Bikecity: Ein Leben ohne Auto in Wien

Bikercity Areal am Handelskai; Bild: G. Strobl/Quelle: ChorherrDie Beharrlichkeit von Christoph Chorherr hat sich ausgezahlt. Seit Jahren bemüht sich der Grünpolitiker die Wiener Stadtregierung davon zu überzeugen, den Handelskai entlang der Donau zu beleben. Einen Platz “wo die Stadt Wien bisher gesagt hat, den kann man nicht entwickeln, da kommt man mit dem Auto nicht hin.” Chorherr konnte die Verantwortlichen davon überzeugen, dass es eine Chance ist, eine “wirkliche Radlerstadt zu bauen”. Auf einem Areal in der Nähe der Nordbrücke in der Brigittenau soll nun eine “Bikercity” entstehen.

Eine Wohnsiedlung nur für Radfahrer
Mit dem Auto kommt man dort nicht hin. Trotzdem werden dort 250 attraktive Wohnungen in der neuesten Passivhaustechnologie entstehen, Baubeginn soll 2012 sein, frühestens 2015 werden die ersten Mieter einziehen.

Ein großartiges, urbanes Projekt, das den Beweis antreten soll, dass man gerade in der Stadt autolos leben kann. Wir werden dies genauso beobachten, wie die Passivhaussiedlung auf den Aspanggründen (dort hat sich übrigens noch nichts weiter getan – leider).

Auf dem Wasserweg und mit der Bahn: ein Container mit Plüschtieren auf dem Weg nach China…

Ökologiegespräch 2009Lediglich ein philosophischer Gedanke von Mag. Peter Engert im Zuge des 4. Ökologiegesprächs der Raiffeisen-Leasing… oder doch bald Zukunft?

Im Laufe des Ökologiegesprächs am 2. April zum Thema Binnenschifffahrt als ökologischer und ökonomischer Transportweg im Museum Liechtenstein, hat sich in der teils sehr kontroversiellen Diskussion die Aktualität des Themas gezeigt. Denn, dass ein Wirtschaftswachstum ein Verkehrswachstum bedingt oder vielmehr mit sich bringt, in diesem Punkt waren sich alle einig.
Die Diskutantenrunde, moderiert von Mag. Engert, dem Geschäftsführer der Raiffeisen-Leasing, hat schon im Hinblick auf den beruflichen Hintergrund der einzelnen Teilnehmer eine spannende Gesprächsrunde erwarten lassen. Mag. Seitz von der via donau – Österreichische Wasserstraßengesellschaft, die er selbst als die Asfinag der Donau bezeichnet, hat das Vorurteil, dass der Schiffstransport ein unverlässlicher sei, weil von diversen Umwelteinflüssen abhängig, entkräftet. Ganz im Gegenteil, dass die Donau zu 98 % des Jahres schiffbar ist, macht diesen Verkehrsträge zu einer besonders zuverlässigen und staufreien Alternative.

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Riesenpotenzial Donauraum

Donau bei Klosterneuburg (Foto: Günter Strobl)Der VCÖ weist seit Jahren auf schlummernde Potenziale der Donauschifffahrt hin. Zuletzt hat eine Aussendung vom Sommer 2008 wieder auf eine leider sehr gegenteilige Entwicklung hingewiesen: Während sich der LKW-Verkehr vervierfacht hat, stieg die Schifffahrt nur um 68 %, berichtet der VCÖ. Die zuletzt vorgenommenen Investitionen z.B. des Wiener Hafens sind grundsätzlich begrüßenswert. Welche Entwicklung es allerdings entgegenzuwirken gilt, zeigt eben das Ausmaß des Güterverkehrszuwachses.

Finanzkrise als Chance

Die Schifffahrt ist ökologisch besser verträglich, das Wachstumspotenzial in CEE wird weiter groß sein, die Straßen sind heute bereits überlastet und die Binnenschifffahrt hat geringere externe Kosten (Unfall- und Gesundheitsschäden). Das alles sind gute Gründe, warum man in diesen Bereich in den kommenden Jahren investieren sollte. Wenn sich also die Staaten heute fragen, wie sie die Wirtschaft wieder ankurbeln, dann sind die Regierungen der Donaustaaten gefordert, diesen Verkehrsweg bei ihren Investitionsprojekten zu berücksichtigen. Äußerst schade wäre es nämlich, wenn die Investitionsanreize auf die falschen Verkehrsträger setzen. Die Finanzkrise bietet also auch eine Chance, die in der nächsten Zeit nur nicht falsch genutzt werden darf. Investitionsprogramme müssen zukunftgerichtete, ökologische Verkehrsträger fördern.