Ein Green-Building das alle Stückerl spielt

Bei meinem USA Trip nach Detroit und Pittburgh, bin ich neben der Autoshow, von der ich bereits berichtet habe, zu vielen Projekten gekommen, über die es Wert wäre einen ganzen Beitrag zu schreiben. Leider ist das zeitlich fast unmöglich. Hier gibt es eine Kurzübersicht zum Nachlesen.

Ein Projekt finde ich für den ÖkoEnergieBlog hier aber besonders interessant. In Pittsburgh entsteht gerade ein Gebäude, das seinesgleichen sucht. Hier wurde wirklich versucht, alles nur mögliche richtig anzupacken. Natürlich wäre ein nicht gebautes Haus noch immer besser als ein Neubau, aber wenn schon, denn schon. Das Center of Sustainable Landscape ist der Zubau zum ersten LEED zertifizierten Gewächshaus dem Phipps Conservatory, das ebenfalls alle Möglichen Arten der Energieerzeugung und vor allem Energieeffizenz aunutzt. In dem Video ist alles anschaulich erklärt und hier noch einmal zusamengefasst alle Featrues des neuen Center of Sustainable Landscape.

  • Energieeffizienz höher als für LEED Platin notwendig
  • Design ganzheitlich auf die “User” abgestimmt
  • Passives Solar-Design für optimale Ausnutzung des Tageslichtes und automatische Beschattungselemente
  • Gebäudehülle auf lange Lebensdauer und höchste Dämmstandards ausgelegt
  • Energieversorgung mit 100 % erneuerbarer Energie
    • Geothermie für Heizen und Kühlen für 70% Versorgung
    • Solarthermie als Zusatz zur Geothermie
    • Photovoltaik aufgeständert und nachgeführt
    • vertikale Windturbine
  •  Intelligentes Energiemanagementsystem für den optimalen Betrieb der Anlage
  •  Natürliche Belüftungssysteme für optimalen Luftaustausch
  • 100% passive Kühlung
  • Nachhaltige Baumaterialien inkl. Recyclingmaterial
  • Bewässerung der Anlage mit Regenwasser
  • Begrüntes Dach
  • Hauseigenes Abwassersystem mit eigenem Kreislauf
  • und noch so viel mehr…
Es ist in diesem Gebäude wirklich so unglaublich viel Know-How drin, dass es sich lohnt in jeden einzelnen Baustein reinzuschauen. Am besten aber einfach einen Punkt der Sie besonders interessiert auf deren Website nachlesen.  Auf ein kleines Detail werde ich hier im nächsten Beitrag noch eingehen. Auf die vertikale Windturbine, die alle sehr interessiert hat und auch hier im Blog auch immer wieder nachgefragt wird.

Facebook goes Solar Cogeneration

Solar Cogeneration Anlage, Quelle: Cogenra

In letzter Zeit häufen sich bei mir die Nachfragen, nach kombinierten Solarthermie und Photovoltaikanlagen und was ich davon hielte. Obwohl ich bisher der Meinung war, dass diese Anlagen einfach zu komplex und dadurch zu teuer wären, ist das Grund genug sich das Thema nochmal näher anzuschauen. Vor allem deshalb, weil ich letzte Woche innerhalb von 24 h von unabhängigen Quellen auf das Unternehmen “Cogenra”  aufmerksam gemacht wurde. Als sich dann herausstellte, dass Facebook gerade eine solche Anlage installiert, war klar, dass hier gerade etwas Neues im Gange ist. In Californien werden mit der Anlage 10 kW Elektrizität und 50 kW Wärme produziert. Angeblich soll sich das Investement in 5 Jahren rechnen. Wenn dem tatsächlich so ist, wäre es eine Revolution am Markt. Diese Info würde ich aber mit Vorsicht genießen.

Was ist Solar Cogeneration?

Wie wir wissen, braucht Photovoltaik nur Licht für die Stromerzeugung und die anfallende Wärme ist eher lästig als nützlich.  Eine Solar Cogeneration Anlage produziert sowohl Strom als auch Wärme indem das Licht mit Spiegeln eingefangen und auf hocheffiziente Solarzellen projiziert wird. Die überschüssige Wärme wird vereinfacht gesagt mit dahintergelagerten Rohren “abtransportiert” und dient als Warmwasseranlage. Da es zu einem bestimmten Zeitpunkt kein kaltes Wasser mehr gibt, dass die Hitze mitnehmen könnte,  braucht es auch noch eine Kühleinheit, die einen Teil des heissen Wassers wieder runterkühlt und zurück in die PV-Anlage schickt wo die Hinterkühlung der Zellen notwendig ist.  Hier gibt es noch ein Video dazu.


Für das Verstehen der Technologie dahinter und die Techies unter Ihnen sind vor allem die Sequenzen ab 00:47 und 01:53 relevant.

In diesem Video wird der Einsatz dieser Technologie für ein Weingut vorgestellt. Dort macht es wirklich Sinn, weil sehr viel heisses Wasser gebraucht wird und das ist der entscheidende Punkt. Diese Technologie ist geeignet für Anwendungen, wo vor Ort wirklich viel warmes Wasser benötigt wird (Schwimmbäder, Hotels, Prozesswärme). Der dabei anfallende Strom ist ein Add-on aber nicht das Herz der Anlage. Mein Bruder hat beim Diskutieren über das System einen sehr guten Vergleich gebracht. Eine solche Anlage für ein Einfamilienhaus wäre so, als wenn ein 4-Personenhaushalt einen Stockautobus mit 80 Sitzen kauft.

Wie man sieht ist das zwar nicht die eierlegende Wollmilchsau, aber zumindest ein weiterer Schritt in der Entwicklung neuer Solartechnologien. Der Wirkungsgrad der Anlage klingt ebenfalls toll. 65-75% sind besser als 20%. Ich nehme jedoch an, dass hier Wärme und Strom einfach zusammengezählt wurden. Aus den Unterlagen ist auch nicht klar ersichtlich, wie viel Strom durch die Kühlung verloren geht. Wenn hier jemand weitere Ein- und Ansichten hat, freue ich mich über Kommentare dazu.

Google Insights meets Solar

Nach den etwas “schweren” Artikel der letzten Zeit habe ich heute eine kleine Spielerei und vielleicht ein nettes Marketingtool für so manchen Leser. Kürzlich habe ich das (für mich) neue “Google Insights” entdeckt. Mit diesem Tool kann man sogenannte Suchvolumenmuster über bestimmte Regionen, Kategorien, Zeiträume und Webdienste hinweg vergleichen. Ich hab natürlich gleich die Begriffe Photovoltaik und Solar gesucht und wollte wissen, wo die Begriffe in Österreich am häufigsten vorgekommen sind. So konnte ich einiges über unser Land lernen.

Wer sind die “Solar” Bundesländer?

Wenn man bei Google Insight das Wort “Solar” und “Österreich” eingibt, sieht man untenstehendes Bild. Wer will kann auch selbst direkt “mitspielen”. Was sagt das nun aus? Hier meine Meinung dazu, freu mich aber wie immer über eigene Ansichten im Kommentarfeld.

Suchanfrage: Solar auf Google Insights

 

  • Derzeit wird das Wort “Solar” in Oberösterreich am häufigsten gesucht. Könnte es an der schwarz-grünen Regierung liegen, dass das Bewusstsein gestiegen ist?
  • Zum ersten Mal relevante “Suchaufkommen” gab es Anfang 2006 in Tirol und Oberösterreich (es gibt eine wirklich geniale Zeitreihenfunktion. Mir kommt das etwas spät vor, also diesen Teil müsste man vielleicht nochmal hinterfragen, es ist aber durchaus möglich, dass bis dahin wirklich alles auf persönlicher Basis weitergegeben wurde.
  • Das Burgenland liegt an 2. Stelle, was vermutlich der Vorbildregion Güssing zu verdanken ist. Es zeigt wieder auf, wie viel wirksamer positive Vorbilder als jede Förderung sind.
  • Wien und Salzburg liegen an letzter Stelle. Wien ist relativ leicht erklärbar. Durch die urbanen Strukturen war das Thema Solar bislang in Städten nicht relevant, bei Salzburg hab ich jedoch keine Erklärung, außer dass beide seit Jahren von der SPÖ regiert werden. Bitte das als völlig wertfrei aufzufassen, das ist lediglich eine Beobachtung.
  • Von April bis August 2010 war das mit Abstand höchste Suchaufkommen nach “Solar” in den meisten österreichischen Bundesländern. Damals dürften viele Länder Förderaktionen ausgeschrieben haben. Auch hier ist Salzburg aber weniger relevant.

Wer hat den Begriff Photovoltaik am öftesten gegoogelt?

Nun nehmen wir natürlich auch noch den Begriff Photovoltaik unter die Lupe. Hier kann man wieder selbst mitmachen.

Suchanfrage: Photovoltaik auf Google Insights

 

  • Beim Suchbegriff “Photovoltaik” sind wieder das Burgenland und Oberösterreich ganz vorne. Diesmal aber in umgekehrter Reihenfolge. Danach kommen Steiermark und Niederösterreich.
  • Auffällig ist, dass dieses mal der Abstand zwischen dem 1. und 2. Platz deutlich größer ist. Man könnte jetzt vermuten, dass außer im Burgenland dieses Wort in den anderen Bundesländern noch nicht so bekannt ist und die Bürger im Burgenland durch Güssing einfach schon viel stärker sensibilisiert sind.
  • Wie auch bei “Solar” sind Wien und Salzburg wieder an letzter Stelle.
  • Die Betrachtung im Zeitverlauf zeigt, dass die ersten Häufungen von Suchanfragen erst Anfang 2009 aufgetreten sind. Man sieht also wie unglaublich jung das Thema in Österreich ist.
  • Beim Zeitverlauf wird das Burgenland nicht miteinbezogen, also ist auch hier wieder Vorsicht geboten.

Gesellschaftlich ist Photovoltaik in Österreich erst 2,5 Jahre jung

Ich finde vor allem die Zeitreihenanalyse sehr spannend, weil man enorm gut sieht, wann und wo sich Ideen oder eben Begriffe in der Gesellschaft verbreiten. Ich habe dieselben Suchbegriffe auch in Deutschland eingegeben und dort gab es 2004 bereits eine starke Häufung der Suche nach “Photovoltaik”. Kein Wunder, damals wurde das EEG in Deutschland dahingehend novelliert, dass PV-Anlagen wirtschaftlich interessant wurden. Erst fünf Jahre später haben auch in Österreich mehr Menschen nach dem Begriff gesucht. Gesellschaftlich ist diese Technologie also erst 2,5 Jahre “hier” und jetzt fängt das Kind auch tatsächlich an zu laufen. Ich freu mich aufs Helfen beim Erwachsen werden, wenn ich mir den großen Bruder anschaue, der jetzt mit 7 Jahren schon so reif geworden ist ;-)

 

Die Photovoltaiktagung im Jahr der “Wende”

Photovoltaik Fachtagung 2011 mit Schwerpunkt Haus der Zukunft

Seit mindestens drei Jahren besuche ich die Jahrestagung der Photovoltaik Austria bereits. Bislang war die Empörung über das Ausbremsen der Industrie durch widrige Investitionsbedingungen vorherrschend. Heuer sollte es anders werden, hat doch mit dem Jahr 2011 auch in Österreich das PV-Zeitalter begonnen. Hier möchte ich meine Eindrücke des Tages schildern.

120 MWp durch den Abbau der Warteliste

Die Tagung eröffnete Hans Kronberger, Präsident des österreichischen Photovoltaikverbandes PV-Austria mit einer großen Zahl. Angeblich wurden die letzten Monate 120 MWp aus Warteliste und dem übrigen Geld des 28 Mio. Topfes genehmigt/beantragt. Das ist wirklich unglaublich viel, wo doch die letzten 10 Jahre insgesamt knapp 100 MWp installiert wurden.  Das Jahr 2012 wird somit ungeschlagen das zubaustärkste Jahr aller Zeiten, schließlich sind KLIEN und das neue Ökostromgesetz dabei noch gar nicht enthalten. Es macht sich aber auch deutlich die Sorge darum breit wie es dann weiter gehen soll. 2013 ist vorerst deutlich weniger veranschlagt und man kann nur hoffen, dass bis dahin die Politik erkannt hat, dass die PV kein Nischenprodukt mehr ist, sondern sehr viel schneller als es der optimistischste PV-Fan erwartet hätte,  einen erheblichen Beitrag zur Stromversorgung leisten wird. Auch Cedric Philibert von der IEA (Internationale Energieagentur), welche erst seit kurzem von ihrem Anti-PV-Kurs abgewichen ist, bestätigt, dass es sich bei der Photovoltaik um DIE Zukunftsindustrie der nächsten Jahre handelt. Er betont aber gleichermaßen, dass bis 2015 alle Staaten gefordert sind, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen um den Weg zur Grid-Parity zu bereiten. Es ist ihm auch bewusst, wie schwierig es für die Gesetzgeber dabei ist auf einen so dynamischen Markt richtig zu reagieren. Das sollte die Verantwortlichen meiner Meinung nach aber nicht in Angststarre versetzen, sondern im Gegenteil zu raschem Handeln bewegen, um eben nicht auch noch die letzten Möglichkeiten für inländische Wertschöpfung in diesem Markt zu verhindern.

Wien Energie nimmt sich EVN als Vorbild

Erfreulich für mich waren auch die Gespräche mit den Energieversorgern. Nicht nur, dass einige nun selbst in den Anlagenbau in Österreich einsteigen werden (es wurde ja auch Zeit, liebe Leute…), setzt man sich in der Bundeshauptstadt auch ambitionierte Ziele was die Genehmigungszeiten angeht. Neben Verbesserungen bei den Magistratswegen will man bei Wien Energie die Zeit, die es braucht um eine Zählpunktnummer zu bekommen deutlich verkürzen. So hieß es: “Wenn das die EVN in zwei Wochen schafft, muss das bei uns doch auch funktionieren.” Genau dieser positive Wettbewerb hat bislang in Österreich gefehlt.  Ich wünsche mir mehr davon – in Unternehmen, in Magistraten, in Ministerien. Ich weiß, dass nebst allen Verschwörungstheorien in all diesen Gremien bereits Leute sitzen, die das Thema wirklich gerne vorantreiben wollen und hoffe, dass diese Menschen sehr bald zum Zug kommen.

Architekten vergeblich gesucht

Die diesjährige Fachtagung hatte den Schwerpunkt “Haus der Zukunft“. Seit Jahren versucht man sich in Österreich als Spezialanbieter für integrierte Lösungen auf dem Weltmarkt zu etablieren. Dies sei ein ungehobenes Potential, welches es die nächsten Jahre noch zu heben gibt. In einer sehr lebhaften Podiumsdiskussion wurden dann aber einige Probleme, die es auf diesem Weg gibt, offen gelegt. Das Allergrößte: Die Architekten dafür fehlen anscheinend. Eine dach- oder fassadenintegrierte Lösung kann nur sinnvoll erarbeitet werden, wenn sie Teil des Designs wird. Dieses muss vom Architekten kommen. Bis auf eine Architekturstudentin war nur leider kein einziger Architekt anwesend, was auch deutlich macht, wie unwichtig dieses Thema unter österreichischen Architekten noch zu sein scheint. Auch die Studentin erzählte von Professoren, die Studenten nur belächeln wenn man die Photovoltaik anspricht. Nur jene Studenten, die sich aus Eigenmotivation für erneuerbare Energien interessieren, holen sich die Informationen, die sie brauchen. Im Lehrplan verankert ist das aber noch lange nicht. Wobei ich sicher bin, dass es auch dort positive Kräfte gibt, sollte Österreich aufpassen, nicht noch einen Zug zu verpassen.

Das Fazit der Veranstaltung. Es geht tatsächlich los in Österreich! Viele Projekte laufen in Österreich gerade an, unter anderem auch das Solar-Label, welches demnächst in Österreich an den Start gehen wird. Aber das ist eine andere Geschichte ;-)

Foto: (c) bmvit

 

Start der Interviewserie “PEOPLE”: Michael Richter von Sonneninvest


Michael Richter von der Sonneninvest AG

Im Laufe der letzten Jahre habe ich viele herausragende Persönlichkeiten getroffen, die sich mit der Zukunft unserer Energieversorgung beschäftigen. Leider gibt es in den Massenmedien viel zu wenig Platz für diese Vordenkermacher aus der Energieszene. Deshalb wird es im ÖkoEnergieBlog ab jetzt das Format “PEOPLE” in der Rubrik „Best Practise“ alle paar Wochen ein Interview mit Persönlichkeiten aus der Energieszene geben.

Den Anfang macht Michael Richter von Sonneninvest, einer der wenigen Sonneninvestoren Österreichs.

Du kommst eigentlich aus der Investmentbranche und warst früher Chef des Investmenthauses EPICON. Was hat dich auf die Sonnenseite gebracht?

Nach  20 Jahren in der Bank- bzw. Investmentbranche war es einfach an der Zeit für eine Veränderung. Ich wollte mich vorerst eigentlich nur an einem Solarpark beteiligen. Leider habe ich jedoch nur Investitionsmöglichkeiten gefunden die eine Behaltedauer von 20 Jahren verlangt hätten. Da mir dies zu langfristig war, habe ich die Sonneninvest AG 2009 gegründet. Bei uns können Investoren ganze Solarparks in Deutschland oder Italien erwerben oder sich einfach nur mittels Unternehmensanleihe ab 50.000€ beteiligen.

Hier in Österreich ist das Investmentklima sowohl im Bereich Private Equity, als auch im Bereich Erneuerbare Energien besonders schlecht. Was sind die größten Hürden, die ausländische Investoren von unserem Land fern halten?

Die mit Abstand größte Hürde ist sicherlich nach wie vor das Fehlen eines Ökostromgesetzes ähnliche dem deutschen Erneuerbaren Energie Gesetzes (EEG). Ausländische Investoren wollen Sicherheit ihrer Veranlagungen sowie ein klares Bekenntnis der österreichischen Politik zu langfristig geregelten Einspeisetarifen der Photovoltaik.

Ein gern verwendetes Argument der Politik, wenn es um geregelte Einspeisetarife für Österreich geht, ist dass Photovoltaik viel zu teuer sei. Was entgegnest du diesen Menschen? (weiterlesen …)

Kollektor oder Modul? – Bildanleitung für Journalisten

Solarthermiekollektor und Photovoltaikmodul auf einem Dach | Quelle: BSW Solar

Es ist ja tatsächlich nicht so einfach als Außenstehender, aber trotzdem ärgere ich mich, wenn bei Medienfotos die Themen Photovoltaik und Solarthermie nicht auseinander gehalten werden. Sehr oft sind bei Berichten über Solarthermie Photovoltaikmodule abgebildet und manchmal auch Solarkollektoren bei Berichten über Photovoltatik. Ersteres viel häufiger, weil die Bilddatenbanken voll sind mit PV-Bildern und gute Thermiebilder nur schwer zu finden sind. Hier ein besonderes Schmankerl aus dem Kurier. (Im unteren Teil geht aus ausschließlich um Solarthermie; es werden aber PV-Fotos verwendet. Außerdem ist von SolarZELLEN die Rede, die überhaupt nur bei PV zum Einsatz kommen.) Das wäre fast etwas für Kobuk!

Wie sollen sich also die Bürger auskennen, wenn es die etablierten Medien schon nicht schaffen, die richtigen Bilder zu transportieren. Nachdem ich mir vor kurzem ein großes Ziel gesetzt habe und erreichen möchte, dass jeder Österreicher und jede Österreicherin den Unterschied zwischen Solarthermie und Photovoltaik kennt und erkennt, gibt’s heute eine erste Bildeinführung. Vielleicht verirrt sich ja der eine oder andere Journalist bei der Suche nach Fotos auf diese Seite und kann dann das richtige Bild auswählen. Im Grunde ist es recht einfach.

Zuerst die Basics

SolarthermieKOLLEKTOREN erzeugen warmes/heisses Wasser. Sie sammeln die WÄRME aus der Sonne im Wasser oder anderen Flüssigkeiten. Daher heisst es auch Kollektor und wird NUR im Zusammenhang mit Solarthermie verwendet. Es gibt Flachkollektoren und Röhrenkollektoren.

PhotovoltaikMODULE wandeln das LICHT der Sonne in elektrischen Strom um. Sie bestehen aus Solarzellen.

Die Bilder, die ich in der folgenden Bildanleitung verwende, sind aus verschiedenen Bilddatenbanken. Wenn man auf das Bild klickt, kommt man zum Originalbild.

Die Solarthermie-Familie

Flachkollektoren – “Die mit den Rohren”

Solarthermie Flachkollektor | Quelle: sxc.hu

Bild Nummer eins zeigt einen klassischen Flachkollektor. Man sieht hier deutlich, dass keine Zellen im Spiel sind und lediglich über ein beschichtetes Blech das Wasser erwärmt wird.  Ebenfalls ersichtlich ist, dass die Kollektoren mit Röhren zusammengeschlossen sind, wo das Wasser weiterfließen kann. (weiterlesen …)

Geht uns aus der Sonne!

Der Energieexperte, Dokumentarfilmer und Bestsellerautor Hans Kronberger hat vor kurzem ein sehr lesenswertes Buch mit dem Titel „Geht uns aus der Sonne“ herausgegeben. Er zeigt darin den Weg der Energienutzung des Menschen seit der Steinzeit auf, die Merkmale der einzelnen fossilen Energieträger, über die Abhängigkeit und vermeintliche Unverwundbarkeit des Westens von fossilen Energieträgern, die wissenschaftliche Sichtweisen von Peak Oil, erklärt Zusammenhänge zwischen Zentralisierung, Macht und Ausbeutung, beschreibt Klimakonferenzen und was sie uns gebracht haben, Strategien der erneuerbaren Energie-Verhinderer und malt die kopernikanischen Energiewende und das neue Zeitalter aus, das schon begonnen hat. Einige interessante Punkte darf ich in diesem Blogbeitrag herausgreifen:

 

Photovoltaik

„Photovoltaik ist die einzig bekannte Energietechnik, die über ausreichend Primärenergie verfügt, sowohl in der Menge (das 10.000 fache des Weltverbrauchs) als auch von der Laufzeit (5Mrd. Jahre) und von den Primärenergiekosten (0,0 Cent).“ schreibt Kronberger. Und sie besitzt viele, wichtige Vorteile: sie reduziert die energetische Abhängigkeit eines Landes (Die Abhängigkeit der EU von Energieimporten liegt bei ca. 60%.), sie reduziert das militärische Konfliktpotential weltweit erheblich, sie trägt zum Wohlstand von Entwicklungsländern bei und reduziert damit den Migrationsdruck zwischen Nord und Süd und Ost und West, sie hält mehr Geld und Arbeitsplätze im Land und reduziert den Devisenabfluß (wenn wir regional Photovoltaikanlagen produzieren und installieren, anstatt fossile Energieträger aus fernen Ländern zu importieren. Die EU gibt jährlich 550 Mrd Euro für Energiezukäufe aus.), sie sondert keinen Geruch ab, bewegt sich nicht und ist daher lautlos und es entstehen keine Emissionen bei der Nutzung.

Strategien der Verhinderer

Drei typische Strategien der „Schattenmänner“, wie sie Kronberger nennt sind:

- Enthusiatisch zustimmen und unerfüllbare Bedingungen daran knüpfen. (Im Ziel übereinstimmen, nimmt Druck aus einer Diskussion, aber Weg in Frage stellen.)

- Zuerst Energieeffizienz, dann erst Umstellung auf erneuerbare Energien fordern Verhinderer gerne. Als einen der „Haupttäter“ führt Kronberger hier Ernst Ulrich von Weizsäcker (Faktor 4) an. Den Naturverbrauch um welchen Faktor auch immer zu verlangsamen, ändert grundsätzlich noch nichts am Grundmuster der Energiegewinnung. Und nicht dass Energieeffizienz nicht wichtig wäre, aber die die Art der Energiegewinnung ist noch viel entscheidender.

- Langzeitpläne. Die sind speziell in der Politik mit ihren relativ kurzen Wahlperioden sehr beliebt. Es werden großmächtige Pläne bis 2050 erstellt, damit man jetzt nichts tun muß.

Ökologischer Fußabdruck

Sehr kritisch sieht Kronberger das Konzept des ökologischen Fußabdruckes, das von Mathis Wackernagel und William E. Rees 1994 entwickelt wurde. „Es ist problematisch, wenn eine Gruppe von Menschen eine gezielte Erziehung für den Rest der Menschheit für nötig hält.“ Es ist wieder nur eine Methode Menschen in „sauber“ und „nicht sauber“, in gut und böse zu teilen und damit eine Variante mehr, die Gesellschaft zu spalten. Es ist ein bequemes Mittel der Politik, sich ihrer Verantwortung zu entledigen und statt die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen, sämtliche Pflichten an das Volk zurückzuschieben (ihr dürft nicht reisen, nicht fliegen, nicht so viel Energie verbrauchen, …).

Neue Ideen folgen oft dem Weg der drei B´s: belächelt, bekämpft, bewundert. Erneuerbare Energien werden schon bekämpft. Also sind wir schon weit gekommen, schreibt Kronberger.

 

Erste deutsch-österreichische Photovoltaikstudie

Jetzt registrieren zur Photovoltaikstudie 2011 Deutschland/Österreich

Österreich bekommt im Bereich Photovoltaik dank des neuen Ökostromgesetzes endlich internationale Beachtung! Die erste Deutsch-Österreichische PV-Studie mit dem Titel “Deutschland – Chance oder Risiko für die Österreichische Photovoltaikindustrie?” steht in den Startlöchern.

Die VEND consulting GmbH wird als erstes Beratungsunternehmen den Markt professionell aufbereiten und bewerten. Dort absolviere ich derzeit mit meinem Unternehmen Dachgold das Erasmus for Young Entrepreneurs Programm. Ein Teil dieses Programm ist diese Studie.

Marktattraktivität und Kooperationspotential

Die Meinungen der unterschiedlichen Länderexperten zu den Themen Marktattraktivität, Eintrittsbarrieren, Risiken und Kooperationsmöglichkeiten werden nach Befragungsende gegenübergestellt und miteinander verglichen. Hieraus ergeben sich neuartige Erkenntnisse über den österreichischen Photovoltaikmarkt. So ist den Studienergebnissen beispielsweise zu entnehmen, wie sich die Österreichische Photovoltaikindustrie selbst einstuft aber auch wie sie von deutschen Unternehmen wahrgenommen wird.

Registrierung noch möglich

Erstmals gibt es auch die Möglichkeit sich für die Teilnahme an der Studie zu registrieren. Falls Sie Interesse an einer Teilnahme der Studie haben, sollten Sie sich umgehend anmelden.

Als Dankeschön für die Teilnahme bekommen Sie eine Zusammenfassung der Befragungsergebnisse kostenlos zugesandt sowie die Möglichkeit, die vollständige Studie zu einem Sonderpreis von 375,-€ anstatt 750,-€ (zzgl. MwSt.) zu erwerben.

Weitere Infos gibt es auf den Seiten von Dachgold und der VEND consulting GmbH.

Bild: (c)VEND consulting GmbH

SVTC – Nachhaltige Solarinitiative aus dem Sillicon Valley

Überall gibt es schwarze Schafe, auch in den “grünen” und vermeintlich “guten” Industrien wie der Photovoltaik. Aber überall wo Geld gemacht werden kann, kann NOCH mehr Geld gemacht werden, indem man jemand anderen ausbeutet oder den Dreck hinter sich einfach nicht aufräumt.

Deshalb ist es umso wichtiger, dass die schwarzen Schafe frühzeitig erkannt und eliminiert werden. Die Transparenz des 21. Jahrhunderts machts möglich. Erst kürzlich habe ich die US-Amerikanische Umweltorganisation Silicon Valley Toxics Coalition (SVTC) entdeckt. Diese angeblich unabhängige mit reichlich Mitteln  ausgestatte Organisation hat die Solar Scorecard entwickelt, welche PV-Unternehmen nach ihren Sozial- und Umweltstandards bewertet.  Ich kannte das Programm bislang nicht und möchte es deshalb kurz vorstellen.

Bei der Solarscorecard werden neben der Transparenz und der sozialen Verantwortung die Nachhaltigkeit von Produktion und Lieferbeziehungen sowie der Verzicht auf den Einsatz umweltschädlicher Materialien bewertet.

Bewertet wird in folgenden Kategorien (Standards):

Extended Producer Responsibility (EPR) and Takeback

In dieser Kategorie wird bewertet ob der Hersteller die volle Verantwortung für die Produkte, die er in Umlauf bringt, übernimmt. Dazu gehört die Rücknahmegarantie und die Recyclingvorkehrungen, die das Unternehmen bereits jetzt trifft. Viele der zertifizierten Unternehmen verpflichten sich nicht nur die Module zurückzunehmen sondern außerdem die rückgenommenen Module nicht in sozial problematischen Recyclingfabriken in Entwicklungsländern verwerten zu lassen.

Supply Chain Monitoring and Green Jobs

Hier wird überprüft ob hohe Arbeitsstandards über die gesamte Supply-Chain eingehalten werden. Ein Unternehmen des 21. Jahrhunderts muss auch Verantwortung für seine Lieferanten übernehmen. Für “Prison Labor” gibt’s Punkteabzug. Ich nehme mal an hier geht es um un- bzw. schlecht bezahlte Arbeiter in Gefängnissen und nicht um Wiedereingliederungs- und Ausbildungsmaßnahmen.

Chemical Use and Life-Cycle Analysis

Nachdem in manchen Modulen auch giftige Chemikalien verwendet werden, wird hier überprüft wie stark sich das Unternehmen dabei bemüht diese Stoffe zu reduzieren bzw. zu eliminieren. Pluspunkte gibt es zum Beispiel wenn auf Blei und Cadmium gänzlich verzichtet wird.

Disclosure

In dieser Kategorie wird bewertet wie transparent sich das Unternehmen verhält und ob alle Vorgänge nachvollziehbar sind. Eine vollständige Liste der verwendeten Materialien und überprüfbare Informationen zum Umgang mit Mitarbeitern und Lieferanten bringen eine hohe Punkteanzahl.

Die Top 10

Keine Bewertung ohne Ranking. Hier die Liste der Top 10. Die deutsche Solarworld heimst hier wenig überraschend den ersten Platz ein. Etwas verwundert war ich über die Top Platzierung von First Solar, wo das Unternehmen wegen der Verwendung von dem giftigen Cadmium-Tellurid ständig unter Beschuss steht. Wenn man die Scorecard dann genauer ansieht, hat First Solar in diesem Bereich auch fast keine Punkte bekommen, aber eben in allen anderen Bereichen fast die volle Punkteanzahl. Der Giftbereich macht nur 10% des  Gesamtrankings aus. Über diese Gewichtung könnte man natürlich streiten. SVTC ist wohl der Meinung, dass in ihrem Ranking vor allem der Umgang mit Menschen und die Bemühungen um die Rücknahme wichtiger sind.

Neues Ökostromgesetz – Erstanalyse der PV-Tarife

Heute war es so weit. Das seit Ende März diskutierte Ökostromgesetz wurde beschlossen. Nachdem der Vorentwurf ein ziemliches Debakel für die Photovoltaikindustrie war, wurde gehörig nachgebessert. Österreich wird damit zwar nicht den Totaldurchbruch schaffen, aber im nächsten Jahr könnten fast so viele Anlagen gebaut werden, wie in den letzten 10 Jahren zusammen.

Wichtig zu wissen ist, dass es sich bei diesem Gesetz um das seit Jahren eingefrorene Tariffördermodell handelt.  In meinen Gesprächen fällt immer wieder auf, dass dieses Modell deshalb noch überhaupt nicht in den Köpfen angekommen ist und auch keiner so richtig versteht. Die Investitionsförderung vom KLIEN-Fonds (wo einmalig eine Zuschuss gewährt wird) hat mit diesem Gesetz rein gar nichts zu tun. Hier geht es um die fixierte Zahlung von Einspeisetarifen für jede einzelne Kilowattstunde produzierten Sonnenstrom für Anlagen ab einer Größe von 5kWp Diese 5kWp Regelung versteh ich übrigens auch nicht. Bis jetzt waren das jedenfalls 38ct/kWh für 13 Jahre bei einer Anlagengröße von 5-20 kWp. In Europa sind Tariffördermodelle bewiesenermaßen das beste Instrument für diese Technologie, wenn auch fast durchgehend mit 20 Jahren.

93 MWp können mit einem Schlag gebaut werden

Das Gesetz sieht einen Abbau der bis ins 2025 Jahr reichenden Warteliste vor. 4180 PV-Anlagen warten mit Stichtag seit vielen Jahren auf die Gewährung der Tarifförderung. Laut Wirtschaftsministerium sind das 93 MWp Engpassleistung. Wie oben erwähnt bedeutet alleine dieser Abbau eine Verdopplung der derzeit installierten Leistung. Das ist ein wahrer großer Wurf.

Die Tarifstaffelung im Detail

Falls Sie wie ich eine der Glücklichen sind, die eine Anlage in der Warteschleife haben, sieht die Sache gut aus. Falls nicht, sollten Sie sich, ebenfalls schnell um einen Förderantrag bemühen.

Hier ein Überblick über die Degressionstarife (Quelle: PV-Austria)

Was bedeutet das nun? Die Abschläge wurde differenziert nach der Größe der Anlage und den Zeitpunkt wenn man den Vertrag annimmt bzw. zugeteilt bekommt. Die genauen Details müssen erst ausverhandelt werden. Man sollte die nächsten Wochen also auf dem Laufenden bleiben, damit man nur keine Fristen verpasst.

Abseits der Warteliste

Für Anlagen die nach der Warteliste eingereicht werden gibt es auch ein paar Neuerungen, die sich sehen lassen können. Die werde ich jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt vorstellen.

Bloggerkollege Georg Günsberg hat ebenfalls bereits eine erste Stellungsnahme zum neuen Gesetz abgegeben. Hier gehts zum Guensblog. Detailfinformationen finden Sie auch auf der PV-Austria Seite.