der Platz den eine kWh eines Energieträgers einnimmt, ist bei Methan um das Dreifache kleiner als bei Wasserstoff.

Ach ja, um diversen Angriffen vorzubeugen: Das soll nicht bedeuten, dass ich deshalb für den Ausbau von Gasnetzen bin. In Österreich sind wir diesbezüglich bereits bestens versorgt (Stichwort: Infrastruktur bereits vorhanden) und wie gesagt muss die kleinteilige Versorgung ohnehin regional erfolgen.

Foto: Gasdieb in China | National Geographic News| China Newsphoto/Reuters/Corbis

 

Schwungradspeicher für Porsche und Geschwindigkeitsjunkies

Hybrid Porsche  mit SchwungradspeicherSchwungräder kennen wir im täglichen Leben bereits von Töpferscheiben und Aufziehautos. In den letzten 10 Jahren wird jedoch intensiv im Bereich der Schwungradspeicherung, also Speicherung mit kinetischer Energie geforscht. Dabei wird die Drehzahl des Schwungrades durch Zuführung von Energie beschleunigt und durch das Abbremsen wieder zurückgewonnen. Hier die genaue technische Erklärung.

LowTech Schwungräder auf dem Vormarsch

Schwungradspeicher haben noch einige Nachteile, wie zum Beispiel hohe Reibungsverluste und noch zu hohe Kosten, sie sind aber Weltmeister in der schnellen Bereitstellung großer Energiemengen durch die schnelle Auflademöglichkeit, die bei Batterien nicht gegeben sind. Was die Kosten betrifft gibt es auch positive Entwicklungen. So spricht das US-Startup Velkess in der Technology Review vom Februar von einem neuartigen Lowtech-Schwungrad mit einer Speicherkapazität von 250 kWh. Die Kosten liegen laut ihren Angaben bei einem Euro pro Watt.

Porsche mit Schwungradturboantrieb

Schwungradspeicher werden auch im Elektroautobau eingesetzt. So wurde im Porsche GT3 R Hybrid ein kinetischer Speicher eingebaut. Im Greenmotorsblog wird die Technologie im Rahmen einer wirklich guten Übersichtsliste für die unterschiedlichen Hybridantriebe beschrieben.

Schwungräder made in Austria

Auch in Österreich wird an dieser Technologie geforscht. Die TU-Wien arbeitet an einem spannenden Projekt bei dem sich das Schwungrad anscheinend im Vakuum drehen soll und so die Reibungsverluste verringert werden. Details dazu gibts hier.

Abschliessend noch eine Liste der Projekte/Unternehmen, die ich im Bereich der Schwungradspeicherung gefunden habe.

Dieser Beitrag ist Teil der Blogserie Speichertechnologien:

Bild: (c) Porsche

Einmal frisch gepresste Luft, bitte!

Letzes Mal stand das Thema Speicherung mit Wasser im Mittelpunkt der Blogserie. Heute geht’s weiter mit Luft. Die Umsetzung von Druckluftspeichern- oder CAES-Kraftwerken (Compressed Air Energy Storage) wurde von den Energieversorgern lange Zeit auf die lange Bank geschoben. Die Notwendigkeit die Stromspitzen von Wind- und Sonnenenergie zu regulieren, wird diese Einstellung nun ändern.

Bei Druckluftspeichern wird Luft mit überschüssiger Energie komprimiert und bei Bedarf mit der dekomprimierten Luft über eine Gasturbine Strom erzeugt.

Weltweit werden bislang nur zwei Speicherkraftwerke dieses Typs betrieben: Das Kraftwerk Huntorf in Deutschland und das Kraftwerk McIntosh in den USA.

Es tut sich aber einiges auf dem Sektor. Mehrere Forschungseinrichtungen springen auf den “Luftzug” auf und arbeiten an effizienteren und leistbaren Lösungen. Hier einige davon. Ich freue mich natürlich immer, wenn diese Liste im Kommentarfeld weitergeführt wird.

Hydrostor

HydrostorGott sei Dank gibt es ein Bild für dieses Projekt. Sonst wäre die Anwendung wohl nur schwer vorstellbar. Unterwasserballoons werden am Meeresboden verankert und mit überschüssige Energie aus Off-Shore-Windanlagen wird Luft in den Ballons gepumpt und kompressiert. Die Ballons sind flexibel und der Wasserdruck sorgt dafür, dass der Druck im Ballon nicht sinkt, wenn Luft für die Turbine entnommen wird. Jeder dieser Tanks soll 50m3 Druckluft enthalten und in Kanada wird an einm Pilotprojekt gearbeitet. Die Hürden für die Genehmigung sind vermutlich enorm, deshalb wirds bis zum Prototyp noch eine Weile dauern. Hier noch eine nähere Erklärung.

Projekt ADELE

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ADELE steht für Adiabater Druckluftspeicher für die Elektrizitätsversorgung. Da die laufenden Druckluftspeicher nur einen Wirkungsgrad von 40% aufweisen, wird mit ADELE versucht, diesen Wert durch Rückgewinnung von Wärmeenergie auf 70% zu steigern.

Er hält Energie in Form von komprimierter Umgebungsluft in Reserve, die bei Bedarf eine Druckluft-Turbine antreibt. Die Pressluft wird in einer Kaverne gespeichert, die durch Aussolen eines Salzstocks hergestellt wurde. Die beim Komprimieren der Luft entstehende Wärme wird in einem eigenen Speicher gebunkert. Beim Rückgewinnen der Energie erwärmt sie die Druckluft-Turbine und beugt so deren Vereisung vor. (Quelle: Max Planck Institut)
Hier gibts weitere Infos zur Preisentwicklung solch großer Druckluftspeicher.

Elektro Autos mit Druckluftspeicher?

TataJa, es gibt auch Druckluftautos! Leider kamen bisher nur Konzeptautos zustande und keines hat es bislang bis zur Marktreife geschafft. MDI und Tata Motors beschäftigen sich am intensivsten mit diesem Thema. Die Idee wäre ja bestechend, die Energie statt mit Batterien, mit Luft zu speichern! Anscheinend gibt es derzeit jedoch noch Probleme mit der Energiedichte und dem Gewicht dieser schweren Drucklufttanks. Die Explosionsgefahr ist im Massenverkehr natürlich auch ein Thema. Hier noch eine Auflistung der derzeitigen Modelle:

Bei meinen Recherchen bin ich auf auf Dr. Armin Reller gestoßen. Er forscht ebenfalls sehr stark auf diesem Gebiet und ich habe ein Interview zum Thema Druckluftspeicher bei ihm angefragt. Soviel vorweg: Es könnte sein, dass in ferner Zukunft auch kleine, effiziente Speichereinheiten zum Einsatz  kommen.

Weitere Links:

Bilder: Hydrostor/RWE/Tata

BauZ! Bauen & Energie und viele Eindrücke

Für alle die’s verpasst haben: Letzte Woche war in Wien großes Energiekino angesagt. Die Bauen&Energie Wien 2011, sowie der IBO Kongress BauZ! für zukunftsfähiges Bauen haben über neueste Entwicklungen und Projekte informiert. Ein paar Eindrücke, die mir besonders in Erinnerung geblieben sind, möchte ich hier teilen.

Raumklima in Passivhäusern

Das Raumklima in Passivhäusern war ein bestimmendes Thema, da Passivhausbauer ja bekanntlich viel mit Vorurteilen zu kämpfen haben. Unglaublich, wie sich dieses “man kann die Fenster ja nicht öffnen” in den Köpfen der Bevölkerung eingebrannt hat. Technisch ist ja klar, dass man durch die Wohnraumlüftung ein besseres Raumklima erhält (besonders für lüftungsfaule Menschen wie mich). Zusammen mit dem Faktor Mensch ist das jedoch nicht ganz so klar. Es kamen deshalb auch Soziologen wie Dr. Alexander Keul von der Universität Salzburg zu Wort, der die Bewohner von Passivhaussiedlungen nach Wohnkomfort und Zufriedenheit befragt hat. Soweit ich das verstanden habe, war die Qualität der Informationsvermittlung an die Bewohner eines der wichtigsten Erkenntnisse. Jene, die gute informiert waren und das Haus eben “bedienen” konnten, waren mehrheitlich zufriedener. Deutlich wurde auch, dass sich Passivhausbewohner generell mehr mit dem Thema beschäftigen und dadurch auch für Probleme stärker sensibilisiert sind als Bewohner einer Altbauwohnung, die vielleicht ebenfalls Probleme haben, diese aber nicht kommunizieren.

Baukonzepte von Morgen

Quelle: juwi.deEin wirklich beeindruckender Vortrag war der von Harald Sauer von Griffner Haus. Er hat in überzeugender Weise den Bau des Firmengebäudes von juwi Solar – dem grössten Projektentwickler für Photovoltaikkraftwerke weltweit – präsentiert und das Ergebnis kann sich sehen lasssen. (weiterlesen …)

Blogserie: Speichern durch potentielle Energie im Wasser

wasser.jpgDa der Physikunterricht bereits eine weile her ist, gibts heute eine kleine Einführung in die Energielehre. Da viele von uns den Bezug zur Energie großteils verloren haben, halte ich es für wichtig, dass wir alle wieder ein besseres Energiebewusstsein entwickeln. Wie entsteht Energie, wo liegen die Grenzen… Sorry, falls dies für fortgeschrittene Leser etwas zu “Basic” ist.

Beim Start der Blogserie gab es einen Überblick über die verschiedenen Speichermöglichkeiten. Ich beginne heute mit der potentiellen Energie im Zusammenhang mit  Wasser.

Potentielle Energie wird auch Lage- oder Höhenenergie genannt. Es ist die Energie, die einem Körper aufgrund seiner Lage innewohnt. Befinde ich mich auf einem Turm, enthält mein Körper durch die Erdanziehung jene potentielle Energie, die freigesetzt würde, wenn ich runterspringe. Bei Pumpspeicherkraftwerken wird dem Wasser diese potentielle Energie zugeführt indem es mit Übeschussstrom den Berg hochgepumpt wird, bevor es durch die Fallrohre wieder ins Tal, durch eine stromerzeugende Turbine geleitet wird. (weiterlesen …)

Kalt ist´s — alternativ heizen gefällig?

Kalt ists schon lang in diesem Winter- als würde die Erderwärmung Pause machen -der Heizölvorrat im eigenen Tank neigt sich schön langsam dem absoluten Nullpunkt entgegen und dann kommt noch die Meldung, dass der Rohölpreis wieder mal die Marke von 100 Dollar durchstoßen hat.

Eigentlich beste Voraussetzungen für eine richtig schöne Winterdepression!

Wenn man zuviel Geld auf der Bank oder noch ein paar Fässer Grand Reserve Heizöl aus Anfang 2009 herumstehen hat, möge man sich entspannt bei einem Glas Wein (ohne Frostschutz!) zurücklehnen und man klicke weiter.

Oder man kommt ins Sinnieren, was denn die bessere Alternative wäre.

Da wäre mal die Heizölpreisentwicklung der letzten 5 Jahre. Und so wies aussieht, könnte das langfristig nicht das Ende der Fahnenstange sein.

olchart.png

Dann könnte man sich als zweites fragen, wie umweltfreundlich so die eigene alte Ölheizung aus den frühen 90iger Jahren so sei. Das sind immerhin schon so an die 20  Jahre alte Heizungen, die eigentlich bald nach Ersatz schreien.

Da spätestens drängt sich die Frage nach den Amortisationskosten alternativer Heizungen und deren Umwelteffekt auf.

Eine recht interessante Studie der Agentur für erneuerbare Energien zeigt recht eindrucksvoll die Amortisationszeiten und –kosten von Alternativen und erläutert auch die verschiedenen Heizsysteme recht übersichtlich.

gesamtkostenvergleich.bmp

Die sehr erfreulichen Effekte für die Umwelt beim Umstieg auf alternative Heizsysteme zeigt die folgende Grafik.

co2.png

Die Studie geht zwar vom deutschen Strommix aus, der schlechter ist als der österreichische Strommix, aber was den Vergleich fossiler Energien zu alternativen Brennstoffen betrifft ist die Grafik universell aussagekräftig.

Klar ist eines, den größten Hebel erreicht man über die thermische Gesamtsanierung des Gebäudes und den Ersatz der alten Heizung. Aber gerade wenn das Thema Heizung ansteht, macht es wirklich Sinn – sowohl für unsere Umwelt  als auch fürs eigene Geldbörsel – sich bei den anstehenden Raiffeisen Energiespartagen am 4 .02.2011 oder bei den in Kürze stattfindenden Energie- und Hausbaumessen gründlich zu informieren.

Für alle , dies genau wissen wollen, sei das RENEWS Spezial der Agentur für Erneuerbare Energien wärmstens ans Herz gelegt

RENEWS SPEZIAL ( so ab Seite 11 wird’s auch für Österreicher interessant)

Und wenns dann auch noch Förderungen gibt dann rechnet sichs noch schneller.

Also ich rechne schon!

Blogserie Speichertechnologien – Die Übersicht

Bei der letzten Blogserie gings um das Thema Einspeisetarife. Die nächste Serie behandelt das entscheidende Thema Speichertechnologien. Da sich meine persönliche Unternehmensgründung im Umfeld der physikalischen Speichertechnologien bewegt und auf diesem Gebiet im letzten Jahr viele Entwicklungen vorangetrieben wurden, möchte ich das teils sehr wissenschaftliche Thema etwas leserfreundlicher verarbeiten.

Ich möchte vor allem aufzeigen, welche anderen Möglichkeiten und Projekte es neben Batterien/Akkumulatoren gibt. Eine gute Übersicht gibt der Forschungsverbund Erneuerbare Energien  (FVEE) in dieser ebenfalls empfehlenswerten Publikation. In der Übersicht fehlt jedoch das Schwungrad und die Kondensatoren. Eine ähnliche Liste wo diese auch enthalten sind, finden sie hier.

Speichertechnologien

Diese Grafik macht deutlich, dass jede Form für sich seine Vor- und Nachteile hat. Der Wirkungsgrad und die Kosten spielen natürlich eine entscheidende Rolle.

Die Serie wird Beiträge zu den verschiedenen Energieformen unterteilt sein.

  • Speicherung durch potentielle Energie (Pumpspeicher, Druckluftspeicher, Feder)
  • Speicherung durch kinetische Energie (Schwungradspeicher)
  • Anorganische Chemiespeicher (Klassische Batterien, Redox-Flow-Zelle, Wasserstoff)
  • Organische Chemiespeicher (Kohlenhydrate, Fette)
  • Thermische Speicher (Wärmespeicher, Fernwärmespeicher)

Angesichts der steigenden Problematik um seltene Erden es ist für mich besonders wichtig, jene Formen hervorzuheben, die ohne riesigen Energie- und Ressourcenaufwand hergestellt werden können. Zu jeder Speicherform, sollen aktuelle Projekte vorgestellt werden. Falls Sie ebenfalls Infos zu Projekten aus dem Bereich der Speichertechnologien haben, posten Sie diese einfach. Ich werde sie dann in die kommenden Beiträge einarbeiten.