Die 4. Revolution auf Arte

Gestern noch im Kino, heute schon im Stream. Obwohl die Leser dieses Blogs diesen Film vermutlich schon mindestens einmal gesehen haben, möchte ich euch nicht vorenthalten, dass er nun für mindestens eine Woche auf Arte zu sehen ist. Also: Gleich im Kopf einen Abend eintragen an dem man sich dieses Doku-Meisterwerk nochmal zu Gemüte führt.

Hier der Link zum Stream:

Die 4. Revolution

Wer trotzdem lieber über den Fernseher schaut, kann dies am  3. Mai 2011, 20:15 und am 19. Mai 2011, 14:45 tun.

Aus dem Film:

“Die vierte Revolution – EnergyAutonomy” beobachtet in einer Reise um die Welt das Leben und Wirken von zehn Menschen, die ein Ziel verbindet: Energieautonomie – der vollständigen Wechsel der Energieversorgung der Menschheit weg von fossilen und nuklearen Brennstoffen hin zu 100 Prozent erneuerbaren Energien. Ein Wechsel, so radikal, dass man von einer Revolution sprechen kann.

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Wir hinterlassen ein Chaos

“Wir hinterlassen Menschen ein Chaos, die überhaupt nichts dafür können und gar nichts davon haben.”

Dieser Satz stammt von Antonia Wenisch vom Österreichischen Ökologieinstitut im ORF Report vom 20. Oktober 2009 im Zusammenhang mit der Organisation des Widerstands Österreichs gegen die weiteren Mochovce-Ausbaupläne. Ich finde dieser Satz drückt in knapper Form die Überheblichkeit unserer Generation gegenüber nachfolgenden Generationen aus. Die, die wir heute maßgeblich unsere Welt gestalten – sei es indem wir Schlüsselpositionen innehaben oder als Konsumenten – tragen große Verantwortung. Der Satz steht im Zusammenhang mit der völlig unverantwortlichen Last, strahlenden Atommüll über 200.000 Jahre sicher zu verwahren.

Bereits auf der UNO Umweltkonferenz 1992 hat die damals 13-jährige Severn Suzuki in einem eindrucksvollen Appell auf die Verantwortung der Erwachsenen für die künftigen Generationen hingewiesen. Die mittlerweile 30-jährige ist bis heute in der Umweltbewegung tätig. Ihre damalige Rede hat nichts von ihrer Aktualität verloren.

Wenn man sich heute das Video und die lichten Reihen der damaligen Zuhörer ansieht, gibt es zumindest Hoffnung, dass die Videos ihrer Rede auf Youtube (1, 2) mittlerweile von über 3,2 Mio. Menschen gesehen werden konnten. Der Appell ist immer noch gültig: Es müssen Taten gesetzt werden und zwar von jedem einzelnen von uns. Es geht darum, endlich die Verantwortung für nachfolgende Generationen zu übernehmen, kein Chaos zu hinterlassen.

Story of Stuff: Eine eindrucksvolle Geschichte der Verschwendung

Bei komplexen Themen schaffen wir es oft nur einzelne Aspekte zu erfassen. So hat z.B. Frederic Vester seit den 1970er Jahren mit seinen Forschungsarbeiten bereits “vernetztes” gegenüber “linearem Denken” gefordert, um den in der Natur vorkommenden komplexen Gesetzmäßigkeiten adäquat zu begegnen. Er galt damit auch als ein Vorreiter der Umweltbewegung.

www.storyofstuff.comIch bin nun auf eine sehr interessante Webseite gestoßen, die diesen Grundgedanken Vesters sehr anschaulich, kurzweilig und lehrreich umsetzt. “Story of Stuff” ist eine Internetseite, die vor allem eines zeigen will: Dass lineares Denken und Handeln auf einem Planeten auf Dauer nicht funktionieren kann. Das Video nimmt zwar Bezug auf amerikanische Verhältnisse, passt aber ohne weiteres auch auf uns Europäer. Außerdem ist es ein Beispiel dafür, dass sich auch in den USA eine Umweltbewegung gebildet hat, die engagiert versucht, dass bestehende Wirtschaftssystem zu verändern. So wird z.B. die Frage gestellt, wie es sein kann, dass z.B. ein Radiogerät im Laden zum unglaublich günstigen Preis von $ 4,99 zu haben ist. Kaum jemand kann sich vorstellen, dass es tatsächlich so billig ist. Wer aber zahlt dann dafür den Preis? Das Beispiel zeigt anschaulich, was es mit der “Externalisierung” von Kosten auf sich hat.

Prädikat: sehenswert!

Die Sonne strahlt 18.000fache der benötigten Weltenergie ab

Seit kurzem versucht sich der Wiener Grünpolitiker Christoph Chorherr auf seinem Weblog beim Videoblogging. Ich finde, ein sehr gelungener Versuch, vor allem seine rd. 5 Minuten “Aufklärungs-Videos” zu verschiedenen Ökothemen liefern Denkanregungen. Sein zweites Video “Lob der Sonne” vermittelt in wenigen Minuten, warum wir noch wesentlich stärker als bisher auf die Kraft der Sonne setzen sollten: Von Photovoltaik, über Holzpellets bis zur thermischen Solarerzeugung reichen aus Sicht Chorherr’s die technischen Möglichkeiten. Immerhin strahlt die Sonne das 18.000fache der benötigten Weltenergie ab.

Zum einen finde ich es spannend, wie Christoph Chorherr Videoblogging zur Vermittlung von Informationen einsetzt. Zum anderen erreicht man mit Videoblogging auch lesefaulere Internetnutzer. Der Erfolg von Plattformen wie Youtube zeigt seit längerem das riesige Potenzial von Videoblogs. Und vor allem im Ökobereich herrscht noch viel Klärungs- und Diskussionsbedarf, da finde ich eine derartige Diskussionsform sehr erfrischend.