Die größte Ölkatastrophe der Erde – und niemand kümmert sich darum

Quelle: WikipediaVergangenen Montag lief auf dem ZDF infokanal eine Wiederholung des ZDF Auslandsjournals. Plötzlich startete ein Beitrag, der mich seit dem nicht mehr loslässt. “Die vergessene Ölkatastrophe in Nigeria” ist ein 6 Minuten Beitrag der es in sich hat. Bilder wie man es in der Tat nur aus Hollywoodfilmen wie Terminator kennt: Das Nigerdelta ist auf hunderten Quadratkilometern Fläche ölverseucht – und niemand kümmert es! Die mediale Aufmerksamkeit der Ölkatastrophe im Golf kam wohl nur aufgrund der unmittelbaren amerikanischen Betroffenheit zustande. Nigeria und die dort lebenden Menschen hingegen interessieren niemanden. Und das, obwohl die Katastrophe ein Vielfaches schlimmer ist und um ein Vielfaches länger bereits andauert. Jetzt ist Nigeria ein Land, das in einem hohen Ausmaß politisch und wirtschaftlich instabil ist. Trotzdem schaffen es Konzerne dort offensichtlich die Ressourcen schonungslos auszubeuten und darüber hinaus, sich auch mit einem großen Zynismusaus aus der Verantwortung zu stehlen: So meint Shell laut diesem Tagesschau Beitrag, es sei nur ein “Corporate Cititzen” und als solcher sei die Möglichkeit der Einflussnahme beschränkt.

Mit all der Tristesse und Ohnmacht gegenüber Konzernen wie BP und Shell, die in diesem Beitrag zum Ausdruck kommt, bleibt man  als Zuseher völlig ratlos zurück. Ich bin sprachlos und sehe in diesem Blogbeitrag auch noch keine Möglichkeit, eine Zukunftsperspektive – auch nur ansatzweise – zu entwickeln.

Jetzt muss meiner Einschätzung nach dies unglaubliche Katastrophe einmal das Licht einer breiten Öffentlichkeit erreichen. Mich wundert es, dass dieses Thema bislang in den österreichischen Massenmedien völlig untergegangen ist. Und auch in Deutschland findet sich kaum ein Hinweis. Wenn man die Schlagworte “Ölkatastrophe Nigeria” googelt, entsteht bei mir sofort der Eindruck, auch der ZDF Beitrag war einfach nur eine kurze Sommerloch-Geschichte. Nicht mehr. Das macht zusätzlich ratlos. Wer kümmert sich darum? Ich, ich fange damit jetzt mal hier an. Wer noch? Zunächst vielleicht einfach einmal durch Weiterverbreitung des Beitrages oder durch ein Retweet des dazugehörigen Twitterpostings.

Erschütternde Doku: Ozean aus Plastik

ORF Doku Ozean aus Plastik (Foto: G. Strobl)Eine aufwühlende Doku lief heute im ORF 2 Weltjournal. “Ozeane aus Plastik” zeigt in erschütternden Bildern, wie wir – rund um den Globus unsere Erde in Millionen Tonnen Plastik ersticken. Betroffen ist das gesamte Ökosystem des Planeten. Plastikbänder, Nylonsschnüre, Anglerleinen und viele andere Plastikabfälle in den Meeren töten geschätzte 100.000 Robben, Seelöwen und Meeresschildkröten jährlich! Auch hier ist die Erdölindustrie einer der Treiber für die Entwicklung.

Die Doku weist auch auf den Umweltaktivisten Marcus Eriksen hin, der aus 15.000 Plastikflaschen ein Segelschiff zusammengebaut hat, um auf die Problematik hinzuweisen. Infos dazu gibt es auf Blog.Mittlerweile wird vermutet, dass der Müll in den Ozeanen großflächig auch auf die menschliche Nahrungskette übergegriffen hat. Mit massiven Auswirkungen auf den Menschen, neuen chronischen Erkrankungen oder Schädigung der Fortpflanzungsfähigkeit. Man bleibt bei dieser Doku erschüttert und ratlos zurück. Auch hier ist eine Kehrtwende erforderlich, eine radikale Kehrtwende wie es aussieht.

HOME: Ein Pflichtfilm für 20 % der Weltbevölkerung

HOME auf YoutubeHOME ist ein beeindruckender abendfüllender Film, der in den letzten Tagen über 500.000 Mal auf Youtube angesehen wurde. Der Film soll anschließend in die Kinos kommen. Er zeigt in eindrucksvollen und drastischen Bildern wie ausbeuterisch der Mensch – auch das von mir gebloggte Beispiel der Ölsande in Kanada kommt vor – in den letzten Jahrzehnten mit dieser Welt umgegangen ist. Viele sagen, es bleibt nicht mehr viel Zeit, uns zu ändern. Dann sind Prozesse nicht mehr aufzuhalten …

Der Film stellt trotzdem kein pessimistischen Werk dar, sondern appelliert: “It’s too late to be a pessimist” und fordert uns, jeden einzelnen wohlgemerkt, auf “nicht auf das zu schauen, war wir bereits verloren haben, sondern darauf, was wir noch haben.” Und das gilt es zu retten. “Stop drilling into the earth and start looking up in the sky” ist ein Appell nicht weiter auf Öl zu setzen, sondern die unerschöpfliche Energie der Sonne endlich zu nutzen. (siehe dazu auch meinen Blogbeitrag 200 Billiarden EUR Gratisenergie.) 

Fakten: Wegschauen hilft nicht!
Neben den eindrucksvollen Bildern bringt der Film auch 12 Fakten, die drastischer das Ungleichgewicht, die Ungerechtigkeit und die dringende Handlungsnotwendigkeit nicht aufzeigen könnten.

12 Fakten, bei denen man nicht mehr wegsehen kann:

1. 20 % der Weltbevölkerung brauchen 80 % der Ressourcen!

2. Die weltweiten Militärausgaben sind 12mal höher als die Entwicklungshilfe!

3. 5.000 Menschen sterben täglich an verschmutzem Trinkwasser!

4. Eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser!

5. 50 % des Weltgetreides wird für Tierfutter und Biotreibstoffe verwendet!

6. 40 % des Ackerlandes weist Langzeitschäden auf!

7. 13 Millionen Hektar Wald verschwinden jährlich!

8. 1/4 der Säugetiere, 12 % der Vögel, 1/3 der Amphibien sind vom Aussterben bedroht! Und: Die Arten dieser Welt sterben 1.000mal schneller als die natürliche Rate  aus.

9. 3/4 der Fischgründe sind leergefisch oder stark gefährdet!

10. Die Durchschnittstemperatur der letzten 15 Jahre ist die höchste jemals gemessene.

11. Die Eisschichten sind 40 % dünner, als vor 40 Jahren.

12. 2050 gibt es mindestens 200 Millionen Klimaflüchtlinge.

Jeder von uns ist gefordert!
Und Du, Sie und ich, weil wir diese Zeilen lesen können, gehören zu diesen 20 % der Weltbevölkerung, die 80 % der Ressourcen brauchen. Und deshalb ist es unsere Pflicht hinzusehen und zu handeln. Für diese Welt, für uns selbst und für unsere Kinder. Denn wir haben nur diese eine, unsere Heimat. Eben HOME.

Stehen wir am Beginn der nächsten, globalen Umweltkatastrophe?

Manganknolle (Quelle: Wikipedia)Auf ARTE lief heute eine Dokumentation unter dem Titel “Goldrausch in der Tiefe“. Vor allem der französische Erdölkonzern TOTAL schürft seit einigen Jahren vor der Küste von Angola nach Erdöl. Bereits heute sind riesige Flächen am Meeresboden von Tiefsee-Erdölförderanlagen bedeckt. Wie es in der Dokumentation hieß: “Dort schaut kein Umweltschützer vorbei”. Schließlich liegen die Anlagen auch in der Tiefsee, also 500 Meter unter dem Meeresspiegel. Ohne aufwändige technische Ausrüstung unerreichbar und diese können sich nur Ölkonzerne leisten.

Schon begonnen: der weltweite Abbau der Bodenschätze in den Ozeanen

Die Bilder, als Russland seine Flagge im August 2007 medienwirksam auf dem Meeresgrund am Nordpol platziert hat, gingen um die Welt. Tatsächlich fehlen verbindliche Regeln über die Rechtsverhältnisse jener Meeresbodenflächen, die außerhalb der 200-Meilen-Zonen liegen, und das sind fast 2/3 der Erdoberfläche!

Neuseeland ist Vorreiter im Erteilen von Schürfrechten auf ihrem Meeresboden an internationale Konzerne. Im Pazifischen Ozean haben aber z.B. auch deutsche Unternehmen bereits Schürfrechte in der Tiefsee. Besonders begehrt ist ein neuer Rohstoff: Manganknollen, die in 1 Million (!) Jahre ca. 5 mm wachsen, ein fossiler Rohstoff also. Der Bericht hat gezeigt, dass 1976 durchgeführte Abbautests von Manganknollen am Meeresboden heute noch so sichtbar sind, als wäre es gestern geschehen. Der Tiefseemeeresboden ist offensichtlich noch empfindlicher als die Landoberfläche des Planeten.

Mich beunruhigt diese Entwicklung außerordentlich. Ich habe heute erstmals über dieses Thema überhaupt gehört. Der Bericht endet übrigens mit der Hoffnung, “die Fehler die am Land gemacht wurden, in der Tiefsee zu vermeiden”. Dieser Hoffnung schließe ich mich an, allein mir fehlt der Glaube …

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