Die erste vertikale Windturbine in Pittsburgh

Vertikale Windturbine von Tangarie | Modell Gale 10 | Foto: C.Daniel
Wie im letzten USA-Beitrag versprochen noch die Infos der vertikalen Windturbine, welche vor kurzem im Phipps Conservatory in Pittsburgh in Betrieb gegangen ist.
Da vor allem das Thema vertikale Windturbine hier im Blog immer sehr stark nachgefragt wird, hab ich mich ein wenig schlau gemacht und Folgendes herausgefunden:
  • Die Turbine produziert ca. 10.000 kWh/Jahr
  • Es handelt sich um das Modell Gale 10 von Tangarie (Leider sind nur die Datenblätter 1,2,5 online)
  • Laut Bauherr kostete sie $30.000,- aber ganz sicher war er sich leider nicht mehr
  • Sie ist auf einem Betonfundament neben dem Gebäude installiert, da die wirkenden Kräfte für das Haus nicht leicht  berrschbar gewesen wären
  • Es handelt sich um die erste vertikale Windturbine in Pittsburgh und soll andere auch ermutigen eine zu bauen
  • Lärmbelästigung ist keine gegeben, sie läuft bereits erfolgreich

Hier gibts noch Fotoshow des Aufbaus auf der Facebookseite des Errichters. Wenn Sie Infos zu vertikalen Turbinen haben, freue ich mich über Kommentare. Ich werde ständig dazu gefragt, kann aber nur auf wenige Referenzprojekte verweisen. Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?

Auch in Wien wurde letzte Woche das erste vertikale Windrad auf einem Hausdach montiert. Darüber werde ich in einem weiteren Beitrag berichten. Falls es dazu spezielle Fragen gibt, einfach im Kommentarfeld posten.

 

 

Ein Green-Building das alle Stückerl spielt

Bei meinem USA Trip nach Detroit und Pittburgh, bin ich neben der Autoshow, von der ich bereits berichtet habe, zu vielen Projekten gekommen, über die es Wert wäre einen ganzen Beitrag zu schreiben. Leider ist das zeitlich fast unmöglich. Hier gibt es eine Kurzübersicht zum Nachlesen.

Ein Projekt finde ich für den ÖkoEnergieBlog hier aber besonders interessant. In Pittsburgh entsteht gerade ein Gebäude, das seinesgleichen sucht. Hier wurde wirklich versucht, alles nur mögliche richtig anzupacken. Natürlich wäre ein nicht gebautes Haus noch immer besser als ein Neubau, aber wenn schon, denn schon. Das Center of Sustainable Landscape ist der Zubau zum ersten LEED zertifizierten Gewächshaus dem Phipps Conservatory, das ebenfalls alle Möglichen Arten der Energieerzeugung und vor allem Energieeffizenz aunutzt. In dem Video ist alles anschaulich erklärt und hier noch einmal zusamengefasst alle Featrues des neuen Center of Sustainable Landscape.

  • Energieeffizienz höher als für LEED Platin notwendig
  • Design ganzheitlich auf die “User” abgestimmt
  • Passives Solar-Design für optimale Ausnutzung des Tageslichtes und automatische Beschattungselemente
  • Gebäudehülle auf lange Lebensdauer und höchste Dämmstandards ausgelegt
  • Energieversorgung mit 100 % erneuerbarer Energie
    • Geothermie für Heizen und Kühlen für 70% Versorgung
    • Solarthermie als Zusatz zur Geothermie
    • Photovoltaik aufgeständert und nachgeführt
    • vertikale Windturbine
  •  Intelligentes Energiemanagementsystem für den optimalen Betrieb der Anlage
  •  Natürliche Belüftungssysteme für optimalen Luftaustausch
  • 100% passive Kühlung
  • Nachhaltige Baumaterialien inkl. Recyclingmaterial
  • Bewässerung der Anlage mit Regenwasser
  • Begrüntes Dach
  • Hauseigenes Abwassersystem mit eigenem Kreislauf
  • und noch so viel mehr…
Es ist in diesem Gebäude wirklich so unglaublich viel Know-How drin, dass es sich lohnt in jeden einzelnen Baustein reinzuschauen. Am besten aber einfach einen Punkt der Sie besonders interessiert auf deren Website nachlesen.  Auf ein kleines Detail werde ich hier im nächsten Beitrag noch eingehen. Auf die vertikale Windturbine, die alle sehr interessiert hat und auch hier im Blog auch immer wieder nachgefragt wird.

Detroit Auto Show mit elektrischem Touch

 

SUVs sind bei der Auto Show nach wie vor präsent

Im Rahmen des Study Trips mit dem ELEEP-Programm hatte ich heute die Möglichkeit bei der Pressevorstellung der Detroit Auto Show dabei zu sein. Natürlich haben mich die Entwicklungen auf den E-Auto Sektor auch interessiert und deshalb werde ich hier die Modelle posten, die mir untergekommen sind. Generell ist zu sagen, dass das Thema E-Mobility hier in den USA noch nicht so richtig angekommen ist, aber die Großen haben zumindest mittlerweile etwas nachgezogen mit E-Modellen. Trotzdem sind die Stahlkolosse wie oben gefühlt wichtiger als Eco-Cars. Man sieht welchen Einfluss der günstige Energiepreis auch auf diesen Sektor hat.

BMW i8 + i3 Concept

BMW schickt gleich neue E-Cars in den Ring. Den kleinen flitzigen i3 der etwas an einen Mini erinnert und ein paar Sympathiepunkte bei mir sammeln konnte und der i8, welcher in der Sportwagen Liga spielen möchte und auch einen Verbrennungsmotor noch mit an Board hat.

BMW i-Serie

CODA – Der neue im Ring

Überraschenderweise ist mir bei der Auto Show eine neue Marke unter gekommen. Privat finanziert steigt CODA Electric Vehicles mit in den E-Mobility-Ring. Das in Kalifornien zusammengebaute E-Car soll eine neue Batterietechnologie mit an Board haben. Leider ist das Design – wie so oft bei den Newcomern – noch etwas verbessserungswürdig.

CODA

2012 Focus Electric von Ford – Recycled Plastic Bottles inside

Den größten Stand auf der Show hatte natürlich der Platzhirsch Ford. Aber auch Ford hat sich mittlerweile dem Trend nicht entziehen können und das Elektroauto 2012 Focus Electric vorgestellt. In der Füllung der Sitze sind auch ein paar Recycling-Plastikflaschen mit verarbeitet.

2012 Focus Electric

Audi A3 e-tron – Deutsche Eleganz

Der Audi A3 e-tron, der letztes Jahr auch schon einmal in Wien war, wurde ebenfalls in Detroit ausgestellt. Die alten Hasen wissen einfach wie ein Auto auszusehen hat.

A3 e-tron

VW E-Bugster – Weltpremiere in Detroit

Ganz neu ist das Modell von Volkswagen.  Der E-Bugster macht in Detroit von sich sprechen. Dieser ist so neu, dass es noch nicht einmal eine Website dazu gibt.

E-Bugster

smart – electric drive

Von der Größe wohl das sinnvollste Stadtauto ist der smart fortwo electric drive. Mitte 2012 soll er erhältlich sein.

smart electric drive

Tesla Model S – Die lang erwartete Familienlimousine

Der der Auto Show in Nordamerika darf Tesla natürlich nicht fehlen. Hier setzt man auf Einfachheit und hat nur das neue Model S präsentiert. Das Cockpit sieht übrigens aus wie ein großes iPad.

Tesla Model S

Ich bin gespannt wie sich die Elektromobilität in den USA weiterentwickeln wird. Hier ist das Pflaster dafür sicher noch ungemütlicher als in Europa aber Obama will bis 2020 angeblich eine Million Elektrofahrzeuge auf die Strasse bringen. Bei ca. 12 Millionen verkauften Autos pro Jahr (!!!) ist das vielleicht sogar möglich, ändert aber wohl wenig an der katastrophalen Verkehrssituation in den USA.

 

Vorsicht Satire: Der Ausstieg aus dem Öl ist US-Politik seit 1974

Jon Steward ist in den USA ein Star. Eigentlich als Kabarettist angetreten wandelte sich seine Rolle in den letzten Jahren mit seiner Daily Show immer mehr zum Aufdecker. Er spricht Themen an, die klassische US-Medien aufgrund ihrer entweder demokratischen oder republikanischen Grundorientierung nicht mehr aufgreifen.

Ein Lehrstück dazu kommentiert der Standard unter dem Titel “Lachen und weinen zugleich“. Jon Stewart deckt  schonungslos auf, wie 8 (!) US-Präsidenten den Ausstieg der USA aus der Ölabhängigkeit ankündigten. Man möchte wirklich lachen und weinen zugleich, wenn politische Versprechen so schonungslos geäußert und dann – ebenso schonungslos – nie umgesetzt werden. Und das in einem Land, dem man ja grundsätzlich einen besonderen “Zug auf’s Tor” nachsagt. Das 7-Minuten-Video gibt es hier auf Englisch zum Nachschauen. Jedenfalls sehenswert!

The Daily Show With Jon Stewart Mon – Thurs 11p / 10c
An Energy-Independent Future
www.thedailyshow.com
Daily Show Full Episodes Political Humor Rally to Restore Sanity

Yes we can: Professionelle Politik

In der Nacht von gestern auf heute hat die EU ein Konjunktur- und ein Klimapaket verabschiedet. Eine endgültige Beurteilung wird wohl noch dauern, aber wie Hans Bürger in der Zeit im Bild am 12.12.2008 gesagt hat, ist es “das größte Klimapaket der Welt”, was die EU da gestern Nacht beschlossen hat. Das ist erfreulich, weil es mir zeigt, dass Professionalität möglich ist.

WikipediaEin Profi als US-Energieminister

Ein weiteres Beispiel für mehr Professionalität in der Politik ist, wie der “President Elect” Barack Obama in den letzten Wochen sein Regierungsteam zusammenstellt: Hillary Clinton als Außenministerin ist die weltweit medial bekannteste Person in Obama’s Team. Weniger bekannt war bisher -zumindest außerhalb der Öko- oder Nobelpreisszene - der zukünftige Energieminister: Dr. Steven Chu. Er hat 1997 den Nobelpreis für Physik erhalten und wird nun politisch für – mittlerweile auch in den USA – das wichtigste Zukunftsthema verantwortlich sein.

Es ist erfrischend zu sehen, dass sich was tut auf diesem Planeten. There ist change! Und das wichtigste aus meiner Sicht ist, dass es sich nun abzuzeichnen scheint, dass Profis endlich die Schlüsselpositionen einnehmen und die Blender, Dampfplauderer und Lobbyisten, die vor allem ihre Eigeninteressen im Fokus hatten, zurückgedrängt werden.

Einen Eindruck vom zukünftigen US-Energieminister kann man in diesem Video auf Youtube gewinnen (Dank an Christoph Chorherr!)