Peak Oil: Ein beeindruckender Vortrag

Volker Plass ist neben seiner Tätigkeit als Sprecher der Grünen Wirtschaft vor allem eines: ein begnadeter Redner und Präsentator. In einer Stunde öffnet er uns die Augen, wie nahe wir als erdölabhängige Gesellschaft am Abgrund stehen. Mit beeindruckenden Daten, Fakten und Zahlen erzählt er, warum der Peak Oil schon überschritten ist und mit welchen Konsequenzen wir rechnen müssen. Am Schluss gibt er auch ein wenig Hoffnung. Es wird aber vor allem ein Vortrag, der den letzten Zweiflern die Augen öffnen sollten. Unbedingt ansehen, ist eine meiner wenigen 100 % Empfehlungen auf diesem Blog.

Die 4. Revolution auf Arte

Gestern noch im Kino, heute schon im Stream. Obwohl die Leser dieses Blogs diesen Film vermutlich schon mindestens einmal gesehen haben, möchte ich euch nicht vorenthalten, dass er nun für mindestens eine Woche auf Arte zu sehen ist. Also: Gleich im Kopf einen Abend eintragen an dem man sich dieses Doku-Meisterwerk nochmal zu Gemüte führt.

Hier der Link zum Stream:

Die 4. Revolution

Wer trotzdem lieber über den Fernseher schaut, kann dies am  3. Mai 2011, 20:15 und am 19. Mai 2011, 14:45 tun.

Aus dem Film:

“Die vierte Revolution – EnergyAutonomy” beobachtet in einer Reise um die Welt das Leben und Wirken von zehn Menschen, die ein Ziel verbindet: Energieautonomie – der vollständigen Wechsel der Energieversorgung der Menschheit weg von fossilen und nuklearen Brennstoffen hin zu 100 Prozent erneuerbaren Energien. Ein Wechsel, so radikal, dass man von einer Revolution sprechen kann.

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Meine Top 5 Bücher für Zukunftsthemen

Weil ich die letzten Jahre viel Zeit zugebracht habe, viele Bücher zu lesen um mir eine Meinung abseits der leider nicht mehr unabhängigen Medien zu bilden, möchte ich eine Auswahl jener, die mich am meisten geprägt haben, hier veröffentlichen. Ich wünsche mir, dass sich wieder mehr Menschen Zeit nehmen, Wissen aufzusaugen und sich daraus eine Meinung bilden. Das gefährliche Halbwissen in wirtshausähnlichen Diskussionen hilft uns nicht weiter bei den anstehenden Entscheidungen.

H. Scheer: Der energethische Imperativ

der-energethische-imperativ.jpg Dieses Buch, sowie der Vorgänger Energieautonomie, sind wohl ein Must-read für alle, die sich mit dem Thema Energie der Zukunft beschäftigen. Es werden die Blockierer im System ebenso aufgezeigt, wie die volkswirtschaftlichen Chancen, die eine Energiewende beinhaltet. Beim Lesen dieser Bücher ärgere ich mich immer über die fehlende volkswirtschaftliche Ausbildung an Schulen und unter Politikern.

S.G. Jánsky, S.A. Jenzowsky: RULEBREAKER Wie Menschen denken, deren Ideen die Welt verändern

rulebreaker.jpgDie Geschichten der Entstehung von LEO, Aida und vielen noch eher unbekannten Querdenkern, die Systeme aufgebrochen haben, geben Mut an seine Ideen zu glauben, auch wenn alle anderen dies nicht tun. Wirklich lesenswert, wenn man nach Geschäftsmodellen der Zukunft sucht.

E. U. von Weizsäcker: FAKTOR FÜNF Die Formel für nachhaltiges Wachstum

faktor-funf.jpgEin etwas schwereres Werk, wenn man es mit den beiden vorangegangenen populärwissenschaftlichen Büchern vergleicht, aber eben die Bibel im Effizienzbereich. Alles was uns umgibt könnte mindestens fünf mal so effizient gestaltet sein. Leider werden die tollen Beispiele aus dem Buch noch flächendecken umgesetzt, weil Energie aufgrund der Ausbeuterstrategie der Industrieländer schlichtweg zu billig ist.

Brand eins: Wie fördern wir das Richtige?

brand-eins-fordern.jpgDas ist zwar kein Buch, aber eine überaus lesenswerte Ausgabe meines Lieblingsmagazines. Es zeigt mit vielen Beispielen auf, warum Subventionen manchmal das System mehr schädigen als sie nützen und dass eigentlich genug Geld für sinnvolle Förderungen vorhanden wären, aber Systembewahrer dies tunlichst zu verhindern wissen.

M. Popp: Speicherbedarf bei einer Stromversorgung mit Erneuerbaren

speicherbedarf.jpgDie Doktorarbeit von Herrn Popp ist bestimmt das wissenschaftlichste unter den Büchern und ich muss zugeben, dass ich nicht das ganze Buch gelesen habe, weil für mich einfach zu technisch. Nichtsdestotrotz sind wertvolle Erkenntnisse enthalten, wie durch ein kluges Zusammenspiel von Sonnen- und Windenergie der insgesamt enorme und nicht finanzierbare Speicherbedarf optimiert werden und durch saubere Speicher wie zB. Ringwallspeicher (die natürlich auch ihre Macken haben) bewerkstelligt werden kann. Für mich ist es nun meine Nachschlagbibel für Speicherfragen.

Mutig genug für 293 MWp, Herr Mitterlehner?

obs_20110323_obs0013.jpgWissen Sie was gestern passiert ist? Ein historischer Tag für Österreich… hätte es werden sollen. Die Ökostromnovelle wurde präsentiert. Ein Vorschlag für ein Gesetz, welches die absolute Energiewende in Österreich einleiten hätte können. In einer Zeit wo diesbezüglich ALLES möglich ist. Medial gab es trotzdem nur Nebengeräusche. Dabei haben wir gerade in diesem Moment, in der Begutachtungsphase dieses Gesetzes, wirklich die Möglichkeit etwas Großes zu bewegen. Ich hoffe, dass das auch die Massenmedien noch rechtzeitig erkennen. Mutige Journalisten und Blogger des Landes – erhebet euch!

Ich persönlich war voller Hoffnung als ich gehört hatte, dass es nun doch eine Änderung des Ökostromgesetzes geben würde, wo im Februar erst jenes für 2011 verabschiedet wurde. Meinem Ärger darüber hatte ich hier Luft gemacht. Nachdem ich gestern live dabei war, werde ich wieder meinen Senf dazugeben. Bevor man weiterliest, sollte man sich über die generellen Inhalte in der Presseaussendung  oder einem Massenmedium (siehe Links am Ende des Blog) informieren. Ich werde das hier nicht nochmal wiederholen.

Über 3000 PV-Anlagen können in einem Schub gebaut werden – Bravo!

Die einzig wirklich gute Nachricht im Vorschlag ist, dass 2011 in einem Schub die Warteliste an eingereichten Projekten drastisch minimiert wird und so zB. im Bereich Photovoltaik 3150 Anlagen mit einem Tarif um die 30ct/kWh gebaut werden können. Das wird der Branche sicher gut tun und die Anlagenbauer tun vermutlich gut daran diese Chance zu nutzen und an internen Kostenstrukturen zu arbeiten. Die Degressionssätze finde ich für PV auch sinnvoll. Sie führen zu schnelleren Investitionsentscheidungen.

Mut sieht anders aus

Das wars dann aber schon mit den Good News… der Deckel bleibt nach wie vor erhalten und Millionen Investitionskapital, die dem Staat auch massig Geld bringen würden, werden wieder in Warteposition geschickt. Die Angst vor Übersubventionierung ist sichtlich groß. (weiterlesen …)

Blogserie: Speichern durch potentielle Energie im Wasser

wasser.jpgDa der Physikunterricht bereits eine weile her ist, gibts heute eine kleine Einführung in die Energielehre. Da viele von uns den Bezug zur Energie großteils verloren haben, halte ich es für wichtig, dass wir alle wieder ein besseres Energiebewusstsein entwickeln. Wie entsteht Energie, wo liegen die Grenzen… Sorry, falls dies für fortgeschrittene Leser etwas zu “Basic” ist.

Beim Start der Blogserie gab es einen Überblick über die verschiedenen Speichermöglichkeiten. Ich beginne heute mit der potentiellen Energie im Zusammenhang mit  Wasser.

Potentielle Energie wird auch Lage- oder Höhenenergie genannt. Es ist die Energie, die einem Körper aufgrund seiner Lage innewohnt. Befinde ich mich auf einem Turm, enthält mein Körper durch die Erdanziehung jene potentielle Energie, die freigesetzt würde, wenn ich runterspringe. Bei Pumpspeicherkraftwerken wird dem Wasser diese potentielle Energie zugeführt indem es mit Übeschussstrom den Berg hochgepumpt wird, bevor es durch die Fallrohre wieder ins Tal, durch eine stromerzeugende Turbine geleitet wird. (weiterlesen …)

Die “neue” Ökostromverordnung – Das ich nicht lache!

Ganz klammheimlich, ohne große Medienaufmerksamkeit zu suchen (oder zu finden) wurde die “neue” Ökostromverordnung verabschiedet. Wäre ich nicht durch meinen RSS-Feed über den oekonews Artikel oder diesen deutschen!! Blog darauf aufmerksam gemacht worden, wüsst ichs wohl noch immer nicht. Und oh Wunder, die Herrschaften haben sich mächtig viele neue Gedanken gemacht: Alles bleibt wie bisher und Österreich hat so, wohl den höchsten Einspeisetarif Europas für PV und das obwohl die Kosten in den letzen paar Jahren deutlich gesunken sind. Nicht falsch verstehen, natürlich ist ein hoher Tarif ganz gut, aber bei einem angepassten Tarif hätten vermutlich mehr etwas davon. Was mich aber wirklich, wirklich ärgert ist, dass in der PA noch dazu dieser Satz, der vor Hohn nur so strotzt, vorkommt:

“Wir setzen auf Kontinuität und Berechenbarkeit für die Ökostrom-Branche”

Mir liegen die drei berühmtem Buchstaben auf der Zunge, aber WIE BITTE???? Seit Monaten – Nein Jahren!! rätselt die Branche wie es weitergeht und die Unternehmen haben massivste Probleme sich auf die nicht vorhersehbaren Bedingungen einzustellen. Österreich ist bald das einzige Land ist, welches keine kontinuierlichen Richtlinien für Ökostromförderung hat. (JEDES JAHR WIRD DIE VERORDNUNG NEU GEREGELT = NULL INVESTITIONSSICHTERHEIT)

Zwischendurch gab es Hoffnung, da sich ein Gerücht breit gemacht hatte indem es hieß, dass Mitterlehner den Deckel bei der Förderung fallen lassen könnte (hier die PA). Ich hatte aber auch andere gehört, nämlich jene, dass gar nicht daran gedacht wird auch nur irgendwas zu ändern. Läuft doch alles prima im Ökomusterland Österreich! Schließlich wurde die Förderung in dieser Form bereits einige male”erfolgreich” abgewickelt und das bedeutet so viel wie absolut wiederholenswert.

Alles bleibt also wie bisher. OK, man könnte sagen, die Branche hatte bei solchen Bedingungen ja absolut keine Chance sich zu etablieren und den Betrieb wirtschaftlicher zu gestalten, aber so viel Weitsicht verlange ich eigentlich gar nicht. Eine geplante Absenkung von Tarifen führt nachweislich auch zu geringeren Kosten. Eine geplante und langfristig angekündigte Absenkung führt auch zu Beschleunigung von Kaufabschlüssen und Abwicklungsmechanismen. Ohne diesen Mechanismus würde ein kWp vermutlich immer noch € 10.000 kosten wie vor 10 Jahren.

Das schöne ist, die Lernkurve (S. 8.) ist noch lange nicht zu Ende. Hier von “fehlender Marktreife” zu sprechen ist so, als hätte man zu Beginn der Handyära gesagt: “Ach dieses teure Riesending brauchen wir in Österreich nicht, wir warten mit dem Bau der Leitungen bis in 10 Jahren das iPhone auf dem Markt ist…”

Regt das eigentlich nur mich so auf?

Blogserie Teil 2: Einspeisevergütung und externe Kosten

steckdose1745.jpgEigentlich sollte hier der Blogbeitrag: Einspeisetarife und Subventionen für fossile Energieträger entstehen.  Neben den “offensichtlichen” Dingen wie Steuerbegünstigungen bin ich über das Thema externe Kosten gestolpert. Ich hatte mich vor Jahren damit beschäftigt, es aber wieder vergessen, weil darüber selten diskutiert wird.

Externe Kosten der fossilen Energien

Ich möchte die externen Kosten im Rahmen der Einspeisevergütung deshalb behandeln, weil sie im weitesten Sinne ebenfalls als Subvention zu sehen sind. Sie müssen von der Allgemeinheit getragen werden, weil sie dem Verursacher nicht angelastet werden.

Definition: Als externen Effekt bezeichnet man in der Volkswirtschaftslehre die unkompensierten Auswirkungen ökonomischer Entscheidungen, für die also niemand bezahlt oder einen Ausgleich erhält, auf unbeteiligte Marktteilnehmer. Sie werden nicht in das Entscheidungskalkül des Verursachers einbezogen. Volkswirtschaftlich gesehen sind sie eine Ursache für Marktversagen und können staatliche Interventionen notwendig werden lassen. (Quelle)

Die Berechnung dieser Kosten ist denkbar schwierig, weshalb sie in der Diskussion oft vernachlässigt werden. Das bedeutet aber nicht, dass sie nicht vorhanden wären. Im Energiebereich gehören dazu (alle Beispiele):

  • Luftverschmutzung,  Feinstaubbelastung und die daraus resultierenden Gesundheitsschäden
  • Gewässerverschmutzung, Abfall und Lärmbelastung, die durch öffentliche Gelder wieder behoben werden müssen
  • Kosten aus Umweltkatastrophen und die dadurch entstehenden gesellschaftlichen Schäden
  • Ewigkeitskosten beim Steinkohleabbau
  • Im Fall von Atomenergie, die Kosten für die Endlagerung
  • Politische und militärische Sicherung der Zugänge (weiterlesen …)

Die Wassermühle – eine fast vergessene Technologie

Der norddeutsche Ingenieur Hartmuth Drews ist seit einiger Zeit im Begriff, die fast vollkommen in Vergessenheit geratene Technologie der Wassermühle wiederzubeleben – und nicht nur das. Drews ist davon überzeugt, dass mit Hilfe der modifizierten Wassermühlen der Wandel in der Energieversorgung kleiner Dörfer und Städte beschleunigt werden kann.

Im Gegensatz zu den historischen Wasserrädern erzeugen die Wasserräder von Hartmuth Drews mit Hilfe eines Generators Strom, welcher sich je nach Wasserrad-Dimensionierung zur Vor-Ort Verwendung eignet, oder direkt in das vorhandene Stromnetz einspeisbar ist.

Die herausragendste Eigenschaft der modernen Wasserräder ist ihre flexible Bauweise – je breiter ein Fluss ist, umso mehr Kranz-Module können aneinandergereiht werden. Auch wird kein Getriebe zwischen Wasserrad und Generator mehr benötigt – der Generator ist direkt in der Mühle integriert. So können die bisher gängigen Reibungsverluste in der Höhe von 15% minimiert werden.

Durch diese Standardisierung in der Produktion sind modernen Wassermühlen sehr kostengünstig in der Produktion – wodurch Sie sich nicht nur für den Einsatz durch die öffentliche Hand eignen, sondern auch für private Haushalte mit Fluss & Bach-Zugang.

Herr Drews wurde inzwischen sowohl vom deutschen Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie als auch von etlichen privaten Organisationen mit Preisen für sein modernes Wasserrad ausgezeichnet.

Event:Universitätslehrgang „Renewable Energy in Central & Eastern Europe

renewable-energy-talk_2009.pdf

Continuing Education Center – TU Wien

Renewable Energy Talk” an der TU Wien – Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse im Bereich „Erneuerbare Energie” – AbsolventInnen stellen ihre Master Thesen vor!

Datum: Freitag, 06.03.2009, 14.00 Uhr
Ort: Technische Universität Wien, Festsaal und Boecklsaal

Programm:
• Begrüßung durch Vizerektor Prof. Hans Kaiser
• Überblick über die Master Thesen durch Prof. Helmut Drobir (Lehrgangsleiter)
• Gastvortrag von Mag.(FH) Bakk. Oksana Pavliska (Agro Service Austria)
• Vorstellung der Master Thesen
• Fragen und Diskussion

Die Teilnahme an dieser Veranstaltung ist kostenlos. Wir ersuchen um Anmeldung unter newenergy@tuwien.ac.at.

Für Rückfragen und Detailfragen kontaktieren Sie die Vienna University of Technology.