Algen zur Treibstoffgewinnung?
Warum Algen?
- Verglichen mit Landpflanzen produzieren Algen fünf mal mehr Biomasse pro Hekar und enthalten 30 – 40% mehr Öl, das für Treibstoff verwendet werden kann. Bei manchen Mikroalgen steigt der Biomasseertrag pro Fläche sogar bis zum 15fachen von herkömmlichen Landpflanzen (Raps, Mais, …)
- Algen auch auf ariden (trockenen) Böden wachsen, die für die herkömmliche Landwirtschaft nicht in Betracht kommen. Daher wären zum Beispiel Wüstenflächen nutzbar und es bestünde keine Konkurrenz zu normalen Ackerflächen.(Algen gibt es nicht nur im Wasser. Neben Gefäßpflanzen und Flechten gedeihen auch manche Algenarten in Wüsten.)
- In einigen Jahren oder Jahrzehnten werden wir vielleicht alle mit Elektroautos fahren. Wir werden aller Wahrscheinlichkeit aber nicht mit Elektro-Flugzeugen fliegen. Daher ist ein Ersatz für Erdöl-basierenden Treibstoff für Flugzeuge notwendig.
- Mit Algen kann man CO2 von Industrieabgasen binden.
- Was an CO2 bei der Verwendung von Algenkraftsoffen frei wird, nimmt die Pflanze beim Wachsen wieder auf. Eine CO2-neutrale Produktion von Treibstoffen ist daher möglich.
- Treibstoffe auf Gasbasis sind im Vergleich zu Erdölprodukten durch ihren geringeren Rußanteil umweltfreundlicher.
Was kann bei Algen verwendet werden?
Mit einigen Arten kan Biowasserstoff hergestellt werden. Bei bestimmten Algenarten ist der Ölgehalt für die Produktion von Biodiesel nutzbar. Aus den Kohlehydraten, aus der Algen zum größten Teil bestehen, läßt sich durch Vergärung Ethanol fertigen. Und durch Gärung kann man auch Methangas produzieren. Es gibt Makroalgen (die großen Blätter oder Fäden, die wir vom Meer kennen) oder Mikroalgen, die ein oder mehrzellig sein können.
Wie werden Algen „angebaut“?
Algen können in geschlossenen Behältern kultiviert werden (Photobioreaktoren). Meist handelt es sich um Kunststoff- oder Glasplatten oder- Röhren. Für geschlossene Systeme eignen sich nur Mikroalegen.
Der Vorteil von einem geschlossenen System ist, dass die Umweltbedingungen wie Nährstoff- und CO2-Konzentration, Temperatur und Durchmischung genau gesteuert werden können und dass die große Oberfläche die Lichtzufuhr erleichtert und damit die Photosynthese und das Algenwachsum verstärkt. Nachteil ist, dass der Betriebsaufwand, die -kosten und die Anfangsinvestitionen relativ hoch sind.
In offenen Systemen (offene natürliche Gewässer wie Meere, Seen oder künstliche Becken) können die Umweltbedingungen nicht gut gesteuert werden, die Lichtzufuhr für die Photosynthese ist um ein Vielfaches geringer, Schädlinge (Pflanzenfresser oder andere Pflanzen, die die Algen verdrängen) können leicht in ein offenes System eindringen. Daher wird das Wachstumspotential bei weitem nicht ausgenutzt.
Auf der anderen Seite ist das Bauen oder der Zugang zu offenem Wasser leicht zu bewerkstelligen und die Bau und Erhaltungskosten sind gering.
Der Stand der Dinge:
Weltweit gibt es viele Forschungszentren, -projekte und Unternehmen (vor allem aus der Öl- und Flug- und Weltraumindustrie), die an der Nutzung von Algenkraftstoffen forschen. Eine kommerzielle Nutzung findet bis jetzt aber aufgrund von etlichen ungeklärten Fragen, Ineffizienz und teilweise hohen Kosten noch nicht statt. Das deutsche Umweltbundesamt schätzt die momentanen Kosten von einem Liter Algenkraftstoff auf ca. € 50.-. Damit sind wir also noch weit von der Praxistauglichkeit weg.
Für eingefleischte Bastler gibt es aber schon Bauanleitungen für zu Hause:








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