Peak Oil: Ein beeindruckender Vortrag

Volker Plass ist neben seiner Tätigkeit als Sprecher der Grünen Wirtschaft vor allem eines: ein begnadeter Redner und Präsentator. In einer Stunde öffnet er uns die Augen, wie nahe wir als erdölabhängige Gesellschaft am Abgrund stehen. Mit beeindruckenden Daten, Fakten und Zahlen erzählt er, warum der Peak Oil schon überschritten ist und mit welchen Konsequenzen wir rechnen müssen. Am Schluss gibt er auch ein wenig Hoffnung. Es wird aber vor allem ein Vortrag, der den letzten Zweiflern die Augen öffnen sollten. Unbedingt ansehen, ist eine meiner wenigen 100 % Empfehlungen auf diesem Blog.

Vorsicht Satire: Der Ausstieg aus dem Öl ist US-Politik seit 1974

Jon Steward ist in den USA ein Star. Eigentlich als Kabarettist angetreten wandelte sich seine Rolle in den letzten Jahren mit seiner Daily Show immer mehr zum Aufdecker. Er spricht Themen an, die klassische US-Medien aufgrund ihrer entweder demokratischen oder republikanischen Grundorientierung nicht mehr aufgreifen.

Ein Lehrstück dazu kommentiert der Standard unter dem Titel “Lachen und weinen zugleich“. Jon Stewart deckt  schonungslos auf, wie 8 (!) US-Präsidenten den Ausstieg der USA aus der Ölabhängigkeit ankündigten. Man möchte wirklich lachen und weinen zugleich, wenn politische Versprechen so schonungslos geäußert und dann – ebenso schonungslos – nie umgesetzt werden. Und das in einem Land, dem man ja grundsätzlich einen besonderen “Zug auf’s Tor” nachsagt. Das 7-Minuten-Video gibt es hier auf Englisch zum Nachschauen. Jedenfalls sehenswert!

The Daily Show With Jon Stewart Mon – Thurs 11p / 10c
An Energy-Independent Future
www.thedailyshow.com
Daily Show Full Episodes Political Humor Rally to Restore Sanity

Erdöl gar nicht erst fördern: Yasuni-ITT Initiative

Quelle: Yasuni-ITT InitiativeMit offenen Karten ist eine Sendung auf ARTE, die sich auf der Basis von Landkarten mit verschiedensten Themen auseinander setzt. Am Samstag, 23.10.2010 ging es um die Wälder der Erde und dabei auch um die Yasuni-ITT Initiative. Diese dazu dient, enorme Erdölvorkommen in Ecuador für immer unter der Erde zu belassen. Gleichzeitig sollen damit ein Nationalpark und die dort lebenden indogenen Völker gerettet werden. Die Grundidee lautet: Die internationale Gemeinschaft zahlt rund die Hälfte der durch die Ausbeutung der Erdölfelder erzielbaren Einnahmen an Ecuador. Im Gegenzug schützen diese die Natur und vor allem die Wälder. CO2 wird also auf doppelte Weise reduziert: Durch Förderung alternativer Energien und die Erhaltung der Wälder, die dadurch weiter CO2 absorbieren können. Außerdem wird zusätzliches CO2 durch Verhinderung der Erdölförderung vermieden. Das Projekt ist auch ein Vorzeigeprojekt für andere Regionen auf der Welt. Wikipedia bietet einen guten Überblick über die Eckpfeiler des Yasuni-ITT Projekts.

Die größte Ölkatastrophe der Erde – und niemand kümmert sich darum

Quelle: WikipediaVergangenen Montag lief auf dem ZDF infokanal eine Wiederholung des ZDF Auslandsjournals. Plötzlich startete ein Beitrag, der mich seit dem nicht mehr loslässt. “Die vergessene Ölkatastrophe in Nigeria” ist ein 6 Minuten Beitrag der es in sich hat. Bilder wie man es in der Tat nur aus Hollywoodfilmen wie Terminator kennt: Das Nigerdelta ist auf hunderten Quadratkilometern Fläche ölverseucht – und niemand kümmert es! Die mediale Aufmerksamkeit der Ölkatastrophe im Golf kam wohl nur aufgrund der unmittelbaren amerikanischen Betroffenheit zustande. Nigeria und die dort lebenden Menschen hingegen interessieren niemanden. Und das, obwohl die Katastrophe ein Vielfaches schlimmer ist und um ein Vielfaches länger bereits andauert. Jetzt ist Nigeria ein Land, das in einem hohen Ausmaß politisch und wirtschaftlich instabil ist. Trotzdem schaffen es Konzerne dort offensichtlich die Ressourcen schonungslos auszubeuten und darüber hinaus, sich auch mit einem großen Zynismusaus aus der Verantwortung zu stehlen: So meint Shell laut diesem Tagesschau Beitrag, es sei nur ein “Corporate Cititzen” und als solcher sei die Möglichkeit der Einflussnahme beschränkt.

Mit all der Tristesse und Ohnmacht gegenüber Konzernen wie BP und Shell, die in diesem Beitrag zum Ausdruck kommt, bleibt man  als Zuseher völlig ratlos zurück. Ich bin sprachlos und sehe in diesem Blogbeitrag auch noch keine Möglichkeit, eine Zukunftsperspektive – auch nur ansatzweise – zu entwickeln.

Jetzt muss meiner Einschätzung nach dies unglaubliche Katastrophe einmal das Licht einer breiten Öffentlichkeit erreichen. Mich wundert es, dass dieses Thema bislang in den österreichischen Massenmedien völlig untergegangen ist. Und auch in Deutschland findet sich kaum ein Hinweis. Wenn man die Schlagworte “Ölkatastrophe Nigeria” googelt, entsteht bei mir sofort der Eindruck, auch der ZDF Beitrag war einfach nur eine kurze Sommerloch-Geschichte. Nicht mehr. Das macht zusätzlich ratlos. Wer kümmert sich darum? Ich, ich fange damit jetzt mal hier an. Wer noch? Zunächst vielleicht einfach einmal durch Weiterverbreitung des Beitrages oder durch ein Retweet des dazugehörigen Twitterpostings.

Erschütternde Doku: Ozean aus Plastik

ORF Doku Ozean aus Plastik (Foto: G. Strobl)Eine aufwühlende Doku lief heute im ORF 2 Weltjournal. “Ozeane aus Plastik” zeigt in erschütternden Bildern, wie wir – rund um den Globus unsere Erde in Millionen Tonnen Plastik ersticken. Betroffen ist das gesamte Ökosystem des Planeten. Plastikbänder, Nylonsschnüre, Anglerleinen und viele andere Plastikabfälle in den Meeren töten geschätzte 100.000 Robben, Seelöwen und Meeresschildkröten jährlich! Auch hier ist die Erdölindustrie einer der Treiber für die Entwicklung.

Die Doku weist auch auf den Umweltaktivisten Marcus Eriksen hin, der aus 15.000 Plastikflaschen ein Segelschiff zusammengebaut hat, um auf die Problematik hinzuweisen. Infos dazu gibt es auf Blog.Mittlerweile wird vermutet, dass der Müll in den Ozeanen großflächig auch auf die menschliche Nahrungskette übergegriffen hat. Mit massiven Auswirkungen auf den Menschen, neuen chronischen Erkrankungen oder Schädigung der Fortpflanzungsfähigkeit. Man bleibt bei dieser Doku erschüttert und ratlos zurück. Auch hier ist eine Kehrtwende erforderlich, eine radikale Kehrtwende wie es aussieht.

It’s the oil, stupid!

Zugegeben, der heutige Blogtitel ist etwas pointiert. Aber er kam mir in den Sinn, als ich mich mit einem wie immer sehr lesenswerten Blogbeitrag von Georg Günsberg auseinandersetzte. Er weist auf den Zusammenhang zwischen der aktuellen Weltwirtschaftskrise und der Energiekrise hin, den er für deutlich unterschätzt hält und nimmt dabei Bezug auf einen Artikel von Andreas Postner. Die drei Seiten sollte man sich schon mal zu Gemüte führen, behaupten sie doch nicht weniger, als dass die Subprime Krise nicht der Auslöser für die Weltwirtschaftskrise war, sondern der Anstieg des Ölpreises!

Auf den ersten Blick ebenfalls lesenswert – allerdings mit 377 Seiten deutlich umfangreicher – ist die Studie Peak Oil, die das Land Vorarlberg in Auftrag gegeben hat, um die Auswirkungen eines Erdölpreisanstieges auf das Bundesland zu untersuchen.  Als Peak Oil bezeichnet man jenen Zeitpunkt an dem das globale Ölfördermaximum erreicht ist.

Beide Dokumente geben Hinweise darauf, worum es in den kommenden Jahren gehen wird: so rasch wie möglich von fossilen Energieträgern unabhängig zu werden. So wie es aussieht, läuft uns wirklich die Zeit davon.

Die gute Nachricht zuerst

Die gute Nachricht wirklich mal zuerst: In den vergangenen 100 Jahren haben wir ca 1000 Mrd Fass Öl verbraucht. Es lagern aber noch rd 4000 bis 5000 Mrd Fass Öl in den Tiefen.

Wir können also so weitermachen wie bisher!

Wenn wir uns vorstellen was wir mit den bisherigen 1000 Mrd Fass so alles in die Luft geblasen haben, will ich gar nicht an den noch lagernden Rest denken.

Die schlechte Nachricht ist- ist Sie das wirklich- dass sich lediglich ca 50% der Reserven in gut zugänglichen Lagerstätten befinden, die alle schon bekannt sind. Der Rest dürfte aber extrem teuer zu fördern sein . Kein Wunder , handelt es sich um Tiefseebohrungen und Ölsand etc. Preise so um die 100 $ pro Fass sind für solche Fördersysteme  aber auch für die Wirtschaft mancher Förderländer langfristig notwendig.

Der derzeitige Ölpreis hat in den USA bereits dazu geführt, dass die Nachfrage nach Hybridautos stark zurückgegangen ist.Das ist für mich ein “Zeichen” dass Umweltschutz und Geldbörse für 95% der Akteure leider engestens zusammengehören.Wenn Umweltschutz was kostet, hört sich der Spass daran auf. Die derzeitigen Ölpreise wären ja langfristig sicher der Todesstoss für alle Biokraftstoffe bzw alternative Energieträger. Und die viel gepriesene 2.Generation der Biokraftstoffe hätte wohl überhaupt keine Chance.

Daher meine ich, ein Ölpreis in der langfristig vorhergesagten Höhe ist aus mehrerer Hinsicht gerade für die Umwelt und die Weiterentwicklung der Energiegewinnung auch eine enorme Chance. Und ich denke, ein Ölpreis von rd 100$ ist für die Wirtschaft verkraftbar (die hat sich in Wahrheit ja bereits darauf eingestellt und nach Alternativen gesucht). Probleme bereiten lediglich die enormen Schwankungen in letzter Zeit.

Noch etwas extrem Paradoxes: Habe vor Kurem gelesen, dass enorme Forschungsgelder dafür ausgegeben werden, damit man CO² aus der Luft separieren und danach unterirdisch lagern kann ( wird interessanterweise von einem Ölmulti betrieben). Aber gleichzeitig investiert die Menschheit enorme Summen um den letzten Rest von Öl noch aus dem Boden zu holen.

Anstatt, dass wir uns mit derselben Hingabe der Frage widmen würden, wie wir BIO -Energie ausbauen könnten, wo doch die Pflanzen das fressen, was wir in die Luft blasen.

Ein bisserl paradox ist das schon – oder? 

Warum ÖL teurer werden muss 

http://www.kurier.at/geldundwirtschaft/283151.php

Geht uns das Öl aus?

Die Internationale Energieagentur (IEA) schlägt Alarm. Energiehunger trifft auf Energieknappheit. Die globale Nachfrage nach Öl steigt , die Förderung sinkt und das bedeutet Lieferengpässe und massive Preissteigerungen. Lt Presse vom 28.April erwartet der kanadische Finanzdienstleister CIBC Ölpreise von bis zu 225 Dollar bis 2012.

Was ist der Grund für das sinkende Angebot? Ein steiles Absinken der Fördermengen aus den existierenden Ölfeldern. Es müssten enorme Summen investiert werden, um zumindest das Sinken zu verlangsamen. Auch ist die Förderkapazität der neuen bereits finanzierten Projekte zu gering, um die Nachfrage zu stillen. Es fehlen ca 12,5 Mio Barrel pro Tag, das sind 15% des Weltölbedarfs.

Der Chefökonom der IEA, Fatih Birol meint:Wir sollten das Öl verlassen, bevor es uns verlässt. Wie schaut aber dann der Energiemix der Zukunft aus? Oder stirbt der Individualverkehr?

Lesen Sie mehr im beiliegenden PDF-Text (siehe link)

ip.pdf

Wie BIO kann Sprit sein

Frustrierend: Rohölgewinnung durch Ölsande in Kanada

Nun hat mein heutiger Fernsehabend eine sehr unerfreuliche Entwicklung genommen: Im ORF Weltjournal sehe ich die unglaublichen Aktivitäten in der kanadischen Provinz Alberta. Dort befindet sich eines der größten Ölsandvorkommen. Der hohe Ölpreis macht nun einmal mehr eine bisher relativ unwirtschaftliche Energiegewinnung “wirtschaftlich”. Der dort – aber nicht nur dort – betriebene Ökowahnsinn ist wirklich kaum noch zu überbieten. Die Ausmaße sind gigantisch, das sieht man bereits mit einem Blick auf dieses Gebiet durch Google Maps.

Es erinnert mich an die Zeiten von Seveso oder Contergan. Ein massiver Eingriff in ein System, das nicht beherrschbar ist und dessen Auswirkungen auf das Ökosystem und damit auch auf kommende Generationen kaum abschätzbar sind. Einmal mehr sind es die USA, die – diesmal in Kanada – ihre Energieinteresse im Ausland befriedigen. Ich muss gestehen, dazu fällt mir jetzt mal nichts mehr ein – so sprachlos bin ich. Kanada auch: die haben sich von ihren Klimaschutzzielen auch schon verabschiedet, weil die Ölsandausbeute dermaßen unökologisch ist.