Meine persönliche 4. Revolution

Deswegen halte ich es für die größte und schlimmste aller Umweltverschmutzungen, dass immer wieder versucht wird von zahllosen Energieexperten der Gesellschaft auszureden, dass es diese Perspektive überhaupt in überschaubarer Zeit geben könnte weil man die Gesellschaft damit deaktiviert und entmotiviert” ist ein Zitat von Hermann Scheer aus dem Film Die 4. Revolution. Cornelia Daniel hat mich auf den Film hingewiesen und endlich habe auch ich es geschafft, den Film anzusehen. Dieser Film und vor allem Hermann Scheer inspiriert und erteilt allen Zukunftspessimisten, dass es keinen raschen Wandel geben könnte, eine Absage. Ich muss gestehen, dass auch ich über die Jahre eine gewisse resignative Einstellung zu manchen Themen entwickelt habe. Damit ist jetzt endgültig Schluss!

Ich möchte – im Sinne der 4. Revolution – einmal zwei Ereignisse dazu beitragen, was im eigenen Einflussbereich passiert, das diese 4. Revolution unterstützt: (weiterlesen …)

Meine Top 5 Bücher für Zukunftsthemen

Weil ich die letzten Jahre viel Zeit zugebracht habe, viele Bücher zu lesen um mir eine Meinung abseits der leider nicht mehr unabhängigen Medien zu bilden, möchte ich eine Auswahl jener, die mich am meisten geprägt haben, hier veröffentlichen. Ich wünsche mir, dass sich wieder mehr Menschen Zeit nehmen, Wissen aufzusaugen und sich daraus eine Meinung bilden. Das gefährliche Halbwissen in wirtshausähnlichen Diskussionen hilft uns nicht weiter bei den anstehenden Entscheidungen.

H. Scheer: Der energethische Imperativ

der-energethische-imperativ.jpg Dieses Buch, sowie der Vorgänger Energieautonomie, sind wohl ein Must-read für alle, die sich mit dem Thema Energie der Zukunft beschäftigen. Es werden die Blockierer im System ebenso aufgezeigt, wie die volkswirtschaftlichen Chancen, die eine Energiewende beinhaltet. Beim Lesen dieser Bücher ärgere ich mich immer über die fehlende volkswirtschaftliche Ausbildung an Schulen und unter Politikern.

S.G. Jánsky, S.A. Jenzowsky: RULEBREAKER Wie Menschen denken, deren Ideen die Welt verändern

rulebreaker.jpgDie Geschichten der Entstehung von LEO, Aida und vielen noch eher unbekannten Querdenkern, die Systeme aufgebrochen haben, geben Mut an seine Ideen zu glauben, auch wenn alle anderen dies nicht tun. Wirklich lesenswert, wenn man nach Geschäftsmodellen der Zukunft sucht.

E. U. von Weizsäcker: FAKTOR FÜNF Die Formel für nachhaltiges Wachstum

faktor-funf.jpgEin etwas schwereres Werk, wenn man es mit den beiden vorangegangenen populärwissenschaftlichen Büchern vergleicht, aber eben die Bibel im Effizienzbereich. Alles was uns umgibt könnte mindestens fünf mal so effizient gestaltet sein. Leider werden die tollen Beispiele aus dem Buch noch flächendecken umgesetzt, weil Energie aufgrund der Ausbeuterstrategie der Industrieländer schlichtweg zu billig ist.

Brand eins: Wie fördern wir das Richtige?

brand-eins-fordern.jpgDas ist zwar kein Buch, aber eine überaus lesenswerte Ausgabe meines Lieblingsmagazines. Es zeigt mit vielen Beispielen auf, warum Subventionen manchmal das System mehr schädigen als sie nützen und dass eigentlich genug Geld für sinnvolle Förderungen vorhanden wären, aber Systembewahrer dies tunlichst zu verhindern wissen.

M. Popp: Speicherbedarf bei einer Stromversorgung mit Erneuerbaren

speicherbedarf.jpgDie Doktorarbeit von Herrn Popp ist bestimmt das wissenschaftlichste unter den Büchern und ich muss zugeben, dass ich nicht das ganze Buch gelesen habe, weil für mich einfach zu technisch. Nichtsdestotrotz sind wertvolle Erkenntnisse enthalten, wie durch ein kluges Zusammenspiel von Sonnen- und Windenergie der insgesamt enorme und nicht finanzierbare Speicherbedarf optimiert werden und durch saubere Speicher wie zB. Ringwallspeicher (die natürlich auch ihre Macken haben) bewerkstelligt werden kann. Für mich ist es nun meine Nachschlagbibel für Speicherfragen.

Paradigmenwechsel in der Energiewirtschaft – Umdenken hilft!

Die Premiere des Films The 4th Revolution – Energy Autonomy  (unbedingt ansehen!!) ist zwar schon eine Weile her, ich möchte jedoch trotzdem auf ein paar Punkte die Hermann Scheer im Film und bei persönlichen Gesprächen erwähnt hat, eingehen. Der Eindringlichste und für mich wichtigste Punkt ist der Paradigmenwechsel in der Gesellschaft. Solange wir noch immer meinen, dass ökologisch und sozial gerechtes Handeln eine wirtschaftliche Last bedeutet, wird sich nichts Großartiges ändern. Wenn diese Chance aber erkannt wird, können alle davon profitieren!

Was hat es aber nun damit auf sich? Im Bereich der Energie wird der Paradigmenwechsel dann passieren, wenn auf breiter Front (einschließlich der politischen Entscheidungsträger) erkannt wird, dass es zum Beispiel nett ist, billiges Gas aus Russland zu kaufen; es aber volkswirtschaftlich viel, viel sinnvoller wäre, den Großteil der benötigten Energie im Land selbst zu produzieren. Da wir (soweit mir bekannt) auf keinen Gas- oder Ölreserven sitzen, funktioniert die Eigenproduktion aber lediglich mit Erneuerbaren Energieträgern.

Es it zwar anfangs teurer, wenn die Energieversorger an Kunden Einspeisetarife zahlen, aber dieses Geld fließt anstatt nach Russland oder Abu Dhabi an viele private Haushalte. Jeder Bürger hätte die Chance auch Produzent statt nur Konsument zu werden. Jeder könnte sein eigenes kleines Kraftwerk haben (mit Backup von Wasserkraft- und Biomasseanlagen) und damit Geld verdienen, dass er auch hierzulande wieder ausgeben kann und dabei natürlich Steuern zahlt und die Wirtschaft ankurbelt.

Haben Sie schon einmal überlegt wieviele der Milliarden, die jeder einzelne Bürger für Öl- und Gasimporte bezahlt, wieder in Österreich ausgegeben werden?  Das Geld welches in Österreich bleibt, ist nur der winzige Teil, den sich die Energieversorger in Form einer Marge für die Funktion als Zwischenhändler behalten. Der Großteil liegt aber auf Konten von Wenigen, die einfach nicht mehr die Möglichkeit haben, all die Milliarden, die aus aller Herren Länder auf ihre Konten fließen, wieder auszugeben. Letztendlich werden zum Beispiel irrwitzige Projekte wie das 2-Billion-Dollar Haus gebaut. Davon hat die Österreichische Volkswirtschaft reichlich wenig, oder? Wie viel sinnvoller wäre es, wenn diese 2 Milliarden auf viele Haushalte aufgeteilt wären? Dann ist es natürlich um ein vielfaches leichter, das Geld auch wieder in den Wirtschaftskreislauf einzubringen.

Wenn das mal in die Köpfe reingeht und erkannt wird, dass eine Demokratisierung der Energie (Scheer) wirklich möglich ist und viele, viele, Energieerzeuger die fossilien Energieträger schrittweise ersetzen können, dann haben wir eine echte Chance vor uns. All das funktioniert aber leider nur mit geeigneten Rahmenbedingungen. Solange keine Kostenwahrheit zwischen fossilen und Erneuerbaren Energieträgern herrscht, werden die Erneuerbaren auf den ersten Blick nicht mithalten können. Wenn man aber genauer hinschaut und die gesamte Wertschöpfung bishin zu Umweltschäden und volkswirtschaftlichen Nebeneffekten betrachtet, sieht die Sache womöglich anders aus.

Leider gibt es noch keine objektiven Studien, die den Sachverhalt in seiner Komplexität darfstellen und ich möchte auch hier keine Berechnungen strapazieren, da ohnehin schon viel zu oft Äpfel mit Birnen verglichen wurden.  Nur ein Beispiel: In Deutschland wird die Erhöhung der Strompreise zum Großteil als Folge der PV-Förderung  propagiert. Komisch, in Österreich steigen die Preise auch massiv – nur können sich die EVUs hierzulande leider nicht auf die Erneuerbaren ausreden.

Deshalb mein zugegebenermaßen naiver Wunsch: Kostenwahrheit! Wie soll der Konsument oder die Wählerin entscheiden welche Studie nun stimmt und bei welchem der Szenarien mehr der heiligen Steuergelder verprasst werden. Mein persönlicher Zugang: Nur weil kein Massenmedium die Steuerausgaben für fossile Energieträger und Atomenergie veröffentlicht, heißt das nicht, dass sie nicht existieren.