Den Kampf um das erste vertikale Windrad gewinnt die Stadt Wien

Seit Jahren versucht Michaela Reiterer ein Windrad auf ihrem Boutiquehotel Stadthalle zu errichten; sie wäre damit die Erste gewesen, bekam es aber leider nie genehmigt. Der Standard hat sie aufgrund der Errichtung des ersten vertikalen Windrades nun gefragt wie bei ihr der aktuelle Stand der Dinge ist. Ganze sechs Magistratsabteilungen sind mit dem Anliegen betraut. Ein Umstand der einfach untragbar ist. Ich kenne diese Umstände auch von der Photovoltaik und schreibe auch gerade an einem Artikel warum es in Wien so wenige Solar und PV-Anlagen gibt. Meiner Meinung nach ist das einer der Hauptgründe und es sollte sehr bald gehandelt werden, wenn wir eine ehrliche Energiewende wollen. Aber dazu mehr ein andernmal. Schließlich muss man die positiven Entwicklungen auch würdigen.

Die erste vertikale Windturbine in Pittsburgh

Vertikale Windturbine von Tangarie | Modell Gale 10 | Foto: C.Daniel
Wie im letzten USA-Beitrag versprochen noch die Infos der vertikalen Windturbine, welche vor kurzem im Phipps Conservatory in Pittsburgh in Betrieb gegangen ist.
Da vor allem das Thema vertikale Windturbine hier im Blog immer sehr stark nachgefragt wird, hab ich mich ein wenig schlau gemacht und Folgendes herausgefunden:
  • Die Turbine produziert ca. 10.000 kWh/Jahr
  • Es handelt sich um das Modell Gale 10 von Tangarie (Leider sind nur die Datenblätter 1,2,5 online)
  • Laut Bauherr kostete sie $30.000,- aber ganz sicher war er sich leider nicht mehr
  • Sie ist auf einem Betonfundament neben dem Gebäude installiert, da die wirkenden Kräfte für das Haus nicht leicht  berrschbar gewesen wären
  • Es handelt sich um die erste vertikale Windturbine in Pittsburgh und soll andere auch ermutigen eine zu bauen
  • Lärmbelästigung ist keine gegeben, sie läuft bereits erfolgreich

Hier gibts noch Fotoshow des Aufbaus auf der Facebookseite des Errichters. Wenn Sie Infos zu vertikalen Turbinen haben, freue ich mich über Kommentare. Ich werde ständig dazu gefragt, kann aber nur auf wenige Referenzprojekte verweisen. Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?

Ein Green-Building das alle Stückerl spielt

Bei meinem USA Trip nach Detroit und Pittburgh, bin ich neben der Autoshow, von der ich bereits berichtet habe, zu vielen Projekten gekommen, über die es Wert wäre einen ganzen Beitrag zu schreiben. Leider ist das zeitlich fast unmöglich. Hier gibt es eine Kurzübersicht zum Nachlesen.

BauZ! Bauen & Energie und viele Eindrücke

Für alle die’s verpasst haben: Letzte Woche war in Wien großes Energiekino angesagt. Die Bauen&Energie Wien 2011, sowie der IBO Kongress BauZ! für zukunftsfähiges Bauen haben über neueste Entwicklungen und Projekte informiert. Ein paar Eindrücke, die mir besonders in Erinnerung geblieben sind, möchte ich hier teilen.

Raumklima in Passivhäusern

Das Raumklima in Passivhäusern war ein bestimmendes Thema, da Passivhausbauer ja bekanntlich viel mit Vorurteilen zu kämpfen haben. Unglaublich, wie sich dieses “man kann die Fenster ja nicht öffnen” in den Köpfen der Bevölkerung eingebrannt hat. Technisch ist ja klar, dass man durch die Wohnraumlüftung ein besseres Raumklima erhält (besonders für lüftungsfaule Menschen wie mich). Zusammen mit dem Faktor Mensch ist das jedoch nicht ganz so klar. Es kamen deshalb auch Soziologen wie Dr. Alexander Keul von der Universität Salzburg zu Wort, der die Bewohner von Passivhaussiedlungen nach Wohnkomfort und Zufriedenheit befragt hat. Soweit ich das verstanden habe, war die Qualität der Informationsvermittlung an die Bewohner eines der wichtigsten Erkenntnisse. Jene, die gute informiert waren und das Haus eben “bedienen” konnten, waren mehrheitlich zufriedener. Deutlich wurde auch, dass sich Passivhausbewohner generell mehr mit dem Thema beschäftigen und dadurch auch für Probleme stärker sensibilisiert sind als Bewohner einer Altbauwohnung, die vielleicht ebenfalls Probleme haben, diese aber nicht kommunizieren.

Baukonzepte von Morgen

Quelle: juwi.deEin wirklich beeindruckender Vortrag war der von Harald Sauer von Griffner Haus. Er hat in überzeugender Weise den Bau des Firmengebäudes von juwi Solar – dem grössten Projektentwickler für Photovoltaikkraftwerke weltweit – präsentiert und das Ergebnis kann sich sehen lasssen. (weiterlesen …)

Jedem sein Windrad?!

Windpark auf dem Dach

Seit jeher ist Wind eine unerschöpfliche Quelle an Energie auf unserem Planeten. In letzter Zeit zunehmend durch seine vor allem zerstörerische Kraft in den Schlagzeilen. Nichtsdestoweniger wird diese Energie seit Jahrtausenden genutzt um Dinge anzutreiben oder zu bewegen. Elektrizität aus Windkraft zu gewinnen, hat jedoch eine relativ kurze Entwicklungsgeschichte und beschränkt sich im Wesentlichen seit Jahren auf den Einsatz von einzelnen Windrädern bis hin zu sogenannten “Windparks”. Weithin unübersehbar, lässt sich über den kosmetischen Landschaftsgestaltungseffekt streiten. Großflächige Windparks scheinen, laut letzten wissenschaftlichen Messungen zufolge, sogar Einfluss auf unser Klima nehmen zu können, indem sie die Strömungsrichtung des Windes nicht eben unerheblich beeinflussen. Was jedoch bis dato fehlt ist die Möglichkeit ohne enormen technischen Aufwand und nicht ohne “lanschaftsverschönernde” Maßnahmen, diese Energie im Privatbereich zu nutzen. Kein Häuselbauer käme wohl auf die Idee sich ein turmhohes Windrad vor die Tür zu stellen um nicht im Finsteren zu sitzen. Nun dürfte jedoch Bewegung in den Markt mit dem billigen Strom geraten; durch die Erfindung bzw. Wiederentdeckung der Windturbine! Die neuartigen Turbinen sind sowohl weitgehend von Geschwindigkeit als auch von der Richtung des einfallenden windes unabhängig und selbst bei geringster Dimensionierung effizient. So können sie beispielsweise , relativ unauffällig und in großer Zahl, auf Hausdächern angebracht werden oder selbst an wenig exponierten Plätzen in die Wiese – sprich in den eigenen Garten – gesteckt werden. Ob vertikal oder horizontal aufgestellt scheint dabei relativ unerheblich zu sein. Wind respektive Luftzug ist nahezu jederzeit vorhanden und die spezielle Konstruktion der Turbine, setzt auch das geringste Lüftchen in eine Drehbewegung um und erzeugt dadurch Strom.