Die Solaraktienstudie

Am 1. Feber erschien die inzwischen achte „Ökoinvest-Solaraktien-Studie“, die einen guten Überblick über die Photovoltaikbranche an sich und Photovoltaik-Aktien weltweit bietet. Im ersten Teil der Studie geht es hauptsächlich um einen Rück- und Ausblick der Branche, im zweiten Teil um fundamentale Daten und Kennzahlen der 30 Aktien des PPVX, des Photovoltaik-Aktien Index, und im dritten Teil werden ca. 170 weitere Titel durch besprochen.

Der PPVX

Der Photovoltaik-Aktien-Index wurde von „Photon“, einem deutschen Solarstrom-Magazin, und „Ökoinvest“, einem österreichischen Börsenbrief, kreiert und 2001 ins Leben gerufen. Von anfänglich zehn gelisteten Unternehmen wuchs der Index bis 2006 auf 30 Titel an. Seither verdrängen größere Unternehmen kleinere bei Neuaufnahme in den Index, der dadurch immer die 30 größten PV-Aktien abbildet.

Die Aktien des PPVX werden in Bezug auf den Umsatz in sechs „Gewichtsklassen“ eingeteilt.

Im Index finden sich börsennotierte Unternehmen, die mindestens 50% ihres Umsatzes mit Produkten oder Dienstleistungen mit der Installation oder Nutzung von Photovoltaikanlagen erzielen. Der Börsenwert, also das Produkt aus Kurs mal Anzahl der Aktien, des Index hat sich seit Beginn verfünzigfacht und lag Ende Jänner bei 19,2 Mrd Euro.

Das stärkste Jahr des PPVX war 2007 mit 152%, er stieg auf 6679 Punkte. Seither hat er – natürlich stark von Börsenumfeld beeinflußt – wieder viel verloren und liegt momentan bei ca. 2480 Punkten. Trotzdem brachte der PPVX Anlegern in den vergangenen neun Jahren eine Wertsteigerung von 223%. Das sind genau 100% mehr als der fossile „Sparringpartner“, der Erdölaktienindex NYSE Arca Oil mit 123%.

Die Branche

Aufgrund des schwierigen Umfeldes der letzten Jahre, wurde der Zugang zu Geld auch für Solarunternehmen immer schwieriger: Banken vergaben weniger Unternehmenskredite, die niedrigen Aktienkurse machten Kapitalerhöhungen unattraktiv. Viele Unternehmen nutzten daher so genannte Mittelstandsanleihen, die Investoren bis dato allerdings auch keinen Grund zur Freude brachten.

Außerdem bestehen weltweit in allen Wertschöpfungsstufen Überkapazitäten: 21 Gigawatt werden derzeit nachgefragt, angeboten werden 45Gigawatt!

Player aus Asien werden zusehends dominanter, zumal sie in den letzten Jahren Qualitätsunterschiede in der Technologie immer weiter abgebaut haben und sich momentan leichter tun, Geld aufzutreiben.

Die beiden Autoren der Studie erwarten weitere „Konsolidierungen“ in alle Teilsegmenten der Branche (Polysilizium-, Wafer-, Ingot-, Solarzellen-, Solarmodul-, Wechselrichterhersteller, sowie Projektierungsunternehmen). Das Beratungsunternehmen Solarbuzz erwartet sogar für Europa einen Markteinbruch um 40% (bei einem weltweiten Wachstum der Branche von 6%).

Unternehmen müssen sich immer mehr in nicht-subventionierten Märkten bewähren, da sich durch sinkende Preise und steigende Leistung PV-Systeme der „Grid parity“ immer weiter annähern. (Grid parity bedeutet, dass „fossil-erzeugter“ Strom und Strom aus PV-Anlagen gleich viel kostet. Das bedeutet, dass die Technik also soweit ausgereift ist, dass Subventionen nicht mehr nötig sind.)

Auf der anderen Seite steigen immer mehr Großkonzerne wie General Electric, Samsung oder Siemens in den Markt ein. Sonnenreiche Kontinente wie Südamerika und Afrika gelangen zunehmend in den Fokus. 2011 war Deustchland (siehe Kommentar von Herrn Lenz) Italien weltweit größter Solarmarkt mit einem Zuwachs der Kraftwerkleistung von 9000 Megawatt, an zweiter Stelle lag Deutschland mit 7500 Megawatt.

Die Studie

Erstellt wird die Studie, erstens, von Max Deml, Ökoinvestment-Pionier, der seit 1991 Chefredakteur des Ökoinvest-Börsenbriefes ist und unter anderem das „Handbuch Grünes Geld“ seit vielen Jahren herausgibt.

Zweitens, von Hilmar Platz, einem lang gedienten Analysten und Unternehmensberater, der auf die Branchen Cleantech, Photonics und Life Sciences spezialisiert und für viele Großinvestoren tätig ist.

Die Studie kann für € 44.- (inkl. Versand gegen Rechnung) beim ÖKO-INVEST Verlag, Schweizertalstraße 8-10/5, 1130 Wien, Tel: 01/8760501, Email: oeko-invest@teleweb.at bestellt werden.

NASA entwickelt die nächste Generation für Flugzeugtreibstoff

Der Luftverkehr hat in Bezug auf CO2-Emissionen weltweit einen Anteil von ca. 17% am Gesamtverkehr. In den vergangenen Jahren hat der Luftverkehr stark zugenommen. Deshalb hat es sich die NASA innerhalb der „National Aeronautics Directive“ zur Aufgabe gemacht, an der Entwicklung von „grünen“ Flugzeugtreibstoffen zu forschen. Mit grün ist umweltfreundlich, klimaneutral, sicher und heimisch gemeint.

Geforscht wird in der „GreenLab Research Facility“ des „NASA Glenn Research Centers“ in Ohio, einer von vielen Forschungsanlagen der NASA. Was versteht die NASA genau unter „green“?:

„Das Produkt wird unter Berücksichtigung der Gesellschaft und Umwelt hergestellt.“ Um sich von Greenwashing abzugrenzen, verwendet die NASA drei Meßgrößen/Erfolgskriterien für „Green“:

- „Sustainable“: Bleiben die benutzten Ressourcen für zukünftige Generationen erhalten?

- „Alternative“: Unterscheidet sich das Produkt von herkömmlichen Lösungen und sind die Auswirkungen besser als die bisherigen (geringerer CO2 Footprint, …)

- „Renewable“: Sind die verwendeten Ressourcen wieder verwendbar, bzw. werden sie nicht aufgebraucht (Sonne, Wind, Wasser)?

Innerhalb des „Glenn Research Centers“, kurz GRC, gibt es noch drei zusätzliche Bedingungen, „the big three“, die bei der Erforschung von neuen Treibstoffen eingehalten werden müssen:

- Kein kultivierbares Ackerland darf verbraucht werden.

- Keine (eßbaren) Nutzpflanzen dürfen für Treibstoffe herangezogen werden.

- Kein Süßwasser darf verwendet werden, weil es fast „die“ wertvollste Ressource auf der Welt ist: nur 2,5 % des weltweit vorhandenen Wassers ist Süßwasser. Davon ist nur knapp ein halbes Prozent für Menschen zugänglich.

Der Forschungsschwerpunkt für die Herstellung von Biotreibstoffen liegt bei drei Arten von Pflanzen: Halophyten, also Pflanzen die an höhere Salzkonzentrationen an ihrem Standort angepasst sind, „Unkraut“ und Algen. Für den Anbau dieser Pflanzen sind, wie bei jedem anderen Anbau fünf Dinge notwendig: Samen, Boden, Wasser, Sonne, Dünger. Um dem „Green“ zu entsprechen, wird als Boden Sand verwendet, um keine Konkurrenz mit Ackerfläche zu erzeugen. Das Wasser ist wie gesagt Salzwasser und auch der Dünger ist kein künstlicher, sondern Fischkot vom Spitzmaulkärpfling (Familie Zahnkarpfen).

Unkräuter und Algen werden in sechs „Ökosystemen“ – Testbecken, in denen der Salzgehalt stetig bis zum Meereswasser-Niveau zunimmt – an salzhaltigere Standorte gewöhnt. Ziel ist es, eine Pflanzenart zu finden, die an möglichst vielen Standorten weltweit überlebt. Unter den getesteten 26 Halophyten-Arten, gab es bis jetzt fünf Gewinner, die durch Züchtung zu einer „Superart“ weiter verbessert werden soll.

 

Die Energiegewinnung für die „GreenLab Research Facility“ erfolgt übrigens durch zwei Windturbinen mit jeweils 2,4 kWh. Vier bis fünf weitere folgen demnächst. Außerdem wurde eine alte Photovoltaik-Anlage, die für andere Tests gebaut und schon 15 Jahre nicht mehr benutzt wurde, wieder in Betrieb genommen. Gleichzeitig wird dieses Energieversorgungssystem des GreenLab als Microgrid getestet, das Ergebnisse für einen großen Smartgrid im Bundesstaat Ohio liefern soll.

Die Züchtung einer Superart halte ich für nicht besonders sinnvoll, weil unsere Welt zu komplex ist für „die eine Lösung“. Ich denke, dass „die Lösung“ in der Vielfalt liegt und sich daher auch aus vielen Lösungen zusammensetzt. Ansonsten wirkt das Projekt recht durchdacht und hat sicher großes Potential für interessante Zukunftsperspektiven.

 

Ein Green-Building das alle Stückerl spielt

Bei meinem USA Trip nach Detroit und Pittburgh, bin ich neben der Autoshow, von der ich bereits berichtet habe, zu vielen Projekten gekommen, über die es Wert wäre einen ganzen Beitrag zu schreiben. Leider ist das zeitlich fast unmöglich. Hier gibt es eine Kurzübersicht zum Nachlesen.

Ein Projekt finde ich für den ÖkoEnergieBlog hier aber besonders interessant. In Pittsburgh entsteht gerade ein Gebäude, das seinesgleichen sucht. Hier wurde wirklich versucht, alles nur mögliche richtig anzupacken. Natürlich wäre ein nicht gebautes Haus noch immer besser als ein Neubau, aber wenn schon, denn schon. Das Center of Sustainable Landscape ist der Zubau zum ersten LEED zertifizierten Gewächshaus dem Phipps Conservatory, das ebenfalls alle Möglichen Arten der Energieerzeugung und vor allem Energieeffizenz aunutzt. In dem Video ist alles anschaulich erklärt und hier noch einmal zusamengefasst alle Featrues des neuen Center of Sustainable Landscape.

  • Energieeffizienz höher als für LEED Platin notwendig
  • Design ganzheitlich auf die “User” abgestimmt
  • Passives Solar-Design für optimale Ausnutzung des Tageslichtes und automatische Beschattungselemente
  • Gebäudehülle auf lange Lebensdauer und höchste Dämmstandards ausgelegt
  • Energieversorgung mit 100 % erneuerbarer Energie
    • Geothermie für Heizen und Kühlen für 70% Versorgung
    • Solarthermie als Zusatz zur Geothermie
    • Photovoltaik aufgeständert und nachgeführt
    • vertikale Windturbine
  •  Intelligentes Energiemanagementsystem für den optimalen Betrieb der Anlage
  •  Natürliche Belüftungssysteme für optimalen Luftaustausch
  • 100% passive Kühlung
  • Nachhaltige Baumaterialien inkl. Recyclingmaterial
  • Bewässerung der Anlage mit Regenwasser
  • Begrüntes Dach
  • Hauseigenes Abwassersystem mit eigenem Kreislauf
  • und noch so viel mehr…
Es ist in diesem Gebäude wirklich so unglaublich viel Know-How drin, dass es sich lohnt in jeden einzelnen Baustein reinzuschauen. Am besten aber einfach einen Punkt der Sie besonders interessiert auf deren Website nachlesen.  Auf ein kleines Detail werde ich hier im nächsten Beitrag noch eingehen. Auf die vertikale Windturbine, die alle sehr interessiert hat und auch hier im Blog auch immer wieder nachgefragt wird.

7 Milliarden Menschen Schallgrenze

Am 31.10 soll die Weltbevölkerung die 7 Milliarden Grenze durchbrechen. Als ich das gehört habe, musste ich erstmal schlucken. Genauso wie Hans Rosling, dessen TED-Speech ich heute teilen möchte, kann ich mich noch genau erinnern als 1999 die 6 Milliarden Grenze durchbrochen wurde. Unsere Geographielehrerin hatte uns in der Schule davon erzählt. Damals konnte ich die Tragweite solcher Entwicklungen noch nicht so recht einschätzen, aber irgendwie hatte es auch 99 schon etwas Beängstigendes. Wie soll das bitte funktionieren, wenn schon heute von Energieengpässen die Rede ist, fragt man sich.

Hans Rosling erklärt hier sehr anschaulich, wie sich die Weltbevölkerung die letzten Jahrzehnte entwickelt hat und welche Chancen es gibt, die zukünftige Energieversorgung für 9 Milliarden Menschen in 2050 zu bewerkstelligen. Seine Art Statistiken zu präsentieren ist ebenfalls sehenswert!

 

SVTC – Nachhaltige Solarinitiative aus dem Sillicon Valley

Überall gibt es schwarze Schafe, auch in den “grünen” und vermeintlich “guten” Industrien wie der Photovoltaik. Aber überall wo Geld gemacht werden kann, kann NOCH mehr Geld gemacht werden, indem man jemand anderen ausbeutet oder den Dreck hinter sich einfach nicht aufräumt.

Deshalb ist es umso wichtiger, dass die schwarzen Schafe frühzeitig erkannt und eliminiert werden. Die Transparenz des 21. Jahrhunderts machts möglich. Erst kürzlich habe ich die US-Amerikanische Umweltorganisation Silicon Valley Toxics Coalition (SVTC) entdeckt. Diese angeblich unabhängige mit reichlich Mitteln  ausgestatte Organisation hat die Solar Scorecard entwickelt, welche PV-Unternehmen nach ihren Sozial- und Umweltstandards bewertet.  Ich kannte das Programm bislang nicht und möchte es deshalb kurz vorstellen.

Bei der Solarscorecard werden neben der Transparenz und der sozialen Verantwortung die Nachhaltigkeit von Produktion und Lieferbeziehungen sowie der Verzicht auf den Einsatz umweltschädlicher Materialien bewertet.

Bewertet wird in folgenden Kategorien (Standards):

Extended Producer Responsibility (EPR) and Takeback

In dieser Kategorie wird bewertet ob der Hersteller die volle Verantwortung für die Produkte, die er in Umlauf bringt, übernimmt. Dazu gehört die Rücknahmegarantie und die Recyclingvorkehrungen, die das Unternehmen bereits jetzt trifft. Viele der zertifizierten Unternehmen verpflichten sich nicht nur die Module zurückzunehmen sondern außerdem die rückgenommenen Module nicht in sozial problematischen Recyclingfabriken in Entwicklungsländern verwerten zu lassen.

Supply Chain Monitoring and Green Jobs

Hier wird überprüft ob hohe Arbeitsstandards über die gesamte Supply-Chain eingehalten werden. Ein Unternehmen des 21. Jahrhunderts muss auch Verantwortung für seine Lieferanten übernehmen. Für “Prison Labor” gibt’s Punkteabzug. Ich nehme mal an hier geht es um un- bzw. schlecht bezahlte Arbeiter in Gefängnissen und nicht um Wiedereingliederungs- und Ausbildungsmaßnahmen.

Chemical Use and Life-Cycle Analysis

Nachdem in manchen Modulen auch giftige Chemikalien verwendet werden, wird hier überprüft wie stark sich das Unternehmen dabei bemüht diese Stoffe zu reduzieren bzw. zu eliminieren. Pluspunkte gibt es zum Beispiel wenn auf Blei und Cadmium gänzlich verzichtet wird.

Disclosure

In dieser Kategorie wird bewertet wie transparent sich das Unternehmen verhält und ob alle Vorgänge nachvollziehbar sind. Eine vollständige Liste der verwendeten Materialien und überprüfbare Informationen zum Umgang mit Mitarbeitern und Lieferanten bringen eine hohe Punkteanzahl.

Die Top 10

Keine Bewertung ohne Ranking. Hier die Liste der Top 10. Die deutsche Solarworld heimst hier wenig überraschend den ersten Platz ein. Etwas verwundert war ich über die Top Platzierung von First Solar, wo das Unternehmen wegen der Verwendung von dem giftigen Cadmium-Tellurid ständig unter Beschuss steht. Wenn man die Scorecard dann genauer ansieht, hat First Solar in diesem Bereich auch fast keine Punkte bekommen, aber eben in allen anderen Bereichen fast die volle Punkteanzahl. Der Giftbereich macht nur 10% des  Gesamtrankings aus. Über diese Gewichtung könnte man natürlich streiten. SVTC ist wohl der Meinung, dass in ihrem Ranking vor allem der Umgang mit Menschen und die Bemühungen um die Rücknahme wichtiger sind.

Sustainovation back in Town

(c) Mehrblick, Foto: Oleks Hnatenko

Heute möchte ich euch diese Konferenz ans Herz legen, denn auch 2011 eröffnet das Wiener IdeenStudio Mehrblick einen besonderen Raum und lädt zur IdeenKonferenz Sustainovation. Der zentrale Gedanke bleibt der gleiche wie letztes Jahr – nämlich, dass die Herausforderung einer zukunftsfähigen Gesellschaft nach neuen Innovationen verlangt – UND nach den entsprechenden Menschen, welche diese am Markt und in der Gesellschaft auch erfolgreich durchsetzen. Da nur noch wenige der 130 Plätze frei sind, rate ich zu einer schnellen Anmeldung. Die Sessions können sich bereits sehen lassen. Unglaublich vielfältig! Hier noch nähere Infos:

Temporärer Campus der Zukunftsfähigkeit

„Sustainovation wird zum temporären Campus der Zukunftsfähigkeit, dessen Teilnehmer vor allem eines eint: Ihre innere Haltung und eine schöpferische Lust an Innovation.“, so Hannes Offenbacher, Geschäftsführender Gesellschafter von Mehrblick.

Für jeden Teilnehmer ist  die Einreichung für eine der 30 Sessions möglich. Gesucht werden Präsentationen für die 3 parallelen Räume (1) Idee – Vision, (2) Erfolge – Best Practice und (3) Erkenntnisse – Wissen. Die Veranstalter erstellen aus allen Bewerbungen das endgültige Programm. Auch ohne eigene Session ist vor Ort genügend Raum und Zeit für Austausch und das Entwickeln von Ideen. (weiterlesen …)

Meine persönliche 4. Revolution

Deswegen halte ich es für die größte und schlimmste aller Umweltverschmutzungen, dass immer wieder versucht wird von zahllosen Energieexperten der Gesellschaft auszureden, dass es diese Perspektive überhaupt in überschaubarer Zeit geben könnte weil man die Gesellschaft damit deaktiviert und entmotiviert” ist ein Zitat von Hermann Scheer aus dem Film Die 4. Revolution. Cornelia Daniel hat mich auf den Film hingewiesen und endlich habe auch ich es geschafft, den Film anzusehen. Dieser Film und vor allem Hermann Scheer inspiriert und erteilt allen Zukunftspessimisten, dass es keinen raschen Wandel geben könnte, eine Absage. Ich muss gestehen, dass auch ich über die Jahre eine gewisse resignative Einstellung zu manchen Themen entwickelt habe. Damit ist jetzt endgültig Schluss!

Ich möchte – im Sinne der 4. Revolution – einmal zwei Ereignisse dazu beitragen, was im eigenen Einflussbereich passiert, das diese 4. Revolution unterstützt: (weiterlesen …)

Schlachten wir die heilige Kuh Industriestrom! – Preise haben sich seit 1980 kaum verändert

Es liegt mir eigentlich nichts ferner als Hetzjagden auf die Industrie zu betreiben, doch wenn Machtverhältnisse so ungleich verteilt sind, kann ich nicht anders. Blöderweise stoße ich bei Recherchen für mein Startup immer zufällig auf Ungereimtheiten in der Energiewirtschaft, die sich meinem Hausverstand einfach entziehen. Im letzten Beitrag (Mutig genug für 293 MWp, Herr Mitterlehner) habe ich das Thema Industriepreise kurz erwähnt; aus aktuellem Anlass möchte ich diese Diskussion hier weiterführen.

Das Hinterfragen eines Dogmas

Die grundlegende Frage lautet: Warum ist Industriestrom um so viel billiger als Haushaltsstrom? Also warum ist er in der Industrie weniger kostbar als im Haushalt? Ich nehme mal an, das hat neben der Wettbewerbsfähigkeit auch historische Gründe. Wir kennen das aus dem Metro Markt. Wer grössere Mengen kauft, bekommt einen besseren Preis. Das ist in Ordnung für Güter, die auch im Überfluss vorhanden sind und eben so viel wie möglich verkauft werden soll.   Aber wie sieht das aus heutiger Sicht für Energie aus? Ist es klug, Anreize für den Mehrverbrauch eines Guts zu schaffen, welches in absehbarer Zeit knapper wird? Wenn ich so unglaublich wenig, nicht mal € 0,1/kWh bezahle, warum sollte ich da nur annähernd ans Energiesparen denken oder vielleicht auch noch in Effizienzmaßnahmen investieren?

Gleichberechtigung für Industrie- und Haushaltspreissteigerungen?

Preisvergleich Strom Industrie Haushalte

Und als ob das noch nicht genug wäre, ist Industriestrom nich nur billig, er hat sich seit 1980 fast nicht verändert, im Haushaltsbereich im selben Betrachtungszeitraum (1980-2008) jedoch um 38,2% erhöht!!! (weiterlesen …)

Blogparade: Gesellschaftsfreundliche Produkte als Innovationsmotor

Blogparade Innovation

Dies ist ein Artikel im Rahmen der Blogparade  zum Thema Zukunft-Innovation! Danke an  die 3M-Plattform und Blögger für den Denkanstoss!

Was zeichnet ein innovatives Unternehmen nun aus?

Diese Frage wurde vor wenigen Jahren bei meinem Studium an der WU noch mit folgendem Satz beantwortet:

“Sie müssen die Bedürfnisse der Kunden erkennen und diese Produkte dann auf den Markt bringen.”

Eben diese Lehre rechtfertigt zahlreiche Marktstudien, welche “erstaunliche” Ergebnisse liefern wie zB. dass der Kunde anscheinend ein noch schnelleres Auto, billigere Produkte und weißere Zähne haben möchte” Das Resultat dieser Vorgehensweise ist seit vielen Jahren ein grauenhaftes “Mehr vom Selben“. Zahnpasta für weissere Zähne, grössere und flachere Fernseher, Autos mit minimal weniger Spritverbrauch… usw. Allesamt lediglich inkrementelle Innovationen.

Die Massenprodukte sind dadurch objektiv nicht mehr unterscheidbar und so kann nur teures Marketing das eine Waschmittel. vom anderen unterscheidbar machen. Dass die Versprechungen in der Werbung nicht mehr der Wahrheit entsprechen, ist sowieso egal. Hauptsache die richtige “Message” kommt beim Kunden an und bewegt ihn zum Kauf.

Dem möchte ich folgendes Zitat von Henry Ford entgegenstellen:

“Wenn ich die Menschen gefragt hätte, was sie wollen, hätten sie gesagt schnellere Pferde.(weiterlesen …)

Erdöl gar nicht erst fördern: Yasuni-ITT Initiative

Quelle: Yasuni-ITT InitiativeMit offenen Karten ist eine Sendung auf ARTE, die sich auf der Basis von Landkarten mit verschiedensten Themen auseinander setzt. Am Samstag, 23.10.2010 ging es um die Wälder der Erde und dabei auch um die Yasuni-ITT Initiative. Diese dazu dient, enorme Erdölvorkommen in Ecuador für immer unter der Erde zu belassen. Gleichzeitig sollen damit ein Nationalpark und die dort lebenden indogenen Völker gerettet werden. Die Grundidee lautet: Die internationale Gemeinschaft zahlt rund die Hälfte der durch die Ausbeutung der Erdölfelder erzielbaren Einnahmen an Ecuador. Im Gegenzug schützen diese die Natur und vor allem die Wälder. CO2 wird also auf doppelte Weise reduziert: Durch Förderung alternativer Energien und die Erhaltung der Wälder, die dadurch weiter CO2 absorbieren können. Außerdem wird zusätzliches CO2 durch Verhinderung der Erdölförderung vermieden. Das Projekt ist auch ein Vorzeigeprojekt für andere Regionen auf der Welt. Wikipedia bietet einen guten Überblick über die Eckpfeiler des Yasuni-ITT Projekts.