Erdöl gar nicht erst fördern: Yasuni-ITT Initiative

Quelle: Yasuni-ITT InitiativeMit offenen Karten ist eine Sendung auf ARTE, die sich auf der Basis von Landkarten mit verschiedensten Themen auseinander setzt. Am Samstag, 23.10.2010 ging es um die Wälder der Erde und dabei auch um die Yasuni-ITT Initiative. Diese dazu dient, enorme Erdölvorkommen in Ecuador für immer unter der Erde zu belassen. Gleichzeitig sollen damit ein Nationalpark und die dort lebenden indogenen Völker gerettet werden. Die Grundidee lautet: Die internationale Gemeinschaft zahlt rund die Hälfte der durch die Ausbeutung der Erdölfelder erzielbaren Einnahmen an Ecuador. Im Gegenzug schützen diese die Natur und vor allem die Wälder. CO2 wird also auf doppelte Weise reduziert: Durch Förderung alternativer Energien und die Erhaltung der Wälder, die dadurch weiter CO2 absorbieren können. Außerdem wird zusätzliches CO2 durch Verhinderung der Erdölförderung vermieden. Das Projekt ist auch ein Vorzeigeprojekt für andere Regionen auf der Welt. Wikipedia bietet einen guten Überblick über die Eckpfeiler des Yasuni-ITT Projekts.

Wir hinterlassen ein Chaos

“Wir hinterlassen Menschen ein Chaos, die überhaupt nichts dafür können und gar nichts davon haben.”

Dieser Satz stammt von Antonia Wenisch vom Österreichischen Ökologieinstitut im ORF Report vom 20. Oktober 2009 im Zusammenhang mit der Organisation des Widerstands Österreichs gegen die weiteren Mochovce-Ausbaupläne. Ich finde dieser Satz drückt in knapper Form die Überheblichkeit unserer Generation gegenüber nachfolgenden Generationen aus. Die, die wir heute maßgeblich unsere Welt gestalten – sei es indem wir Schlüsselpositionen innehaben oder als Konsumenten – tragen große Verantwortung. Der Satz steht im Zusammenhang mit der völlig unverantwortlichen Last, strahlenden Atommüll über 200.000 Jahre sicher zu verwahren.

Bereits auf der UNO Umweltkonferenz 1992 hat die damals 13-jährige Severn Suzuki in einem eindrucksvollen Appell auf die Verantwortung der Erwachsenen für die künftigen Generationen hingewiesen. Die mittlerweile 30-jährige ist bis heute in der Umweltbewegung tätig. Ihre damalige Rede hat nichts von ihrer Aktualität verloren.

Wenn man sich heute das Video und die lichten Reihen der damaligen Zuhörer ansieht, gibt es zumindest Hoffnung, dass die Videos ihrer Rede auf Youtube (1, 2) mittlerweile von über 3,2 Mio. Menschen gesehen werden konnten. Der Appell ist immer noch gültig: Es müssen Taten gesetzt werden und zwar von jedem einzelnen von uns. Es geht darum, endlich die Verantwortung für nachfolgende Generationen zu übernehmen, kein Chaos zu hinterlassen.