Es liegt mir eigentlich nichts ferner als Hetzjagden auf die Industrie zu betreiben, doch wenn Machtverhältnisse so ungleich verteilt sind, kann ich nicht anders. Blöderweise stoße ich bei Recherchen für mein Startup immer zufällig auf Ungereimtheiten in der Energiewirtschaft, die sich meinem Hausverstand einfach entziehen. Im letzten Beitrag (Mutig genug für 293 MWp, Herr Mitterlehner) habe ich das Thema Industriepreise kurz erwähnt; aus aktuellem Anlass möchte ich diese Diskussion hier weiterführen.
Das Hinterfragen eines Dogmas
Die grundlegende Frage lautet: Warum ist Industriestrom um so viel billiger als Haushaltsstrom? Also warum ist er in der Industrie weniger kostbar als im Haushalt? Ich nehme mal an, das hat neben der Wettbewerbsfähigkeit auch historische Gründe. Wir kennen das aus dem Metro Markt. Wer grössere Mengen kauft, bekommt einen besseren Preis. Das ist in Ordnung für Güter, die auch im Überfluss vorhanden sind und eben so viel wie möglich verkauft werden soll. Aber wie sieht das aus heutiger Sicht für Energie aus? Ist es klug, Anreize für den Mehrverbrauch eines Guts zu schaffen, welches in absehbarer Zeit knapper wird? Wenn ich so unglaublich wenig, nicht mal € 0,1/kWh bezahle, warum sollte ich da nur annähernd ans Energiesparen denken oder vielleicht auch noch in Effizienzmaßnahmen investieren?
Gleichberechtigung für Industrie- und Haushaltspreissteigerungen?

Und als ob das noch nicht genug wäre, ist Industriestrom nich nur billig, er hat sich seit 1980 fast nicht verändert, im Haushaltsbereich im selben Betrachtungszeitraum (1980-2008) jedoch um 38,2% erhöht!!! (weiterlesen …)
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