Autsch! Von der 2000-Watt-Gesellschaft weit entfernt…

Schon mal von der 2000-Watt Gesellschaft gehört? Ich will schon ewig über dieses vorwiegend in der Schweiz bekannte Modell schreiben und mache das heute indem ich einen Selbsttest durchführe um zu sehen, wie weit ich persönlich von diesem Ziel entfernt bin.

Die Definition

Die 2000-Watt-Gesellschaft ist ein  Modell, das an der ETH Zürich entwickelt wurde. Gemäß dieser Vision sollte der Energiebedarf jedes Erdenbewohners einer durchschnittlichen Leistung von 2000 Watt entsprechen. Die  2000 Watt entsprechen dem Wert von 1990 mit einem Weltjahresverbrauch von 17.500 kWh pro Person. (Quelle: Wikipedia)

In industrialisierten Ländern liegt dieser Wert eher zwischen 5000-6000 Watt bzw. 45-55.000 kWh/Jahr. Also fast das dreifache des Zielwertes. Wichtig ist auch noch zu erwähnen, dass in der Theorie dieser Wert erreicht werden soll, ohne starke persönliche Einschränkungen. Bei Ecospeed kann man auf sehr anschauliche Weise seine “Leistung” ausrechnen. Das habe auch ich gemacht und bin zu erstaunlichen Ergebnissen gekommen.

Ich funktioniere mit 4739 Watt

Ich verbrauche 4.739 Watt oder 40.000 kWh/Jahr.  Obwohl ich gedacht hatte, dass ich bereits energiesparend lebe, war ich sehr überrascht wie weit ich von der 2000 Watt Gesellschaft entfernt bin. Gleichzeitig wird sehr deutlich sichtbar, wo die entscheidenden Hebel sind und deshalb ist es mir wichtig dieses Ergebnis zu teilen.

Wattverbrauch laut ECO2 Rechner Quelle: Ecospeed

Flüge, Ernährung und “Schnickschnack” sind die Hebel

Das schon erwähnte Tool spuckt am Ende der sehr detaillierten Abfrage untenstehendes Bild aus. Es wird der schweizer Durchschnitt mit dem persönlichen Ergebnis verglichen und gleichzeitig auf Verbesserungspotential hingewiesen. Komischerweise kann man nicht angeben weniger fliegen zu wollen; das würde mein Potential noch stark heben. Was mein Ergebnis betrifft wird deutlich, dass ich bei Ernährung und Privatfahrzeuge schon weltmeisterlich unterwegs bin, bei Flugreisen aber jegliche Erfolge vernichte. Ein einziger Langstreckenflug erhöht die Jahreswattzahl um 1000 W. Mit nur zwei Langstreckenflügen hat man das “Soll” also schon erreicht. Für 2012 wo ich  mindestens zwei mal fliegen muss/will siehts daher etwas schlecht aus mit meiner Bilanz. Mir war schon immer bewusst, dass Fliegen furchtbar energieintensiv ist, aber erst durch diesen Kontext wirds nochmal deutlich klarer.

Wattverbrauch laut ECO2 Rechner Quelle: Ecospeed

Ich für mich kann durch dieses Tool jedoch noch besser einschätzen was zu tun ist. Energiesparlampen sind unter diesem Aspekt also wie schon oft zitiert das kleinste Puzzleteil in der zukünftigen Energiechallenge und prinzipiell wäre es nur fair wenn jeder in der Welt diese 2000 Watt zur Verfügung hätte. Hermann Scheer hat dieses Modell sogar einmal als Alternative zu Klimaverträgen die auf Jahresemissionzahlen an CO2 abzielen, vorgeschlagen.  Das würde auch die Diskussion mit den Entwicklungsländern vereinfachen.

Was haltet ihr davon? Wer traut sich noch seine Energiebilanz zur veröffentlichen. Gerne auch im Kommentarfeld!

PS: Ich werde mich für keine der oben genannten Zahlen rechtfertigen. Es sollte nur das Modell etwas anschaulicher machen.

 

Ein Wochenende mit dem TH!NK City – Tag 4

Das Wochenende geht zu Ende, heute früh hatte der THINK die Aufgabe, ihn zurück und mich in die Arbeit zu bringen. Das klappte auch ganz gut. Allerdings brachte es durch die diversen Staus in Wien keinen wesentlichen Zeitgewinn zur Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, auch wenn ich erst ab Eisenstadt mit einem Eilkurs unterwegs sein kann.

Das Armaturenbrett, links Ladestand, Mitte Tachometer, rechts VerbrauchsanzeigeDafür konnte ich eine andere Eigenheit des Autos kennenlernen, die auch im Hinblick auf den Transport von Kindern von Relevanz ist: In der Früh war es recht kühl, unter 10°C. Das Auto stand im Freien, und so schaltete ich die Heizung ein. Bei einem normalen Auto wird zur Innenraumbeheizung die Abwärme des Verbrennungsmotors verwendet, aber beim THINK muss eine elektrische Heizung für angenehme Temperaturen im Fahrgastraum sorgen. Das Auto kommt aus Norwegen, also ist die Heizung auch für unsere Breitengrade ausreichend dimensioniert, sodass ich sie nach einer Aufheizphase wieder abschalten konnte. Der Verbrauch der Heizung wird ebenfalls am rechten Instrument angezeigt – der Zeigerausschlag ist beim 3,5kW-Heizelement natürlich wesentlich geringer als beim 17kW-Motor (Nennleistung gemäß Motortypenschild). Bei Minusgraden oder Langsamfahrten verringert die Heizung merkbar die Reichweite.

Die Fahrt brauchte wie schon die Fahrt ins Burgenland die Hälfte der Akkukapazität, d. h. der Zeiger stand am Ende genau an der 50%-Markierung der 65-Kilometer-Strecke. Also dürfte die Reichweite in meinen Testbedingungen bei 130 Kilometer liegen.

Der gestrige Ladevorgang begann auch bei 50%, sodass ich die gemessenen Werte durchaus auf die Fahrt beziehen kann. Im Ladevorgang im Normalmodus fließen maximal 10 Ampere, in meiner Messung sogar nur 9,6A. Im Laufe des Ladevorgangs ging der Strom etwas zurück. Die Ladezeit betrug etwa 6,5 Stunden, danach wurden zur Ladungserhaltung und Beheizung der Zebra-Batterie 360 Watt verbraucht. Die Batterie muss ständig auf einer Temperatur zwischen 260°C und 350°C gehalten werden – davon merkte ich im kalten Auto aber nichts. Bei den neuen Modellen mit Lithium-Ionen-Akku ist keine Batteriebeheizung mehr notwendig, was sich positiv auf die „Selbstentladung” auswirkt: Der Zebra-THINK sollte nie mehrere Tage ohne Steckdose herumstehen.

Die Reaktionssubstanzen der Zebra-Batterie sind die ungefährlichen Substanzen Kochsalz und Nickel. Der Wikipedia-Artikel ist interessant und erklärt auch den Namen.

Zuletzt noch eine Kostenbetrachtung: Der Ladevorgang brauchte bei mir 18,7kWh, inklusive Erhaltungsladung danach. Das Auto steckte 14 Stunden 20 Minuten am Strom. In meinem Stromtarif zahle ich 16,79 Cent/kWh, d. h. die Ladung kostete mich 3,14 €. Zum Vergleich: Unser Familienauto braucht 6,0 Liter/100 Kilometer, der Diesel kostet ca. 1,1€/l, d. h. die Spritkosten betragen für 65km 4,29 €. 10,3 kg CO₂ werden bei dieser Fahrt erzeugt, beim Elektro-Auto 0kg CO₂, nachdem mein Anbieter ausschließlich Ökostrom anbietet.

Mein Conclusio:

  • Das Auto ist kindertauglich.
  • Wie der Name schon sagt, ist es ein Stadtauto und kann dort seine Vorteile voll ausspielen – vor allem in Hinblick auf den Verbrauch. In Wien ist die Dichte der öffentlichen Verkehrsmittel wiederum so hoch, dass ich dort auch mit Kind ohne Auto gut ausgekommen bin.
  • Aus rein finanzieller Sicht ist beim derzeitigen Preisgefüge der Betrieb nicht sinnvoll, bei einer angenommen Preisdifferenz von EUR 20.000 zu einem Vergleichsauto komme ich bei einem Verbrauch von 6l/100km auf über eine Million Kilometer, wo die höheren Spritkosten kompensiert sind. Bei 4,4l/100km wären Diesel- und Stromkosten gleich.
  • Die Testfahrt hat gezeigt, dass man nicht viel Leistung braucht, um voranzukommen. Die Benzin- und Dieselkarossen sind mit ihren 100 PS und mehr für Stadtfahrten extrem übermotorisiert, was sich negativ auf Verbrauch und CO₂-Bilanz auswirkt.

Ein Wochenende mit dem TH!NK City – Tag 3

Nachdem mir die Elektrizität gestern einen Strich durch die Rechnung machte, konnte ich heute den THINK als Fahrzeug nutzen, um das geplante Testprogramm abzuwickeln. Kurz zusammengefasst: Dieses Elektroauto ist kindertauglich.

Der Kindersitz mit ISOFIX-BefestigungDer große Sitz eingebautDen Start machte der Ausflug in den Familypark Neusiedlersee, die eine Hälfte der Familie, d. h. Papa und Tochter, waren elektrisch unterwegs. Im ersten Schritt wurde der Kindersitz montiert. Der THINK unterstützt die ISOFIX-Befestigung, sodass der Sitz recht schnell montiert war.

Der Kindersitz für den KleinenAm Nachmittag fuhr ich eine Runde mit meinem Sohn und seinem Sitz. Dieser wird konventionell mit dem Gurt befestigt. Auch das klappte problemlos. Für die Kindersitze ist genügend Platz vorhanden, auch der Einbau ist dank der großen Türen einfach zu bewerkstelligen.

Der Beifahrer-Airbag kann deaktiviert werden, rechts sind die Sicherungen, alles zu finden beim Handschuhfach.Während meine Tochter den Ausblick vom Vordersitz genoss, war das meinem Sohn eher egal. Der Beifahrer-Airbag ist abschaltbar, sodass auch ein Sitz gegen die Fahrtrichtung montiert werden darf. Dazu muss lediglich die Abdeckung im Handschuhfach entfernt werden.

Der Kinderwagen querDer Kinderwagen längsDer Vordersitz nach vorne geschoben.Kleine Kinder brauchen nicht nur einen entsprechenden Kindersitz, sondern auch einen Kinderwagen. Da zeigte sich die Größe des Kofferraums. Diesen konnte ich nicht nur quer zur Fahrrichtung, sondern hinter dem nach vorne geschobenen Beifahrersitz auch längs einräumen. Dann bleibt Platz für einen großen Koffer – und eine Menge Spielzeug.

Sehen wir noch einmal die Fragen von vorgestern an und geben Antworten dazu:

  • Passt der Kinderwagen in den Kofferraum? Ja, sogar besser als in unser Familienauto.
  • Wie funktioniert das mit den Kindersitzen? Der Beifahrersitz ist sehr gut für den Einbau eines Kindersitzes geeignet. Er ist mit ISOFIX ausgestattet. Der Beifahrer-Airbag kann deaktiviert werden.
  • Was ist beim Transport von Kindern sonst zu beachten? Mir ist nichts aufgefallen. Die großen Türen erleichtern den Einbau der Kindersitze.

So bleibt mir nur mehr das Problem mit dem Stromanschluss in meinem Haus. Die fehlende Nullung ist tatsächlich die Ursache, wie ein vorübergehender Umbau ergab. Immerhin kann ich jetzt das Auto auch zuhause laden, wobei ich das dazu nutze, um noch ein paar Messdaten zu gewinnen.

Ein Wochenende mit dem TH!NK City – Tag 2

Entgegen der ursprünglichen Pläne war heute der THINK hauptsächlich an der Steckdose. Das Ladegerät zeigte bei mir bei verschiedenen Steckdosen immer einen Fehler an, sodass ich befürchtete, selbiges unbeabsichtigt zerstört zu haben.

Die Rettung nahte in Form eines netten Mitarbeiters von Raiffeisen-Leasing, der kurzerhand das Ladegerät des zweiten THINK organisierte und mir ins Burgenland brachte. Wir steckten dieses voller Erwartung an die Steckdose: Ebenfalls POWER FAULT. Nun war ich ratlos – irgendwas stimmt mit meinem Strom nicht.

Also gingen wir zum Nachbarn und steckten dort an: Normales Verhalten. Um dem Auto wieder genug Energie zuzuführen, dass es den Rückweg nach Wien schafft, hängte dann dort das Auto für den restlichen Tag.

Jetzt möchte ich nur mehr feststellen, was die Ursache für dieses Verhalten bei meinen Steckdosen ist: Die Spannung ist korrekt, gut 230 Volt. Die maximal verfügbare Stromstärke könnte das Ladegerät nur feststellen, indem es den Strom so lange erhöht, bis die Sicherung fällt – das war bei mir nicht der Fall. Bleibt mir als einzige Idee, dass das Ladegerät die Schutzerde überprüft. Möglicher Grund für die Verweigerung des Ladevorgang: Das Haus verfügt über keine Nullung und hat daher eine messbare Spannung zwischen PE und N, ca. 2 Volt Wechselspannung konnte ich messen. Nullung ist erst seit 1998 vorgeschrieben, das Haus wurde 10 Jahre davor gebaut.

Ich wäre jedenfalls nicht davon ausgegangen, dass das Ladegerät dermassen kleinlich ist. Leider gibt es keine technischen Informationen, die die Grenzen verraten, in denen das Gerät sein OK gibt. Jedenfalls sollten potenzielle Käufer einen Test machen, bevor sie sich das Auto anschaffen, damit es ihnen nicht so geht wie mir.

Ein Wochenende mit dem TH!NK City – Tag 1

Das Ereignis am Großglockner machte mich auf diesen Blog aufmerksam, und so nutzte ich meine Kontakte, um selbst Erfahrung mit einem Elektroauto zu sammeln. Heute Nachmittag war es so weit, ich durfte mir einen TH!NK City aus dem zweiten Bezirk abholen.

Ein kleines Testprogramm möchte ich dieses Wochenende absolvieren, um die Eignung des Autos für verschiedene Einsatzzwecke zu testen. Als Familienvater liegen die Testfälle auf der Hand:

  • Passt der Kinderwagen in den Kofferraum?
  • Wie funktioniert das mit den Kindersitzen?
  • Was ist beim Transport von Kindern sonst zu beachten?

Heute war bloß ich das Versuchskaninchen, der das Auto aus dem dichten Wiener Freitagnachmittagsverkehr sicher in das Nordburgenland bewegte. Der bei der Einweisung gehörte Satz „Es ist wie ein SMART“ brachte die Bedienung auf den Punkt: Es gibt kein Pedal für die Kupplung, der linke Fuß kann ruhen. Auch die Dimensionen sind ähnlich, beide Autos verfügen über zwei Sitzplätze. Während jedoch beim SMART bei 135 km/h elektronisch abgeregelt wird, bewegt sich die Tachonadel beim TH!NK kaum an die 110km/h-Markierung.

In der Stadt verlief die Fahrt wie gewohnt, erst auf der Autobahn zeigten sich die Unterschiede. Bei Geschwindigkeiten, wo bei einem normalen Auto die Geräusche des Verbrennungsmoters die Rollgeräusche übertönen, ist der Motor noch immer leise, und man hört den Fahrtwind – besonders durch das Faltschiebedach – und auch die Rollgeräusche. Im Economy-Modus wird die Bremsenergie beim Verlassen des Gaspedals zurückgeführt, was zu einer guten Bremswirkung führt. Das Bremspedal braucht man eigentlich nur zum Einschalten und für den Stillstand, wenn man vorausschauend fährt.

Zuhause angekommen kam gleich mein Nachbar, der gerade auf der Straße war, um einen Blick auf das Auto zu werfen. Inzwischen steht der schwarze Zweisitzer im Hof, um ihn aufzuladen. Das funktioniert jedoch momentan nicht, und ich kann nicht ausschließen, dass ein Bedienfehler die Ursache ist. Nach Anleitung ist die Reihenfolge so:

  • Ladegerät an die Steckdose stecken
  • Auto an das Ladegerät stecken

Ich wählte den umgekehrten Weg und arbeitete mich von außen nach innen, wofür mich das Ladegerät jetzt mit einem roten Licht bei Power Fault belohnt. Da fließt kein Ladestrom, wie mir auch das Energiemessgerät bestätigt. Natürlich habe ich schon andere Steckdosen und Stromkreise probiert, auch gewartet, falls eine thermische Sicherung angesprochen hätte. Der Fehler bleibt. Nachdem sehr viele unterschiedliche Verbraucher problemlos ihren Dienst versehen, wird es ja nicht an meinem Haus liegen.

Ganz verständlich ist es mir nicht, dass dieser Fehler gleich zu einer Beschädigung führt. Dafür kommt unfreiwillig ein neuer Testfall dazu:

  • Was tun bei einer elektrischen Panne?

Mein morgiges Vormittagsprogramm wird aller Voraussicht nach eine Änderung erfahren, außer es passiert ein Wunder, aber die sind in der Elektrotechnik selten.

PS: Nach umfangreichem Studium aller Unterlagen wäre das Schlimmste, was beim Anstecken in verkehrter Reihenfolge passiert, dass die Sicherung im Zählerkasten fällt. Das war aber definitiv nicht der Fall.

Think im Selbsttest – Tag 2+3

ParkplatzDer Think steht nun wieder wohlbehütet in der Garage und ich darf  über die letzten beiden Tage resümieren. Vielen Dank übrigens für die vielen Kommentare und die zahlreichen Interaktionen auf Twitter.

Die Rückreise nach Wien

Am Mittwoch habe ich die Heimreise nach Wien angetreten. Natürlich mit 100% “Tankfüllung”. Wir erinnern uns – die Hinreise von ca. 95 km hatte mich über 80% der Ladeleistung gekostet und für eine kleine Spritztour danach hatte es womöglich aufgrund der rauhen (sorry liebe W4 Kollegen) Witterungsverhältnisse nicht mehr gereicht. Bei der Fahrt nach Wien wollte ich mich selbst challengen und immer versucht die Energienadel in Richtung Null-Verbrauch bzw. Einspeisezustand zu bringen. Es gibt beim Verbrennungsmotor zwar auch diese Anzeige, die zwischen 5 und 15 Liter Verbrauch hin und her pendelt, man misst ihr aber im Normalfall keine grosse Bedeutung zu. Anders beim Elektroauto, möchte ich meinen. Das Gefühl zu haben gerade mit 0 Verbrauch zu fahren hat schon wirklich was. Der Haken: Auf der Landstrasse bedeutet das bei leichtem Gefälle eine Geschwindigkeit von ca. 85 km/h; die Autofahrer hinter mir waren dementsprechend “not amused”. Ich bin natürlich nicht die ganze Zeit 85 km/h gefahren aber mehr als 110 km/h sind auch auf der Autobahn nicht drin. Das Ergebnis konnte sich jedoch sehen lassen. Nach über 100 km waren nur 55% der Ladeleistung verbraucht.  Der Umstand, dass das Waldviertel ein paar HM über Wien liegt  und ich weder Scheibenwischer noch Licht benötigte, haben sicher einiges zu dem grossen Unterschied im Vergleich zu Hinreise beigetragen (80% Verbrauch).

Die Nachtparkplatz Challenge

Wie gesagt hatte ich für die erste Nacht die sichere Variante der Garage mit Waldviertel gewählt. Für die 2. Nacht in Wien hatte ich mir jedoch vorgenommen den Versuch zu starten einen Stellplatz mit Steckdose in Wien zu finden. Wirklich nicht so einfach. Es gibt zwar zahlreiche Stromtankstellen, die sind leider nur für untertags und bei Privathaushalten vor allem nicht für mehrere Stunden konzipiert. So startete ich einen Aufruf auf Twitter und hier im Blog. (weiterlesen …)

Think im Selbsttest – Tag 1

Tag 1

Wohoo! I am E-mobile. Tag 1 des Selbsttests mit einem Elektroauto ist vorüber und nebst kleinen Hindernissen ist der erste Tag gut überstanden und der kleine Think steht ladenderweise in der Garage im Waldviertel.

Heute morgen durfte ich den Think in Wien abholen und bin dann gleich mal ins Waldviertel zum Haus meiner Eltern gefahren, da nur dort die Stromversorgung über Nacht gesichert werden kann (er muss ja schließlich 5-8 Stunden angesteckt sein). Ich dachte am ersten Abend bin ich lieber auf der sicheren Seite. Es waren  ca. 95 km und trotz Regen und widrigen Fahrbahnumständen bin ich anstandslos angekommen. Dann überkam mich jedoch der Übermut und ich wollte mit meinem Vater in der Gegend noch eine Spritztour machen. Der Ladestand war noch bei 20% und ich dachte, die 3km hin und zurück wird er wohl noch schaffen. Hin wars auch wirklich kein Problem, aber als wir die Rückfahrt antreten wollen, war der Think dann leider nicht mehr zu bewegen. Ich nehme an die plötzlich eingetretenen winterlichen Temparaturen haben der Batterie zu schaffen gemacht.

Da wir Gott sei Dank gerade auf einem Parkplatz bei einem Gasthaus waren und wir den Wirt kannten, haben wir das Auto, gemeinsam mit braven Männern vom Bundesheer ein paar Meter geschoben und kurz angesteckt. Nach 20 min Laden und einem ungewollten Einkehrschwung gings wieder zurück in die Garage, wo die Steckdose bereits wartete. Apropos Steckdose, mir fällt auf, dass die meisten Leute verwundert sind, dass man das Auto wirklich an eine ganz normale Steckdose anstecken kann, das zeigt wie hoch der Aufklärungsbedarf in der Bevölkerung noch ist.

Ich habe mich auch online umgesehen, wo in der Gegend Stromtankstellen eingetragen sind. In Horn gibt es anscheinend keine Einzige, nur in umliegenden Dörfern. Mir fehlt auch wirklich noch eine Smart Phone App mit Google Map Verknüpfung. Vielleicht könnt sich diesem Thema jemand annehmen? Die Kelag ist mit ihrem e-tankstellen-finder ja schon recht weit (es gibt auch eine mobile Version fürs iPhone), aber das Entwicklungspotential ist noch riesengross. (weiterlesen …)