Über den Grossglockner, Wetten und Kutschen

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Die letzten beiden Tage konnte der Grossglockner ein wenig aufatmen, einige der zahlreichen Fahrzeuge, die die Grossglockner Hochalpenstrasse erklommen haben, verursachten weder Geräusche, noch stinkige Abgase. Die 1. Internationale Leistungsschau Elektromobilität Grossglockner lud zum Leistungstest und zur Ausstellung auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe.  So machte sich am ersten Tag eine Kolonne an Elektrofahrzeugen von Fusch weg auf den Berg. Es war nicht klar, ob es alle schaffen würden und der Fiat 500 sowie einige Piaggio Fahrzeuge haben es nur knapp nicht geschafft,  aber deshalb hieß es eben auch Leistungstest – wär ja sonst langweilig gewesen. Eine chronologische Erzählung der Ereignisse möchte ich Ihnen ersparen, deshalb hier meine Highlights:

Selbsterfahrung im Th!nk

Nach einigen Kehren als Beifahrerin durfte ich dann selbst ans Steuer des Th!nk City. Obwohl ich Automatikschaltungen nicht wirklich gewohnt war, war die Umstellung kein Problem. Wir hatten immer ein Auge auf den Ladezustand, da aber auch beim Hochfahren hin und wieder Abschnitte bergab zu absolvieren sind, schaltete ich einfach in den Eco-Modus, wo gleichzeitig gebremst wird und dadurch wieder Strom zurückgespeist wird. Tolle Sache finde ich. Witzig ist aber, dass man den Umgang mit der Energie wieder lernt, man muss einfach nachdenken ob die Heizung bzw. Klima  eingeschaltet werden kann, oder die Nebelschlussleuchte im Moment wirklich nötig ist. Da wir alle absolut das Gefühl dafür verloren haben, was nun tatsächlich Energie verbraucht, ist dies eine gute Schule.

Wetten dass… sind alles Kutschen mit Ottomotor?

Als ich mir die Vielfalt an E-Autos so ansah, kam mir wieder der Vergleich mit den Kutschen in den Sinn. Sie wissen ja, als der Ottomotor erfunden wurde, wurden anfangs die Kutschen damit ausgestattet und alle fanden es völlig normal – heute lacht man darüber. Die Kutschen von heute sind der Tesla im Lotus-Gewand, VW mit dem E-Golf (wow, die haben sich besonders angestrengt  ;-) und die vielen kleinen Smarts, die zumindest dem irrsinnigen herumschleppen von tonnenweise Stahl den Kampf angesagt haben. Jedenfalls habe ich nach der Pressekonferenz auch Raiffeisen Leasing Geschäftsführer Peter Engert auf dieses Thema angesprochen und wir haben darüber philosophiert wie denn das E-Auto der Zukunft aussehen wird. Ich hab mal in den Raum geworfen ob die Autos der Zukunft noch 4 Räder haben müssen, woraufhin er sogar € 100,- mit mir wetten wollte, dass sich an der Anzahl der Räder sicher nichts ändern würde. Wir konnten uns letztendlich leider auf keinen Zeitraum einigen in der die Wette laufen sollte, 20, 50, 100 Jahre? Bei letzterem hätten wir dann wohl beide ein Problem ;-). Ich bin mir jedenfalls sicher: Wir sehen hier noch die Kutschen des Erdölzeitalters.

150 km/h Bauartgeschwindigkeit Pflicht ??

Bei den zahlreichen Gesprächen kam auch immer wieder das Thema der Gesetzgebung auf den Tisch. Anscheinend sind viele Gesetze in Österreich noch nicht auf dem neuesten Stand der Technik. Die einprägsamste Absurdität war für mich, dass anscheinend nur Autos zugelassen werden dürfen, die 150 km/h Bauartgeschwindigkeit aufweisen können, was für viele E-Auto Hersteller ein Problem darstellt. Wieso das denn bitte? Weil man auf  Autobahnen nur 130 km/h fahren darf?? Ein zweites Problem ist anscheinend, dass in viele Autogaragen ein “Ladeverbot” herrscht, da frühere (viel frühere) Automodelle beim Laden giftige Gase abgesondert haben. Jedenfalls sind das meiner Meinung wichtige Kleinigkeiten, die thematisiert werden müssen. Dies zu ändern kann ja nicht so schwierig sein.

 Lärm als schlagenstes Argument für E-Mobilität

Überraschend war für mich, mit welchem Enthusiasmus LH Dörfler für Elektromobilität plädiert hat. Ok, er ist Politiker und kann zu jedem Thema ausschweifende Reden halten, aber in diesem Fall nahm ichs ihm sogar ab. Er nimmt auch den Punkt der Lärmverschmutzung sehr ernst und hat sich sogar schon seinen eigenen Slogan zugelegt.”Mit Strom nach Rom” oder so. Das schreit eigentlich nach einer E-Sternfahrt von Kärnten nach Italien. Vielleicht sogar mit den coolen Motocross Maschinen von Zero Motorcycles? Wär mal was anderes!

Hotzenblitz fehlte

Etwas enttäuschend: Das einzige u.a. in Österreich produzierte Elektroauto fehlte bei der Leistungsschau. Ich durfte den Gründer von Hotzenblitz  (Wikipedia) Thomas Albiez einige Tage vor der Glocknerbefahrung bei der IdeenAlm kennenlernen und war deshalb besonders gut gebrieft. Ich sag nur – da tut sich was! Den spannenden Dialog  zwischen ihm und Hannes Offenbacher, werde ich hier natürlich auch veröffentlichen.

Hier noch einige Links.

1.internationale Leistungsschau Elektromobilität Grossglockner-ein voller Erfolg

1 Leistungschau Also je näher der Tag x kam, desto eher war ich Gast auf wetter .at..Ist ja immerhin kein kleines Risiko erstens verschiedenste Elektroautos so den Grossglockner rauffahren zu lassen und zweitens auf punktgenaues gutes Wetter für eine Freiluftveranstaltung auf der Franz Josefs Höhe zu hoffen.

A B E R der Grossglockner mag die Elektromobilität.

Zeigte er sich schon bei meiner Erstbefahrung mit dem Think vor 4 Wochen von seiner schönen Seite strahlte der Berg gestern so richtig über beide Ohren. Genau so , wie die vielen Besucher, die so Ihre ersten Fahrerlebnisse mit der E- Mobility machen konnten.
Also mit einem Wort ein Prachtwetter für uns Alle.

Die gesamte Leistungsschau war eine gemeinsame Veranstaltung der Grossglockner Hochalpenstrasse, der Raiffeisen Leasing und der Kronen Zeitung.
Dr Hörl von der GROHAG hatte die Idee und hat gemeinsam mit Raiffeisen Leasing  die Organisation der Veranstaltung übernommen.

leistungschauAber der Reihe nach:

Am Mittwoch den 25.08. hatten wir die Aussteller eingeladen, mit uns von der Kassenstelle Ferleiten auf die Franz Josef Höhe zu fahren. Damit wollten wir die Leistungsfähigkeit der ausgestellten E Autos und E- Transporter testen.
Weiters traten gleichzeitig 1 Mitarbeiterin und 7 Mitarbeiter der Raiffeisen Leasing mit Mountainbikes von Heiligenblut aus den Kampf gegen die Steigung an. Damit wollten wir die Leistungsfähigkeit unserer Raiffeisen Leasing Mitarbeiterinnen/-er unter Beweis stellen.
Eh klar, wir wussten, dass das gut gehen würde!

Ob Doping mit im Spiel war kann nicht gesagt werden.Die Gerüchteküche brodelt aber man weiß nix genaues.Angeblich war Bier im Spiel.

Kann denn Doping Sünde sein?
Beim Parkplatz des Grossglocknerhauses wollten wir Alle zusammentreffen und die letzten 3 km gemeinsam fahren. So wards geschehen.
Das gesamte Ereignis wurde gefilmt und steht bald zur Verfügung.
( schaun Sie mal bitte so ab Mittwoch wieder im Blog vorbei)

Das Ergebnis:
Die Serienautos haben die Prüfung anstandslos bestanden. Bei einem umgebauten Fahrzeug Fiat 500 gab es ab dem Fuschertörl Probleme, deren Ursache wir nicht erklären können.
Die mitfahrenden Nutzfahrzeuge wie Piaggio und Kaiser LKW erwiesen sich nicht unbedingt langstreckenhochgebirgstauglich. Bei Piggio lag dies offensichtlich an den noch nagelneuen Batterien ( diese entwickeln offensichtlich erst nach mehreren Ladungen entsprechende Dauerleistung, bei unseren Fahrzeugen haben wir die Batterien sofort den Großglockner hochgejagt) .Kaiser LKW hatte noch Bleibatterien, soll aber demnächst Lithium Jonen bekommen.

Interessant war dann doch, dass die Großglockner Hochalpenstrasse am Donnerstag auf Schotterstrassen von der KFJ Höhe weg einen Piggio und einen John Deere e-Gator testete und diese Fahrzeuge dann den Leistungstest inkl beachtlicher Steigung problemlos bewältigten.

Am Donnerstag 26.08 fand dann die Leistungsschau statt. Insgesamt konnten 25 Autos und Nutzfahrzeuge, rd 50 Fahrräder, Scooter, Segways,E- Motor- und Funräder sowie 2 automatische Fahrradverleihsysteme gezeigt werden.Ein beachtlicher und umfassender Querschnitt über bereits jetzt oder ab 2011 verfügbarer Fahrzeuge.
Insbesondere konnten die ab Feber 2011 bei Raiffeisen- Leasing verfügbaren Citroen C-Zero und Peugeot i-ON gezeigt werden. Ebenfalls vertreten war der Mitsubishi i-Miev.
VW zeigte einen Prototypen eines E Golf, der in 3 Jahren verfügbar sei. Damit steigt VW offensichtlich nun doch ins Zeitalter der E Mobility ein.

Peter Engert meinte: “Mit der Ausrichtung der
Leistungsschau am Großglockner haben wir bewusst ein starkes Zeichen
gesetzt, weil wir davon überzeugt sind, dass mit der Elektromobilität
unsere Lebensqualität nachhaltig verbessert werden kann. Nun wäre es
an der Zeit, dass auf breiter europäischer Basis einheitliche
Standards geschaffen werden, damit diese innovative und
umweltfreundliche Mobilität so rasch wie möglich Realität wird.”

Bemerkenswert – und für mich in dieser Klarheit noch nicht so bewusst – war die Aussage von Prof Faulstich , Prof an der TU München und Vorsitzender des deutschen Sachverständigenrates, dass in Bezug auf fossile Energie die eigentliche Resourcenknappheit nicht so sehr die Verfügbarkeit von fossilen Brennstoffen ist, sondern die Aufnahmefähigkeit unseres Planeten ERDE und des Ökosystems für CO². Das ist die eigentliche Begrenzung wenn wir die Erderwärmung auf max 2 Grad beschränken wollen.
Wie zum Beweis dafür zeigt sich das Abschmelzen der Pasterze am Großglockner, die vor 60 Jahren angeblich ca bis zur Franz Josefs Höhe reichte und heute einen Abstieg um gut 150 Höhenmeter ( geschätzt) erfordert.
Daher müssen wir , so die Ausführungen von Prof Faulstich, den CO² Ausstoß für Industrie, Haushalt und Mobilität in den nächsten 50 Jahren auf 0 senken. ( Sie lesen richtig! NULL und sonst nichts)
Wenn wir nichts tun?!
Mich wird’s nicht mehr so sehr betreffen. Meine Kinder sehr wahrscheinlich. Meine eventuellen Enkerln ganz sicher.
Daher seine profunde Prognose: E Mobilität hat in Kombination mit erneuerbaren Energien(das müssen siamesische Zwillinge sein: Anm. Würger) mit die Chance, die Erderwärmung erträglich zu belassen. E- Mobility wird stattfinden , in 50 Jahren mit rd 90 % Anteil.
Erstmals haben wir 5 Blogger eingeladen, über die Veranstaltung zu berichten und live Fragen der Internet community zu beantworten.( siehe nach bei Günter Strobl)
So nebenbei erwähnt, geschätzte 2000 bis 3000 Personen haben über den Tag verteilt E Mobility Realität erlebt. Sogar eine Dame aus Israel hat sich für unsere trendigen Elektroräder interessiert.
Also wirklich international.

Danke an den Grossglockner für diese gelungene Kooperaation mit Raiffeisen Leasing.
http://www.kleinezeitung.at/kaernten/spittal/2458375/e-mobilitaet-grossglockner.story

http://www.kleinezeitung.at/allgemein/video/multimedia.do?action=showEntry_VideoDetail&project=462&id=120586

Sogar Krone TV hat über die gelungene Veranstaltung der Grossglockner Hochalpenstrasse und Raiffeisen Leasing berichtet:
http://www.krone.tv/krone/S160/kmwebtv/object_id__217353/index.html

http://www.kleinezeitung.at/allgemein/video/multimedia.do?action=showEntry_VideoDetail&project=462&id=120626