2012: Auf zur nächsten Runde Glücksrad

Ing. Dietmar Stotter, Leitung LS-Sonnenstrom (LEIT-SCHUTZ GmbH)

Pünktlich zum Jahreswechsel geht ein brandaktueller Gastartikel zum Thema PV-Förderung 2012 online. Ich habe bereits auf Dachgold eine Anleitung zum Berechnen der Einspeisevergütung vorgestellt und Ing. Dietmar Stotter, Leiter des Geschäftsfeldes Photovoltaik bei LS-Sonnenstrom, beschreibt hier die aktuelle, etwas verzwickte Situation aus der Sicht eines Anlagenerrichters der das Geschäft seit Jahren kennt. Vielen Dank dafür Dietmar und an alle Leser einen guten Rutsch und viel Glück für das nächste PV-Jahr.

Die Sicht eines Errichters

Kürzlich im Photovoltaik-Forum habe ich die Diskussion „Heiteres Tariferaten“ entdeckt  und mir gedacht, dass ich etwas Licht ins Dunkel bringen möchte. Cornelia hat mich dann gebeten das als Gastbeitrag auch in den Öko-Energie-Blog reinzuschreiben; der Aufforderung komme ich im Sinne einer breiteren Aufklärungsarbeit sehr gerne nach.

Aus meiner Sicht eines PV-Anlagen Planers und Errichters ist es in Österreich schon außerordentlich mühsam mich mit ständig ändernden und schwer durchschaubaren Förderbestimmungen beschäftigen zu müssen. Gerne würde ich mich doch der eigentlich wertschöpfenden Tätigkeit selbst widmen, PV-Anlagen zu planen und zu errichten. Die Gesetzgebung hat es aber wieder einmal geschafft, eine halbfertige Regelung aufs Volk loszulassen, welche auch für Experten kaum durchschaubar, geschweige denn kalkulierbar ist.

Ich erinnere daran, dass die bestehenden Töpfe 2011 bereits leer geräumt sind, sowohl der reguläre Fördertopf als auch der „großzügig“ bemessene Sondertopf zum Abbau der Förderantrags-Warteliste. Das neue Ökostromgesetz 2012 ist daher in aller Munde, zumindest bei jenen welche sich für eine Investition in eine Photovoltaik-Anlage interessieren. Und davon gibt es jede Menge. Viele dieser Interessenten warten bereits sehnsüchtig auf die Neujahrs-Klänge der Pummerin, weil es ab 1.1.2012 um Schlag 0.00 Uhr wieder die Möglichkeit gibt aus dem nächstjährigen Fördertopf ein Stück abzubekommen. Also auf zur nächsten Runde Glücksrad! Allerdings gibt es zum neuen Ökostromgesetz 2012 in der Öffentlichkeit viele Fragen, wir so genannten Experten wissen einiges aber auch nicht alles. Etwas Licht ins Dunkel zu bringen ist mit diesem Beitrag meine erklärte Absicht.

 Die Tarife sind bei Einreichung nicht klar

WAS ich weiß: Am 1.1.2012 gilt definitiv noch das alte Ökostromgesetz (ÖSG) und es werden jährlich die Fördertarife neu festgelegt. Was ich allerdings NICHT weiß, welcher Tarif für Förderanträge ab Morgen dem 1.1. gelten wird. Ich weiß also nicht, mit welchen Einnahmen ein PV-Investor die nächsten 13 Jahre zu rechnen hat. Ich weiß auch, dass der Fördertopf für 2012 wieder mit 2,1 Mio. Euro gefüllt ist, aber nur etwa 400.000 Euro „frei“ verfügbar sind. Wie kommt so etwas zustande? Der Einfachheit halber erkläre ich Ihnen lieber Leser die Situation anhand der Fördertarife für Dachanlagen bis 20 kWp.

Aktuell gelten noch immer die 38 Ct/kWh Einspeisetarif, wenngleich man keine Chance mehr hat diese auch zu bekommen. Das wäre in Anbetracht der gesunkenen Anlagenpreise ein recht attraktiver Tarif. In den Genuss dieses Tarifes kommen aber nur jene, welche bereits im Laufe des Jahres 2010 eingereicht hatten und aufgrund der Erschöpfung des 2010er Fördertopfes in den Jahren 2011, 2012 und 2013 drangekommen wären. Laut altem ÖSG werden Anträge bis max. 3 Jahre weiter gereiht, danach fallen diese raus. Es lautet im alten ÖSG folgendermaßen “… es gilt der Fördertarif zum Zeitpunkt der Antragstellung (also 38 Ct aus 2010)”. Da aber ein Streichen der Anträge, welche über 2013 hinausgingen politisch nicht machbar gewesen wäre (die Warteliste hatte aufgrund der Antragsflut letztlich bis 2024 gereicht), hatte man die Idee des Wartelistenabbaues mit reduzierten Tarifen erfunden. Für alle Anträge, welche auf der Liste ab 2014 gestanden sind, eine durchaus interessante Lösung, weil ja zuletzt die Anlagenpreise massiv nach unten gepurzelt sind und somit die Möglichkeit bestand rasch und sogar mit einer kleinen Rendite zu bauen. Für jene Antragsteller, welche auf der Warteliste für 2012 und 2013 gestanden haben gab es 2 Entscheidungsmöglichkeiten: Tarifabschlag annehmen UND gleich bauen ODER den 1.1.2012 (bzw. den 1.1.2013) abzuwarten. Für mich wäre der Fall SONNEN-klar: warten! Ich bekomme schließlich die vollen 38 Ct Einspeisetarif und es ist zu erwarten dass die Anlagenpreise weiter fallen werden = garantierte Renditeentwicklung, wie es sie in dieser Form bei keiner anderen, sicheren Anlageform gibt (sorry für die rein ökonomische Betrachtungsweise). Es war also zu erwarten, dass die für 2012 vorgesehenen 2,1 Mio Euro bereits vergeben sind. Warum trotzdem ca. 20% des Fördervolumens, also etwa 400.000 Euro Anfang 2012 überhaupt noch frei sind, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Da haben offenbar einige Antragsteller nichts durchschaut oder geschlafen, schade eigentlich …

Ich gehe davon aus, dass auch am 1.1.2013 bereits der größte Teil der 2,1 Mio Euro vergeben sein wird, ohne dass irgendjemand anderer eine Chance auf diese Fördergelder hat. Eigentlich eine traurige Geschichte sondergleichen “Made in Austria”.

 Wartelisten, Unsicherheit, weiter drehen…

Jetzt wäre es ja nicht das österreichische ÖSG, wenn es das schon wäre! Das neue ÖSG 2012 sieht einen höheren Fördertopf von jährlich 8 Mio. Euro vor, das Gesetz wird aber vermutlich erst am 1.7.2012 in Kraft treten . Daher wäre es logisch, dass man bereits am 1.1.2012 schnell einreichen muss um aus dem zusätzlichen Fördertopf ab (wahrscheinlich) 1.7.2012 bedient zu werden. Wenn ich morgen kurz nach Mitternacht schnell einreiche, dann bin ich sehr wahrscheinlich wieder auf einer 2012er Warteliste und hoffentlich klappt es diesmal. Da aber das ÖSG eh nicht mehr zu durchschauen ist und auch keine Logik mehr hat, habe ich (m)eine persönliche Erwartungshaltung, dass bis Mitte 2012 nochmal etwas passieren wird, womit keiner gerechnet hat … z.B. die ab Anfang 2012 neu entstehende Warteliste nicht anzuerkennen? Es tritt ja (wahrscheinlich) am 1.7.2012 dann das neue ÖSG 2012 in Kraft, und da gibt es keine Warteliste mehr. Dann bliebe mir nix anderes übrig, als wieder das Glücksrad zu drehen!

Übrigens, auch etwas Positives sei erwähnt. Das neue ÖSG gilt für die kommenden 10 Jahre, es gibt jedes Jahr einen zusätzlichen Fördertopf mit 8 Mio. Euro dotiert. Das Interesse an PV-Anlagen wird stetig steigen, dieser Trend ist unumkehrbar. Es wird daher auch die nächsten Jahre deutlich mehr Nachfrage geben, als der Fördertopf bedienen kann. Ich sage deshalb voraus: Das Glücksrad wird jedes Jahr aufs Neue gedreht werden müssen!

Keine Klarheit über das tatsächliche Volumen im Markt

Erwähnen muss ich im Zusammenhang mit den Förderanträgen auch folgende diskussionswürdige Praxis. Es wurden bzw. werden auch weiterhin viele Anträge eingebracht, obwohl die obligatorischen Genehmigungsbescheide nicht vorliegen. Laut ÖSG hat man 6 Wochen Zeit den notwendigen “Anerkennungsbescheid für Ökostromanlage” nachzureichen. Speziell bei größeren PV-Anlagen übersehen bzw. ignorieren die Antragsteller die erforderliche Laufzeit für die Behördenbescheide, diese können im Einzelfall schon mal bis zu 6 Monaten dauern! Dadurch fallen ständig Anträge raus, speziell solche für größere Anlagen, Fördervolumen wird wieder frei, Anträge rücken nach, Neue werden eingereicht … es entsteht ein “Spielchen” welches Niemandem dienlich ist. Ich ärgere mich sehr über die dadurch entstehenden Bearbeitungs- und Prozesskosten. Aus diesem Grund kennt sich am Markt niemand mehr aus, ob das Fördervolumen tatsächlich schon verbraucht ist oder nicht.

Das Wichtigste: Trotzdem EINREICHEN

Trotzdem rate ich allen PV-Interessierten: Bitte einreichen, damit weiterhin großer politischer Druck ausgeübt wird!

Neues Ökostromgesetz – Erstanalyse der PV-Tarife

Heute war es so weit. Das seit Ende März diskutierte Ökostromgesetz wurde beschlossen. Nachdem der Vorentwurf ein ziemliches Debakel für die Photovoltaikindustrie war, wurde gehörig nachgebessert. Österreich wird damit zwar nicht den Totaldurchbruch schaffen, aber im nächsten Jahr könnten fast so viele Anlagen gebaut werden, wie in den letzten 10 Jahren zusammen.

Wichtig zu wissen ist, dass es sich bei diesem Gesetz um das seit Jahren eingefrorene Tariffördermodell handelt.  In meinen Gesprächen fällt immer wieder auf, dass dieses Modell deshalb noch überhaupt nicht in den Köpfen angekommen ist und auch keiner so richtig versteht. Die Investitionsförderung vom KLIEN-Fonds (wo einmalig eine Zuschuss gewährt wird) hat mit diesem Gesetz rein gar nichts zu tun. Hier geht es um die fixierte Zahlung von Einspeisetarifen für jede einzelne Kilowattstunde produzierten Sonnenstrom für Anlagen ab einer Größe von 5kWp Diese 5kWp Regelung versteh ich übrigens auch nicht. Bis jetzt waren das jedenfalls 38ct/kWh für 13 Jahre bei einer Anlagengröße von 5-20 kWp. In Europa sind Tariffördermodelle bewiesenermaßen das beste Instrument für diese Technologie, wenn auch fast durchgehend mit 20 Jahren.

93 MWp können mit einem Schlag gebaut werden

Das Gesetz sieht einen Abbau der bis ins 2025 Jahr reichenden Warteliste vor. 4180 PV-Anlagen warten mit Stichtag seit vielen Jahren auf die Gewährung der Tarifförderung. Laut Wirtschaftsministerium sind das 93 MWp Engpassleistung. Wie oben erwähnt bedeutet alleine dieser Abbau eine Verdopplung der derzeit installierten Leistung. Das ist ein wahrer großer Wurf.

Die Tarifstaffelung im Detail

Falls Sie wie ich eine der Glücklichen sind, die eine Anlage in der Warteschleife haben, sieht die Sache gut aus. Falls nicht, sollten Sie sich, ebenfalls schnell um einen Förderantrag bemühen.

Hier ein Überblick über die Degressionstarife (Quelle: PV-Austria)

Was bedeutet das nun? Die Abschläge wurde differenziert nach der Größe der Anlage und den Zeitpunkt wenn man den Vertrag annimmt bzw. zugeteilt bekommt. Die genauen Details müssen erst ausverhandelt werden. Man sollte die nächsten Wochen also auf dem Laufenden bleiben, damit man nur keine Fristen verpasst.

Abseits der Warteliste

Für Anlagen die nach der Warteliste eingereicht werden gibt es auch ein paar Neuerungen, die sich sehen lassen können. Die werde ich jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt vorstellen.

Bloggerkollege Georg Günsberg hat ebenfalls bereits eine erste Stellungsnahme zum neuen Gesetz abgegeben. Hier gehts zum Guensblog. Detailfinformationen finden Sie auch auf der PV-Austria Seite.

 

 

Österreich im EU-Vergleich: Pro Person leuchtet eine Energiesparlampe

Photovoltaik, Market Outlook, Europe, 2015

Derzeit installierte Phovovoltaik Leistung in Europa

 

Die Begutachtungsfrist für den neuen “Fleckerlteppich” aka Ökostromgesetz ist seit gestern zu Ende. Jetzt geht’s ans verhandeln. Ein guter Zeitpunkt um auf den neuen Market Outlook der European Photovoltaik Industry Association (EPIA) hinzuweisen. Dabei werden die Prognosen der installierten Leistung für ganz Europa veröffentlicht und gleichzeitig eine Momentaufnahme der derzeit installierten Leistung gezeigt. Ich hatte schon lange auf diese Zahlen gewartet und anscheinend wurden 2010 in Österreich so viele Anlagen installiert, wie in allen anderen vorangegangenen Jahren zusammen. Nämlich 50 MWp in 2010. Das bringt uns zu einer gesamt installierten Leistung von sehr mageren 103 MWp. Aber immerhin, wir haben  die 100 MWp Marke geknackt! Dass in anderen Ländern einzelne Projekte diese Größe aufweisen, sei mal dahingestellt.

Eine 12W Energiesparlampe pro Person ist in Österreich installiert

Interessant an dieser Karte ist der deutliche Vergleich der installierten Leistung im Verhältnis zu den Einwohnerzahlen. Mit 12,8 Watt/Einwohner  habens wirs ganz knapp in die 2. Kategorie geschafft. Alle anderen Länder dieser Kategorie haben zwar recht gute Rahmenbedingungen, kommen aber mit der Verwaltung nicht zurande und haben 1000e Anträge in der Warteschlange.  Man sieht in diesem Vergleich, dass eine unkomplizierte Abwicklung oft wichtiger wäre, als ein hoher Tarif. Kleiner Input für die österreichische Verwaltung: Wie wärs mit weniger Geld, aber absoluten Antragsvorrang und Gebührenbefreiung? EPIA hat übrigens die “overly restrictive local regulations” als unser Problem identifiziert. (weiterlesen …)

Schlachten wir die heilige Kuh Industriestrom! – Preise haben sich seit 1980 kaum verändert

Es liegt mir eigentlich nichts ferner als Hetzjagden auf die Industrie zu betreiben, doch wenn Machtverhältnisse so ungleich verteilt sind, kann ich nicht anders. Blöderweise stoße ich bei Recherchen für mein Startup immer zufällig auf Ungereimtheiten in der Energiewirtschaft, die sich meinem Hausverstand einfach entziehen. Im letzten Beitrag (Mutig genug für 293 MWp, Herr Mitterlehner) habe ich das Thema Industriepreise kurz erwähnt; aus aktuellem Anlass möchte ich diese Diskussion hier weiterführen.

Das Hinterfragen eines Dogmas

Die grundlegende Frage lautet: Warum ist Industriestrom um so viel billiger als Haushaltsstrom? Also warum ist er in der Industrie weniger kostbar als im Haushalt? Ich nehme mal an, das hat neben der Wettbewerbsfähigkeit auch historische Gründe. Wir kennen das aus dem Metro Markt. Wer grössere Mengen kauft, bekommt einen besseren Preis. Das ist in Ordnung für Güter, die auch im Überfluss vorhanden sind und eben so viel wie möglich verkauft werden soll.   Aber wie sieht das aus heutiger Sicht für Energie aus? Ist es klug, Anreize für den Mehrverbrauch eines Guts zu schaffen, welches in absehbarer Zeit knapper wird? Wenn ich so unglaublich wenig, nicht mal € 0,1/kWh bezahle, warum sollte ich da nur annähernd ans Energiesparen denken oder vielleicht auch noch in Effizienzmaßnahmen investieren?

Gleichberechtigung für Industrie- und Haushaltspreissteigerungen?

Preisvergleich Strom Industrie Haushalte

Und als ob das noch nicht genug wäre, ist Industriestrom nich nur billig, er hat sich seit 1980 fast nicht verändert, im Haushaltsbereich im selben Betrachtungszeitraum (1980-2008) jedoch um 38,2% erhöht!!! (weiterlesen …)

Mutig genug für 293 MWp, Herr Mitterlehner?

obs_20110323_obs0013.jpgWissen Sie was gestern passiert ist? Ein historischer Tag für Österreich… hätte es werden sollen. Die Ökostromnovelle wurde präsentiert. Ein Vorschlag für ein Gesetz, welches die absolute Energiewende in Österreich einleiten hätte können. In einer Zeit wo diesbezüglich ALLES möglich ist. Medial gab es trotzdem nur Nebengeräusche. Dabei haben wir gerade in diesem Moment, in der Begutachtungsphase dieses Gesetzes, wirklich die Möglichkeit etwas Großes zu bewegen. Ich hoffe, dass das auch die Massenmedien noch rechtzeitig erkennen. Mutige Journalisten und Blogger des Landes – erhebet euch!

Ich persönlich war voller Hoffnung als ich gehört hatte, dass es nun doch eine Änderung des Ökostromgesetzes geben würde, wo im Februar erst jenes für 2011 verabschiedet wurde. Meinem Ärger darüber hatte ich hier Luft gemacht. Nachdem ich gestern live dabei war, werde ich wieder meinen Senf dazugeben. Bevor man weiterliest, sollte man sich über die generellen Inhalte in der Presseaussendung  oder einem Massenmedium (siehe Links am Ende des Blog) informieren. Ich werde das hier nicht nochmal wiederholen.

Über 3000 PV-Anlagen können in einem Schub gebaut werden – Bravo!

Die einzig wirklich gute Nachricht im Vorschlag ist, dass 2011 in einem Schub die Warteliste an eingereichten Projekten drastisch minimiert wird und so zB. im Bereich Photovoltaik 3150 Anlagen mit einem Tarif um die 30ct/kWh gebaut werden können. Das wird der Branche sicher gut tun und die Anlagenbauer tun vermutlich gut daran diese Chance zu nutzen und an internen Kostenstrukturen zu arbeiten. Die Degressionssätze finde ich für PV auch sinnvoll. Sie führen zu schnelleren Investitionsentscheidungen.

Mut sieht anders aus

Das wars dann aber schon mit den Good News… der Deckel bleibt nach wie vor erhalten und Millionen Investitionskapital, die dem Staat auch massig Geld bringen würden, werden wieder in Warteposition geschickt. Die Angst vor Übersubventionierung ist sichtlich groß. (weiterlesen …)

Sollte das Ökostromgesetz nicht Windstromgesetz heißen?

Gestern war der große Tag, wo das neue Ökostromgesetz in Kraft getreten ist. Es hat medial nur wenig Aufmerksamkeit erregt und bis auf einige wenige Pressemeldungen (WKO, Land NÖ, Lebensministerium) wurde nicht viel darüber diskutiert.

Überall wird ziemlich unisono berichtet: Endlich neues Ökostromgesetz, Mehr Geld für Windkraft, 21 Mio. Förderung, … Ich habe noch keine kritische Auseinandersetzung gefunden, die sich damit beschäftigt, was diese neue Verordnung nun bewirken wird. Hier eine erste Prognose, beginnend mit einer Auflistung der Tarife:

Wind:  9,7ct/kWh

Photovoltaik:

  • 5-20 kWp Gebäudeintegriert: 38ct/kWh → richtiger Weg!
  • > 20 kWp Gebäudeintegriert: 20ct/kWh
  • 5-20 kWp Freifläche: 35ct/kWh
  • > 20 kWp: 25ct/kWh

Biogas

  • bis 250 kW 18,5 Cent/kWh
  • bis 500 kW 16,5 Cent/kWh
  • über 500 kW 13 Cent/kWh
  • zustäzlich gibts noch Zu-und Abschläge für diverse Leistungsklassen

Fällt Ihnen etwas auf? Warum gibt es so viele Unterteilungen bei PV und Biogas und nur eine Klasse bei Wind? Wer wird diese Windräder bauen? Private Haushalte oder EVU’s? Werden eher mehrere kleine oder wenige große Windparks gebaut werden?  Wo wird der Großteil der 21 Millionen Förderung hinfließen?

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Na endlich kommt wieder Bewegung in die Causa Ökostrom

Nachdem der Ausbau von Ökostromanlagen seit 2006 faktisch zum Erliegen gekommen ist und Österreich vom einstigen Vorreiter in Sachen Ökostrom zum Nachzügler geworden ist, dürfte die Politik nunmehr doch aufgewacht sein.

 Anfang Juli hat die EU Kommission der Novelle zum Ökostromgesetz 2008 mit Ausnahme der Kostendeckelung für heimische Industriebetriebe zugestimmt.Die Novelle regelt die Einspeistarife für Windenergie,Wasserkraftanlagen, Biomasse und Solarstrom.

Man rechnet , dass durch die Novelle ein erheblicher Investitionsschub – die Rede ist von rd 4 Mrd Euro – und doch bis zu 1000 Jahresarbeitsplätze bzw rd 250 Dauerarbeitsplätze geschaffen werden könnten.

Die ursprünglich vorgesehene Kostendeckelung für die Industrie soll- sofern notwendig- bitte ausserhalb des Ökostromgesetzes geregelt werden .

Die Politik ( namentlich der Wirtschaftsminister) ist nunmehr mit Nachdruck gefordert, die Novelle bis Anfang September umzusetzen um den unzumutbaren Stillstand beim Ausbau des Ökostroms endlich zu beenden.Ich denke die Kosten halten sich in einem vertretbaren Rahmen, wenn man bedenkt, was volkswirtschaftlich jede Wetterkapriole (in Folge des Klimawandels) an Schaden anrichtet. Eine Erhöhung von Versicherungsprämien kommt uns- so bin ich überzeugt- sicher wesentlich teurer als der Beitrag zum Ökostrom / Umweltschutz.

http://www.igwindkraft.at/index.php?mdoc_id=1010820

Ökostrom-fast Alle hatten recht

Jetzt – nach einer doch schon eingetretenen zeitlichen Distanz zur letzten Ökostromnovelle, zeigt sich, dass fast alle Kritiker und Mahner recht behalten haben. Die Novelle hat den zügigen Ausbau von Ökostrom in Österreich weiter zum Erliegen gebracht.

Nur Einer hats nicht wahrhaben wollen.Man gönne Ihm den Rückzug in seine grosse Familie.

Während in Deutschland der Ausbau zügig vorangeht und durch eine wachsende Ökoindustrie über 100.000 Arbeitsplätze mit steigender Tendenz und wachsendem Exporterfolg durch das deutsche EEG erreicht wurde, haben wir unsere Ökoinvestitionen exportieren müssen. Sinnvolle Projekte lassen sich derzeit fast nur im Ausland realisieren.Über 40 Länder haben das deutsche Modell übernommen. Irren die “Alle” oder nur Wir?

Eigentlich müsste jetzt auch die Industrie draufkommen, dass Sie eigenlich an der kurzen Leine russischer Gaslieferungen hängt.Mit mehr Ökoenergie könnte sich da schon eine Langlaufleine drauss machen lassen- sprich weniger Abhängigkeit bedeutet mehr Betriebssicherheit. Und die deutsche Industrie ist auch nicht wegen der Kostenverteilung aus dem deutschen Ökostrom in die Knie gegangen! 

Wenn wir uns mal ausrechnen könnten ( kann das mal jemand machen!?) was uns Strafen aus den verfehlten Klimazielen, notwendige Vorratshaltung, Umweltschäden etc so alles volkswirtschaftlich an Kosten verursachen, bin ich mir sicher, dass wir langfristig mit einer vernünftigen Ökoenergieförderung besser fahren.

Aber die Ökostromnovelle ist aus meiner Sicht der untaugliche Versuch, alle- wirklich alle Interessen so unter einen Hut zu bringen, dass niemand dabei nass wird. Kleckern statt klotzen nennt man das. Macht die Novelle neu- aber vernünftig!

Wenn ich mir so ansehe, was in letzter Zeit von Amerika so zu uns herübergekommen ist, möchte ich mich nicht wirklich unter die amerikaaffinen Bewunderer einreihen lassen. Was die neue amerikanische Regierung aber so angekündigt hat kann sich schon sehen lassen und lässt einen vollen Schwenk erwarten. Hoffen wir, dass die Ziele vernünftig umgesetzt und nicht wieder Kollateralschäden produziert werden.

Eine gewisse aufkeimende Hoffnung habe ich bei den jetzt neu agierenden politischen Akteuren in Österreich aber schon. Zumindest kommen da vernünftige Bekenntnisse zum forcierten Ausbau der Ökoenergie/erneuerbaren Energie. Hoffentlich wird da mehr geklotzt.

Unser Gesetz hat den Markt zerstört

http://de.wikipedia.org/wiki/Erneuerbare-Energien-Gesetz

Gebt Putin endlich einen Orden!

Mit seinem Drehen am Gashahn hat Putin zum Ausbau von nachhaltigen alternativen Energiequellen wahrscheinlich mehr beigetragen, als Generationen von Umweltaktivisten und Klimaforschern.

Wurde die erste Gaskrise 2006 seitens der internationalen Politik eher nach dem Kaiserwort :” Ja dürfens denn des” diskutiert, so scheint jetzt doch die Erkenntnis gereift zu sein, dass ein forcierter Ausbau nachhaltiger Energieträger und Energiesparen notwendig sind, um die Abhängigkeit von Gas und Öl zu reduzieren. Ganz nebenbei können wir damit auch etwas für unsere Umwelt machen.

Der neue Wirtschaftsminister scheint den verstärkten Ausbau alternativer Energiequellen wirklich ernst zu nehmen. Plötzlich wird in Österreich sogar wieder der Ausbau von Strom aus Wasserkraft diskutiert . Das ist sogar über alle Parteigrenzen hinweg konsensfähig und geht nicht im wütenden Protest einiger Weniger unter. Ein möglichst umweltschonender Bau ist da gefordert, aber wir können gerade in Österreich auf diese reich- und nachhaltige Energiequelle nicht verzichten. Andere Länder beneiden uns wegen dieser Möglichkeiten.

Und dass energieeffiziente Sanierung von Gebäuden Kosten spart und der Umwelt gut tut, lebt Raiffeisen Leasing schon seit Jahren mit eigenen Bau- und Finanzierungsmodellen vor.Da haben wir schon einige Projekte im öffentlichen Bereich erfolgreich umgesetzt. Wir haben das auch immer propagiert und als Idee bei Entscheidungsträgern plaziert. Freut uns, dass unser Ruf in der Wüste doch offensichtlich gehört wurde.

Was mir jetzt aber fehlt ist eine transparente Strategie und ein Masterplan für den geordneten Ausbau alternativer Energieträger und Energiesparmassnahmen. Hier wäre meines Erachtens der Wirtschafts- und der Umweltminister gefordert, ansonsten laufen wir wieder Gefahr, dass jeder irgendwas tut aber keiner weiss wohin die Reise eigentlich gehen soll. Vorgezeigt in  der bisherigen Ökostrompolitik -ein Zick Zack Kurs der so ziemlich Alle verstört hat.

Das Risiko , das die  Gaskrise heraufbeschworen hat ,ist, dass jetzt Gas durch Schweröl und durch das Hochfahren von AKWs kompensiert wird.

Also doch vielleicht keinen Orden ? 

Erneuerbare Energie als Wachstumsindustrie

Bis zum Jahr 2013 werden die Hersteller von Windturbinen die europäischen Automobilerzeuger als größten Kunden der Stahlindustrie abgelöst haben. Das prophezeit der luxemburgische Europaabgeordnete Claude Turmes, Berichterstatter für den Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie des europäischen Parlaments. Vergangene Woche hat dieser Ausschuss mit großer Mehrheit einen Gesetzestext verabschiedet, der den Weg für große Investitionen in erneuerbare Energien bereiten soll. Bisherige Ziele für den Anteil erneuerbare Energien sollen zwar nicht verändert, doch durch Zwischenziele ergänzt werden. Für Zielverfehlungen sollen Mitgliedsstaaten bis zu 110 Euro je MWh Strafe zahlen, Übererfüllung soll bis zu 40 Euro je MWh Prämie einbringen.

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