Vorsicht Satire: Der Ausstieg aus dem Öl ist US-Politik seit 1974

Jon Steward ist in den USA ein Star. Eigentlich als Kabarettist angetreten wandelte sich seine Rolle in den letzten Jahren mit seiner Daily Show immer mehr zum Aufdecker. Er spricht Themen an, die klassische US-Medien aufgrund ihrer entweder demokratischen oder republikanischen Grundorientierung nicht mehr aufgreifen.

Ein Lehrstück dazu kommentiert der Standard unter dem Titel “Lachen und weinen zugleich“. Jon Stewart deckt  schonungslos auf, wie 8 (!) US-Präsidenten den Ausstieg der USA aus der Ölabhängigkeit ankündigten. Man möchte wirklich lachen und weinen zugleich, wenn politische Versprechen so schonungslos geäußert und dann – ebenso schonungslos – nie umgesetzt werden. Und das in einem Land, dem man ja grundsätzlich einen besonderen “Zug auf’s Tor” nachsagt. Das 7-Minuten-Video gibt es hier auf Englisch zum Nachschauen. Jedenfalls sehenswert!

The Daily Show With Jon Stewart Mon – Thurs 11p / 10c
An Energy-Independent Future
www.thedailyshow.com
Daily Show Full Episodes Political Humor Rally to Restore Sanity

Über den Grossglockner, Wetten und Kutschen

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Die letzten beiden Tage konnte der Grossglockner ein wenig aufatmen, einige der zahlreichen Fahrzeuge, die die Grossglockner Hochalpenstrasse erklommen haben, verursachten weder Geräusche, noch stinkige Abgase. Die 1. Internationale Leistungsschau Elektromobilität Grossglockner lud zum Leistungstest und zur Ausstellung auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe.  So machte sich am ersten Tag eine Kolonne an Elektrofahrzeugen von Fusch weg auf den Berg. Es war nicht klar, ob es alle schaffen würden und der Fiat 500 sowie einige Piaggio Fahrzeuge haben es nur knapp nicht geschafft,  aber deshalb hieß es eben auch Leistungstest – wär ja sonst langweilig gewesen. Eine chronologische Erzählung der Ereignisse möchte ich Ihnen ersparen, deshalb hier meine Highlights:

Selbsterfahrung im Th!nk

Nach einigen Kehren als Beifahrerin durfte ich dann selbst ans Steuer des Th!nk City. Obwohl ich Automatikschaltungen nicht wirklich gewohnt war, war die Umstellung kein Problem. Wir hatten immer ein Auge auf den Ladezustand, da aber auch beim Hochfahren hin und wieder Abschnitte bergab zu absolvieren sind, schaltete ich einfach in den Eco-Modus, wo gleichzeitig gebremst wird und dadurch wieder Strom zurückgespeist wird. Tolle Sache finde ich. Witzig ist aber, dass man den Umgang mit der Energie wieder lernt, man muss einfach nachdenken ob die Heizung bzw. Klima  eingeschaltet werden kann, oder die Nebelschlussleuchte im Moment wirklich nötig ist. Da wir alle absolut das Gefühl dafür verloren haben, was nun tatsächlich Energie verbraucht, ist dies eine gute Schule.

Wetten dass… sind alles Kutschen mit Ottomotor?

Als ich mir die Vielfalt an E-Autos so ansah, kam mir wieder der Vergleich mit den Kutschen in den Sinn. Sie wissen ja, als der Ottomotor erfunden wurde, wurden anfangs die Kutschen damit ausgestattet und alle fanden es völlig normal – heute lacht man darüber. Die Kutschen von heute sind der Tesla im Lotus-Gewand, VW mit dem E-Golf (wow, die haben sich besonders angestrengt  ;-) und die vielen kleinen Smarts, die zumindest dem irrsinnigen herumschleppen von tonnenweise Stahl den Kampf angesagt haben. Jedenfalls habe ich nach der Pressekonferenz auch Raiffeisen Leasing Geschäftsführer Peter Engert auf dieses Thema angesprochen und wir haben darüber philosophiert wie denn das E-Auto der Zukunft aussehen wird. Ich hab mal in den Raum geworfen ob die Autos der Zukunft noch 4 Räder haben müssen, woraufhin er sogar € 100,- mit mir wetten wollte, dass sich an der Anzahl der Räder sicher nichts ändern würde. Wir konnten uns letztendlich leider auf keinen Zeitraum einigen in der die Wette laufen sollte, 20, 50, 100 Jahre? Bei letzterem hätten wir dann wohl beide ein Problem ;-). Ich bin mir jedenfalls sicher: Wir sehen hier noch die Kutschen des Erdölzeitalters.

150 km/h Bauartgeschwindigkeit Pflicht ??

Bei den zahlreichen Gesprächen kam auch immer wieder das Thema der Gesetzgebung auf den Tisch. Anscheinend sind viele Gesetze in Österreich noch nicht auf dem neuesten Stand der Technik. Die einprägsamste Absurdität war für mich, dass anscheinend nur Autos zugelassen werden dürfen, die 150 km/h Bauartgeschwindigkeit aufweisen können, was für viele E-Auto Hersteller ein Problem darstellt. Wieso das denn bitte? Weil man auf  Autobahnen nur 130 km/h fahren darf?? Ein zweites Problem ist anscheinend, dass in viele Autogaragen ein “Ladeverbot” herrscht, da frühere (viel frühere) Automodelle beim Laden giftige Gase abgesondert haben. Jedenfalls sind das meiner Meinung wichtige Kleinigkeiten, die thematisiert werden müssen. Dies zu ändern kann ja nicht so schwierig sein.

 Lärm als schlagenstes Argument für E-Mobilität

Überraschend war für mich, mit welchem Enthusiasmus LH Dörfler für Elektromobilität plädiert hat. Ok, er ist Politiker und kann zu jedem Thema ausschweifende Reden halten, aber in diesem Fall nahm ichs ihm sogar ab. Er nimmt auch den Punkt der Lärmverschmutzung sehr ernst und hat sich sogar schon seinen eigenen Slogan zugelegt.”Mit Strom nach Rom” oder so. Das schreit eigentlich nach einer E-Sternfahrt von Kärnten nach Italien. Vielleicht sogar mit den coolen Motocross Maschinen von Zero Motorcycles? Wär mal was anderes!

Hotzenblitz fehlte

Etwas enttäuschend: Das einzige u.a. in Österreich produzierte Elektroauto fehlte bei der Leistungsschau. Ich durfte den Gründer von Hotzenblitz  (Wikipedia) Thomas Albiez einige Tage vor der Glocknerbefahrung bei der IdeenAlm kennenlernen und war deshalb besonders gut gebrieft. Ich sag nur – da tut sich was! Den spannenden Dialog  zwischen ihm und Hannes Offenbacher, werde ich hier natürlich auch veröffentlichen.

Hier noch einige Links.

Die Windkraft ist in Österreich tot!

Da bleibt wirklich nur noch Ärger! Wie Georg Günsberg auf seinem Blogbeitrag vom 10.3.2009 sehr schlüssig und ebenfalls ungewöhnlich emotional nachweist, ist der Windkraftausbau in Österreich im europäischen Vergleich eine Schande. Die von ihm zusammengestellten Informationen, die sich auch auf Daten der IG Windkraft aber vor allem auch auf eine Studie der European Wind Energy Association beziehen, sprechen Bände. Wirklich lesenswert!

Die fundamentalen Fehler einer vernachlässigten nachhaltigen Wirtschafts- und Umweltpolitik sind also nun nachweisbar. Und heute wird der Österreichische Nationalrat eine Verschrottungsprämie beschließen, die bereits in Deutschland bewiesen hat, dass sie vor allem asiatische Autoproduzenten subventioniert, weil diese die besseren Autos für die Klima- und Wirtschaftskrise haben. Na dann gute Nacht, Österreich.

Erneuerbare Energie als Wachstumsindustrie

Bis zum Jahr 2013 werden die Hersteller von Windturbinen die europäischen Automobilerzeuger als größten Kunden der Stahlindustrie abgelöst haben. Das prophezeit der luxemburgische Europaabgeordnete Claude Turmes, Berichterstatter für den Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie des europäischen Parlaments. Vergangene Woche hat dieser Ausschuss mit großer Mehrheit einen Gesetzestext verabschiedet, der den Weg für große Investitionen in erneuerbare Energien bereiten soll. Bisherige Ziele für den Anteil erneuerbare Energien sollen zwar nicht verändert, doch durch Zwischenziele ergänzt werden. Für Zielverfehlungen sollen Mitgliedsstaaten bis zu 110 Euro je MWh Strafe zahlen, Übererfüllung soll bis zu 40 Euro je MWh Prämie einbringen.

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