
Juhuu! Endlich kommen wir zu dem Teil der Serie, auf den ich mich am meisten gefreut habe! Das Beleuchten von Einspeisetarifen in verschiedenen europäischen Ländern. Um den Sinn hinter der ganzen Sache zu erklären war es jedoch wichtig, etwas “Allgemeinwissen” zu vermitteln (1. Eintrag + Links)). In den nächsten Posts werde ich Positiv- und Negativbeispiele bringen, wobei es sich dabei um eine subjektive Wahrnehmung aus den letzten 3 Jahren in denen ich mich damit beschäftigt habe.
Spanien - das Solar-Mekka Europas
Spanien hatte 2007 das attraktivste Einspeisemodell Europas. Mit einem sehr hohen Tarif, 25 Jahre Laufzeit, sowie einen Tarif für die Zeit danach (!!), Inflationsanpassung inklusive war es der Traum für jeden Investor. Bei der Einführung der Tarife war das Gesetz jedoch zu sehr an Deutsche und Nordeuropäische Stralungsverhältnisse angelehnt und nicht miteingerechnet, wie viel höher die Einstrahlungswerte in Spanien sind. Damals gab es vermutlich noch keine detaillierten Solarkatasterpläne und mit Tarifen von bis zu 44ct/kWh!!! (kWh und Einstrahlungswerten in Südspanien von knapp 2000 kWh/kWp (D: 900 – 1100 kWh/kWp) kam es zu einer Überhitzung des Marktes.
Bereits Mitte des Jahres 2007 war das für 2010 gesetzte Ziel der Installation von 317 MWp aus Sonnenenergie erreicht. Die Regierung zog daraufhin die Notbremse und änderte das Gesetz dahingehend, dass nur mehr Anlagen bis Ende September 2008 die Vergütung bekommen. Womit die Regierung nicht gerechnet hatte war, dass bis zu diesem Stichtag die weltweiten PV-Kräfte mobilisiert wurden und innerhalb nur eines Jahres 2000 MWp!! (Ö: 37 MWp) PV und Solarthermie Anlagen errichtet wurden.
Ich habe keine Ahnung wie der Genehmigungsvorgang damals gelaufen ist, da alleine die bürokratischen Hürden in unseren Breitengraden vermutlich so hoch wären, dass es selbst wenn das Geld vorhanden wäre, keine Chance gäbe, so viele Projekte umzusetzen. Man muss sich mal vorstellen, das ist eine bearbeitete Fläche von über 2000 Fussballfeldern! Falls wir also doch ein Einspeisegesetz bekommen, sollten wir uns die Abwicklung in Spanien genauer ansehen.
Die Blase platzt 2008
Nach dem genannten Stichtag ist der Solarmarkt regelrecht zusammengebrochen. Probleme bei manchen zu schnell errichteten Anlagen sowie massive Einschnitte bei den Tarifen schreckten andere Investoren ab und die institutionellen hatten ohnehin Italien als neues “Opferland” entdeckt. Dazu jedoch mehr im Beitrag für Italien.
Den Einspeisetarif welcher danach eingeführt wurde, finde ich markttechnisch sehr spannend. Ab jetzt wird der Tarif vierteljährlich angepasst, je nachdem wie hoch die Nachfrage in der Vorperiode war. Wird das Pensum vollkommen ausgeschöpft fällt der Tarif, wird er nicht ausgeschöpft steigt er wieder an. Eine vierteljährliche Anpassung an die sich noch immer ständig verändernde Lernkurve wird daher berücksichtigt. Leider gibt es noch keine Erfahrungswerte, da in den letzten beiden Jahren viel Unsicherheit herrschte und daher nur zögerlich investiert wurde. Unsicherheit ist ja bekanntlich der größte Feind von Investoren, wenn die Gewinne “überschaubar”sind. (Anmerkung am Rande: Wenn das Risiko unendlich gross, aber die Gewinne dafür auch, ist Unsicherheit kein Thema mehr; leider liefert das die PV aber nicht.)
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