veröffentlicht am 03.02.2009 um 11:11 von Günter Strobl (Raiffeisen-Leasing)
Googles Geschichte ist ja schon allein deshalb beeindruckend, weil diese Firma in 10 Jahren die Welt wohl mehr beeinflusst hat, wie kaum ein anderes Unternehmen. “Googlen” drang in den Alltagssprachgebrauch ein, Google schaffte mit Google-Earth ein neues Bild von der Welt, arbeitet seit einigen Jahren an “Street-View”, Suchen ohne Google ist für 65 % aller Internetnutzer kaum vorstellbar. Die Innovationskraft dieses Unternehmens ist und bleibt beeindruckend. Nun stellt es ihr über zwei Jahre entwickeltes Projekt Google Ocean vor und setzt damit erneut einen Meilenstein im Internet.
Wow - kann man dazu nur sagen - auch wenn ich bei Multimilliarden-Konzernen, dazu gehört Google mittlerweile, stets auch skeptisch bleibe (z.B. wie Google mit den Daten seiner Nutzer umgeht). Trotzdem muss man anerkennen, dass Google mit Google Ocean (korrekterweise heisst es Google Earth 5.0) mehr zur Bewusstseinsbildung über die Weltmeere und hier natürlich auch über die Ökologischen Aspekte beiträgt, als irgend eine andere Organisation, es in so kurzer Zeit schaffen würde. Google Ocean wird endlich großflächig und weltweit die Probleme und Herausforderungen von über 60 % unserer Planetenoberfläche thematisieren helfen.
Google Ocean bietet nämlich auch “zahlreiche Informationen etwa über das Great Barrier Reef, zu den Wanderrouten vieler Großfische sowie über die Auswirkungen der Überfischung.” wie ORF futurezone berichtet.
Thematisieren ist ein erster wichtiger Schritt zu Lösungen für weltweiten Umweltschutz.
veröffentlicht am 05.12.2008 um 22:23 von Günter Strobl (Raiffeisen-Leasing)
Auf ARTE lief heute eine Dokumentation unter dem Titel “Goldrausch in der Tiefe“. Vor allem der französische Erdölkonzern TOTAL schürft seit einigen Jahren vor der Küste von Angola nach Erdöl. Bereits heute sind riesige Flächen am Meeresboden von Tiefsee-Erdölförderanlagen bedeckt. Wie es in der Dokumentation hieß: “Dort schaut kein Umweltschützer vorbei”. Schließlich liegen die Anlagen auch in der Tiefsee, also 500 Meter unter dem Meeresspiegel. Ohne aufwändige technische Ausrüstung unerreichbar und diese können sich nur Ölkonzerne leisten.
Schon begonnen: der weltweite Abbau der Bodenschätze in den Ozeanen
Die Bilder, als Russland seine Flagge im August 2007 medienwirksam auf dem Meeresgrund am Nordpol platziert hat, gingen um die Welt. Tatsächlich fehlen verbindliche Regeln über die Rechtsverhältnisse jener Meeresbodenflächen, die außerhalb der 200-Meilen-Zonen liegen, und das sind fast 2/3 der Erdoberfläche!
Neuseeland ist Vorreiter im Erteilen von Schürfrechten auf ihrem Meeresboden an internationale Konzerne. Im Pazifischen Ozean haben aber z.B. auch deutsche Unternehmen bereits Schürfrechte in der Tiefsee. Besonders begehrt ist ein neuer Rohstoff: Manganknollen, die in 1 Million (!) Jahre ca. 5 mm wachsen, ein fossiler Rohstoff also. Der Bericht hat gezeigt, dass 1976 durchgeführte Abbautests von Manganknollen am Meeresboden heute noch so sichtbar sind, als wäre es gestern geschehen. Der Tiefseemeeresboden ist offensichtlich noch empfindlicher als die Landoberfläche des Planeten.
Mich beunruhigt diese Entwicklung außerordentlich. Ich habe heute erstmals über dieses Thema überhaupt gehört. Der Bericht endet übrigens mit der Hoffnung, “die Fehler die am Land gemacht wurden, in der Tiefsee zu vermeiden”. Dieser Hoffnung schließe ich mich an, allein mir fehlt der Glaube …
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