Photovoltaikstudie: Deutschland 170 Mal größer als Österreich

Die erste Photovoltaikstudie, die den österreichischen und den deutschen Photovoltaikmarkt beleuchtet, ist erschienen (c)VEND/DACHGOLD

Es ist soweit. Die erste private Photovoltaikstudie Österreich/Deutschland ist nun erhältlich. Ich habe sie in Kooperation mit dem deutschen Beratungsunternehmen VEND consulting GmbH letztes Jahr erarbeitet. Sie fokussiert vor allem auf den österreichischen Markt und hat untersucht, wie sich die Märkte entwickelt haben und wo es in Österreich hingeht. Es wird klar, dass Österreich aus dem Dornröschenschlaf erwacht ist und gut daran täte vom großen Bruder zu lernen. Dort ist der Markt nämlich weit mehr als eine Nische.

Deutschland hat 2010 170 Mal mehr installiert

Zu Beginn werden die energierelevanten und die volkswirtschaftlichen Hintergründe der beiden Länder beleuchtet. Man kann sagen, dass Deutschland in vielerlei Hinsicht 10 Mal so groß wie Österreich ist. Dies beginnt bei den Einwohnerzahlen (80 Mio. vs. 8 Mio) und macht auch beim BIP (2404 Mrd. vs 276 Mrd.) nicht halt. Nur bei der Photovoltaik ist der deutsche Markt nicht nur 10 Mal so groß, sondern gleich ca. 170 Mal. Während in Deutschland 2010 7400 MWp installiert wurden, waren es in Österreich nur 43 MWp. Wäre der österreichische Markt also gleich stark wie der Deutsche, wären rein theoretisch 740 MWp/Jahr  möglich.

Dies ist nur einer der Vergleiche der beiden Länder. Neben umfassenden Analysen der Energiesituation weltweit und in den beiden Ländern wurden im allgemeinen Teil die historische Entwicklung, Fördersysteme und die Absatzprognosen in zahlreichen Grafiken dargestellt. Im empirischen Teil werden Antworten auf Fragen bezüglich Markteintrittsabsichten, Bedrohungspotential und die Preisentwicklung bis 2015 präsentiert.

Fronius bekannteste Austro PV Marke in Deutschland

Die Studie enthält außerdem Handlungsempfehlungen für deutsche und auch österreichische Unternehmen und Institutionen, sowie eine Auflistung von Unternehemen, die bereits in dieser Zukunftsbranche tätig sind. Auch eine Imageanalyse der bestehenden Hersteller wurde durchgeführt. Demnach ist Fronius mit 82,2 % die bekannteste österreichische PV-Marke unter deutschen Branchenkennern.

In der Ergebnispräsentation können einige Ergebnisse auch ohne den Erwerb der Studie eingesehen werden. Dort sind zum Beispiel auch die aktuellen Einspeisetarife enthalten. Erhältlich ist die Vollversion mit 180 Seiten und 100 Grafiken über die VEND consulting GmbH.

Weitere Informationen:

Förderung fossiler Energieformen und die alles entscheidende Frage der Kostenwahrheit

Im Guardian ist im Jänner einer der besten Artikel zum Thema “Subventionen von fossilen Energien” erschienen. Es handelt sich dabei um eine “Tour of Data” bei dem alle relevanten Infos komprimiert dargestellt sind. Wer den Blog hier schon länger liest, weiß, dass auch mich dieses Thema schon lange beschäftigt (siehe Subventionen fossiler Energien und Was Strom wirklich kostet). Ich bin auch nach wie vor mit der OECD in Kontakt um genaue Daten über Österreich zu bekommen. Die Kollegen dort sind zwar immer sehr zuvorkommend, aber leider ist Österreich noch immer nicht im Detail erhoben  und noch immer zu klein… falls aus der Leserschaft jemand hier aktuelle Informationen hat, freue ich mich sehr über Hinweise.

Bis dahin müssen wir uns mit globalen Daten zu diesem Thema begnügen und hier sind brandaktuelle Informationen aufgetaucht. Dieses Mal nicht von Greenpeace oder der OECD, sondern von niemand geringerem als Faith Birol, dem Chef der Internationalen Energieagentur (IEA). Er sagt, frei übersetzt:

“Eine Streichung der Förderungen für fossile Energieträger wäre schon die halbe Lösung des Klimaproblems.”

Nach Jahren der Negierung auch nur irgend gearteter Subventionen für fossile Energien, scheint es nun international eine Diskussion zu diesem Thema zu geben.

Förderung fossiler Energieträger (c) Guardian

In der Grafik ist klar zu erkennen, wie die Gelder weltweit verteilt wurden. Ich weiß nicht genau was den Peak 2008 verursacht hat, aber damals ging der Ölpreis erstmals durch die Decke, vermutlich wurde hier noch einiges nachgeschossen um die Energie noch halbwegs billig zu halten bevor die Wirtschaft zum ersten Mal gecrasht ist. Das ist aber wie gesagt reine Vermutung.

Energiemix und Anschubkosten

Der Fairness halber ist auch festzuhalten, dass der Energiemix derzeit auch (oder eben deshalb) noch anders aussieht. In einem früheren Beitrag wurde der Weltenergiemix ja bereits beleuchtet. Auch wenn die Subventionen im Vergleich zum Beitrag gering erscheinen ist auch immer daran zu denken, dass der Großteil der fossilen Förderung zu Beginn ihres Zeitalters nötig waren. Nur mit dem Unterschied, dass einmal marktreife erneuerbare Energien keine weiteren Subventionen mehr benötigen oder noch besser – ohne künstlich günstig gehaltene fossile Energien ohnehin bereits marktreif wären.

Kostenwahrheit in ungeförderten Regionen

In letzter Zeit höre ich immer öfter wie erneuerbare Energien vor allem dort erfolgreich sind, wo die Marktpreise nicht durch Förderungen verzerrt sind und nie wurden. Also dort wo der Markt tatsächlich funktioniert. Ich werde mir das noch genauer ansehen und Beispiele bringen, weil man dort vielleicht auch zu einer gewissen Kostenwahrheit kommt.

Was kostet wohl die kWh wenn von keiner Seite subventioniert wird, was meinen Sie?

 

Die Solaraktienstudie

Am 1. Feber erschien die inzwischen achte „Ökoinvest-Solaraktien-Studie“, die einen guten Überblick über die Photovoltaikbranche an sich und Photovoltaik-Aktien weltweit bietet. Im ersten Teil der Studie geht es hauptsächlich um einen Rück- und Ausblick der Branche, im zweiten Teil um fundamentale Daten und Kennzahlen der 30 Aktien des PPVX, des Photovoltaik-Aktien Index, und im dritten Teil werden ca. 170 weitere Titel durch besprochen.

Der PPVX

Der Photovoltaik-Aktien-Index wurde von „Photon“, einem deutschen Solarstrom-Magazin, und „Ökoinvest“, einem österreichischen Börsenbrief, kreiert und 2001 ins Leben gerufen. Von anfänglich zehn gelisteten Unternehmen wuchs der Index bis 2006 auf 30 Titel an. Seither verdrängen größere Unternehmen kleinere bei Neuaufnahme in den Index, der dadurch immer die 30 größten PV-Aktien abbildet.

Die Aktien des PPVX werden in Bezug auf den Umsatz in sechs „Gewichtsklassen“ eingeteilt.

Im Index finden sich börsennotierte Unternehmen, die mindestens 50% ihres Umsatzes mit Produkten oder Dienstleistungen mit der Installation oder Nutzung von Photovoltaikanlagen erzielen. Der Börsenwert, also das Produkt aus Kurs mal Anzahl der Aktien, des Index hat sich seit Beginn verfünzigfacht und lag Ende Jänner bei 19,2 Mrd Euro.

Das stärkste Jahr des PPVX war 2007 mit 152%, er stieg auf 6679 Punkte. Seither hat er – natürlich stark von Börsenumfeld beeinflußt – wieder viel verloren und liegt momentan bei ca. 2480 Punkten. Trotzdem brachte der PPVX Anlegern in den vergangenen neun Jahren eine Wertsteigerung von 223%. Das sind genau 100% mehr als der fossile „Sparringpartner“, der Erdölaktienindex NYSE Arca Oil mit 123%.

Die Branche

Aufgrund des schwierigen Umfeldes der letzten Jahre, wurde der Zugang zu Geld auch für Solarunternehmen immer schwieriger: Banken vergaben weniger Unternehmenskredite, die niedrigen Aktienkurse machten Kapitalerhöhungen unattraktiv. Viele Unternehmen nutzten daher so genannte Mittelstandsanleihen, die Investoren bis dato allerdings auch keinen Grund zur Freude brachten.

Außerdem bestehen weltweit in allen Wertschöpfungsstufen Überkapazitäten: 21 Gigawatt werden derzeit nachgefragt, angeboten werden 45Gigawatt!

Player aus Asien werden zusehends dominanter, zumal sie in den letzten Jahren Qualitätsunterschiede in der Technologie immer weiter abgebaut haben und sich momentan leichter tun, Geld aufzutreiben.

Die beiden Autoren der Studie erwarten weitere „Konsolidierungen“ in alle Teilsegmenten der Branche (Polysilizium-, Wafer-, Ingot-, Solarzellen-, Solarmodul-, Wechselrichterhersteller, sowie Projektierungsunternehmen). Das Beratungsunternehmen Solarbuzz erwartet sogar für Europa einen Markteinbruch um 40% (bei einem weltweiten Wachstum der Branche von 6%).

Unternehmen müssen sich immer mehr in nicht-subventionierten Märkten bewähren, da sich durch sinkende Preise und steigende Leistung PV-Systeme der „Grid parity“ immer weiter annähern. (Grid parity bedeutet, dass „fossil-erzeugter“ Strom und Strom aus PV-Anlagen gleich viel kostet. Das bedeutet, dass die Technik also soweit ausgereift ist, dass Subventionen nicht mehr nötig sind.)

Auf der anderen Seite steigen immer mehr Großkonzerne wie General Electric, Samsung oder Siemens in den Markt ein. Sonnenreiche Kontinente wie Südamerika und Afrika gelangen zunehmend in den Fokus. 2011 war Deustchland (siehe Kommentar von Herrn Lenz) Italien weltweit größter Solarmarkt mit einem Zuwachs der Kraftwerkleistung von 9000 Megawatt, an zweiter Stelle lag Deutschland mit 7500 Megawatt.

Die Studie

Erstellt wird die Studie, erstens, von Max Deml, Ökoinvestment-Pionier, der seit 1991 Chefredakteur des Ökoinvest-Börsenbriefes ist und unter anderem das „Handbuch Grünes Geld“ seit vielen Jahren herausgibt.

Zweitens, von Hilmar Platz, einem lang gedienten Analysten und Unternehmensberater, der auf die Branchen Cleantech, Photonics und Life Sciences spezialisiert und für viele Großinvestoren tätig ist.

Die Studie kann für € 44.- (inkl. Versand gegen Rechnung) beim ÖKO-INVEST Verlag, Schweizertalstraße 8-10/5, 1130 Wien, Tel: 01/8760501, Email: oeko-invest@teleweb.at bestellt werden.

Die erste vertikale Windturbine in Pittsburgh

Vertikale Windturbine von Tangarie | Modell Gale 10 | Foto: C.Daniel
Wie im letzten USA-Beitrag versprochen noch die Infos der vertikalen Windturbine, welche vor kurzem im Phipps Conservatory in Pittsburgh in Betrieb gegangen ist.
Da vor allem das Thema vertikale Windturbine hier im Blog immer sehr stark nachgefragt wird, hab ich mich ein wenig schlau gemacht und Folgendes herausgefunden:
  • Die Turbine produziert ca. 10.000 kWh/Jahr
  • Es handelt sich um das Modell Gale 10 von Tangarie (Leider sind nur die Datenblätter 1,2,5 online)
  • Laut Bauherr kostete sie $30.000,- aber ganz sicher war er sich leider nicht mehr
  • Sie ist auf einem Betonfundament neben dem Gebäude installiert, da die wirkenden Kräfte für das Haus nicht leicht  berrschbar gewesen wären
  • Es handelt sich um die erste vertikale Windturbine in Pittsburgh und soll andere auch ermutigen eine zu bauen
  • Lärmbelästigung ist keine gegeben, sie läuft bereits erfolgreich

Hier gibts noch Fotoshow des Aufbaus auf der Facebookseite des Errichters. Wenn Sie Infos zu vertikalen Turbinen haben, freue ich mich über Kommentare. Ich werde ständig dazu gefragt, kann aber nur auf wenige Referenzprojekte verweisen. Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?

Auch in Wien wurde letzte Woche das erste vertikale Windrad auf einem Hausdach montiert. Darüber werde ich in einem weiteren Beitrag berichten. Falls es dazu spezielle Fragen gibt, einfach im Kommentarfeld posten.

 

 

Algen zur Treibstoffgewinnung?

Warum Algen?

  • Verglichen mit Landpflanzen produzieren Algen fünf mal mehr Biomasse pro Hekar und enthalten 30 – 40% mehr Öl, das für Treibstoff verwendet werden kann. Bei manchen Mikroalgen steigt der Biomasseertrag pro Fläche sogar bis zum 15fachen von herkömmlichen Landpflanzen (Raps, Mais, …)
  • Algen auch auf ariden (trockenen) Böden wachsen, die für die herkömmliche Landwirtschaft nicht in Betracht kommen. Daher wären zum Beispiel Wüstenflächen nutzbar und es bestünde keine Konkurrenz zu normalen Ackerflächen.(Algen gibt es nicht nur im Wasser. Neben Gefäßpflanzen und Flechten gedeihen auch manche Algenarten in Wüsten.)
  • In einigen Jahren oder Jahrzehnten werden wir vielleicht alle mit Elektroautos fahren. Wir werden aller Wahrscheinlichkeit aber nicht mit Elektro-Flugzeugen fliegen. Daher ist ein Ersatz für Erdöl-basierenden Treibstoff für Flugzeuge notwendig.
  • Mit Algen kann man CO2 von Industrieabgasen binden.
  • Was an CO2 bei der Verwendung von Algenkraftsoffen frei wird, nimmt die Pflanze beim Wachsen wieder auf. Eine CO2-neutrale Produktion von Treibstoffen ist daher möglich.
  • Treibstoffe auf Gasbasis sind im Vergleich zu Erdölprodukten durch ihren geringeren Rußanteil umweltfreundlicher.

 

Was kann bei Algen verwendet werden?

Mit einigen Arten kan Biowasserstoff hergestellt werden. Bei bestimmten Algenarten ist der Ölgehalt für die Produktion von Biodiesel nutzbar. Aus den Kohlehydraten, aus der Algen zum größten Teil bestehen, läßt sich durch Vergärung Ethanol fertigen. Und durch Gärung kann man auch Methangas produzieren. Es gibt Makroalgen (die großen Blätter oder Fäden, die wir vom Meer kennen) oder Mikroalgen, die ein oder mehrzellig sein können.


 

Wie werden Algen „angebaut“?

Algen können in geschlossenen Behältern kultiviert werden (Photobioreaktoren). Meist handelt es sich um Kunststoff- oder Glasplatten oder- Röhren. Für geschlossene Systeme eignen sich nur Mikroalegen.

Der Vorteil von einem geschlossenen System ist, dass die Umweltbedingungen wie Nährstoff- und CO2-Konzentration, Temperatur und Durchmischung genau gesteuert werden können und dass die große Oberfläche die Lichtzufuhr erleichtert und damit die Photosynthese und das Algenwachsum verstärkt. Nachteil ist, dass der Betriebsaufwand, die -kosten und die Anfangsinvestitionen relativ hoch sind.

In offenen Systemen (offene natürliche Gewässer wie Meere, Seen oder künstliche Becken) können die Umweltbedingungen nicht gut gesteuert werden, die Lichtzufuhr für die Photosynthese ist um ein Vielfaches geringer, Schädlinge (Pflanzenfresser oder andere Pflanzen, die die Algen verdrängen) können leicht in ein offenes System eindringen. Daher wird das Wachstumspotential bei weitem nicht ausgenutzt.

Auf der anderen Seite ist das Bauen oder der Zugang zu offenem Wasser leicht zu bewerkstelligen und die Bau und Erhaltungskosten sind gering.

 

Der Stand der Dinge:

Weltweit gibt es viele Forschungszentren, -projekte und Unternehmen (vor allem aus der Öl- und Flug- und Weltraumindustrie), die an der Nutzung von Algenkraftstoffen forschen. Eine kommerzielle Nutzung findet bis jetzt aber aufgrund von etlichen ungeklärten Fragen, Ineffizienz und teilweise hohen Kosten noch nicht statt. Das deutsche Umweltbundesamt schätzt die momentanen Kosten von einem Liter Algenkraftstoff auf ca. € 50.-. Damit sind wir also noch weit von der Praxistauglichkeit weg.

 

Für eingefleischte Bastler gibt es aber schon Bauanleitungen für zu Hause:

NASA entwickelt die nächste Generation für Flugzeugtreibstoff

Der Luftverkehr hat in Bezug auf CO2-Emissionen weltweit einen Anteil von ca. 17% am Gesamtverkehr. In den vergangenen Jahren hat der Luftverkehr stark zugenommen. Deshalb hat es sich die NASA innerhalb der „National Aeronautics Directive“ zur Aufgabe gemacht, an der Entwicklung von „grünen“ Flugzeugtreibstoffen zu forschen. Mit grün ist umweltfreundlich, klimaneutral, sicher und heimisch gemeint.

Geforscht wird in der „GreenLab Research Facility“ des „NASA Glenn Research Centers“ in Ohio, einer von vielen Forschungsanlagen der NASA. Was versteht die NASA genau unter „green“?:

„Das Produkt wird unter Berücksichtigung der Gesellschaft und Umwelt hergestellt.“ Um sich von Greenwashing abzugrenzen, verwendet die NASA drei Meßgrößen/Erfolgskriterien für „Green“:

- „Sustainable“: Bleiben die benutzten Ressourcen für zukünftige Generationen erhalten?

- „Alternative“: Unterscheidet sich das Produkt von herkömmlichen Lösungen und sind die Auswirkungen besser als die bisherigen (geringerer CO2 Footprint, …)

- „Renewable“: Sind die verwendeten Ressourcen wieder verwendbar, bzw. werden sie nicht aufgebraucht (Sonne, Wind, Wasser)?

Innerhalb des „Glenn Research Centers“, kurz GRC, gibt es noch drei zusätzliche Bedingungen, „the big three“, die bei der Erforschung von neuen Treibstoffen eingehalten werden müssen:

- Kein kultivierbares Ackerland darf verbraucht werden.

- Keine (eßbaren) Nutzpflanzen dürfen für Treibstoffe herangezogen werden.

- Kein Süßwasser darf verwendet werden, weil es fast „die“ wertvollste Ressource auf der Welt ist: nur 2,5 % des weltweit vorhandenen Wassers ist Süßwasser. Davon ist nur knapp ein halbes Prozent für Menschen zugänglich.

Der Forschungsschwerpunkt für die Herstellung von Biotreibstoffen liegt bei drei Arten von Pflanzen: Halophyten, also Pflanzen die an höhere Salzkonzentrationen an ihrem Standort angepasst sind, „Unkraut“ und Algen. Für den Anbau dieser Pflanzen sind, wie bei jedem anderen Anbau fünf Dinge notwendig: Samen, Boden, Wasser, Sonne, Dünger. Um dem „Green“ zu entsprechen, wird als Boden Sand verwendet, um keine Konkurrenz mit Ackerfläche zu erzeugen. Das Wasser ist wie gesagt Salzwasser und auch der Dünger ist kein künstlicher, sondern Fischkot vom Spitzmaulkärpfling (Familie Zahnkarpfen).

Unkräuter und Algen werden in sechs „Ökosystemen“ – Testbecken, in denen der Salzgehalt stetig bis zum Meereswasser-Niveau zunimmt – an salzhaltigere Standorte gewöhnt. Ziel ist es, eine Pflanzenart zu finden, die an möglichst vielen Standorten weltweit überlebt. Unter den getesteten 26 Halophyten-Arten, gab es bis jetzt fünf Gewinner, die durch Züchtung zu einer „Superart“ weiter verbessert werden soll.

 

Die Energiegewinnung für die „GreenLab Research Facility“ erfolgt übrigens durch zwei Windturbinen mit jeweils 2,4 kWh. Vier bis fünf weitere folgen demnächst. Außerdem wurde eine alte Photovoltaik-Anlage, die für andere Tests gebaut und schon 15 Jahre nicht mehr benutzt wurde, wieder in Betrieb genommen. Gleichzeitig wird dieses Energieversorgungssystem des GreenLab als Microgrid getestet, das Ergebnisse für einen großen Smartgrid im Bundesstaat Ohio liefern soll.

Die Züchtung einer Superart halte ich für nicht besonders sinnvoll, weil unsere Welt zu komplex ist für „die eine Lösung“. Ich denke, dass „die Lösung“ in der Vielfalt liegt und sich daher auch aus vielen Lösungen zusammensetzt. Ansonsten wirkt das Projekt recht durchdacht und hat sicher großes Potential für interessante Zukunftsperspektiven.

 

Ein Green-Building das alle Stückerl spielt

Bei meinem USA Trip nach Detroit und Pittburgh, bin ich neben der Autoshow, von der ich bereits berichtet habe, zu vielen Projekten gekommen, über die es Wert wäre einen ganzen Beitrag zu schreiben. Leider ist das zeitlich fast unmöglich. Hier gibt es eine Kurzübersicht zum Nachlesen.

Ein Projekt finde ich für den ÖkoEnergieBlog hier aber besonders interessant. In Pittsburgh entsteht gerade ein Gebäude, das seinesgleichen sucht. Hier wurde wirklich versucht, alles nur mögliche richtig anzupacken. Natürlich wäre ein nicht gebautes Haus noch immer besser als ein Neubau, aber wenn schon, denn schon. Das Center of Sustainable Landscape ist der Zubau zum ersten LEED zertifizierten Gewächshaus dem Phipps Conservatory, das ebenfalls alle Möglichen Arten der Energieerzeugung und vor allem Energieeffizenz aunutzt. In dem Video ist alles anschaulich erklärt und hier noch einmal zusamengefasst alle Featrues des neuen Center of Sustainable Landscape.

  • Energieeffizienz höher als für LEED Platin notwendig
  • Design ganzheitlich auf die “User” abgestimmt
  • Passives Solar-Design für optimale Ausnutzung des Tageslichtes und automatische Beschattungselemente
  • Gebäudehülle auf lange Lebensdauer und höchste Dämmstandards ausgelegt
  • Energieversorgung mit 100 % erneuerbarer Energie
    • Geothermie für Heizen und Kühlen für 70% Versorgung
    • Solarthermie als Zusatz zur Geothermie
    • Photovoltaik aufgeständert und nachgeführt
    • vertikale Windturbine
  •  Intelligentes Energiemanagementsystem für den optimalen Betrieb der Anlage
  •  Natürliche Belüftungssysteme für optimalen Luftaustausch
  • 100% passive Kühlung
  • Nachhaltige Baumaterialien inkl. Recyclingmaterial
  • Bewässerung der Anlage mit Regenwasser
  • Begrüntes Dach
  • Hauseigenes Abwassersystem mit eigenem Kreislauf
  • und noch so viel mehr…
Es ist in diesem Gebäude wirklich so unglaublich viel Know-How drin, dass es sich lohnt in jeden einzelnen Baustein reinzuschauen. Am besten aber einfach einen Punkt der Sie besonders interessiert auf deren Website nachlesen.  Auf ein kleines Detail werde ich hier im nächsten Beitrag noch eingehen. Auf die vertikale Windturbine, die alle sehr interessiert hat und auch hier im Blog auch immer wieder nachgefragt wird.

Olaf Achilles: Solarstaat

2012 wird das Jahr der Gastbeiträge im Blog. Heute mit einem deutschen Beitrag von Olaf Achilles, dem Autor des brandneuen Solarbuches Solarstaat. Energiekehre statt Energiewende, welches ich dankenswerterweise im Sommer “Probelesen” durfte. Er beschreibt dort wie ein Solarstaat aussehen könnte und dass wir eben nicht mehr 40 Jahre auf einen hohen Anteil im Energiemix warten müssen. Im folgenden Artikel gibt es weitere aktuelle Fakten, die diese Aussage unterstützen. Vielen Dank für das Aufzeigen wie die neue Energieversorgung aussehen wird. Es wurde im letzten Jahr tatsächlich mehr als deutlich, dass 2011 der Beginn einer weltweiten solaren Zeitrechnung war.

2011 geschah der Durchbruch für Solarstrom

Es gibt immer mehrere Perspektiven und aus der Perspektive der Solarstromindustrie ist 2011 sicherlich gerade auch in Hinblick auf 2012 kein gutes Jahr gewesen. Doch historisch betrachtet ist seit 2011 der weltweite Ausbau von Solarstrom nicht mehr aufzuhalten. „Die Solaranlagen in Deutschland produzierten 2011 mehr als 18 Milliarden Kilowattstunden Strom“, so der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar). „Das sind 60 Prozent mehr als noch im Vorjahr und entspricht in etwa dem Stromverbrauch von Thüringen – einer Strommenge, mit der rechnerisch 5,1 Millionen Haushalte ein Jahr lang versorgt werden können“. Solarstrom wurde so in 2011 bereits zum „Strompreiskiller“ wie der Journalist Philippe Welter in der Novemberausgabe der Zeitschrift PHOTON berichtet: Am 16.07.2011 und am 22.10.2011 sank dank der Solarstrominstallationen der Spitzenstrompreis für mehrere Stunden auf das Niveau von Nachtstrom.

Unser EVU – die Energiewende von unten!

Dies sind die technischen Potentiale. Die gesellschaftlichen Vorteile von Solarstrom rücken nun zunehmend in die Aufmerksamkeit der Umweltverbände. Bereits im November rief der IPPNW zu einer Volksbewegung für Solarstrom in Bürgerhand auf: „Interessierte Kreise in Politik und Wirtschaft verschleiern sittenwidrige Extrem-Renditen der Atomindustrie von 280 Prozent – Renditen von wenigen Prozenten einfacher Bürger, kleiner Unternehmen und der Kommunen werden hingegen skandalisiert“, so IPPNW-Energieexperte Henrik Paulitz. „Das Jahr 2011 war nach Einschätzung der IPPNW nicht der Einstieg in die Energiewende, sondern vielmehr ein Frontalangriff auf die Stromerzeugungs-Technik, von der die breite Bevölkerung finanziell am meisten profitiert: auf die Photovoltaik… Die IPPNW ruft in diesem Zusammenhang zu einer breiten „Volksbewegung für den Solarstrom“ und Speicher-Ausbau in Bürgerhand“ auf.

Alles wird gut

2011 treten immer weitere Informationen zu Tage, die die Thesen zu einer möglichen Beschleunigung der Energiewende bestätigen. So gibt es eine Studie mit der Prognose, dass Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung im Jahr 2016 bereits deutlich über 30% ausmachen werde. (Das IE Leipzig erstellte im Auftrag der deutschen Übertragungsnetzbetreiber eine Prognose zur Entwicklung der Stromeinspeisung aus Erneuerbaren Energien bis 2016.) Und der SPIEGEL meldet am 20.12.2011 („Energieverbrauch Deutschlands sinkt kräftig“) dass die Erneuerbaren Energien 2011 um vier Prozent ansteigen und der Stromverbrauch um 5 Prozent sinkt.

Bereits zum Ende dieser Dekade werden weltweit jährlich mehr Solarstrom-Anlagen gebaut, um damit z. B. ganz Deutschland mit Strom versorgen zu können. In 2030 wird dreimal mehr Solarstrom auf diesem Planeten installiert sein als wir benötigen, um den jährlichen Gesamtstromverbrauch von Europa bereitzustellen.

 

2012: Auf zur nächsten Runde Glücksrad

Ing. Dietmar Stotter, Leitung LS-Sonnenstrom (LEIT-SCHUTZ GmbH)

Pünktlich zum Jahreswechsel geht ein brandaktueller Gastartikel zum Thema PV-Förderung 2012 online. Ich habe bereits auf Dachgold eine Anleitung zum Berechnen der Einspeisevergütung vorgestellt und Ing. Dietmar Stotter, Leiter des Geschäftsfeldes Photovoltaik bei LS-Sonnenstrom, beschreibt hier die aktuelle, etwas verzwickte Situation aus der Sicht eines Anlagenerrichters der das Geschäft seit Jahren kennt. Vielen Dank dafür Dietmar und an alle Leser einen guten Rutsch und viel Glück für das nächste PV-Jahr.

Die Sicht eines Errichters

Kürzlich im Photovoltaik-Forum habe ich die Diskussion „Heiteres Tariferaten“ entdeckt  und mir gedacht, dass ich etwas Licht ins Dunkel bringen möchte. Cornelia hat mich dann gebeten das als Gastbeitrag auch in den Öko-Energie-Blog reinzuschreiben; der Aufforderung komme ich im Sinne einer breiteren Aufklärungsarbeit sehr gerne nach.

Aus meiner Sicht eines PV-Anlagen Planers und Errichters ist es in Österreich schon außerordentlich mühsam mich mit ständig ändernden und schwer durchschaubaren Förderbestimmungen beschäftigen zu müssen. Gerne würde ich mich doch der eigentlich wertschöpfenden Tätigkeit selbst widmen, PV-Anlagen zu planen und zu errichten. Die Gesetzgebung hat es aber wieder einmal geschafft, eine halbfertige Regelung aufs Volk loszulassen, welche auch für Experten kaum durchschaubar, geschweige denn kalkulierbar ist.

Ich erinnere daran, dass die bestehenden Töpfe 2011 bereits leer geräumt sind, sowohl der reguläre Fördertopf als auch der „großzügig“ bemessene Sondertopf zum Abbau der Förderantrags-Warteliste. Das neue Ökostromgesetz 2012 ist daher in aller Munde, zumindest bei jenen welche sich für eine Investition in eine Photovoltaik-Anlage interessieren. Und davon gibt es jede Menge. Viele dieser Interessenten warten bereits sehnsüchtig auf die Neujahrs-Klänge der Pummerin, weil es ab 1.1.2012 um Schlag 0.00 Uhr wieder die Möglichkeit gibt aus dem nächstjährigen Fördertopf ein Stück abzubekommen. Also auf zur nächsten Runde Glücksrad! Allerdings gibt es zum neuen Ökostromgesetz 2012 in der Öffentlichkeit viele Fragen, wir so genannten Experten wissen einiges aber auch nicht alles. Etwas Licht ins Dunkel zu bringen ist mit diesem Beitrag meine erklärte Absicht.

 Die Tarife sind bei Einreichung nicht klar

WAS ich weiß: Am 1.1.2012 gilt definitiv noch das alte Ökostromgesetz (ÖSG) und es werden jährlich die Fördertarife neu festgelegt. Was ich allerdings NICHT weiß, welcher Tarif für Förderanträge ab Morgen dem 1.1. gelten wird. Ich weiß also nicht, mit welchen Einnahmen ein PV-Investor die nächsten 13 Jahre zu rechnen hat. Ich weiß auch, dass der Fördertopf für 2012 wieder mit 2,1 Mio. Euro gefüllt ist, aber nur etwa 400.000 Euro „frei“ verfügbar sind. Wie kommt so etwas zustande? Der Einfachheit halber erkläre ich Ihnen lieber Leser die Situation anhand der Fördertarife für Dachanlagen bis 20 kWp.

Aktuell gelten noch immer die 38 Ct/kWh Einspeisetarif, wenngleich man keine Chance mehr hat diese auch zu bekommen. Das wäre in Anbetracht der gesunkenen Anlagenpreise ein recht attraktiver Tarif. In den Genuss dieses Tarifes kommen aber nur jene, welche bereits im Laufe des Jahres 2010 eingereicht hatten und aufgrund der Erschöpfung des 2010er Fördertopfes in den Jahren 2011, 2012 und 2013 drangekommen wären. Laut altem ÖSG werden Anträge bis max. 3 Jahre weiter gereiht, danach fallen diese raus. Es lautet im alten ÖSG folgendermaßen “… es gilt der Fördertarif zum Zeitpunkt der Antragstellung (also 38 Ct aus 2010)”. Da aber ein Streichen der Anträge, welche über 2013 hinausgingen politisch nicht machbar gewesen wäre (die Warteliste hatte aufgrund der Antragsflut letztlich bis 2024 gereicht), hatte man die Idee des Wartelistenabbaues mit reduzierten Tarifen erfunden. Für alle Anträge, welche auf der Liste ab 2014 gestanden sind, eine durchaus interessante Lösung, weil ja zuletzt die Anlagenpreise massiv nach unten gepurzelt sind und somit die Möglichkeit bestand rasch und sogar mit einer kleinen Rendite zu bauen. Für jene Antragsteller, welche auf der Warteliste für 2012 und 2013 gestanden haben gab es 2 Entscheidungsmöglichkeiten: Tarifabschlag annehmen UND gleich bauen ODER den 1.1.2012 (bzw. den 1.1.2013) abzuwarten. Für mich wäre der Fall SONNEN-klar: warten! Ich bekomme schließlich die vollen 38 Ct Einspeisetarif und es ist zu erwarten dass die Anlagenpreise weiter fallen werden = garantierte Renditeentwicklung, wie es sie in dieser Form bei keiner anderen, sicheren Anlageform gibt (sorry für die rein ökonomische Betrachtungsweise). Es war also zu erwarten, dass die für 2012 vorgesehenen 2,1 Mio Euro bereits vergeben sind. Warum trotzdem ca. 20% des Fördervolumens, also etwa 400.000 Euro Anfang 2012 überhaupt noch frei sind, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Da haben offenbar einige Antragsteller nichts durchschaut oder geschlafen, schade eigentlich …

Ich gehe davon aus, dass auch am 1.1.2013 bereits der größte Teil der 2,1 Mio Euro vergeben sein wird, ohne dass irgendjemand anderer eine Chance auf diese Fördergelder hat. Eigentlich eine traurige Geschichte sondergleichen “Made in Austria”.

 Wartelisten, Unsicherheit, weiter drehen…

Jetzt wäre es ja nicht das österreichische ÖSG, wenn es das schon wäre! Das neue ÖSG 2012 sieht einen höheren Fördertopf von jährlich 8 Mio. Euro vor, das Gesetz wird aber vermutlich erst am 1.7.2012 in Kraft treten . Daher wäre es logisch, dass man bereits am 1.1.2012 schnell einreichen muss um aus dem zusätzlichen Fördertopf ab (wahrscheinlich) 1.7.2012 bedient zu werden. Wenn ich morgen kurz nach Mitternacht schnell einreiche, dann bin ich sehr wahrscheinlich wieder auf einer 2012er Warteliste und hoffentlich klappt es diesmal. Da aber das ÖSG eh nicht mehr zu durchschauen ist und auch keine Logik mehr hat, habe ich (m)eine persönliche Erwartungshaltung, dass bis Mitte 2012 nochmal etwas passieren wird, womit keiner gerechnet hat … z.B. die ab Anfang 2012 neu entstehende Warteliste nicht anzuerkennen? Es tritt ja (wahrscheinlich) am 1.7.2012 dann das neue ÖSG 2012 in Kraft, und da gibt es keine Warteliste mehr. Dann bliebe mir nix anderes übrig, als wieder das Glücksrad zu drehen!

Übrigens, auch etwas Positives sei erwähnt. Das neue ÖSG gilt für die kommenden 10 Jahre, es gibt jedes Jahr einen zusätzlichen Fördertopf mit 8 Mio. Euro dotiert. Das Interesse an PV-Anlagen wird stetig steigen, dieser Trend ist unumkehrbar. Es wird daher auch die nächsten Jahre deutlich mehr Nachfrage geben, als der Fördertopf bedienen kann. Ich sage deshalb voraus: Das Glücksrad wird jedes Jahr aufs Neue gedreht werden müssen!

Keine Klarheit über das tatsächliche Volumen im Markt

Erwähnen muss ich im Zusammenhang mit den Förderanträgen auch folgende diskussionswürdige Praxis. Es wurden bzw. werden auch weiterhin viele Anträge eingebracht, obwohl die obligatorischen Genehmigungsbescheide nicht vorliegen. Laut ÖSG hat man 6 Wochen Zeit den notwendigen “Anerkennungsbescheid für Ökostromanlage” nachzureichen. Speziell bei größeren PV-Anlagen übersehen bzw. ignorieren die Antragsteller die erforderliche Laufzeit für die Behördenbescheide, diese können im Einzelfall schon mal bis zu 6 Monaten dauern! Dadurch fallen ständig Anträge raus, speziell solche für größere Anlagen, Fördervolumen wird wieder frei, Anträge rücken nach, Neue werden eingereicht … es entsteht ein “Spielchen” welches Niemandem dienlich ist. Ich ärgere mich sehr über die dadurch entstehenden Bearbeitungs- und Prozesskosten. Aus diesem Grund kennt sich am Markt niemand mehr aus, ob das Fördervolumen tatsächlich schon verbraucht ist oder nicht.

Das Wichtigste: Trotzdem EINREICHEN

Trotzdem rate ich allen PV-Interessierten: Bitte einreichen, damit weiterhin großer politischer Druck ausgeübt wird!

Autsch! Von der 2000-Watt-Gesellschaft weit entfernt…

Schon mal von der 2000-Watt Gesellschaft gehört? Ich will schon ewig über dieses vorwiegend in der Schweiz bekannte Modell schreiben und mache das heute indem ich einen Selbsttest durchführe um zu sehen, wie weit ich persönlich von diesem Ziel entfernt bin.

Die Definition

Die 2000-Watt-Gesellschaft ist ein  Modell, das an der ETH Zürich entwickelt wurde. Gemäß dieser Vision sollte der Energiebedarf jedes Erdenbewohners einer durchschnittlichen Leistung von 2000 Watt entsprechen. Die  2000 Watt entsprechen dem Wert von 1990 mit einem Weltjahresverbrauch von 17.500 kWh pro Person. (Quelle: Wikipedia)

In industrialisierten Ländern liegt dieser Wert eher zwischen 5000-6000 Watt bzw. 45-55.000 kWh/Jahr. Also fast das dreifache des Zielwertes. Wichtig ist auch noch zu erwähnen, dass in der Theorie dieser Wert erreicht werden soll, ohne starke persönliche Einschränkungen. Bei Ecospeed kann man auf sehr anschauliche Weise seine “Leistung” ausrechnen. Das habe auch ich gemacht und bin zu erstaunlichen Ergebnissen gekommen.

Ich funktioniere mit 4739 Watt

Ich verbrauche 4.739 Watt oder 40.000 kWh/Jahr.  Obwohl ich gedacht hatte, dass ich bereits energiesparend lebe, war ich sehr überrascht wie weit ich von der 2000 Watt Gesellschaft entfernt bin. Gleichzeitig wird sehr deutlich sichtbar, wo die entscheidenden Hebel sind und deshalb ist es mir wichtig dieses Ergebnis zu teilen.

Wattverbrauch laut ECO2 Rechner Quelle: Ecospeed

Flüge, Ernährung und “Schnickschnack” sind die Hebel

Das schon erwähnte Tool spuckt am Ende der sehr detaillierten Abfrage untenstehendes Bild aus. Es wird der schweizer Durchschnitt mit dem persönlichen Ergebnis verglichen und gleichzeitig auf Verbesserungspotential hingewiesen. Komischerweise kann man nicht angeben weniger fliegen zu wollen; das würde mein Potential noch stark heben. Was mein Ergebnis betrifft wird deutlich, dass ich bei Ernährung und Privatfahrzeuge schon weltmeisterlich unterwegs bin, bei Flugreisen aber jegliche Erfolge vernichte. Ein einziger Langstreckenflug erhöht die Jahreswattzahl um 1000 W. Mit nur zwei Langstreckenflügen hat man das “Soll” also schon erreicht. Für 2012 wo ich  mindestens zwei mal fliegen muss/will siehts daher etwas schlecht aus mit meiner Bilanz. Mir war schon immer bewusst, dass Fliegen furchtbar energieintensiv ist, aber erst durch diesen Kontext wirds nochmal deutlich klarer.

Wattverbrauch laut ECO2 Rechner Quelle: Ecospeed

Ich für mich kann durch dieses Tool jedoch noch besser einschätzen was zu tun ist. Energiesparlampen sind unter diesem Aspekt also wie schon oft zitiert das kleinste Puzzleteil in der zukünftigen Energiechallenge und prinzipiell wäre es nur fair wenn jeder in der Welt diese 2000 Watt zur Verfügung hätte. Hermann Scheer hat dieses Modell sogar einmal als Alternative zu Klimaverträgen die auf Jahresemissionzahlen an CO2 abzielen, vorgeschlagen.  Das würde auch die Diskussion mit den Entwicklungsländern vereinfachen.

Was haltet ihr davon? Wer traut sich noch seine Energiebilanz zur veröffentlichen. Gerne auch im Kommentarfeld!

PS: Ich werde mich für keine der oben genannten Zahlen rechtfertigen. Es sollte nur das Modell etwas anschaulicher machen.