Neues Ökostromgesetz – Erstanalyse der PV-Tarife

Heute war es so weit. Das seit Ende März diskutierte Ökostromgesetz wurde beschlossen. Nachdem der Vorentwurf ein ziemliches Debakel für die Photovoltaikindustrie war, wurde gehörig nachgebessert. Österreich wird damit zwar nicht den Totaldurchbruch schaffen, aber im nächsten Jahr könnten fast so viele Anlagen gebaut werden, wie in den letzten 10 Jahren zusammen.

Wichtig zu wissen ist, dass es sich bei diesem Gesetz um das seit Jahren eingefrorene Tariffördermodell handelt.  In meinen Gesprächen fällt immer wieder auf, dass dieses Modell deshalb noch überhaupt nicht in den Köpfen angekommen ist und auch keiner so richtig versteht. Die Investitionsförderung vom KLIEN-Fonds (wo einmalig eine Zuschuss gewährt wird) hat mit diesem Gesetz rein gar nichts zu tun. Hier geht es um die fixierte Zahlung von Einspeisetarifen für jede einzelne Kilowattstunde produzierten Sonnenstrom für Anlagen ab einer Größe von 5kWp Diese 5kWp Regelung versteh ich übrigens auch nicht. Bis jetzt waren das jedenfalls 38ct/kWh für 13 Jahre bei einer Anlagengröße von 5-20 kWp. In Europa sind Tariffördermodelle bewiesenermaßen das beste Instrument für diese Technologie, wenn auch fast durchgehend mit 20 Jahren.

93 MWp können mit einem Schlag gebaut werden

Das Gesetz sieht einen Abbau der bis ins 2025 Jahr reichenden Warteliste vor. 4180 PV-Anlagen warten mit Stichtag seit vielen Jahren auf die Gewährung der Tarifförderung. Laut Wirtschaftsministerium sind das 93 MWp Engpassleistung. Wie oben erwähnt bedeutet alleine dieser Abbau eine Verdopplung der derzeit installierten Leistung. Das ist ein wahrer großer Wurf.

Die Tarifstaffelung im Detail

Falls Sie wie ich eine der Glücklichen sind, die eine Anlage in der Warteschleife haben, sieht die Sache gut aus. Falls nicht, sollten Sie sich, ebenfalls schnell um einen Förderantrag bemühen.

Hier ein Überblick über die Degressionstarife (Quelle: PV-Austria)

Was bedeutet das nun? Die Abschläge wurde differenziert nach der Größe der Anlage und den Zeitpunkt wenn man den Vertrag annimmt bzw. zugeteilt bekommt. Die genauen Details müssen erst ausverhandelt werden. Man sollte die nächsten Wochen also auf dem Laufenden bleiben, damit man nur keine Fristen verpasst.

Abseits der Warteliste

Für Anlagen die nach der Warteliste eingereicht werden gibt es auch ein paar Neuerungen, die sich sehen lassen können. Die werde ich jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt vorstellen.

Bloggerkollege Georg Günsberg hat ebenfalls bereits eine erste Stellungsnahme zum neuen Gesetz abgegeben. Hier gehts zum Guensblog. Detailfinformationen finden Sie auch auf der PV-Austria Seite.

 

 

Warum kämpfen Bankenbosse nicht für ein funktionierendes EEG?

Nun bin ich seit in paar Tagen hier in Deutschland um Erfahrungen im Solarmekka zu sammeln und frage mich bei allem, was man hier so hört immer wieder: Warum erkennen die österreichischen Banken eigentlich nicht das riesige Potential, das in einem funktionierendem Ökostromgesetz für Photovoltaik steckt, nicht?? Ich hätte gern mal Zahlen, wie viel Kohle (ich meine Sonnengeld ;-) die deutschen Banken mit diesen 100% sicheren Krediten, die von der kfW mitfinanziert und hintennach auch noch drei mal versichert sind, gemacht haben.

Jedenfalls hab ich heute zwei nette Geschichten, wie Banken hierzulande mit dem Thema umgehen. Es ist ja leider so, dass Banken eher auf Millionengeschäfte stehen und sich mit Kleinkram so um die 30.000,- gar nicht gern herumschlagen möchten.  Dies könnte ein Grund für die Untätigkeit in Österreich sein, denn diese Megaanlagen wirds bei uns nie geben, aber selbst diese Kleinkredite boomen in Deutschland, weil die Prozesse einfach standardisiert wurden und eben PV-Kredite absolut keine Arbeit verursachen, da die Ausfallquote praktisch null sein müsste (Gesetzessicherheit, Versicherung, Know-How).

Geschichte Nummer Eins die eigentlich klingt wie ein Witz

Geht ein deutscher Kunde zum Bankbeamten und will einen Bausparer abschließen. Sagt der Bankbeamte zum Kunden: Haben Sie kein Dach??

Kein Witz, deutsche Realität. Gerade Bausparbanken hätten aufgrund rückgängier Darlehensvolumina ein großes Interesse hier geregelte Rahmenbedingungen zu schaffen.

Geschichte Nummer Zwei – 100% Fremdfinanzierung

Ich habe von Familien gehört, die einfach nur zur Bank gehen und sagen, dass sie gern eine PV-Anlage hätten. Ein Vertrag wird unterschrieben und die Familie hat zwar die Anlage am Dach,  muss aber auch nie Geld in die Hand nehmen. Nach den 10 Jahren gehört die Anlage ihnen. 100% Fremdfinanzierung ist keine Ausnahme! Es war nicht ganz klar, ob man sich um den Bau der Anlage selbst kümmern muss, oder das auch von der Bank abgewickelt wird, würde mich jedenfalls nicht wundern, wenn sie dieses Geschäft auch einfach integrieren. Jedenfalls hat jeder hier die Möglichkeit, sich das Geld aus der Stromrechnung mehrfach wieder zurückzuholen und gleichzeitig sein Geld sprichwörtlich arbeiten zu lassen um die Volkswirtschaft zu unterstützen.

Jedenfalls gäbe es viele Gründe, warum Banken es unterstützten könnten, dass diese realwirtschaftliche Investitionen getätigt werden, trotzdem hört man von den Big Bosses kein Wort in diese Richtung… Jetzt wäre übrigens ein guter Zeitpunkt, das Gesetz soll ja am 14. beschlossen werden…

 

 

 

Schlachten wir die heilige Kuh Industriestrom! – Preise haben sich seit 1980 kaum verändert

Es liegt mir eigentlich nichts ferner als Hetzjagden auf die Industrie zu betreiben, doch wenn Machtverhältnisse so ungleich verteilt sind, kann ich nicht anders. Blöderweise stoße ich bei Recherchen für mein Startup immer zufällig auf Ungereimtheiten in der Energiewirtschaft, die sich meinem Hausverstand einfach entziehen. Im letzten Beitrag (Mutig genug für 293 MWp, Herr Mitterlehner) habe ich das Thema Industriepreise kurz erwähnt; aus aktuellem Anlass möchte ich diese Diskussion hier weiterführen.

Das Hinterfragen eines Dogmas

Die grundlegende Frage lautet: Warum ist Industriestrom um so viel billiger als Haushaltsstrom? Also warum ist er in der Industrie weniger kostbar als im Haushalt? Ich nehme mal an, das hat neben der Wettbewerbsfähigkeit auch historische Gründe. Wir kennen das aus dem Metro Markt. Wer grössere Mengen kauft, bekommt einen besseren Preis. Das ist in Ordnung für Güter, die auch im Überfluss vorhanden sind und eben so viel wie möglich verkauft werden soll.   Aber wie sieht das aus heutiger Sicht für Energie aus? Ist es klug, Anreize für den Mehrverbrauch eines Guts zu schaffen, welches in absehbarer Zeit knapper wird? Wenn ich so unglaublich wenig, nicht mal € 0,1/kWh bezahle, warum sollte ich da nur annähernd ans Energiesparen denken oder vielleicht auch noch in Effizienzmaßnahmen investieren?

Gleichberechtigung für Industrie- und Haushaltspreissteigerungen?

Preisvergleich Strom Industrie Haushalte

Und als ob das noch nicht genug wäre, ist Industriestrom nich nur billig, er hat sich seit 1980 fast nicht verändert, im Haushaltsbereich im selben Betrachtungszeitraum (1980-2008) jedoch um 38,2% erhöht!!! (weiterlesen …)

Die “neue” Ökostromverordnung – Das ich nicht lache!

Ganz klammheimlich, ohne große Medienaufmerksamkeit zu suchen (oder zu finden) wurde die “neue” Ökostromverordnung verabschiedet. Wäre ich nicht durch meinen RSS-Feed über den oekonews Artikel oder diesen deutschen!! Blog darauf aufmerksam gemacht worden, wüsst ichs wohl noch immer nicht. Und oh Wunder, die Herrschaften haben sich mächtig viele neue Gedanken gemacht: Alles bleibt wie bisher und Österreich hat so, wohl den höchsten Einspeisetarif Europas für PV und das obwohl die Kosten in den letzen paar Jahren deutlich gesunken sind. Nicht falsch verstehen, natürlich ist ein hoher Tarif ganz gut, aber bei einem angepassten Tarif hätten vermutlich mehr etwas davon. Was mich aber wirklich, wirklich ärgert ist, dass in der PA noch dazu dieser Satz, der vor Hohn nur so strotzt, vorkommt:

“Wir setzen auf Kontinuität und Berechenbarkeit für die Ökostrom-Branche”

Mir liegen die drei berühmtem Buchstaben auf der Zunge, aber WIE BITTE???? Seit Monaten – Nein Jahren!! rätselt die Branche wie es weitergeht und die Unternehmen haben massivste Probleme sich auf die nicht vorhersehbaren Bedingungen einzustellen. Österreich ist bald das einzige Land ist, welches keine kontinuierlichen Richtlinien für Ökostromförderung hat. (JEDES JAHR WIRD DIE VERORDNUNG NEU GEREGELT = NULL INVESTITIONSSICHTERHEIT)

Zwischendurch gab es Hoffnung, da sich ein Gerücht breit gemacht hatte indem es hieß, dass Mitterlehner den Deckel bei der Förderung fallen lassen könnte (hier die PA). Ich hatte aber auch andere gehört, nämlich jene, dass gar nicht daran gedacht wird auch nur irgendwas zu ändern. Läuft doch alles prima im Ökomusterland Österreich! Schließlich wurde die Förderung in dieser Form bereits einige male”erfolgreich” abgewickelt und das bedeutet so viel wie absolut wiederholenswert.

Alles bleibt also wie bisher. OK, man könnte sagen, die Branche hatte bei solchen Bedingungen ja absolut keine Chance sich zu etablieren und den Betrieb wirtschaftlicher zu gestalten, aber so viel Weitsicht verlange ich eigentlich gar nicht. Eine geplante Absenkung von Tarifen führt nachweislich auch zu geringeren Kosten. Eine geplante und langfristig angekündigte Absenkung führt auch zu Beschleunigung von Kaufabschlüssen und Abwicklungsmechanismen. Ohne diesen Mechanismus würde ein kWp vermutlich immer noch € 10.000 kosten wie vor 10 Jahren.

Das schöne ist, die Lernkurve (S. 8.) ist noch lange nicht zu Ende. Hier von “fehlender Marktreife” zu sprechen ist so, als hätte man zu Beginn der Handyära gesagt: “Ach dieses teure Riesending brauchen wir in Österreich nicht, wir warten mit dem Bau der Leitungen bis in 10 Jahren das iPhone auf dem Markt ist…”

Regt das eigentlich nur mich so auf?

Blogserie Teil 7: Der Sklavenhandel und die Energiewirtschaft

steckdose174.jpgDas neue Jahr hat begonnen und es ist Zeit die Blogserie, die mit viel positivem Feedback aufgenommen wurde, abzuschließen. Die Einleitung macht eine ziemlich populistische Anekdote von Robert F. Kennedy jr, der letztes Jahr eine ARA-Lecture gehalten hat. Er verglich die derzeitige Abhängigkeit von Öl, mit der Zeit als man während des Sklavenhandels in Grossbritannien diskutierte, warum der Sklavenhandel nicht abgeschafft werden könnte:

Die Abschaffung des Sklavenhandels würde zu einem massiven Verlust an Energie, die die Industrie braucht, führen und durch die massive Erhöhung der Energiekosten (Anm. Sklaven waren ja quasi gratis) hätte man massive Wettbewerbsnachteile gegenüber anderen Kolonialmächten.

Na, klingt das vertraut? Das Ende des Sklavenhandels liest sich wie die  Zukunft der Energiewirtschaft. Ein mächtiges Land stellt seine Energieversorgung komplett um und zwingt alle anderen Länder, es ihnen gleich zu tun, um keine Wettbewerbsverluste zu erleiden.

Im Übrigen führte die Abschaffung der Sklaverei nicht zu dem befürchteten Energieengpass, sondern entfesselte ein ungeheures Potential an unternehmerischen Aktivitäten. (weiterlesen …)

Blogserie Teil 4: Konjunkturmotor Einspeisetarif in Gemeinden

steckdose174.jpgWas für ein schönes Schlagwort. Konjunkturmotor! Das eignet sich ja hervorragend um ein Thema den Bürgern zu verkaufen! Warum gibt es dann noch keinen Tarif, der die Konjunktur ankurbelt? Vermutlich aus dem selben Grund warum auch der Kampf um ein Budget für die thermische Sanierung jedes Jahr von neuem geführt wird, obwohl mittlerweile klar ist, dass diese Maßnahme volkswirtschaftlich gesehen tatsächlich sinnvoll ist. Wenn auch die 100 Mio. Euro Förderung viel zu wenig sind (Beitrag zum Thema) lösen sie immerhin ein Investitionsvolumen von 650 Mio. aus (WKO Beitrag).

Beim Thema Einspeisetarif haben wir neben den blockierenden innerpolitischen Interessenskonflikten noch dazu das Problem, dass vielen Politikern und auch den Bürgern nicht einmal klar ist, welche Vorteile ein sinnvolles Einspeisegesetz hätte. Deshalb beschäftige ich mich heute im Rahmen der Blogserie mit dem Thema kommunale Wertschöpfung durch erneuerbare Energien.

Das breite Wertschöpfungsspektrum

Profitverteilung Erneuerbare

Selbst wenn die Kleinkraftwerke welche in einer Gemeinde installiert werden, nicht in eben dieser produziert wurden, bleibt noch ein beträchtlicher Anteil der gesamten Wertschöpfungskette im Ort. Beginnend bei Installationsbetrieben, über Banken, Versicherungen bis hin zu kleinen Betreibergesellschaften, die Bürgerbeteiligungen verwalten, erstreckt sie sich. Überall fallen Steuern, die wiederum der Gemeinde und dem Bund für weitere Investitionen zugutekommen,  an. Die obenstehende Grafik findet man in Vollauflösung hier auf S. 17.  Dieses Dokument ist übrigens ein Must-Read für alle Energieinteressierten. Ich würde mir wünschen, dass es eine Studie auf diesem Niveau auch für Österreich gäbe. (weiterlesen …)

Blogserie Teil 3: Monetäre Subventionen fossiler Energieträger

steckdose1745.jpgIm letzten Beitrag ging es um externe Kosten fossiler Energieträger, also Kosten, die vom Verursacher nicht getragen werden und so auf die Allgemeinheit umgewälzt werden müssen. Das führt dazu, dass die fossilen Brennstoffe nicht den Preis kosten, den sie verursachen. Dadurch herrscht ein Marktungleichgewicht gegenüber Energieformen, die keine oder nur geringe externe Kosten verursachen, jedoch im “Einkauf” mehr kosten.

Als ob das noch nicht genug wäre, werden fossile Energien außerdem vor allem steuerlich subventioniert. Diese “Details” werden in der Energiedebatte gerne unter den Tisch gekehrt, deshalb halte ich sie für das Thema Einspeisetarife für relevant. Hier ein Auszug aus einer aktuellen Studie. Ich habe bei der OECD auch Zahlen für Österreich angefragt, leider konnten sie mir nur diese Studie (Vergleich der Ausgaben in der EU) von 1997 zuschicken. Neue Zahlen werden erst nach den großen Ländern erhoben.

Österreich stieg übrigens sehr gut aus. Damals wurden über 80% in Erneuerbare und unter 20% in fossile Energien investiert. Kein Wunder dass wir damals als Umweltmusterland bezeichnet wurden. Umso interessanter wäre die derzeitige Lage. Nichtsdestotrotz werden die indirekten Förderungen in den Industrieländern auf ähnlich verschlungene Weise gewährt. Damit man sich etwas darunter vorstellen kann, gebe ich vorab einen Überblick über die verschiedenen Subventionsformen und anschließend die konkreten Zahlen – soweit vorhanden. (weiterlesen …)

Blogserie Teil 1: Einspeisetarife für Anfänger

FotoliaWie im letzten Beitrag angekündigt, startet heute die Blogserie zum Thema Einspeisetarife. Ohne große Umschweife geht’s los.

Die Definition laut klima:aktiv:

“Der Einspeisetarif ermöglicht dem Erzeuger von Ökostrom eine gesicherte Abnahme zu einem gesicherten Preis über einen festgelegten Zeitraum.”

Der Staat macht also ein Gesetz, welches das Energieversorgungs- unternehmen (EVU) dazu verpflichtet den in Österreich erzeugten Ökostrom abzunehmen und an den Endkunden zu verkaufen.

In Österreich wurde für die operative Abwicklung des Ökostromgesetzes und Einspeisetarifes ein eigenes Unternehmen gegründet. Die  OeMAG nimmt den Strom zu dem vom Gesetzesgeber vereinbarten Tarif vom Erzeuger ab und kümmert sich um die tägliche Zuweisung des Ökostroms. Bevor ich zum Einspeisetarif im Detail komme, möchte auf diese kurz eingehen, da sie eine wichtige Rolle in der gesamten Energiedebatte spielen.

Woher kommt unser Strom eigentlich?

Das Energieversorgungsunternehmen (EVU) hat verschiedene Möglichkeiten seinen Strom zu beziehen, den es dann an den Endkunden weiterverkauft. Entweder es kauft ihn an der Strombörse oder produziert ihn selbst.  Durch das Ökostromgesetz sind sie außerdem verpflichtet, einen gewissen Anteil an österreichischem Ökostrom zum Verrechnungspreis (Gesetztestext dazu) von der OeMAG abzunehmen. Hier eine Erklärung von E-Control wie das System funktioniert.

Die Einspeisetarife im Detail

Im Anfangsbeitrag habe ich erwähnt, dass ich aus Zwecken der Komplexitätsreduktion in meinen Beiträgen lediglich auf  Sonnenstrom eingehen werde. Alle anderen Tarife können Sie hier nachlesen.

Folgende Einspeisetarife bekommt man mit viel Geduld  in Österreich für Photovoltaik Anlagen ab 5 kWp.  Mit einer 5 kWp Anlage erzeugt man je nach Standort ca. 5000 kWh Strom pro Jahr und versorgt einen 4-5 Personen Haushalt.

Einspeisetarife (Quelle: OeMAG)

Diese Werte klingen sehr vielversprechend und können durchaus mit den hochgelobten Tarifen aus Italien und Deutschland mithalten. Leider gibt es  einige massive Bremsen im System.

(weiterlesen …)

Die Solarpreis Halbierer

PhotovoltaikSeit einigen Tagen überlege ich was wohl das beste Thema für meinen ersten Beitrag für den ÖkoEnergie-Blog sein soll. Die Wirtschaftsblatt Ausgabe vom letzen Donnerstag nahm mir diese Entscheidung mit dem Artikel „Salzburg AG will Preis für Solarstrom halbieren” ab. Wie immer lese ich Beiträge zum Thema Photovoltaik in Printmedien mit besonderer Aufmerksamkeit und freute mich endlich wieder etwas über die Zukunftspreise für Solarstrom zu lesen, da in letzter Zeit ständig jemand behauptet den Solarstrompreis halbieren zu können. Leider wurde meine Neugier nicht befriedigt und so stelle vielleicht nicht nur ich die Frage: Was ist nun der berühmte halbe Preis?

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Ökostrom-fast Alle hatten recht

Jetzt – nach einer doch schon eingetretenen zeitlichen Distanz zur letzten Ökostromnovelle, zeigt sich, dass fast alle Kritiker und Mahner recht behalten haben. Die Novelle hat den zügigen Ausbau von Ökostrom in Österreich weiter zum Erliegen gebracht.

Nur Einer hats nicht wahrhaben wollen.Man gönne Ihm den Rückzug in seine grosse Familie.

Während in Deutschland der Ausbau zügig vorangeht und durch eine wachsende Ökoindustrie über 100.000 Arbeitsplätze mit steigender Tendenz und wachsendem Exporterfolg durch das deutsche EEG erreicht wurde, haben wir unsere Ökoinvestitionen exportieren müssen. Sinnvolle Projekte lassen sich derzeit fast nur im Ausland realisieren.Über 40 Länder haben das deutsche Modell übernommen. Irren die “Alle” oder nur Wir?

Eigentlich müsste jetzt auch die Industrie draufkommen, dass Sie eigenlich an der kurzen Leine russischer Gaslieferungen hängt.Mit mehr Ökoenergie könnte sich da schon eine Langlaufleine drauss machen lassen- sprich weniger Abhängigkeit bedeutet mehr Betriebssicherheit. Und die deutsche Industrie ist auch nicht wegen der Kostenverteilung aus dem deutschen Ökostrom in die Knie gegangen! 

Wenn wir uns mal ausrechnen könnten ( kann das mal jemand machen!?) was uns Strafen aus den verfehlten Klimazielen, notwendige Vorratshaltung, Umweltschäden etc so alles volkswirtschaftlich an Kosten verursachen, bin ich mir sicher, dass wir langfristig mit einer vernünftigen Ökoenergieförderung besser fahren.

Aber die Ökostromnovelle ist aus meiner Sicht der untaugliche Versuch, alle- wirklich alle Interessen so unter einen Hut zu bringen, dass niemand dabei nass wird. Kleckern statt klotzen nennt man das. Macht die Novelle neu- aber vernünftig!

Wenn ich mir so ansehe, was in letzter Zeit von Amerika so zu uns herübergekommen ist, möchte ich mich nicht wirklich unter die amerikaaffinen Bewunderer einreihen lassen. Was die neue amerikanische Regierung aber so angekündigt hat kann sich schon sehen lassen und lässt einen vollen Schwenk erwarten. Hoffen wir, dass die Ziele vernünftig umgesetzt und nicht wieder Kollateralschäden produziert werden.

Eine gewisse aufkeimende Hoffnung habe ich bei den jetzt neu agierenden politischen Akteuren in Österreich aber schon. Zumindest kommen da vernünftige Bekenntnisse zum forcierten Ausbau der Ökoenergie/erneuerbaren Energie. Hoffentlich wird da mehr geklotzt.

Unser Gesetz hat den Markt zerstört

http://de.wikipedia.org/wiki/Erneuerbare-Energien-Gesetz