Grüner Konflikt zeigt die Visionslosigkeit
veröffentlicht am 02.02.2009 um 23:38 vonVorneweg: Ich habe intensiv darüber nachgedacht, ob dieser Blog überhaupt dazu geeignet ist, ein sehr aktuelles parteipolitisches Thema aufzugreifen. Ich hoffe am Ende meines Postings kommt zutage, was ich mir dabei gedacht habe.
Der aktuelle Konflikt der Grünen rund um Johannes Voggenhuber’s Kandidatur für die Europawahlen bringt einige sehr unschöne Zusammenhänge hervor. Ich stellte mir rund um diesen Personalkonflikt auch die Frage: Hat irgend eine relevante politische Kraft in diesem Land eine Vision zu Ökothemen? Wie geht das?
Kurz zur parteipolitischen Dimension des Konflikts: An der Oberfläche - so scheint es - wurde da ein innerparteilicher Machtkampf ausgetragen. Viele Internetpostings unterstreichen diese These: Die Grünen, das einzige was stört, ist der Wähler (helge.at), Europa wählen (Peter Drössler), Feinde der Logik (Niko Alm), Basis- oder Funktionärsdemokratie (Christoph Chorherr).
Wie enorm die Wirkung dieser Debatte über das Internet war sieht man - inklusive eindrucksvoller Grafiken - auf “Wissen belastet.” Diese positive Entwicklung des Internets als Kommunikationsmedium lässt mich also als Mit-Autor des Ökoenergie-Blogs hoffen … ;-)
Was hat das nun mit dem Titelthema zu tun?
Auch wenn die Bundesgeschäftsführerin der Grünen Michaela Sburny z.B. meint, dass “es schon die Verantwortung der Grünen Gremien [ist] zu sagen, was der Durchsetzung der Inhalte unserer Vorstellungen am besten dient” [vgl. der Standard Online] dann verweist sie zwar auf inhaltliche Unterschiede bei der Kandidatenwahl. Ich habe aber - trotz eingehender Recherchen - überhaupt keine inhaltlichen Aussagen rund um die Kandidaten-Debatte gefunden. Auch kein diesbezüglicher Blog-Beitrag beschäftigt sich mit Inhalten. Dies lässt für mich den Schluss zu, dass es sie nicht gibt oder durch die Personaldebatten völlig überdeckt werden. Jedenfalls kommt auch der o.a. Artikel “Die Grünen: Die Kommentare und die Folgen” zu dem Schluss, dass “in den beobachteten […] fast zwei Monaten […] über kein einziges Thema diskutiert wurde“!
Warum diskutiert man in der Politik nicht über die besseren Ideen sondern immer wieder über Personen?
Die Frage in aller Kürze beantwortet: Ich behaupte, weil es die besseren Ideen nicht gibt. Weil wir - z.B. im Gegensatz zu Schweden - noch immer in Österreich auf der Suche nach einem Visionären Ziel in der Ökologie sind. Weil seit dem Atomausstieg in Österreich kein großes Umweltziel mehr formuliert wurde. Weil wir auch in Europafragen - und die Ökologiefrage ist zumindest auch eine Europafrage - keine Ideen haben. Weder die Grünen, noch eine andere politische Kraft in Österreich. Uns fehlen große Ideen, eine große Vision. Uns fehlt eine breit angelegte Diskussion darüber, wie wir Österreich energieautark machen können. Wie können wir regional verwurzelt und nachhaltig wirtschaften und so unsere Abhängigkeit von russischem Gas und amerikanischen Immobilienblasen reduzieren? Soviele Themen, die wir zu lösen hätten …
Und warum gehen wir’s nicht an? Weil wir in politischen Debatten noch immer viel lieber über Personen streiten, als über Visionen. Ist das typisch Österreichisch oder nur Grün?
Ich würde gerne über die Vision streiten, Österreich bis 2020 energieautark zu machen. Lasst uns damit endlich beginnen. Dieser Blog wird einen Beitrag dazu leisten.




Ich bin nun auf eine sehr interessante Webseite gestoßen, die diesen Grundgedanken Vesters sehr anschaulich, kurzweilig und lehrreich umsetzt. “





