ASPO goes YouTube und Elefanten erobern das Podium

Nachdem nun auch der You-Tube Kanal der ASPO-Konferenz online ist, kann ich endlich meinen versprochenen ASPO Beitrag schreiben! Wie schon bei meinem Post “Was bedeutet Peak Oil” angekündigt fand Ende Mai die internationale Konferenz von ASPO - Association for the Studies of Peak Oil and Gas in Wien statt. Die Speaker-Liste war voll mit Granden der Energie-Szene wie Solar Pionier Jeremy Legget, Jeremy Gilbert, Nate Hagens und vielen mehr. Hier werde ich kurz meine persönlichen Eindrücke und ein paar Videos posten.

Peak Oil: Ein beeindruckender Vortrag

Volker Plass ist neben seiner Tätigkeit als Sprecher der Grünen Wirtschaft vor allem eines: ein begnadeter Redner und Präsentator. In einer Stunde öffnet er uns die Augen, wie nahe wir als erdölabhängige Gesellschaft am Abgrund stehen. Mit beeindruckenden Daten, Fakten und Zahlen erzählt er, warum der Peak Oil schon überschritten ist und mit welchen Konsequenzen wir rechnen müssen. Am Schluss gibt er auch ein wenig Hoffnung. Es wird aber vor allem ein Vortrag, der den letzten Zweiflern die Augen öffnen sollten. Unbedingt ansehen, ist eine meiner wenigen 100 % Empfehlungen auf diesem Blog.

Vorsicht Satire: Der Ausstieg aus dem Öl ist US-Politik seit 1974

Jon Steward ist in den USA ein Star. Eigentlich als Kabarettist angetreten wandelte sich seine Rolle in den letzten Jahren mit seiner Daily Show immer mehr zum Aufdecker. Er spricht Themen an, die klassische US-Medien aufgrund ihrer entweder demokratischen oder republikanischen Grundorientierung nicht mehr aufgreifen.

Ein Lehrstück dazu kommentiert der Standard unter dem Titel “Lachen und weinen zugleich“. Jon Stewart deckt  schonungslos auf, wie 8 (!) US-Präsidenten den Ausstieg der USA aus der Ölabhängigkeit ankündigten. Man möchte wirklich lachen und weinen zugleich, wenn politische Versprechen so schonungslos geäußert und dann – ebenso schonungslos – nie umgesetzt werden. Und das in einem Land, dem man ja grundsätzlich einen besonderen “Zug auf’s Tor” nachsagt. Das 7-Minuten-Video gibt es hier auf Englisch zum Nachschauen. Jedenfalls sehenswert!

Erdöl gar nicht erst fördern: Yasuni-ITT Initiative

Quelle: Yasuni-ITT InitiativeMit offenen Karten ist eine Sendung auf ARTE, die sich auf der Basis von Landkarten mit verschiedensten Themen auseinander setzt. Am Samstag, 23.10.2010 ging es um die Wälder der Erde und dabei auch um die Yasuni-ITT Initiative. Diese dazu dient, enorme Erdölvorkommen in Ecuador für immer unter der Erde zu belassen. Gleichzeitig sollen damit ein Nationalpark und die dort lebenden indogenen Völker gerettet werden. Die Grundidee lautet: Die internationale Gemeinschaft zahlt rund die Hälfte der durch die Ausbeutung der Erdölfelder erzielbaren Einnahmen an Ecuador. Im Gegenzug schützen diese die Natur und vor allem die Wälder. CO2 wird also auf doppelte Weise reduziert: Durch Förderung alternativer Energien und die Erhaltung der Wälder, die dadurch weiter CO2 absorbieren können. Außerdem wird zusätzliches CO2 durch Verhinderung der Erdölförderung vermieden. Das Projekt ist auch ein Vorzeigeprojekt für andere Regionen auf der Welt. Wikipedia bietet einen guten Überblick über die Eckpfeiler des Yasuni-ITT Projekts.

Die größte Ölkatastrophe der Erde – und niemand kümmert sich darum

Quelle: WikipediaVergangenen Montag lief auf dem ZDF infokanal eine Wiederholung des ZDF Auslandsjournals. Plötzlich startete ein Beitrag, der mich seit dem nicht mehr loslässt. “Die vergessene Ölkatastrophe in Nigeria” ist ein 6 Minuten Beitrag der es in sich hat. Bilder wie man es in der Tat nur aus Hollywoodfilmen wie Terminator kennt: Das Nigerdelta ist auf hunderten Quadratkilometern Fläche ölverseucht – und niemand kümmert es! Die mediale Aufmerksamkeit der Ölkatastrophe im Golf kam wohl nur aufgrund der unmittelbaren amerikanischen Betroffenheit zustande. Nigeria und die dort lebenden Menschen hingegen interessieren niemanden. Und das, obwohl die Katastrophe ein Vielfaches schlimmer ist und um ein Vielfaches länger bereits andauert. Jetzt ist Nigeria ein Land, das in einem hohen Ausmaß politisch und wirtschaftlich instabil ist. Trotzdem schaffen es Konzerne dort offensichtlich die Ressourcen schonungslos auszubeuten und darüber hinaus, sich auch mit einem großen Zynismusaus aus der Verantwortung zu stehlen: So meint Shell laut diesem Tagesschau Beitrag, es sei nur ein “Corporate Cititzen” und als solcher sei die Möglichkeit der Einflussnahme beschränkt.